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eyefactive zeichnet Geschichte der Kiosk-Software nach

Der Softwareanbieter eyefactive hat ein Whitepaper zur Entwicklung der Self-Service-Kiosk-Technologie veröffentlicht. Es spannt den Bogen von antiken Münzautomaten über Geldautomaten und die Touchscreen-Ära bis zu den softwaregetriebenen Plattformen von heute. Die zentrale These: Entscheidende Entwicklungssprünge im Self-Service seien stets von der Software ausgegangen, nicht von der Hardware.

Collage diverser historischer Kiosk-Systeme(Bild: eyefactive)

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Das Whitepaper richtet sich an Entscheider im Bereich Retail-Technologie und an Lösungspartner am Point of Sale. Den Markt für Self-Service-Kiosks beziffert eyefactive für 2026 auf rund 27,96 Milliarden US-Dollar. Bei einem jährlichen Wachstum von 9,3 Prozent soll er bis 2035 die Marke von 39 Milliarden US-Dollar überschreiten.

Vom Geldautomaten zum Self-Order-Terminal

Als eigentlichen Wendepunkt beschreibt das Whitepaper nicht den Verkaufsautomaten, sondern den Geldautomaten. Er habe erstmals in großem Maßstab gezeigt, dass Menschen einem unbedienten elektronischen Terminal auch bei sensiblen Transaktionen vertrauen. Weitere Stationen sind Japans Shokken-Automaten für Essensmarken, die die Selbstbestellung in Restaurants lange vor westlichen Fast-Food-Ketten etablierten, sowie die Self-Check-in-Terminals an Flughäfen in den frühen 2000er Jahren.

Mit dem iPhone hätten sich 2007 die Erwartungen an Touch-Bedienung grundlegend verändert. Bestehende Kiosk-Software, die häufig auf Windows und browserbasierten Architekturen aufsetzte, habe damit nicht Schritt halten können. Als Beleg für den wirtschaftlichen Nutzen von Self-Service führt das Whitepaper den weltweiten Rollout von Self-Order-Kiosks bei McDonald’s im Jahr 2018 an, der laut den zitierten Quellen zu einem um 30 Prozent höheren durchschnittlichen Bestellwert geführt haben soll.

Native gegen webbasierte Software

Da Kiosk-Hardware inzwischen weitgehend standardisiert sei, verlagere sich der Wettbewerb auf die Softwareebene. Einen Schwerpunkt legt das Whitepaper deshalb auf den Vergleich zwischen nativer und webbasierter Kiosk-Software. Browserbasierte Lösungen reichen demnach für Single-Touch-Anwendungen mit einem Nutzer aus.

Bei großformatigen Multitouch-Displays, mehreren gleichzeitigen Nutzern, interaktiven Videowänden oder der Anbindung von Sensorik stießen sie jedoch an Grenzen. Native Software, wie sie eyefactive selbst anbietet, laufe dagegen direkt auf Betriebssystemebene und könne CPU und GPU vollständig nutzen.

Zudem beschreibt das Papier den Kiosk zunehmend als Datenquelle. Cloudbasierte Plattformen erfassen Touch-Interaktionen und können diese an Business-Intelligence-Tools wie Microsoft Power BI oder Adobe Analytics übergeben.

Ausblick auf KI und Unified Commerce

Für die kommenden Jahre sieht eyefactive drei Entwicklungslinien. KI soll Menüs, Aktionen und Produktempfehlungen am Point of Sale in Echtzeit personalisieren. Sensorik wie RFID, Computer Vision und Lift-and-Learn-Technologien soll Stores reaktionsfähiger machen. Und über Headless-Ansätze mit offenen APIs sollen Kiosks als Frontend an bestehende PIM-, ERP-, Loyalty- und E-Commerce-Systeme angebunden werden, statt als isolierte Insellösung zu laufen.

Blick in die Zukunft: AI gestützte Self-Service-Lösungen gibt es als Demos bereits zu sehen, aber echte fertige Installationen sind laut eyefactive noch eher selten (Bild: eyefactive)
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