Test & Messungen: Einbaulautsprecher Ecler Trail-Serie

Test: Lichtschienen-Lautsprecher Ecler Trail 103 und Einbau-Subwoofer SB6T

Aus der Trail-Serie des spanischen Herstellers Ecler stammt der kompakte und formschöne Breitbandlautsprecher Trail 103, der an Standard-Lichtschienen oder auch an Traversen oder der Wand unauffällig angebracht werden kann. Zur Unterstützung bietet sich ebenfalls aus der Trail-Serie der verdeckt in der Abhangdecke einbaubare Subwoofer SB6T an. Beide Lautsprecher können niede-rohmig oder im 100-V-System betrieben werden. Die passende Elektronik dazu, in Form von mehrkanaligen Endstufen und Controllern, findet sich ebenfalls im Portfolio von Ecler.

Ecler Trail SB6T(Bild: Dieter Stork)

Inhalt dieses Tests:

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Der in Barcelona ansässige Hersteller professioneller Audiotechnik Ecler blickt heute auf eine bereits 53 Jahre währende Firmengeschichte zurück. Unter dem Dach der ebenfalls in Barcelona ansässigen NEEC Audio stellte man sich nun mit einem vollständig überarbeiteten Portfolio und Vertriebsnetz neu auf. Die heutige Ausrichtung geht dabei klar in die Richtung Handel, Gastronomie, Hotellerie, Sportcenter und Konferenztechnik. Für einen flächendeckenden Vertrieb der Ecler-Produkte in Deutschland sorgt die unlängst in Bremen neu gegründete NEEC Audio GmbH mit Felix Tonne als Geschäftsführer.

Beim Blick auf das Angebot von Ecler fällt als Erstes die große Vielfalt an Produkten auf. Diese reicht von Mikrofonen aller Art über Mischer, Matrixprozessoren, Dante Breakout- Boxen und Verstärkern bis hin zu einer nicht minder großen Modellpalette teils sehr unterschiedlicher Lautsprecher. Was zunächst vielleicht etwas unübersichtlich ausschauen mag, folgt jedoch einer klaren Ausrichtung. Mit diesen Produkten lassen sich vom kleinen Restaurant bis zur Shopping Mall alle nur erdenklichen gewerblichen und öffentlichen Räume ausstatten. Zuverlässigkeit, ein gutes Design und vor allem eine einfache Bedienung sind die selbst erklärten Ziele der Ecler Produktentwicklung. Das Schwergewicht liegt dabei auf der kommerziellen Musik- und Sprachwiedergabe und weniger bei der Sprachalarmierung. Gleichwohl gibt es auch einige EN54-24 zertifizierte Lautsprecher bei Ecler im Angebot.

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Trail 103

Zum Test für Professional System wurden die ersten beiden Produkte der neuen Trail-Serie gestellt. Kurz vor Weihnachten wurden dazu der spezielle Lichtschienenlautsprecher Trail 103 und der Deckeneinbau-Subwoofer Trail SB6T zusammen mit einer vierkanaligen Endstufe vom Vertriebsleiter Jens Bange persönlich ins Aachener Testlabor gebracht. Auf den ersten Blick mag der der Trail 103 etwas irritierend wirken. Kurz könnte man auf den Gedanken kommen, gerade eine Lampe mit der Standard- Halterung für eine Lichtschiene in der Hand zu haben. Bei näherem Hinsehen erkennt man dann den kleinen Breitbandlautsprecher, der beruhigenderweise auch über Phoenix-Klemmen zum elektrischen Anschluss auf der Rückseite verfügt. Die Halterung für Lichtschienen ist somit wirklich nur eine Halterung und hat keinerlei elektrische Funktion, was ansonsten auch zu gefährlichen Missverständnissen führen könnte. Der Trail 103 kann so unauffällig als Lampe getarnt in einer Lichtschiene angebracht werden. Mit wenigen Handgriffen kann diese Halterung entfernt und durch eine auch im Lieferumfang enthaltene Wandhalterung ersetzt werden. Optional sind auch noch eine Traversenklemme oder eine Gewindestange zur Montage erhältlich.

Der 1 kg leichte Trail 103 lässt sich so in jedem Fall in vielfältigen Varianten einfach und sicher montieren und über ein Gelenk in der Halterung ausrichten. Gehäuse und Halterung des Trail 103 sind in Weiß oder Schwarz erhältlich. Der elektrische Anschluss kann entweder niederohmig oder mit 15 W bzw. 30 W Anschlussleistung im 100- V-System erfolgen.

