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Führungswechsel bei d&b: Performance Audio mit Haltung

Von der kleinen Manufaktur im schwäbischen Hinterland zu einem globalen Player: Die d&b audiotechnik hat in den Jahrzehnten ihres Bestehens einige Firmen- und Organisationsstrukturen durchlaufen. Nach dem ersten Einstieg von Private Equity fürchteten manche nicht nur um den „d&b-Spirit“, sondern auch die nötige Bodenhaftung im Branchengeschäft. Etliche Investorenrunden später ist zumindest Letzteres nicht eingetreten: Unter Amnon Harman konnten die d&b-Teams den Unternehmensumsatz vervielfachten.

Nach über elf Jahren als CEO hat Harman die Führung der d&b group an Jaakko Kaivonenübergeben. An welchem Punkt steht d&b heute und wie beurteilt das Management die Zukunftsaussichten von Pro Audio, Firmenkultur und Nachhaltigkeitszielen?

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Amnon Harman, Jaakko Kaivonen (Bild: d&b / Tom Maurer)

Unabhängig davon, wie man selbst das Unternehmen in der Industrie verortet – wie sieht die eigene Positionswahrnehmung von d&b aus? „Wir sehen uns als führend im Bereich Performance Audio. Und wenn ich von Performance Audio spreche, dann meine ich damit vor allem das Vermietungsgeschäft, das zu den Top 100 gehört. Aber dann natürlich auch die breite Palette von kleineren, lokalen Shows. Was sie alle gemeinsam haben – dass sie einen einfachen und gut durchdachten Workflow brauchen, der einen großen Mehrwert für ihren Prozess auf der Produktionsseite darstellt, ” führt Amnon Harman aus.

„Wenn also eine Tournee geplant wird, dann muss die technische Konfiguration, der Transport, der Platz in den Lkws, das schnelle und sichere Rigging, die Positionierung der Lautsprecher und Verkabelung, die Inbetriebnahme und die Übergabe an das Sound-
Team der Tour sehr effizient gestaltet werden können. Das ist der Punkt, an dem aus unserer Sicht der Wert geschaffen wird und an dem wir hohe Gesamtbetriebskosten für den Kunden schaffen, also niedrige Betriebskosten für den Kunden”,  so Harman.

Neben dem Touring ist d&b auch stark im Installationsgeschäft. „Etwa 40 % unseres Geschäfts entfallen auf diesen Bereich. Also Theater, Opernhäuser, Live-Musik Veranstaltungsorte, aber auch immer mehr Räume, die zu Event-Spaces umgestaltet werden, wie Sportarenen und Stadien. Das eröffnet uns attraktive Chancen: Die Betreiber dieser Locations würden sie gerne auch für andere Veranstaltungen nutzen.“ Hier setze man technologisch an und biete ein Rider-konformes System, das für eine Vielzahl von Dingen eingesetzt werden könne.

Daneben ist d&b – allerdings in geringerem – Umfang auch im Hospitality-Bereich tätig, was eher für eine künftige Entwicklung von Bedeutung sei. „Heute zählen wir zu den zwei führenden Akteuren. Gemeinsam mit unserem größten Wettbewerber treiben wir den genannten Markt voran. Wir betrachten uns hier als Innovationsführer. Wir haben 2018 mit der SL-Serie begonnen: neben GSL, KSL und XSL haben wir kürzlich die CCL eingeführt. Das ist die breiteste Palette von Cardioid-Lautsprechern auf dem Markt. Hier sind wir den Wettbewerbern bereits voraus.“

Mit Soundscape, En-Space und En-Scene sei man ebenfalls eine der beiden Firmen, die einen kompletten Workflow und Angebot anbiete. „Darauf sind wir stolz. Und das ist auch der Grund für unser Wachstum in den letzten 15 Jahren.“ Jaakko Kaivonen nennt dies „eine sehr beeindruckende Reise“ und setzt den Fokus auf weitere Kernelemente: „Ein sehr starkes Partnernetzwerk, unsere Technologieführerschaft, eine sehr starke lokale Präsenz und natürlich unsere engagierten und super leidenschaftlichen Mitarbeitenden. Das zusammengenommen macht d&b aus und so sind wir im Markt positioniert.“

Business vs. Vibes

Beim Stichwort der lokalen Positionierung fällt einem doch wieder der Weg von einer sehr von der Mitarbeiterschaft geprägten Inhaberstruktur zur heutigen Situation ein. Wie beurteilt man die aktuellen Marktentwicklungen wie Konsolidierungen, Übernahmen von Herstellern oder die Rolle von branchenfremden Investoren, die für die Branche noch immer etwas ungewohnt ist?

