Lautsprecher

In öffentlichen Räumen werden Lautsprecher für verschiedenste Aufgaben in allen nur erdenklichen Varianten genutzt. Das gilt für Gaststätten, Hotels, für Schulen, Kirchen und viele andere Räumlichkeiten. Als passende Lautsprecher gibt es Spezialisten für besondere Aufgaben, z. B. für die Beschallung von besonders halligen Räumen.

Noch viel mehr werden jedoch „ganz normale“ Lautsprecher für Standardaufgaben benötigt – die ein Bistro beschallen, den Partyraum der Schule oder die Hotelbar. Was hier gefragt wird, sind kompakte, gut klingende Lautsprecher, die elektrisch und mechanisch robust sind, sich einfach montieren lassen und dabei optisch unauffällig bleiben. Diese zunächst einmal trivial klingenden Ansprüche sind alles andere als selbstverständlich, wie jeder weiß, der sich auf dem unendlichen Markt der Lautsprecherhersteller auskennt.

Lautsprecher-Trends

Betrachtet man aktuelle Lautsprecher-Trends, tut sich etwas im Bereich der Steuerung und Vernetzung; die Lautsprecherkonzepte im Allgemeinen bleiben traditionell. Bei einigen speziellen Lautsprecher Modellen gab es auf der Prolight & Sound interessante Details…

Lautsprecher mit Audionetzwerk-Schnittstelle fand man in diesem Jahr etwas häufiger bei den entsprechenden Herstellern. Gerade bei aktiven Lautsprechern bietet es sich außerdem an, auch die Steuerdaten für die Lautsprecher über ein Netzwerk bis zum Lautsprecher oder bei externen Verstärkern bis zum Verstärker zu transportieren. Audio- und Steuerdaten über ein und dieselbe Verbindung ist für den Anwender die beste Lösung. Und diese wird auch angeboten.

Mal abgesehen von einigen speziellen Lösungen zeigten sich auf der Prolight + Sound die neuen Produkte in der Tendenz traditionell, als Weiterentwicklungen oder Optimierungen bekannter Grundkonzepte.

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Die DSP-gesteuerte Zeile PB 08 gehört zu den Lautsprechern von Pan Acoustics, die mit einer Dante-Schnittstelle ausgestattet sind.  Dabei wird nicht nur das Audiosignal, sondern es werden auch gleich die Steuerdaten für die DSPs per Dante übertragen. Damit wird ein Kabel reichen, um sowohl zwei umschaltbare Audiosignale mit Abtastraten bis zu 192 kHz als auch die Steuerparameter für die Zeilen und die zusätzlichen Signalbearbeitungsfunktionen in die Zeile einzuspeisen. Die beiden Dante-Schnittstellen ermöglichen eine redundante Verkabelung oder ein „Weitereichen“ der Daten von einer zur nächsten Zeile. Außerdem stellte Pan Acoustics die passiven Zeilenlautsprecher Pan Speaker aus, die Pi-Serie mit der P 01 (0,5“ und 3,5“-Treiber koaxial), der P 02 (0,5“ und zwei 3,5“-Treiber), der P 04 (vier 3,5“-Treiber) und der P 08 (acht 3,5“-Treiber).

Der D20-Verstärker (4 × 1.600 W) von d&b audiotechnik setzt auf OCA zur Steuerung. Dies ist besonders in Zusammenarbeit mit „ArrayProcessing“ wichtig, dem neuen Feature des d&b-eigenen Simalationsprogramms ArrayCalc. Schließlich kommen bei der Berechnung der optimalen Einstellung für jeden Lautsprecher im Line-Array schon einige Daten zusammen…

Mit dem schnellen Transport zum jeweiligen Verstärkerkanal wäre der Can-Bus wohl überfordert. Den gibt es aber nach wie vor am D20, damit der Verstärker auch nahtlos in bestehende Anlagen eingefügt werden kann. Formal wirken die „Neuen“ von Fohhn wie kleine LF- oder LFI-Lautsprecher. In ihnen verbergen sich jedoch Optocore- oder Sane-Schnittstellen, die neben den Audiosignalen

auch die Steuerdaten zu den DSP-gesteuerten Zeilen weiterleiten. Unter oder über den Zeilen

platziert sind die Schnittstellen-„Boxen“ optisch nur eine minimale Verlängerung der Zeile. Außerdem zeigte Fohhn das Fohhn Venue, dessen drei Module für die Hoch-, Mittel- und Tieftonwiedergabe für größere Hallen konzipiert sind.

Die 3-Wege-Zeile VIDA L von Kling & Freitag kann die Audiosignale über die direkt in der Zeile integrierte Dante-Schnittstelle erhalten. Sie bietet u. a. 48 DSP- und Endstufen-Kanäle für die 32 0,8“-, zwölf 3,5“- und sechs 6,5“-Treiber in einem Modul. Das System ist bis zu acht Meter Länge skalierbar; ein Kardioid-Modul namens VIDA C zur Optimierung der Abstrahlcharakteristik ist optional erhältlich. Zur Laufzeitoptimierung sind die Hochtonkalotten in einem Waveguide eingesetzt, der Schaumstoff an den Seiten soll Interferenzen verhindern.