Wie sich der Trail 103 auf der elektrischen Seite messtechnisch verhält, zeigt ABB. 01. Die rote Kurve wurde am niederohmigen Anschluss (Low-Z) mit 4 Ù Nennimpedanz gemessen. Wie man direkt erkennt, ist ein Lautsprecher kein reeller Widerstand mit einem konstanten Wert von 4 Ù. Der Wert ist abhängig von der Frequenz und steigt sowohl bei der Grundresonanz wie auch zu hohen Frequenzen hin stark an, was auch kein Problem darstellt. Die entsprechende Norm (EN 60268-5) besagt dazu lediglich, dass der Wert der Nennimpedanz an keiner Stelle im Arbeitsbereich des Lautsprechers um mehr als 20% unterschritten werden darf. Die rote Kurve des Trail 103 erfüllt diese Anforderung ab 50 Hz aufwärts und genügt somit der Norm. Ungewöhnlich ist jedoch der weitere Impedanzabfall unterhalb von 50 Hz, wo man eigentlich einen geraden Verlauf bis 0 Hz (DC) hinab ähnlich wie beim SB6T (rote Kurve in ABB. 03) erwartet hätte.

ABB. 01: Impedanzkurven des TRIAL103. Niederohmig (rt), am 100V/30W-Anschluss (bl) und 100V/15W-Anschluss (gr). Die 100-V-Kurven sind jeweils durch den Impedanz-Transformationsfaktor dividiert. Die Nennimpedanz betragt 4 Ω(or). Das Impedanzminimum sollte nicht unter 3,2 Ω(gr) liegen.
ABB. 02: Frequenzgang des TRAIL 103 mit Angabe der Sensitivity bezogen auf 1W/1m. Niederohmig (rt), am 100V/30W-Anschluss (bl) und 100V/15W-Anschluss (gr). Am 100-V-Anschluss ist der Lautsprecher scheinbar geringfugig lauter. Der Pegelgewinn entsteht durch den nicht ganz exakten Transformationsfaktor.
ABB. 03: Impedanzkurven des SB6T: niederohmig ohne Lowpass- Filter (rt), mit Lowpass-Filter (bl) und am 100V/60W-Anschluss (gr). Die 100V-Kurven ist durch den Impedanz-Transformationsfaktor dividiert. Die Nennimpedanz betragt 8 Ω(or). Das Impedanzminimum sollte nicht unter 6,4 Ω liegen.

Der Grund dürfte darin liegen, dass der interne 100-V-Übertrager nicht, wie sonst üblich, im niederohmigen Betrieb abgeklemmt wird, sondern mit seiner Sekundärseite am Lautsprecher verbleibt. Niederohmig angeschlossen kann das für die antreibende Endstufe zu einem Stressfaktor werden. Ein entsprechendes Hochpassfilter im Signalweg lindert das Problem zwar, ein Schalter mit echter Trennung wie im SB6T wäre aber trotzdem eleganter gewesen. Die blaue und grüne Kurve in ABB. 01 zeigen die Impedanzkurven für die 100-V-Anschlüsse. Die Nennimpedanz bei 30 W beträgt 333 Ù und bei 15 W 666 Ù. Um die Kurven alle zusammen in einem Diagramm sinnvoll abbilden zu können, sind die 100-V-Impedanzen vorher durch den Impedanztransformationsfaktor des Übertrages dividiert worden. Dieser beträgt für den 30 W Abgriff 83,25. D. h., ein 4-Ù- Lautsprecher mit 30 W-Übertrager hat im 100-V-System eine Impedanz von 333 Ù.

In der Praxis noch etwas relevanter als die Impedanz dürfte der Frequenzgang eines Lautsprechers sein. Für den Trail 103 finden sich die Kurven dazu ebenfalls für den niederohmigen und den 100-V-Betrieb in ABB. 02 wieder. Alle drei Kurven beziehen sich jeweils auf 1W/1m bei der Nennimpedanz. Daher sind die beiden 100 V-Kurven geringfügig lauter, weil der Übertrager das Übersetzungsverhältnis nicht ganz exakt einhält. Mit einer mittleren Sensitivity von ca. 83 dB liegt der kleine Breitbänder im Bereich des erwarteten. Oberhalb von 5 kHz wird die Kurve dann unruhig. Die Ursache könnte im Treiber selber aber auch bei der zylinderförmigen Gehäuseform liegen, wo sich Kanteneffekte und Gehäuseresonanzen ungünstig konzentrieren. Betrachtet man den Frequenzgang nicht nur auf der Mittelachse, sondern über einen größeren Winkelbereich, so wie in ABB. 05 dargestellt, dann relativieren sich die Schwankungen ein wenig. Unabhängig davon legt der Verlauf unter 200 Hz den Einsatz eines passenden Subwoofers nahe, den es in der Trail-Serie unter der Bezeichnung SB6T gibt.