Amnon Harman: „In jedem Markt kommt es an einem bestimmten Punkt zu Konsolidierungen – Private Equity hat diesen Markt ebenfalls entdeckt.Die AV-Industrie ist derzeit noch fragmentiert: Viele kleinere Unternehmen besetzen ihre Nischen während sich eine Menge Technologien wie Virtualisierung, immersive Anwendungen und Netzwerke schnell weiterentwickeln und Raum für kleinere Unternehmen schaffen. Diese Dynamik schafft Chancen für Zusammenschlüsse. Wir beobachten das vor allem auf der Dienstleistungsseite, dass Unternehmen – Integratoren und Wiederverkäufer – durch Private Equity konsolidiert werden.“

Als Beispiel nennt Amnon Harman QSC, die in einer strategischen Übernahme wegen der Fähigkeiten zum Ressourcenmanagement von einem „branchenfremden“ Unternehmen gekauft worden sei. Man betrachte dies bei d&b als eine normale Entwicklung in einem Markt, der mit der Zeit immer anspruchsvoller werde. „Wir verstehen uns eher als Konsolidierer, als dass wir von jemand anderem konsolidiert werden.“

Jaakko Kaivonen bestätigt diese Einschätzung. „Unsere Strategie hat sich als sehr rezessionsresistent erwiesen. Wir wachsen auch in schwierigen Zeiten. Und es ist ein Markt, in dem man mit dem richtigen Kundenservice, der richtigen Qualität und der richtigen Technologieführerschaft wirklich etwas bewirken kann und nicht zum Massenprodukt wird.“

Von Backnang in die ganze Welt

d&b ist ein international agierender Hersteller, bereits 2017 machte die Region Americas fast ein Drittel des Umsatzes aus. Wie hat sich diese Verteilung in den letzten Jahren entwickelt? Und wie beurteilt man den aktuellen Produktionsstandort in Süddeutschland angesichts der Herausforderung, international zuverlässig und attraktiv lieferfähig zu bleiben?

Jaakko Kaivonen: „Unsere vier Hauptregionen – Americas, EMEA, APAC und Greater China – verzeichnen alle ein solides Wachstum, wobei einige Länder sich ganz besonders erfreulich entwickeln. Dazu gehören beispielsweise aufstrebende Regionen wie der Nahe Osten, Lateinamerika und einige asiatische Länder. Deutschland bleibt nach wie vor unser zentraler Produktions- und Entwicklungsstandort – sozusagen das Herz unseres Unternehmens. Langfristig sehen wir Möglichkeiten auch an anderen Standorten zu produzieren, jedoch haben wir aktuell keine konkreten Pläne dafür.“

„Wir verstehen uns eher als Konsolidierer, als dass wir von jemand anderem konsolidiert werden“, Amnon Harman (Bild: d&b / Tom Maurer )

Amnon Harman: „Die Vereinigten Staaten sind weltweit der größte Unterhaltungsmarkt und geben immer wieder neue kreative Impulse, die unsere Branche prägen. Auch Lateinamerika entwickelt sich stabil, was somit den gesamten amerikanischen Kontinent für uns hochattraktiv macht. Die bereits erwähnten politischen Unsicherheiten bleiben ein Faktor, aber die Chancen überwiegen. Als europäisches Unternehmen sind wir gut positioniert – wir sind bekannt für unsere hohe Qualität und als verlässlicher Partner. Besonders in Wachstumsmärkten wie dem Nahen Osten sehen wir große Chancen, vor allem bei Veranstaltungsorten, die unterschiedlich genutzt werden – ein Trend der bei Stadien deutlich erkennbar ist.“

Were the rubber meets the road

Jenseits der Markteinschätzungen hat d&b Ende 2025 mit Dr. Thilo Ittner einen CTOO angekündigt: Als „Chief Technology & Operating Officer“ übernimmt er sowohl die Verantwortung für die gesamte technische Strategie und Produktentwicklung (CTO) als auch für das gesamte operative Tagesgeschäft (COO) des Unternehmens.

