ProMediaNews
Niemals geht man so ganz

EVENT PARTNER Chefredakteur Dr. Walter Wehrhan geht in Rente

1986 nahm Trude Herr mit der Unterstützung von Wolfgang Niedecken und Tommy Engel den von ihr getexteten Song „Niemals geht man so ganz“ auf. Das kölsche Urgestein spricht damit vielen Leuten aus der Seele, und diese Textzeile hat sich bei mir eingebrannt. Und er trifft auf soooo viele Dinge im Leben zu.

Dr. Walter Wehrhan
Dr. Walter Wehrhan (Bild: Dieter Stork )

Dr. Walter Wehrhan, Gründer und vormals Herausgeber und Chefredakteur der Magazine PRODUCTION PARTNER, EVENT PARTNER und PROFESSIONAL SYSTEM hatte am 1. Januar 2018 sein Pensionsalter erreicht. Aber anstatt sich ausschließlich seiner Band und seinem Bass zu widmen, blieb er noch ein weiteres Jahr an alter Wirkungsstätte. Er begleitete den Wechsel seiner Aufgaben zu seinen Nachfolgern und betreute das Magazin EVENT PARTNER weiter als Chefredakteur. Und das alles in seiner bekannten Ruhe, Gelassenheit und Selbstverständnis. Zum 1. Januar 2019 ist jetzt tatsächlich Schluss. Aber geht er wirklich so ganz? Ich glaube das nicht. Denn quasi auch mein ganzes Leben lang hat mich Walter begleitet.

Anzeige
Anzeige

Musikalische Wurzeln …

Walter Wehrhan und ich besuchten in den 60er Jahren in Bonn das gleiche Gymnasium. Er, da etwas älter, zwei Jahrgangstufen über mir. Uns beiden war die Musik wichtig. Beide waren wir im Schulchor, wo wir schon 1965 zusammen auf der Bühne der ehrwürdigen Beethovenhalle standen und bei der Aufführung von „Carmina Burana“ als Sänger mitwirkten. Ich denke, für uns beide ein prägendes Ereignis, vor 2.000 Zuschauern ein solches Werk aufzuführen. Teamwork. Ein paar Jahre später bot das Gymnasium einen Jazz-Kurs an. Dort trafen Walter und ich uns dann bewusst das nächste Mal. Allerdings war diese Musikrichtung nicht mein Stil, für mich war schnell Schluss. Walter blieb aber dem Kurs treu und hat so sein musikalisches Wissen erweitert.

Kurz vor dem Abi schloss ich mich der Kölner Band Satin Whale an, und schon traf ich wieder auf Walter. Er studierte zusammen mit Gerald, dem Keyboarder der Band. Und ganz zufällig hatte Walter zusammen mit seinem Freund Robbie eine (heute würde man sagen) Top-40-Band, bei der auch unser Drummer Wolfgang mitwirkte. Es kam, wie es kommen musste: An einem Termin fehlte der Gitarrist, also half ich ungeprobt aus, und stand so mit Walter wieder auf der Bühne.

… und journalistische Berufung

Mittlerweile war ich als Journalist tätig, und auch Walter schlug diesen Weg ein, allerdings bei der Motor Presse, wo er ein Wohnmobil-Magazin leitete. In der Zwischenzeit hatten wir in Köln den MM-Musik-Media-Verlag gegründet, wo nach Keyboards, Gitarre & Bass und Sticks auch ein Magazin zur professionellen Beschallung her musste. Wie so typisch im Rheinland gingen wir all unsere Bekannten durch und erinnerten uns an Walter, der sofort Feuer und Flamme war und den Posten des Herausgebers und Chefredakteurs von PRODUCTION PARTNER übernahm. Sehr erfolgreich, wie wir heute wissen. Und mit sehr viel Überblick und Weitsicht. Denn auch die Magazine EVENT PARTNER und PROFESSIONAL SYSTEM sowie das News-Portal ProMediaNews gehen auf seine Ideen zurück.

walter-werhan(Bild: Denis Metz )

Rheinländer von Herzen

Walter ist Rheinländer durch und durch, sein Herz schlägt für den Fußball; allerdings als geborener Bonner mehr für den Bonner SC (wo er selber kickte). Bei Musik-Media rief er ein Fußball-Team ins Leben, mit dem wir uns oftmals mit anderen Mannschaften aus der Branche oder unserer Druckerei maßen. Aber auch unsere legendären Firmenfeiern hat Walter maßgeblich mitgeprägt. Die Tage im Juli, in denen er und einige der Kollegen ihre Geburtstage feierten, bekamen den Beinamen „Musik-Media-Festwochen“.
Als Kollege schätze ich an ihm, dass er immer die Ruhe behält, stressfrei ist, jederzeit ein offenes Ohr hat und man wirklich über alle Dinge und Probleme sprechen kann. Sein guter Rat hat den Kollegen immer geholfen. Und auch ich habe diesen oftmals in Anspruch genommen.

Als Rheinländer muss man den Abschied von Musik-Media einfach positiv sehen. Der Kabarettist Konrad Beikircher, ein Studienkollege von Walter, hat in vielen seiner Programme diesen Typ Mensch beschrieben. Und darin erkenne ich auch Walter wieder. „Wie isset? … Jot!“ „Am schönsten isset, wenn et schön is!“ „Schön ist es auch anderswo.“ Und außerdem wir dürfen nicht vergessen: „Niemals geht man so ganz.“

Dieter Roesberg, Chefredakteur Gitarre & Bass

[7473]

Anzeige

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Das könnte Sie auch interessieren: