Ein Atrium für alles Teil 3

Die Licht-Konzeption im SISS

Das Atrium der SISS wurde als Mehrzweckraum so umfunktioniert, das eine große Bandbreite von Veranstaltungen dort stattfinden können. Daher musste die Licht- und Videokonzeption besonders flexibel und vielfältig einsetzbar sein. 

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Ganz in Weiß: Vielfältig einsetzbares Lichtkonzept im Atrium der SISS.  (Bild: Jörg Küster)

Die Scheinwerfer im Atrium der SISS sind an einer eigens angefertigten, knapp zehn Meter langen Edelstahlschiene montiert. Auf eine umlaufende Konstruktion, welche die Anbringung von Gassenlicht ermöglicht hätte, musste aus Budgetgründen verzichtet werden. Die frontseitig an der Galeriebrüstung montierte Schiene ist mit 50 kg pro laufendem Meter belastbar. Sichtbar angebrachte Warnhinweise sorgen dafür, dass externe Techniker nicht auf die Idee kommen, zusätzlich größere Mengen Moving Lights an dem eleganten 48-mm-Rundstahlprofil zu befestigen. Im Atrium fest vorhanden sind zehn Scheinwerfer aus dem Portfolio von Selecon.

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Als Leuchtmittel kommen RGBW-LED-Chips zum Einsatz, die eine Reihe von Vorzügen bieten: Zum einen ist der gegenüber konventionellen Leuchtmitteln verringerte Energiebedarf zu nennen, zum anderen die potenziell deutlich längere Lebensdauer, die weniger Servicearbeiten in Aussicht stellt. Im Schulbetrieb besonders wichtig: Die LED-Konstruktionen werden nicht sonderlich heiß, was bei unachtsamer Handhabung durch Schüler einer Verbrennungsgefahr vorbeugt. Aufgrund der zum Einsatz kommenden RGBW-Farbmischung ist der Einsatz von Filterfolien obsolet.

Als Steuerung ist ein Lichtmischpult von Jands (Stage CL) vorgesehen, das sich durch eine übersichtlich ausgelegte Bedieneroberfläche auszeichnet. Das Pult ist mit einem Kensington-Schloss samt Drahtseil gesichert. „Richtige Hardware“ mit Fadern und Encodern war gefragt – eine abstrakte Software-Lösung hätte vermutlich nicht den gleichen Lerneffekt wie eine echte Konsole bewirkt. Bis zu 24 Fixtures lassen sich mit der Jands Stage CL steuern – ein YouTube-Tutorial beantwortet der Smartphone-Generation Fragen zum Handling. Die gesamte DMX-Verkabelung für das Atrium läuft über Patchfelder mit RJ45- Buchsen. Über ein 19″-Steckfeld mit XLR-Anschlüssen lassen sich DMX-Signale externer Geräte einspeisen oder lokale Signale entnehmen.

Video

Als Projektor kommt im Atrium ein Panasonic PT-DZ680EK mit 6.000 ANSI-Lumen zum Einsatz, der sein Bild auf eine motorisch ausfahrbare Leinwand (AV Stumpfl) wirft. Der Beamer wird mit kurzer Distanz zur Leinwand (4 × 2,25 m) betrieben und ist entsprechend mit einem Ultraweitwinkel-Zoomobjektiv (ETDLE085) ausgestattet. Bei der Installation der Leinwand waren die Rauch- und Wärmeabzugsklappen zu berücksichtigen, die eine Anbringung direkt an/in der Decke unmöglich machten. Darüber hinaus mussten Fluchtwege freigehalten werden.

Statt eine Leinwand mittig anzubringen, stand kurzzeitig die Montage von zwei Bildflächen rechts und links der „Bühne“ zur Diskussion – die Idee wurde jedoch aufgrund beeinträchtigter Sichtlinien verworfen. Final wurde die Leinwand in einem Kasten untergebracht, der von der Trocken – decke abgehängt ist. Der Screen wird im Brandfall automatisch eingefahren. Bei Tagesveranstaltungen lässt sich die direkte Sonneneinstrahlung durch am Dach des Atriums angebrachte Jalousien mindern, doch eine Verdunklung im typischen Sinn ist nicht möglich.

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Der mit Rollen versehene Regietisch für zwei Bediener (Bild: Jörg Küster)

Für die Bearbeitung und Verteilung der Videosignale sind 19″-Prozessoren von Kramer zuständig: Zum Einsatz kommen ein Presentation- Switcher/Scaler VP-728 für die Umsetzung eingehender analoger/digitaler Signale auf digitales Bewegtbild mit 1.920 × 1.080 Pixel sowie ein 1:4-DVI-Verteilverstärker VM- 4HDCP. Der Signaltransport vom Technikraum zum entfernt montierten Projektor erfolgt über Glasfaser sowie geeignete Umsetzer.

Für Übersicht sorgt ein an der Wand des Technikraums befestigter Signalflussplan, der als Besonderheit einen QR-Code beinhaltet: Nach dem Scannen mit dem Smartphone eröffnet sich der Zugang zu bei einem Cloud-Anbieter hinterlegten Inhalten, die sogar Dokumentationsfotos des Einbaus beinhalten. So kann beispielsweise die Verlegung von Leitungen auch Jahre später noch nachvollzogen werden.

 

Sie wollen mehr erfahren? Hier geht es zu den ersten beiden Teilen der Reihe “Medientechnik in Schulen”: 

Teil 1: Ein Atrium für alles im SISS

Teil 2: Konzeption der Beschallung im SISS

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