Ittner war in Unternehmen wie Voith oder Elobau mit der Herstellung von Industriesensoren, der Maschinensicherheit oder Komponenten für den Fahrzeugbau betraut. Letztere „insbesondere im Off-Highway-Sektor“ – na wenn das keine gute Vorbereitung für die rauen Tourbedingungen war … d&b hat sich aber früh von einem reinen „Boxenhersteller“ zu einem Anbieter von weiter gedachten Audiolösungen entwickelt. Bereits in den Gründungsjahren war es kaum möglich, mit d&b die branchenüblichen 19″-Gespräche zu führen, ob eine Schwingspule nun so, oder so, oder bei Mondschein gewickelt worden war (was vermutlich im legendären d&b-T-Shirt „Unser Lüfter geht so“ gipfelte).

Wie definiert das Management diesen Anspruch zusammen mit Dr. Thilo Ittner im Jahr 2026? Welche Rolle werden softwarebasierte Audio-Ökosysteme im Gesamtportfolio spielen? Amnon Harman: „Thilo ist ein toller Typ. Er bringt umfassende Erfahrung in Technologie und Produktion mit – Fähigkeiten, die in dieser Kombination sehr selten sind. Seine Aufgabe ist es, Kundenbedürfnisse in klare Produktspezifikation zu übersetzen, die Roadmap zu definieren und eine reibungslose Markteinführung sicherzustellen. Was uns besonders wichtig war: der menschliche Faktor. Thilo passt sehr gut zu d&b – er ist nicht nur Experte auf seinem Fachgebiet, sondern auch leidenschaftlicher Hobbymusiker und hat somit eine natürliche Verbundenheit mit unserer Branche.“

Predictions

Eine hemdsärmelige, ja manchmal durchaus sympathische Art ‚wir bauen was und gucken dann, wofür es gut ist‘ passt natürlich überhaupt nicht zu so einem Unternehmen. „2026 ist für uns schon definiert. Wir wissen sogar, was wir 2027 tun werden. Vielleicht nicht genau, wann wir die Produkte auf den Markt bringen, aber unsere Roadmap erstreckt sich über drei Jahre. Wir kündigen unserem Partnernetzwerk immer an, was in den nächsten 18 Monaten kommen wird. Unsere Partner bereiten sich also bereits darauf vor, wie sie die Produkte vermarkten werden”, umreißt Amnon Harman den Planungshorizont von d&b.

„Was für uns wichtiger ist: Die technologische Vision für die nächsten fünf und zehn Jahre zu entwickeln. Das ist die Herausforderung, denn die Märkte werden von der Digitalisierung, von KI und neuen Technologietrends beeinflusst. Das eröffnet viele weitere Anwendungen, die bisher undenkbar waren. Deshalb ist es für uns wichtig, einen CTOO zu haben, der eine technologische Vision entwickeln kann, die auf dem basiert, was in fünf und zehn Jahren relevant ist und dann zu überlegen: Was müssen wir heute tun, um zu diesem Punkt zu gelangen? Und genau deshalb ist es wichtig, dass wir eine Person wie Thilo an Bord haben,“ so Harman.

Jaakko Kaivonen ergänzt: „Technologie, Produktstrategie, Produkt-Roadmap und Technologieführerschaft – das sind die Bereiche, in die wir weiter investieren werden. Es geht nicht nur um Lautsprecher. Es geht um das ganze System, das wir anbieten. Das ist eines der Unterscheidungsmerkmale, die wir haben. Das wird auch so bleiben.“

Intern zukunftsfähig für Märkte von morgen

Was bedeutet der Führungswechsel für die Organisationsstruktur und Unternehmenskultur? Wie will d&b seine Attraktivität für hochqualifizierte Fachkräfte für Elektronik, Akustik, Software-Engineering usw. erhalten?

