Cable Lines: Lindys neues Kabelkonzept

Mit „Cable Lines“ hat Lindy, Anbieter von Computer- und Audio/Video-Verbindungstechnologien, wohl mehr als nur neue Kabelserien auf den Markt gebracht, sondern ist dabei, sein gesamtes Kabelportfolio zu reformieren. PROFESSIONAL SYSTEM hat Christian Westenhöfer, Head of Global Marketing & Brand Management, und Owen Haigh, Head of Global Product Management von Lindy, zum neuen Cable Lines Connectivity-Konzept befragt.(Bild: Lindy)

Cables Lines deckt eine breite Palette von Kabeltypen und Steckverbindern für die Signalverarbeitung ab, die in die vier Farbvarianten Black, Anthra, Cromo und Gold unterteilt sind und jeweils für spezifische Anwendungsgebiete konzipiert wurden. Christian Westenhöfer, Head of Global Marketing & Brand Management, und Owen Haigh, Head of Global Product Management, erläutern im Gespräch, warum das neue Connectivity- Konzept erforderlich war und wie Kunden davon profitieren können.

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Herr Westenhöfer, Herr Haigh, warum haben Sie Ihr Kabelportfolio neu gestaltet?

Christian Westenhöfer: Das bisherige Konzept für unser Kabelsortiment war schon recht betagt. Wir leben heute in einer völlig anderen und digitalisierten Welt. Unsere Häuser, Arbeitsplätze und sogar ganze Städte verändern sich; von daher war es höchste Zeit für Veränderung.

Owen Haigh: Das Re-Design macht das Ganze nicht nur übersichtlicher für unsere Kunden. Es steht für etwas Neues und zeigt, dass wir unsere Kabeltechnologie ständig weiterentwickeln und deren Leistung und Zuverlässigkeit kontinuierlich erhöhen.

Lindy Gold Line für Displayport (Bild: Lindy)

Was verbirgt sich hinter dem unterschiedlichen Erscheinungsbild der Cable Lines?

Owen Haigh: Das visuelle Design soll den Kunden helfen, die perfekte Lösung für ihre Anwendung zu finden. Aber es ist uns auch wichtig, dass hier die Form der Funktion folgt. Das heißt, die Kabel haben unterschiedliche technische Spezifikationen, abhängig von der Umgebung, für die sie entwickelt wurden. Unsere HDMI Gold-Line-Kabel zum Beispiel besitzen hochreine Innenleiter aus verzinntem OFC-Kupfer, mit großem Querschnitt und geringer Dämpfung für volle Übertragungsleistung und eine garantierte lange Lebensdauer. Unsere Black Line HDMI-Kabel dagegen basieren auf einer hochwertigen CCS-Konstruktion und bieten damit ein attraktives Preis-Leistungsverhältnis für Standardanwendungen. Wir haben das Kabelangebot transparenter gemacht, sodass die Kunden die Unterschiede besser verstehen, einschließlich unserer neuen Einteilung der Kabellängen. Ab sofort bieten wir Längen an, die an bestimmte Produktlinien gekoppelt sind. Damit können wir Leistung und Zuverlässigkeit garantieren – selbst über größte Entfernungen.

Christian Westenhöfer: Ein solch breit aufgestelltes Kabelsortiment wie bei Lindy, das unterschiedlichste Kabeltypen umfasst, dazu Steckverbinder, technische Spezifikationen und Längenvarianten, verändert man weder leichtfertig noch radikal. Von daher mussten wir anfangs genau austarieren, was wir ändern müssen und wie wir die Unterschiede und Nuancen setzen. Letztlich haben wir uns für eine behutsame, effiziente wie auch zeitgemäße Weiterentwicklung entschieden. In diese Entscheidung bezogen wir auch die Ergebnisse aus unserer Marktforschung ein, die vier grundlegende Marktsegmente identifiziert hat. Dadurch konnten wir klar definieren, welche Kabeleigenschaften wir für welches Anwendungsgebiet benötigen. So haben wir für jede Anforderung die richtige Kabellösung. Die Welt vernetzt sich immer weiter. Wichtig ist, dass die dafür notwendigen Verbindungen zuverlässig sind. Deshalb haben wir jede Kabellinie so konzipiert, dass sie ideal zu den jeweiligen Anwendungsdesigns und Anforderungen der einzelnen Umgebungen passt: zu kleinen Lösungen für Small-Office-/Home- Office-Anwendungen genauso wie zu anspruchsvollen professionellen Anwendungen für Industrie und Gewerbe im IT- und AV-Bereich.

Wie ist das Cable-Lines-Projekt zustande gekommen?

Christian Westenhöfer: Das Ganze kam ins Rollen, als wir mit der Neugestaltung unseres Corporate Designs beschäftigt waren. Mit der Überarbeitung unseres Markenauftritts wollten wir gleichzeitig das Erscheinungsbild unseres kompletten Geschäfts, einschließlich des Kabelportfolios, den Anforderungen der digitalen Welt anpassen. So gesehen geht das Projekt Cable Lines mit unserer neuen Unternehmensphilosophie und -strategie einher. Wir sind kein schlafender Riese, sondern versuchen immer, unsere Dienstleistungen und Produkte so zu verändern und weiterzuentwickeln, dass sie jedem maximal nutzen. Schon immer wollten wir einen geschlossenen Markenauftritt für das Unternehmen, aber angesichts unserer Produktvielfalt ist das gar nicht so einfach. Mit Cable Lines schaffen wir ein klareres Kundenerlebnis und fördern die Kundenzufriedenheit entscheidend. Das reicht bis hin zur Verpackung. Durch den neuen Look erleichtern wir den Kunden den Entscheidungsprozess wesentlich.