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SB6T, der Subwoofer zum System

Passend zum Trail 103 ist der Subwoofer ebenfalls sehr kompakt. Das als Bandpass aufgebaute Gehäuse misst lediglich 200×200×320 mm. Der 6″-Treiber befindet sich im Inneren und strahlt entsprechend des Bandpass- Typ-I-Prinzips mit seiner Rückseite in ein kleines geschlossenes Volumen und mit der Vorderseite in eine Resonatorkammer, die dann den Schall über eine Tunnelöffnung abstrahlt.

Aus akustischer Sicht betrachtet, bietet das Bandpassgehäuse den Vorteil eines bereits integrierten Tiefpassverhaltens. Die rote Kurve aus ABB. 04 zeigt dazu den Frequenzgang des SB6T. Oberhalb von 250 Hz fällt der Frequenzgang ohne zusätzliche Weiche bereits mit 12 dB/Oct. ab. Gehäuseresonanzen treten erst ab 800 Hz aufwärts auf. Über einen Schalter an der Rückwand kann noch ein zusätzliches elektrisches Tiefpassfilter aktiviert werden, womit sich dann die blaue Kurve einstellt.

In dieser Einstellung kann der SB6T dann auch ohne zusätzlichen aktiven Controller mit anderen Lautsprechern kombiniert werden. Auf der elektrischen Seite kann der kleine Subwoofer ebenso wie der Trail 103 niederohmig mit 8 Ù Nennimpedanz oder im 100-V-System mit 60/30/15/7,5 W Leistungsabgriffen betrieben werden. Wie die Impedanzkurven in ABB. 03 zeigen, wird hier im niederohmigen Modus der Übertrager ordnungsgemäß vom Lautsprecher getrennt. Die rote und blaue Kurve bleiben so auch für tiefste Frequenzen auf dem Niveau des Gleichstromwiderstandes der Schwingspule des Treibers und der zusätzlichen Serienspule im passiven Filter für die blaue Kurve. Nur die grüne Kurve mit Übertrager zeigt unvermeidlich das typische Verhalten mit einer für tiefe Frequenzen sehr stark absinkenden Impedanz.

Neben den möglichen akustischen Vorteilen dürfte aber vor allem noch ein ganz anderer Aspekt für die Konstruktion des Subwoofers mit Bandpassgehäuse relevant gewesen sein. Dadurch, dass die Schallabstrahlung nur über den Resonatortunnel erfolgt, kann der SB6T „unsichtbar“ hinter einer Abhangdecke verschwinden. Nur der verschiebbare Tunnel schaut dann unauffällig durch die Decke und wird dort mit einem kleinen Aufsatz als Lüftungsöffnungen o. Ä. getarnt. Die für die sichere Montage im Rahmen einer Rasterdecke notwendige Halterung gehört auch schon direkt mit zum Lieferumfang des SB6T. Der Tunnel kann bis zu 6 cm ausgezogen werden. Die Abstimmung des Resonators verändert sich dadurch nicht wesentlich, da die Länge des Tunnels insgesamt konstant bleibt.

Subwoofer SB6T
Am Subwoofer SB6T kann die Betriebsart über einen Drehschalter ausgewählt werden. Im 100-V-Modus stehen vier Leistungsabgriffe zur Verfügung. (Bild: Dieter Stork)

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Aktive und passive Kombinationen

