Im neuen Obama Presidential Center in Chicago laufen alle Medienausstellungen über Pixera-Medienserver von AV Stumpfl. Insgesamt 35 Systeme reichen vom einzelnen 4K-Display bis zur Projektion „Power of Words“, die sich über vier Etagen erstreckt.
(Bild: The Obama Foundation)
Anzeige
Das Center im Jackson Park öffnete am 19. Juni 2026. Von den acht Stockwerken nutzt das Museum vier als öffentliche Ausstellungsfläche. Dort erzählen Filme, interaktive Exponate und großformatige Medieninstallationen die Geschichte von Barack und Michelle Obama. Der Umgang mit digitaler Technik ist dabei ein zentrales Thema. Obama war etwa der erste US-Präsident mit eigenem Twitter-Account.
Eine Plattform für alle Größen
Verantwortlich für AV-Planung und Umsetzung im gesamten Museum war Paul Horst, Leiter der AV-Systeme für die Ausstellungen bei der Obama Foundation. Da die Exponate sehr unterschiedlich groß sind, suchte sein Team eine Medienserver-Plattform, die sich in einem einzigen verwalteten System an jeden Anwendungsfall anpassen lässt.
„Wir haben uns für Pixera entschieden, um unsere gesamte Medienwiedergabe in einem einheitlichen Ökosystem zu bündeln“, erläutert Horst. Die Plattform biete sowohl die Hardware für die verschiedenen Ausstellungsgrößen als auch die Software für die anspruchsvollsten Installationen.
Raumhohe Projektion im Obama Presidential Center: Die Inhalte für alle 35 Mediensysteme im Museum laufen über Pixera-Medienserver von AV Stumpfl. (Bild: The Obama Foundation)
Die 35 Systeme teilen sich auf in 23 Exponate mit einem Bildschirm, sieben Multi-Monitor-Anwendungen und fünf Projektionssysteme mit mehreren Projektoren. Die größten Multi-Monitor-Konfigurationen umfassen bis zu elf Bildschirme, die jeweils von einem Director-Server und zwei Clients gesteuert werden. Zum Einsatz kommt die gesamte Bandbreite der Pixera-Hardware, abgestimmt auf die Anforderungen des jeweiligen Exponats.
Für alle Systeme hat das AV-Team in Pixera Control eigene, webbasierte Bedienoberflächen entwickelt. Techniker können so Routineaufgaben erledigen, ohne die Software im Detail zu kennen. Sie starten und stoppen Timelines, schalten Ausgänge um, starten die Render-Engine neu oder wählen fototaugliche Standbilder aus den Videos. Die Oberflächen sind als Bedienfelder in ISAAC eingebettet, die zentrale Steuerplattform des Museums. Damit lässt sich der gesamte Medienbestand von einem Ort aus bedienen.
Projektion über vier Etagen
Herzstück des Museums ist „Power of Words“. Die Projektion reicht über die gesamte Innenhöhe des Gebäudes und verbindet die vier Ausstellungsebenen zu einer gemeinsamen Leinwand. Auf jeder Ebene erhalten Besucher zunächst Orientierung, bevor sich die Inhalte zu Bildwelten über mehrere Stockwerke ausweiten.
Weil die Leinwand in den mittleren Etagen breiter ist als oben und unten, musste das Team die Inhalte je nach Höhe unterschiedlich entzerren
Das räumliche Sounddesign stammt von Jeremy S. Bloom. Mehr als 89 Lautsprecher sind in Leinwände, Böden und Decken integriert. Jede Etage bildet eine eigene Audiozone, und Pixera spielt rund 40 Audiospuren synchron zum Bild aus. Auch die Lichtübergänge steuert Pixera per UDP direkt aus der Timeline.
Bloom mischte den Ton vor Ort. Ohne die Infrastruktur eines Postproduktionsstudios habe er den Ton an seiner eigenen Workstation fertigstellen müssen, während er die finalen Bilder in voller Größe sah, berichtet er. „Pixera hat das völlig nahtlos ermöglicht.“ Per Knopfdruck habe er LTC-Timecode über das vorhandene Dante-Netzwerk an den Medienserver geschickt und so die gesamte Wiedergabe gesteuert.
Warping in Echtzeit
Eine besondere Herausforderung war die Geometrie: In den mittleren Etagen ist die Leinwand breiter als oben und unten. Die Medienproduzenten mussten Inhalte deshalb je nach Höhe unterschiedlich entzerren. Das Team speiste dafür After-Effects-Kompositionen in voller Auflösung per NDI live in Pixera ein und sah sie in Echtzeit auf der Leinwand. Korrekturen ließen sich so sofort prüfen, ohne auf Offline-Renderings warten zu müssen.
Die automatische Projektorkalibrierung übernimmt Scalable Display Technologies. Pixera verarbeitet die erzeugten MPCDI-Dateien in einer automatisierten Sequenz, angestoßen über die Show-Steuerung Medialon. Steht eine Neukalibrierung an, hält ein Pixera-Modul die Timelines an, deaktiviert die Ausgänge und übergibt an Scalable. Danach startet Pixera Ausgänge und Timelines ohne manuellen Eingriff neu.
Vorab hatte Horsts Team ein rund 1,8 Meter hohes Modell der Projektionsfläche gebaut. Kleinere Pixera-Server und kompakte Projektoren simulierten die Bedingungen im Labormaßstab, sodass das Team Mapping, Audiosynchronisation und Steuerung vor dem eigentlichen Aufbau testen konnte. „Als wir die Systeme in Originalgröße installierten, waren wir sehr zuversichtlich, dass alles funktionieren würde, weil wir es ja schon einmal aufgebaut hatten“, resümiert Horst.