Christian Westenhöfer, Head of Global Marketing & Brand Management
Christian Westenhöfer, Head of Global Marketing & Brand Management (Bild: Lindy)

Warum teilen Sie nach Farben ein und nicht nach den Marktsegmenten, die Sie identifiziert haben?

Christian Westenhöfer: Das Farbkonzept dient der einfachen, visuellen Kennung jeder Cable Line. Farben haben Bedeutungen quer durch alle Nationen und Kulturen. So lässt sich das Farbkonzept als globales Projekt überall auf der Welt verstehen. Diese Farben bieten zusammen mit dem neuen Design Klarheit durch Reduktion. So können Kunden und unsere Verkaufsteams sofort das richtige Kabel für die jeweiligen Bedürfnisse finden. Durch die Farben hat er mehr Optionen und kann exakt das Kabel auswählen, das er benötigt, zum Beispiel wenn ein Kunde höhere Zuverlässigkeit oder sogar eine höhere Leistung benötigt, etwa im Rechenzentrum. Anstelle eines Black-Line-Kabels könnte er beispielsweise in ein Anthra-Line- oder Gold- Line-Kabel investieren. Auf Basis einer Einteilung nach Farben kann er seine Wahl viel zielgerichteter treffen, als wenn er sich zwischen Home, Pro, Design und Industrie entscheiden müsste.

Am Ende ist ein Kabel doch ein Kabel. Was bringt die Veränderung konkret?

Owen Haigh: In der Branche kursieren viele Fehlinformationen. Besonders unter Verbrauchern ist gelegentlich von „schwärzerem Schwarz“ oder von anderen Verbesserungen der Farbqualität die Rede, die einfach nicht existieren. Wir wollen mit diesen Fehlinformationen aufräumen und für mehr Transparenz sorgen. Bei unseren Kabeln geht es um echte, technische Verbesserungen in Länge und Zuverlässigkeit. Wir reden hier nicht über Leistungsunterschiede, die es gar nicht gibt. Das Farbkonzept ist ein Quantensprung im Hinblick auf das Erscheinungsbild, die Zuverlässigkeit und die Distanz.

Wurden in der Vergangenheit Fehler gemacht, die Sie mit diesem Relaunch korrigieren wollen?

Christian Westenhöfer: Fehler? Nein. Alles, was wir getan haben, war richtig. Zum damaligen Zeitpunkt. Aber die Branche und die Märkte entwickeln sich dermaßen schnell, dass es mitunter schwierig wird, mit den neuen Themen wie Digitalisierung und Industrie 4.0 Schritt zu halten. Wir tun dies, indem wir unser Design und unsere Technologie so ausrichten, dass sie immer eine Eins-zu-eins-Übersetzung unserer Unternehmens-Strategie sind.

Was bedeutet das für die Zukunft von Lindy und die anderen Produktbereiche?

Christian Westenhöfer: Derzeit konzentrieren wir uns ganz auf die Einführung der neuen Cable Lines. Aber klar ist: Das ist erst der Anfang, wie wir unsere neue Strategie umsetzen und uns weiterentwickeln wollen. Was wir mit Cable Lines begonnen haben und die damit erzielten Erfolge werden ein wichtiger Indikator sein für das, was wir in anderen Bereichen tun werden.

Owen Haigh: Die Erfolgsfaktoren des Projekts lassen sich sicherlich auch auf andere Produktbereiche übertragen. Wir möchten von einem solchen Prozess lernen und überlegen, wie wir die gemachten Erfahrungen für unser gesamtes Produktportfolio nutzbar machen können. Schließlich wollen wir unseren Kunden auch hier die gleiche Transparenz und Informationstiefe bieten, die wir ihnen mit den neuen Kabeln geben.

Owen Haigh, Head of Global Product Management
Owen Haigh, Head of Global Product Management (Bild: Lindy)

Christian Westenhöfer: Gerne setzen wir diesen erfolgreichen Weg, den wir mit dem Cable Lines beschritten haben, auch mit all unseren anderen Produkten fort. Aber wir müssen das sorgfältig tun. Jedes Produkt erfordert eine eigene Vorgehensweise, weil die Botschaft eine andere ist; übrigens auch die Identifikation mit den Kunden. Auch die Märkte der anderen Produkte unterscheiden sich genau wie die damit einhergehenden Anforderungen des digitalen Zeitalters an diese Produkte.

Lindy Crome Line für HDMI (Bild: Lindy)

War mit dem Launch am 29. Mai, das Projekt Cable Lines beendet, oder ist das Ganze ein fortlaufender Prozess?

Owen Haigh: Das Projekt ist nicht zu Ende; es wird sich weiterentwickeln. Wir müssen mit den neuen Technologien Schritt halten. Daher werden wir die Cable Lines ständig um neue Standards ergänzen und die Technologien, wenn nötig, verbessern. Allerdings werden wir am Konzept nicht grundlegend rütteln, erst recht nicht an der Klarheit und dem Komfort, den es den Kunden bringt.

Christian Westenhöfer: Lindy hat sich verändert und ist erfolgreicher denn je. Das wollen wir auch mit Cable Lines sichtbar machen. Unsere Kabel gehören seit jeher zu unserer Produktpalette und stehen für ein klares Leistungsversprechen unsererseits. Sie stehen für hohe Qualität, perfekte Wirtschaftlichkeit, Zuverlässigkeit, Innovation – und vor allem Vertrauen. Cable Lines ist eine komplette Suite. Das hält uns aber nicht davon ab, sie zu ergänzen, wenn unsere Kunden davon profitieren und wir damit die Konnektivität der AV- und IT-Welt weiter verbessern können. Hier sehen wir uns gegenüber unseren Kunden in der Pflicht.

Web-Link

www.lindycables.com


(Aus Professional System 06/2018)

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