Zur Elektronik gehören auch EQs, Limiter und Delays zur Raumanpassung. Das Verriegeln mehrerer Module erfolgt mit einem kleinen Hebel. Zur Einspeisung von Signalen stehen alternativ auch analoge und AES3-Schnittstellen zur Verfügung, die auch eine Havarie-Umschaltung ermöglichen.

Spezielle Lautsprecher

AVAA steht für Active Velocity Acoustic Absorber und ist das Ergebnis einer langjährigen Forschungsarbeit von PSI, in Zusammenarbeit u. a. mit der Universität Genf. Der AVAA sieht aus wie ein Lautsprecher, soll aber genau das Gegenteil tun: besonders die tiefen Frequenzen absorbieren und zwar im Frequenzbereich von 15–120 HZ, also gerade in dem Bereich, dem mit Standard-Absorbern schwierig Herr zu werden ist.

Sein Einsatzgebiet wird wohl vornehmlich im Studio-Bereich liegen, aber auch in Hotels oder Vorstandsetagen mit gehobenen Ansprüchen an die Musikwiedergabe ist der Einsatz denkbar.

Eine dreidimensional formbare Wellenfront verspricht EDC Acoustics. Dazu sind in den Modulen u. a. hundert 1“-Tweeter mit einem eigenen Verstärkerkanal ausgestattet. Neun 4“-Treiber unterstützen im „Hintergrund“. Zur Steuerung gibt es eine Software, die auch gleich die eingestellte Wellenfront visualisiert.

K-Array wird auch bei dieser Messe seinem Ruf gerecht, sehr spezielle Lautsprecher zu produzieren: So wundert es fast nicht, einen Lautsprecher in Form einer „Wackellampe“ zu entdecken: Der Owl KW8 mit integriertem Verstärker, 8“-Treiber und Hochtöner in einer koaxialen Anordnung sieht nicht nur wie eine Moving Head-Lampe aus, er lässt sich auch per Fernsteuerung so bewegen.  Somit kann er auf Künstler ausgerichtet werden, wenn er unauffällig zwischen anderen Lampen über der Bühne hängt.  Ganz kleine Lautsprecher waren auch wieder bei K-Array zu sehen, z. B. die winzigen KZ12 mit einer Größe von 2,2 × 10 × 1,2 cm und 4 × 0,5“-Treibern.

Diverse Lautsprecher

Die Lautsprecherfamilien des S.E.A. Vertriebs wachsen: Von onpoint Audio gibt es beispielsweise nun die OPA-5T, eine kleine zwei Wege-Box mit 5,25“-Treiber und koaxial vorgesetztem Kompressionstreiber, die in 100 V-Anlagen eingesetzt werden kann. Die OPALine-82 mit acht 2“-Tribern fällt durch ihre schmale Silhouette auf und soll sich durch verschiedene Montageoptionen architektonisch gut integrieren lassen. Bei Apart, ebenfalls bei S.E.A. im Vertrieb, ergänzt MASK12 jetzt die MASK-Serie. Der 2-Wege-Lautsprecher mit 12“-Treiber verfügt über ein drehbares Horn, so dass auch bei einer horizontalen Montage die 90° × 70°-Abstrahlcharakteristik erhalten bleiben kann.

Die neuen Galeo-Systeme waren bei Seeburg Acoustic Line ausgestellt. Das Galeo S (2 × 6,5“ / 1,4“) soll sich smart in Studios, Säle etc. einfügen. Für größere Aufgaben ist das Galeo T (wie Touring) konzipiert. Alle Details wurden beim Galeo mit dem Ziel der Optimierung überarbeitet.

Neue Deckenlautsprecher für die Musikwiedergabe stellte Tannoy unter dem Motto „CMS 3.0 – The Revolution Reinvented“ vor. Zehn Modelle gehören zur Reihe, zum Teil mit der sogenannten Dual Concentric-Anordnung und koaxial positionierten Treibern, die sich einen Magneten teilen. Das Größenspektrum der Modelle erstreckt sich von 4“ bis 8“. Letzteres gibt es auch in der CMA 803 DCQ-Version mit einem speziellen Horn, das bei hohen Decken für eine engere und damit effektivere Abstrahlung sorgen soll.

EN54-Lautsprecher

Die Deckenlautsprecher CVS4 und CVS6m sowie zwei passive Zeilen und Lautsprecher im wetterfesten IP64-Gehäuse gehören zu den zertifizierten Typen aus dem Hause Tannoy. Acht Typen, von Horn über Wandaufbau bis zu Deckenlautsprechner sind als zertifizierte Lautsprecher bei g+m im Programm.

AB-Lautsprecher

Für Sprachalarmanlagen nach VDE 0833-4 der Sicherheitsstufe II sind AB-Lautsprecher eine einfache Lösung für die geforderte ausfallsichere Beschallung; jedoch gibt es auch bei diesem Lautsprechertyp große Unterschiede in der Ausführung und Qualität … In unserem E-Special finden Sie eine Erläuterung der Messwerte und die Testergebnisse für die ersten drei Modelle.  Weitere Tests gibt es dann in den Folgeausgaben.

 

 

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