Amnon Harman: „Ja, das ist wirklich eine Frage für die Zukunft. Die 11,5 Jahren bei d&b waren die besten in meinem Berufsleben. Ich hatte auch zuvor coole Jobs, aber d&b hat eine ganz besondere Kultur. Ich bin so lange geblieben, weil wir leidenschaftliche Leute haben und ein fantastisches Produkt haben. Wir gehen keine Kompromisse bei der Qualität ein. Und wir werden von dem Gedanken angetrieben, dass wir die Leidenschaft, die auf der Bühne herrscht, an das Publikum übertragen. Wir ermöglichen das. Es gibt eine Menge Konzepte, wie man darauf für zukünftige Anwendungen aufbauen kann. Solange wir unseren Werten hier treu bleiben, wird d&b ein besonderer Ort bleiben, da bin ich sehr zuversichtlich. Managementwechsel sind normal.“

Amnon Harman fährt fort mit einem persönlichen Ausblick: „Für mich ist es nicht so, dass ich der Branche überdrüssig bin – im Gegenteil. Ich werde das Unternehmen künftig aus dem Beirat heraus unterstützen. d&b ist heute viermal so groß wie bei meinem Einstieg. Es ist nun der richtige Zeitpunkt, neue Perspektiven einzubringen und Prozesse zu etablieren Ich bin davon überzeugt, dass das neue Managementteam d&b erfolgreich weiterentwickelt und gleichzeitig die Kultur bewahren wird. Ich glaube, die Unternehmenskultur ist stärker als alle Managementwechsel, die wir in der Vergangenheit erlebt haben.“

„Es geht nicht nur um Lautsprecher. Es geht um das ganze System, das wir anbieten. Das ist eines der Unterscheidungsmerkmale, die wir haben. Das wird auch so bleiben”, Jaakko Kaivonen , CEO von d&b (Bild: d&b / Tom Maurer)

Jaakko Kaivonen berichtet von seinen Erfahrungen: „Die Kultur hat mich wirklich beeindruckt. Nicht nur die Leidenschaft der Mitarbeitenden – die Menschen kümmern sich aufrichtig um die Kunden und unterstützen sich gegenseitig. Und das gilt auch auf der Vorstandsebene: Unsere Übergabe war dafür das beste Beispiel. Es gibt natürlich einige Dinge, die ich verändern und vorantreiben möchte. Die Bewahrung der Kultur, Weiterentwicklung der Mitarbeitenden sind zentrale Aspekte – verbunden mit dem Anspruch, künftig noch kundenorientierter und näher am Markt zu agieren. Das ist ein entscheidender Erfolgsfaktor für jedes Unternehmen.”

Nachhaltigkeit – alles für die Tonne?

Werfen wir einen Blick auf Nachhaltigkeit und Unternehmensverantwortung. Welche Nachhaltigkeitsziele verfolgt d&b für die nächste Zeit, sowohl in der Produktion als auch im Produktlebenszyklus? Wo sieht man derzeit die größten Hebel – bei Materialien, Energieeffizienz, Logistik, Reparaturfähigkeit, Recycling? Gibt es für solches Engagement auch externen Druck oder nur noch eine extrinsische Motivation?

Amnon Harman: „Guter Punkt. Das war es schon immer für d&b. Lange bevor die Leute über Nachhaltigkeit gesprochen haben, hat d&b schon daran gearbeitet. Wir haben immer versucht, sehr kosteneffizient zu arbeiten. Um Ausschuss zu vermeiden, um Material zu vermeiden, das man nacharbeiten muss. Auch, um den Kunden einen Vorteil zu bieten, zum Beispiel beim Energieverbrauch, vor allem im Installationsbereich. Wir waren schon EMAS-zertifiziert (Eco-Management and Audit Scheme), bevor die EU-Verordnung in Kraft trat. Wir waren bereits Mitglied wichtiger Nachhaltigkeitsausschüsse, und wir haben mit unserer CPO-Initiative (Certified Pre-Owned) ein Programm für die Kreislaufwirtschaft eingeführt. Als die EU-Verordnung kam, haben wir lediglich begonnen, unsere Berichterstattung zu professionalisieren.“

Harman berichtet: „Ich habe immer zu meinen Leuten gesagt: ‚you are boiling the ocean‘ , weil wir uns als relativ kleines Unternehmen an die Standards gehalten haben, die normalerweise börsennotierte Blue-Chip-Unternehmen einhalten müssen. Aber das sind nur die Hausaufgaben, die wir machen müssen. Wir haben eine intrinsische Motivation, die Dinge besser zu machen. Das bedeutet weniger Abfall, umweltfreundlichere Produktion und Materialien, die recycelt oder wiederaufbereitet werden können. Energieeffizienz ist dabei ein zentraler Faktor. Nachhaltigkeit bedeutet für uns aber nicht nur Energieeinsparung – wir schauen auch auf die soziale Seite. Auch wenn die Trump-Administration viele Programme gestrichen hat, es ist immer noch das Richtige, über Nachhaltigkeit nachzudenken – das sind wir den kommenden Generationen schuldig.“