ABB. 05 zeigt noch mal die Frequenzgänge des Trail 103 und SB6T, hier mit einer Sensitivity bezogen auf eine feste Spannung von 2,83V/1m, wodurch die Kurve des 103 als 4-Ù-System gegenüber ABB. 02 um 3 dB höher liegt. Der SB6T wird in ABB. 05 mit und ohne Tiefpassfilter gezeigt. Für den Trail 103 gibt es den Frequenzgang auf Achse und den gemittelten Verlauf für einen etwas größeren Winkelbereich. Die einfachste Möglichkeit, die Kombination aus 103 und SB6T zu betreiben, ist es, beide Wege mit dem gleichen ungefilterten Signal anzusteuern. ABB. 06 zeigt das Ergebnis dieser Kombination, die sich im Bassbereich relativ gut ergänzt. Es ist jedoch darauf zu achten, dass der kleinen Breitbänder in der 103 nicht überlastet wird. Niederohmig ist die Kombination weniger günstig, da der Trail 103 als 4-Ù-System die meisten Verstärker bereits auslastet.

ABB. 04: Frequenzgang des SB6T mit Angabe der Sensitivity bezogen auf 1W/1m: Niederohmig ohne Lowpass-Filter (rt), mit Lowpass- Filter (bl) und am 100V/60W-Anschluss (gr). Das typische Verhalten eines Bandpass-Subwoofers ist hier gut zu erkennen.
ABB. 05: TRIAL103 (bl) Frequenzgang auf Achse und gemittelt von 0° – 60° (gestrichelt). SB6T Frequenzgang (rt) ohne und mit internem passiven Lowpass-Filter (gestrichelt).
ABB. 06: Passive Kombination der beiden Systeme ohne weitere Filter.

Endstufen und Controller

Wesentlich eleganter und auch technisch besser gelingt die Kombination mit einem einfachen Controller als Hilfsmittel. Ecler bietet dazu den Digitalcontroller ALMA24 mit zwei Ein- und vier Ausgängen an, der sich sehr gut mit der vierkanaligen Endstufe eHSA4-150 kombinieren lässt. Der Verstärker liefert 4x 150 W an trafosymmetrischen 100-VAusgängen. Alle Anschlüsse sind mit Euroblock-Buchsen ausgestattet.

Der Subwoofer SB6T verfügt Über einen ausziehbaren Bassreflextunnel zur Anpassung bei der Deckenmontage. (Bild: Dieter Stork)

Der Verstärker kommt ohne Lüfter aus, verfügt über alle notwendigen Schutzschaltungen und kann in den energiesparenden Auto-standby- Modus geschaltet werden. Als Stereo-System könnte man mit dieser Kombination aus dem ALMA24 Controller mit eHSA4-150 Endstufe 2 × je zwei SB6T Subwoofer und 2 × je fünf Trail 103 Topteile betreiben, womit sich dann auch schon ein ganzes Restaurant oder ein Ladenlokal gut beschallen lassen würde.

Der ALMA24 Controller kann über eine USB-Schnittstelle programmiert werden und ermöglicht pro Eingang und Ausgang je acht parametrische EQs, Limiter und Compressoren in den Ausgängen, X-Over Funktion bis zu 48 dB/Oct. sowie zwei GPI-Ports für eine Lautstärke- Fernsteuerung, an die man z. B. ein einfaches Wandpanel wie das WPaVOL anschließen könnte.

ABB. 07 zeigt ein auf die Schnelle im Rahmen des Tests erstelltes Filter-Setup für die Trail-Kombination, in diesem Fall für ein Verhältnis 1:1. Werden mehrere Trail 103 pro Subwoofer eingesetzt, dann können die Pegelverhältnisse entsprechend verschoben werden. Dies geschieht am besten im Rahmen einer Einmessung der Anlage vor Ort, wo dann auch noch die Master-EQs in den Eingängen passend zur Einbausituation eingestellt werden können. Die Limiter zum Schutz der Lautsprecher wurden für die weiteren Messungen entsprechend der Datenblätter eingestellt. Das so erzielte Gesamtergebnis zeigt ABB. 08. Die Überhöhung bei der Trennfrequenz von 150 Hz geht auf die Filterung mit Butterworth-Charakteristik zurück, die energetisch im Raum summiert zu einem insgesamt geradlinigen Verlauf führt und bevorzugt für die Trennung von Subwoofern eingesetzt wird.

Grundsätzlich betrachtet würde man sich eventuell eine noch tiefere Trennfrequenz wünschen, idealerweise unterhalb von 100 Hz, was jedoch die kleinen Trail 103 überfordern würde. Die Trennung bei 150 Hz erscheint da als guter Kompromiss, wenn sich die Subwoofer räumlich nicht zu weit entfernt von den Topteilen befinden.

