Case Study Hochschule Bochum

Perfekter Standard: Medientechnik für Lehre und Raumgestaltung

Lehre lebt vom Raum – und von der Technik, die ihn trägt. In den modernisierten Hörsälen der Hochschule Bochum treffen Kreidetafel auf LED-Wand, spontane Ideen auf digitale Flexibilität. Gemeinsam mit hmpartner entstand eine Medientechnik, die Vielfalt ermöglicht, Komplexität einfach macht und Lernen neu erfahrbar werden lässt.

Breites Pult mit Mikrofonen vor Wand mit zwei großen Displays, schwarz(Bild: Nick Wolff)

Auf den ersten Blick sehen die neuen Hörsäle 5 bis 8 der Hochschule Bochum aus wie viele andere: moderne LED-Wände, flexible Anschlüsse, Kameras für hybride Lehre. Technisch handelt es sich tatsächlich um eine Standardausstattung. Doch gerade hier liegt das Besondere: Die Integration wurde so detailreich geplant und umgesetzt, dass die Technik nicht mehr auffällt. Sie ist einfach da, funktioniert, und unterstützt die Lehre, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Realisiert wurde das Projekt im Auftrag des Bau- und Liegenschaftsbetriebs des Landes Nordrhein-Westfalen (BLB NRW) als Eigentümer, der die Sanierung und Modernisierung der Hörsäle verantwortete.

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Freiheit der Lehre als Leitmotiv

Ziel der Planung war es, den Lehrenden maximale Freiheit zu geben. Sie sollen ihre Inhalte und Methoden ohne technische Hürden gestalten können. Egal, ob detailreiche CAD-Pläne, Formeln an der Kreidetafel oder Vorführungen mit Vermessungsgeräten – die Räume sind für unterschiedlichste Szenarien optimiert.

Und auch Studierende profitieren: kontraststarke LED-Wände, kompromisslose Sichtlinien auf Bildwand und Dozierende und eine ausgewogene Beschallung sorgen für Barrierefreiheit und gleichberechtigte Teilhabe, auch bei Seh- oder Hörbeeinträchtigungen. „Wenn Technik sich so selbstverständlich anfühlt, dass sie nicht mehr auffällt, haben wir alles richtig gemacht“, beschreibt es Stefan Spychalski, Leiter des Medienzentrums.

Die Richtlinien der Hochschule fordern, dass keine Aufnahmen gemacht werden, ohne dass die Betroffenen das erfahren
Aller Technik zum Trotz bleibt die Bedienung übersichtlich. Ein aufgeräumtes User-Interface überfordert niemanden
Ein Hörsaal der Hochschule Bochum mit Akustik-Paneelen an der Wand

Architektur, Möbelbau und Technik im Einklang

Die Integration war bis ins Detail durchdacht. Gemeinsam mit dem AV-Fachplanungsbüro Hartmann, Mathias und Partner (hmpartner) entstand in enger Abstimmung mit den Architekten von DBCO ein Konzept, das Architektur und Medientechnik zu einer Einheit verschmelzen lässt. Die Wandnischen bieten Platz für zwei LED-Wände und zwei klassische Kreidetafeln – ein sichtbares Symbol dafür, dass Tradition und Moderne hier nicht im Widerspruch stehen.

Im breiten Dozentenpult sind Anschlüsse für USB-C, HDMI und USB-A ebenso integriert wie zwei Dokumentenkameras und Mikrofone. Ein Vorschau-Touchdisplay und ein zentrales 10- Zoll-Bedienfeld sorgen für einfache Steuerung, selbst bei komplexen Szenarien. Die technische Umsetzung vor Ort erfolgte durch VMT Düssel, die mit hoher Präzision und Verlässlichkeit für eine reibungslose Realisierung sorgten und damit maßgeblich zum Erfolg des Projekts beitrugen.

Drahtlose Verbindungen über AirPlay, Miracast und Chromecast ergänzen klassische Verkabelungen. Zwei Kameras und Decken-Arraymikrofone ermöglichen hybride Veranstaltungen und Aufzeichnungen. Ein LED-Leuchtschild zeigt, wenn eine Aufnahme läuft. Auf diese Weise ist die Aufzeichnung vollständig mit den Richtlinien der Hochschule kompatibel.

Digitales Türschild zeigt "Frei" an
Auch die Beschilderung der Räumlichkeiten wurde digitalisiert und zeigt nun flexibel und klar an, ob zum Beispiel ein Hörsaal frei oder besetzt ist (Bild: Nick Wolff)

Akustik, Ergonomie und Wahrnehmung

Was gute Planung ausmacht, zeigt sich oft erst im Negativen: Schlechte Raumakustik fällt Laien nicht bewusst auf, führt aber zu Kopfschmerzen oder Konzentrationsmangel. Ähnlich verhält es sich mit Sichtlinien und Kontrast. All diese Faktoren wurden hier mit höchster Sorgfalt umgesetzt.

In Zusammenarbeit mit TAC (Technische Akustik) wurde die Raumakustik und Beschallung simuliert und optimal aufeinander abgestimmt. Das Ergebnis ist eine klare Sprachverständlichkeit bis in die letzte Reihe. Ein Aspekt, der für barrierefreie Lehre ebenso wichtig ist wie für Veranstaltungen mit hoher Interaktivität.

Robust, alltagstauglich und zukunftsfähig

Trotz technologischer Vielfalt bleibt die Bedienung übersichtlich. Das Konzept setzt auf ein aufgeräumtes User-Interface, das Lehrende nicht überfordert. Und obwohl AV-over-IP-Technologien im Trend liegen, entschieden sich die Planer bewusst für eine Kreuzschienenlösung mit gezieltem AV-over-IP-Einsatz für Kameras und die Raumkopplung. Dies schafft nicht nur größtmögliche Flexibilität, es ist auch robuster, verlässlicher und wirtschaftlicher – ein entscheidender Faktor für den Hochschulbetrieb.

Fazit

Die Hörsäle 5 bis 8 der Hochschule Bochum zeigen, dass Standard nicht gewöhnlich sein muss und wie digitale Lernräume heute gedacht werden: als Orte, die Vielfalt ermöglichen, Barrieren abbauen und Technik als selbstverständlichen Begleiter integrieren.

Wenn Planung und Integration stimmen, entsteht eine Umgebung, die Technik in den Hintergrund rückt und Lehre in den Mittelpunkt stellt. Gemeinsam mit hmpartner sind Räume entstanden, die den Anspruch der Hochschule unterstreichen, Lehre frei, flexibel und zukunftsorientiert zu gestalten. Dabei zeigt das Projekt auch: In öffentlichen Lehrstätten muss man weder sparen noch protzen, um ein Ergebnis zu erzielen, das funktional, langlebig und zukunftssicher ist.

Projektmanager Robert Schulze resümiert: „Gute Medientechnik erkennt man daran, dass sie nicht auffällt. Wenn alles intuitiv funktioniert und niemand über Technik nachdenken muss, haben wir unser Ziel erreicht.

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