Jaakko Kaivonen betont: „Es ist ganz einfach: Wir können es uns nicht leisten, es nicht zu tun: Für uns selbst, aber noch wichtiger für unsere Kinder und deren Kinder. Es gibt zwar keine einfachen, schnellen Erfolge. Aber Fragen, die wir uns immer wieder stellen und denen wir nachgehen müssen: Wie entwerfen wir unsere Produkte? Wie hoch ist der Ausschuss? Wie gestalten wir unsere Fertigungsprozesse und sparen Energie? Wie stellen wir sicher, dass wir so wenig Platz wie möglich brauchen, damit wir einen Container sparen können?“ Kaivonen resümiert: „Natürlich ist es gut für die Umwelt. Es ist gut für den Verbraucher, es ist gut für unsere direkten Kunden. Und es ist gut für uns. Ein gutes Beispiel ist unsere Verpflichtung zu kompromissloser Qualität. Wir stellen keine Produkte her, die ein oder zwei Jahre halten und dann verschrottet werden. Und dann muss man eine neue Box kaufen. Wir stellen Produkte her, die lange Zeit halten. Das ist vielleicht einer der größten Nachhaltigkeitshebel, die wir haben: die Verpflichtung zu tadelloser Qualität.“

Gänsehautmomente

Angesichts der technologischen Wellen auf den Bühnen – wie sieht d&b die Rolle von Audio im Gesamtsystem der professionellen Live-Produktion in den nächsten Jahren?

Amnon Harman schaut immer ein bisschen skeptisch auf die Licht- und Videotechnik: „Sie bekommen den größeren Teil des Budgets. Auf der anderen Seite beneide ich sie nicht. Wenn man ein Bild im Kopf erschaffen will, braucht man Video; vielleicht noch Licht. Aber um ein Gefühl zu erzeugen, um echte Gänsehautmomente zu schaffen, braucht es Audio. Ohne Ton geht es nicht! Ehrlich gesagt: Wenn Künstler auf die Bühne gehen, brauchen sie eigentlich nur eins: Sound. Und der muss perfekt funktionieren. Unsere Aufgabe ist es, ihnen mit professionellen Systemen wie die von d&b die Freiheit zu geben, sich ganz auf ihre Kunst zu konzentrieren”, so Harman.

Und fährt fort: „Mit unseren immersiven Lösungen wie En-Scene für objektbasiertes Mischen und En-Space für Raumakustik entfalten Künstler und Künstlerinnen ihre Kreativität in ganz neuem Ausmaß. Das ist heute schon Realität, vor allem in festen Installationen. Aber zukünftig wird es auch einfacher sein, mit einem Soundscape-System zu touren. Wenn man sich die weitere Entwicklung im Audiobereich ansieht, gibt es eine Menge technologischer Veränderungen, die für uns von Vorteil sind. Mehr kontinuierliche Verarbeitungsleistung, bessere Vernetzung und Virtualisierung ermöglichen es Raumakustik und das Geschehen auf der Bühne zu erfassen, einen digitalen Zwilling zu erstellen und in Echtzeit an einem anderen Ort wiederzugeben. Was mit Dolby Atmos im Kino gestartet ist, kommt jetzt in die Live-Arena, und das wird völlig neue Möglichkeiten für immersive Klanggestaltung schaffen.“

Menschen wollen Experience

Losgelöst von konkreten Technologien lenkt Jaakko Kaivonen den Blick auf die gesamte Erlebniswirtschaft: „Die Menschen wollen Erlebnisse. Und ein hervorragender Sound wird dabei immer eine Schlüsselrolle spielen. Auch steigt die Erwartung an die Qualität des Erlebnisses und an den Sound immer weiter an.  Auch wenn immersive Technologien, Konnektivität, mehr Rechenleistung und KI viele neue Möglichkeiten eröffnen, Innovationen müssen für die jeweilige Kundengruppe relevant sein. Unsere Aufgabe ist es, die Bedürfnisse zu verstehen und die Produkt-Roadmap so auszurichten, dass wir unmögliches möglich machen und dabei einen echten Mehrwert schaffen.“

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