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Abstrahlverhalten

Geht es um die gleichmäßige Beschallung eines bestimmten Zuhörerbereiches, speziell bei hohen Frequenzen, dann ist das Abstrahlverhalten eines Lautsprechers ein wichtiges Kriterium. Im Normalfall gibt es dazu immer zwei Diagramme – für die horizontale und vertikale Ebene. Für Trail 103 genügt aufgrund des zylinderförmigen Gehäuses jedoch ein einzelnes Diagramm. Die Isobarenkurven aus ABB. 09 zeigen bis über 1 kHz aufgrund der kleinen Membran ein nahezu kugelförmiges Abstrahlverhalten. Darüber hinaus beginnen die Isobaren sich einzuschnüren. Oberhalb von 5 kHz liegt der mittlere Öffnungswinkel der –6-dBIsobaren (Wechsel von Orange auf gelb) dann bei ca. 80°. Die Aufweitung bei 6 kHz ist durch die Gehäuseform begründet. Möchte man abschätzen, welcher räumliche Bereich auch für hohe Frequenzen noch gleichmäßig abgedeckt wird, dann eignet sich dazu der 80°-Öffnungswinkel gut.

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Was geht? Maximalpegel

Die Belastbarkeit der Trail-Modelle wird für den SB6T mit 60 W und für den 103 mit 15 W als RMS-Power angegeben. Die Werte gelten für den niederohmigen Modus ebenso wie für den 100 V-Anschluss. Die Verzerrungsmessungen wurden mit niederohmig angeschlossenen Lautsprechern im aktiven Modus bei 150 Hz Trennfrequenzen entsprechend ABB. 08 durchgeführt.

Für die Maximalpegelbestimmung wurden die beiden üblichen Messverfahren eingesetzt. Zunächst die klassische Max.SPL-Messung mit Sinusburst-Signalen von 185 ms Länge. Hier werden via FFT die harmonischen Verzerrungen (THD) ausgewertet. Das Messprogramm steigert dabei den Pegel so lange, bis entweder ein vorgegebener Verzerrungswert erreicht ist oder ein Limiter begrenzend eingreift. Bei passiven Lautsprechern wird zusätzlich noch eine maximale Leistung vorgegeben, um wenig verzerrende Lautsprecher nicht durch Überlastung zu zerstören. Letzteres war hier nicht erforderlich, da der Controller im Signalweg die Schutzfunktion übernahm. ABB. 10 zeigt die so ermittelten Ergebnisse für eine Kombination mit je einer Trail 103 und SB6T. Der Subwoofer kommt hier trotz seines kompakten Äußeren auf Werte von 100 dB bei maximal 10% Verzerrungen. Dort wo der kleine Trail 103 übernimmt, fällt die Kurve dann zunächst auf ca. 93 dB ab. Oberhalb von 1 kHz wird es dann mit ca. 100 dB wieder lauter.

Vierkanalige Endstufe mit 4 x 150 W und 100-V-Ausgangsübertragern
Vierkanalige Endstufe mit 4 x 150 W und 100-V-Ausgangsübertragern (Bild: Dieter Stork)

Der Subwoofer kann daher durchaus auch zusammen mit mehreren Trail 103 eingesetzt werden, ohne dass eine Bass-Schwäche zu befürchten wäre. Die zusätzlich noch in ABB. 10 gestrichelt eingezeichneten Kurven zeigen den rechnerisch möglichen Maximalpegel, der sich aus der Sensitivity des SB6T sowie der 103 und deren Belastbarkeiten ergibt. Wird die Sensitivity für 1W/1m angegeben und die Belastbarkeit beträgt 60 W, dann entspricht das einer Verschiebung der Kurve um 17,8 dB nach oben. Bei 30 W Belastbarkeit sind es entsprechend 14,8 dB.

