Digital Signage

Generell wird Digital Signage als Einsatz digitaler Medieninhalte bei Werbe- und Informationssystemen definiert. Das war zumindest bisher so. Doch die Zeiten, in denen Digital Signage als ein in sich abgeschlossenes Themenfeld betrachtet werden konnte, neigen sich mittlerweile ihrem Ende zu.

Denn wie in vielen anderen Bereichen auch spielen zunehmend zusätzliche Kommunikationskanäle eine wichtige Rolle am Point of Sale (PoS). Gleichzeitig beschränken sich die Einsatzbereiche von Digital Signage längst nicht mehr nur auf Retail und Handel.

Lösungen für Digital Signage sind relativ komplex, da sie sowohl die Inhalte der Bildschirme, also die „Botschaft“ des Betreibers der Lösung zum Thema haben, als auch eine umfangreiche IT-Infrastruktur benötigen. Die Botschaft bestimmt den Erfolg der Lösung, die IT-Infrastruktur die Leistungsfähigkeit.

Innerhalb der IT-Infrastruktur bestimmt wiederum die Digital-Signage-Software wesentlich die Leistung. Eigentlich ist jede Digital-Signage-Lösung ein Projekt: ob groß oder klein, eine komplette „Out-of-the-Box“-Lösung gibt es nicht. Daher ist im Vorfeld eine Reihe von Themen zu bedenken bevor der nächste Schritt, die Beschaffung und Nutzung einer Digital-Signage-Lösung, in Angriff genommen werden kann. Bei uns finden Sie eine Checkliste, die Ihnen bei kleineren und mittleren Projekten mit Digital Signage dabei hilft, den Erfolg zu verbessern und Fehler zu vermeiden.

Für große Digital Signage Projekte gibt es darauf spezialisierte Beratungshäuser, für kleinere und mittlere Projekte, d. h. in der Regel Projekte unter 100 bis 200 Bildschirmen, ist dies jedoch zu aufwändig.

 

Was man schon bei der Planung eines erfolgreichen Digital-Signage-Projektes berücksichtigen sollte!

Erst das Konzept, dann die Technik

Bei vielen Projekten werden erst die Displaymedien angeschafft und anschließend darüber nachgedacht, was man damit machen möchte. Etwa so, als ob man erst einen Motor kauft und dann das passende Automodell dafür sucht. Bevor man ein System für Digital Signage anschafft, sollte man zunächst überlegen, zu welchen Zwecken es genutzt werden soll.

Einige Beispiele:

  • Um besser mit den Kunden oder Mitarbeitern zu kommunizieren
  • Um Werbung am POS zu zeigen und somit den Kaufentscheid zu beeinflussen.
  • Als Entertainment-Kanal mit Ton und Video
  • Als Infotainment-Kanal mit Wetter, Nachrichten, Börsenberichten, Staumeldungen etc.
  • Als interaktiver Kiosk um Kunden und Besucher besser zu informieren, eventuell mit Anbindung an eine Produktdatenbank oder mit Barcode-Scanner, Bewegungsmelder oder RFID.
  • Als Kombination der oben angegebenen Lösungen.

Content is King

Die Auswahl der richtigen Inhalte ist sehr wichtig, schlechte Bilder und Videos wirken unprofessionell. Auch das Abspielen von 4:3- Inhalten auf 16:9-Bildschirmen sieht nicht einladend aus. Gegebenenfalls sollte auch darauf geachtet werden, dass nicht nur Werbung auf den Bildschirmen zu sehen ist. Auch die Länge der Abspielschleifen sollte an den Standort angepasst werden: In Supermärkten eignen sich eher kurze Schleifen, in Wartezimmern Schleifen bis zu einer Stunde oder mehr.

Ton oder kein Ton?

Nur bei Systemen, die Musikvideos zeigen, ist Ton ohne wenn und aber angebracht. Bei anderen Anwendungen muss geprüft werden, ob der Ton als störend empfunden wird, oder einfach nicht wirkt.

Dynamische Inhalte automatisieren

Man sollte darauf achten, dass dynamische Inhalte wie Nachrichten, Wetter, Börsennachrichten oder Infos einer angebundenen Datenbank (z .B. aktuelle Angebote) nicht manuell verschickt werden müssen. Durch spezielle Vorlagen für diese Inhalte und das Einrichten eines automatischen Downloads der dynamischen Daten, garantiert man die zeitpunktgenaue Darstellung der Inhalte mit wenig Personalaufwand.

Standorte

Bildschirme, die an der Decke hängen, werden nicht gesehen – ideal ist Augenhöhe. Ausnahmen sind z. B. Menu Boards in Fastfood-Restaurants. Die Bildschirme sollten dort hängen, wo normalerweise auch Plakate oder Ähnliches platziert sind.

Updates

Einmal im Jahr die Inhalte austauschen ist in den meisten Fällen zu wenig. Auch das Versenden neuer Inhalte, die der Kunde selbst einpflegt, ist nur in einigen Fällen die ideale Lösung. Die Updates sollten zentral geplant und versendet werden, wann immer es erforderlich ist.

Außerdem sollte ein System gewählt werden, das schnell und auf einfache Weise kleine Änderungen und Anpassungen auf alle Abspielstationen bringt. Systeme, die erst alles neu rendern müssen, sind nicht flexibel genug.

Überwachung

Wenn die verantwortlichen Firmen oder Personen ihr System nicht überwachen können, wissen sie auch nicht, ob alles einwandfrei funktioniert. Auf einwandfreien Betrieb überwacht werden sollten das Abspielen der Inhalte, der Abspiel-PC, das Netzwerk und die Betriebsbereitschaft der Bildschirme. Eventuell benötigt man auch Nachweise, ob die Inhalte zu den vorgegebenen Zeitpunkten gezeigt wurden. Dafür sollte das System Log-Dateien generieren, die zentral gesammelt werden können.

Stabilität

10 oder 20 Bildschirme sind noch vergleichsweise einfach zu betreiben und zu kontrollieren. Was ist jedoch, wenn die Standorte und damit die Displays um eine erhebliche Zahl mehr werden? Kann das System an diese Situation angepasst werden und ist es stabil genug, die wachsende Zahl an Abspielstationen zu verwalten, ohne dass jeden Tag alle Bildschirme vor Ort kontrolliert werden müssen?

Bildschirme, die keine Inhalte zeigen, erzeugen ein negatives Image. Daher ist es ratsam, ein System zu wählen, das nachweislich eine große Zahl von Abspielstationen, etwa 1.000 und mehr Bildschirme zuverlässig verwalten kann.

Lokale Inhalte

Das Wetter in Hamburg wird in München wahrscheinlich wenig Menschen interessieren. Umgekehrt sind Inhalte attraktiv, die an den Standort angepasst sind, zum Beispiel Lokalnachrichten, Verkehrsmeldungen aus der Umgebung und lokales Wetter.

Realisation – Alleine oder mit Partnern

Wenn das Digital-Signage-Konzept fertig ist, stellt sich die Frage, ob es selbst realisiert werden soll oder mit Partnern. Erfahrungsgemäß scheitern viele Projekte mit gutem Konzept an einer falschen Implementierung. Hat man sich für die Kooperation mit Partnern entschieden, sollte man darauf achten, dass die Partner Erfahrung mit der Installation von Digital-Signage-Systemen hat.

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