AJA Video Systems hat mit dem FS8 einen Video- und Audioprozessor vorgestellt, der SDI- und IP-Infrastrukturen zusammenführt. Das Gerät der FS-Frame-Sync-Reihe verarbeitet in einer Höheneinheit nach Herstellerangaben bis zu acht Kanäle in HD oder vier Kanäle in UltraHD, inklusive Frame-Synchronisation, Up-, Down- und Cross-Konvertierung sowie Gateway-Funktionen zwischen den Signalwelten.
(Bild: AJA)
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Die Anschlussseite umfasst 12G-SDI über Koax und Glasfaser sowie ST 2110-20 mit Redundanz nach ST 2022-7. Bis zu 16 12G-SDI-Eingänge und acht HD- beziehungsweise vier UHD-Eingänge nach ST 2110-20 speisen die Videoprozessoren. Laut AJA lässt sich damit zusätzliches Equipment einsparen, was Platz, Stromverbrauch und Gewicht reduzieren soll.
„Mit der wachsenden Verbreitung von IP-Video über Branchen hinweg wird eine flexible Video- und Audiounterstützung wichtiger denn je für Medienunternehmen, die bestehende Infrastruktur mit dem Aufbau von Workflows der nächsten Generation in Einklang bringen müssen”, erläutert AJA-Präsident Nick Rashby. Der FS8 sei der erste Frame-Synchronizer des Herstellers mit ST-2110-Unterstützung, leiste aber deutlich mehr. Er adressiere typische Produktionsprobleme von abweichenden Bildraten, Rastern und Farbräumen bis zum Routing und Management einzelner Audiokanäle.
459 mal 448 Audiokanäle
Auf der Audioseite unterstützt der Prozessor eingebettetes SDI-Audio, ST 2110-30, Dante und MADI. Daraus ergibt sich nach Angaben des Herstellers eine Matrix von 459 mal 448 Monokanälen. Jeder Audioeingang bietet eine Abtastratenwandlung, für jeden Ein- und Ausgang stehen Verzögerung, Pegel- und Phasenanpassung zur Verfügung. Vier Downmixer wandeln 5.1- oder 7.1-Signale in Stereo.
Video- und Audioverzögerung sind konfigurierbar, in HD bis zu 60 Bilder, in UltraHD bis zu 30 Bilder und beim Ton bis zu 2,5 Sekunden. Für zeitkritische Live-Anwendungen gibt es einen Modus mit besonders geringer Latenz, die laut AJA unter einem halben Bild liegt.
Farbmanagement und Steuerung
Für die Farbverarbeitung sind 3D-LUT-Prozessoren mit 33 Stützpunkten und tetraedrischer Interpolation integriert. Jeder Videoprozessor kann unabhängig zwischen NBCU-, User-3D-LUT- und Dynamic-LUT-Modi wählen, ergänzend sind lizenzpflichtige Modi für Colorfront und BBC-HLG-LUTs verfügbar. Hinzu kommen Farbkorrektur, Proc Amp, Region-of-Interest-Skalierung, ein bewegungsadaptiver Deinterlacer sowie ein Testsignalgenerator mit SDR- und HDR-Testbildern.
Bedient wird das Gerät über eine browserbasierte Weboberfläche, die die Signalverarbeitung als Knotenstruktur abbildet und Videovorschau, Audiopegelanzeigen, Presets auf System- und Komponentenebene sowie Statusüberwachung bereitstellt. Ein Farbdisplay an der Frontblende zeigt bewegtes Bild und Audiopegel. Über eine öffentlich dokumentierte RESTful-API nach OpenAPI lassen sich eigene Steueroberflächen umsetzen. Integrationen von Cyanview, Pomfort und Skaarhoj befinden sich laut AJA in Entwicklung.
Der FS8 soll in Kürze über das weltweite Händlernetz von AJA verfügbar sein, der Listenpreis liegt bei 14.995 US-Dollar. Die optionalen Lizenzen für Colorfront Engine und BBC-HLG-LUTs kosten 1.995 beziehungsweise 295 US-Dollar.