Als zweite Messung zum Thema Maximalpegel wurde noch die Multitonmessung (ABB. 11) eingesetzt. Als Anregungssignal wird dazu ein Multitonsignal aus 60 in der Phase zufällig verwürfelten Sinussignal mit einer spektralen Gewichtung entsprechend EIA-426B genutzt. Das Verhältnis Spitzenwert zu Effektivwert (Crestfaktor) in diesem Signal liegt bei 4 oder 12 dB. Subtrahiert man nach der Übertragung dieses Signals über den Lautsprecher alle 60 Spektrallinien des Anregungssignals, dann bleiben nur die neu hinzugekommene Anteile, die sich aus den vom Lautsprecher erzeugten harmonischen Verzerrungen (THD) und allen Intermodulationsverzerrungen (IMD) zusammensetzen. Die Bezeichnung dafür ist TD (Total Distortions) als Summe aus THD und IMD. Aus den Messungen lassen sich drei Werte ableiten. Der schon genannte TD-Wert, der hier wieder als Grenzwert mit 10% festgelegt wurde, der dabei erreichte Mittlungspegel Leq und der Spitzenpegel Lpk. Bei 10% TD erreichte die Trail-Kombination 88 dB als Mittlungspegel und 100 dB Spitzenpegel. Die Verzerrungsanteile verteilen sich gleichmäßig und es sind keine direkten Schwachstellen sichtbar.

Im Ensemble: Lichtschienenlautsprecher Trail 103 und Deckeneinbau-Subwoofer Trail SB6T zusammen mit einer vierkanaligen Endstufe von Ecler (Bild: Dieter Stork)

Selbstredend sind diese Pegelwerte nicht geeignet, um Beschallungen in Clubs oder Diskotheken durchzuführen, was ja auch gar nicht der Sinn dieser Lautsprecher ist. In Restaurants oder Ladenlokalen sind Pegelwerte für die Hintergrundmusik von 60 dBA bereits laut. Hier geht es vielmehr um eine gleichmäßige und gut klingende Beschallung, die nicht durch Verzerrungen oder klangliche Defizite auffällt. Übliche Pegel für Hotelbars und ähnliche Locations sind für die Trails ebenfalls kein Problem. Wichtig ist dabei vor allem, dass die Lautsprecher auch in der Lage sind ein hinreichendes Bassfundament zu liefern, damit es nicht zu dünn klingt.

Für jeden Endstufenkanal gibt es neben einem Pegelsteller noch LEDs für Signal Present, Clip, Protect und thermische Überlast. Mit dem Schalter kann der Auto-Standby-Modus aktiviert werden. (Bild: Dieter Stork)

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Hörprobe

Das Probehören war leider nur mit einem einfachen Trail Mono-Set möglich. Auch das kleine Set stellt sich jedoch schon als klanglich ordentlich und im Frequenzgang umfassend heraus. Bei voller Auslastung der Trail 103 mit Musik zeigte der SB6T Subwoofer noch eine Reserve bis zum Limitereinsatz von ca. 9 dB im Controller an, womit sich bestätigte, dass ein Verhältnis von 4:1 oder 5:1 von Trail 103 zu SB6T noch gut passen sollte. Unabhängig davon klingt das Set angenehm unaufdringlich auch bleibt auch bei höheren Lautstärken klanglich sauber. Ein Schwachpunkt trat dann jedoch bei den Trail 103 doch noch hervor: Aus dem hinteren Teil des Gehäuses gab es bei sehr hohen Pegeln unschöne Strömungsgeräusche, die zwar nicht direkt auffielen, einem sensiblen Hörer aber auch nicht verborgen blieben sobald die Hörposition nahe am Lautsprecher war. In einer üblichen Anwendung als Hintergrundbeschallung im Ladenlokal oder in der Gastronomie wird das jedoch nicht stören. Beim Probehören wurden in einem normalen Hörraum, kein Messraum, Spitzenpegel von 108 dB und ein Mittlungspegel von 93 dB in 1 m Abstand gemessen.

Ecler Trail SB6T(Bild: Dieter Stork)

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Preise

Trail 103: 170 €

Trail SB6T: 350 €

eHSA4-150: 800 €

ALMA24: 498 €

ALMA26: 648 €

Alle Preise als netto UVPs zzgl. MwSt.

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Fazit

Beginnen wir das Fazit einmal mit den Preisen und stellen uns vor, für ein Ladenlokal werden für eine gleichmäßige Beschallung zehn Trail 103 und vier SB6T benötigt. Dann besteht die zugehörige Elektronik aus einem ALMA24 Controller und einer eHSA4- 150 Endstufe. Hinzu kommt dann noch etwas Peripherie, wie ein Netzwerkplayer, ein Bedienpanel und die Verkabelung, sowie ein Schränkchen zur Unterbringung der 19″-Geräte. In der Summe liegt man dann für die Komponenten aus diesem Test komplett bei 4.400 €. Dank des 100-V-Systems kommt man zudem für die Installation auch bei größeren Distanzen noch mit einfachen Kabeln aus, was die Zusatzkosten in Grenzen hält.

Dafür erhält man eine tatsächlich fast unsichtbare Installation mit ordentlich verarbeiteten Produkten eines Markenherstellers und eine Anlage, die eine gut klingende Musikwiedergabe bis zu gehobener Lautstärke möglich macht. Sollte es mal eine Party im Ladenlokal oder Restaurant geben, dann wäre sicher auch das mit dem Trail-System gut möglich. Richtig eingestellt sorgt ein Controller im System nicht nur für einen guten Sound, sondern auch für einen sicheren Betrieb. Um die Möglichkeiten des Trail-Systems auch voll und ganz auszuschöpfen, empfiehlt sich in jedem Fall nach der Installation auch eine Einmessung, die zwar meist nicht ganz billig ist, sich aber fast immer als lohnende Investition zeigt.

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Glossar – Wichtige Audiofachbegriffe

» Impedanz

Die Impedanz eines Lautsprechers zeigt dessen Eigenschaften auf der elektrischen Seite. Eine geringere Impedanz bedingt einen höheren Strom respektive eine höhere Leistung bei gegebener Spannung. Die Nennimpedanz ist der Wert, der bei keiner Frequenz im Arbeitsbereich des Lautsprechers um mehr als 20% unterschritten werden darf. Für einen 8-Ù-Lautsprecher darf daher nach Norm die Impedanzkurve an keiner Stelle unter 6,4 Ù fallen.

» Sensitivity

Die Sensitivity eines Lautsprechers beschreibt den in 1 m Abstand zu messenden Schalldruck für ein bestimmtes elektrisches Eingangssignal. So kann der Frequenzgang z. B. als Sensitivity Kurve für eine Spannung von 2,83 V dargestellt werden. Die Kurve beschreibt dann in Abhängigkeit von der Frequenz den Schalldruckpegel in 1 m für ein Sinussignal mit 2,83 V. Alternativ können auch Einzahlwerte für einen bestimmten Frequenzbereich als Mittelwert angegeben werden.

» Low-Z

Low-Z steht für niederohmig im Gegensatz zum hochohmigen 100-V-Anschluss. Im meist verwendeten Low-Z-Modus wird der Lautsprecher direkt am Verstärkerausgang angeschlossen.

» 100-V-Betrieb

Der 100-V-Anschluss eines Lautsprechers an einen Verstärker bedeutet, dass das Ausgangssignal eines Verstärkers zunächst über einen Übertrager hochtransformiert wird, um dann am Ende der Leitung im Lautsprecher ebenfalls wieder über einen Übertrager wieder herabtransformiert zu werden. Ähnlich einer Hochspannungsleitung werden so die Leitungsverluste reduziert, womit große Leitungslängen bis zu einigen 100 Metern möglich werden. Die Übertrager sind dabei so dimensioniert, dass die Verbraucher (Lautsprecher) bei 100 V ihre Nennleistung erreichen. Der treibende Verstärker muss dann mindestens die Summe der Nennleistungen aller angeschlossenen Verbraucher liefern können.

» Isobaren

Darstellung des Abstrahlverhaltens eines Lautsprechers in einer Ebene. Die Isobarenkurven zeigen abhängig von der Frequenz (x-Achse) den Winkel (y-Achse) an, bei dem der Pegelabfall in Relation zur Mittelachse einen bestimmten Wert erreicht hat. Gegenüber den früher üblichen Polardiagrammen haben die Isobaren den Vorteil, dass der gesamte Frequenzbereich in einem Diagramm abgebildet werden kann.

» Verzerrungen

Verzerrungen, streng genommen, nichtlineare Verzerrungen können messtechnisch in zwei Gruppen unterteilt werden. Die harmonischen Verzerrungen (THD), die beschreiben, welche Oberwellen einem einfachen Sinussignal bei der Übertragung hinzugefügt werden, und Intermodulationsverzerrungen (IMD), die als neue Mischprodukte entstehen, wenn mehrere Signale gleichzeitig übertragen werden. Die harmonischen Verzerrungen werden mit Sinussignalen gemessen, die Intermodulationsverzerrungen mit zwei oder mehr zeitgleich übertragenen Sinussignalen. Die Summe aus THD und IMD wird auch als TD für Total Distortions bezeichnet.

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