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AV over IP

Macnica-Gateways bestehen IPMX-Zertifizierung

Das Zertifizierungsprogramm für IPMX hat erste Produkte durchlaufen. Bei einem Testevent im August bei der EBU in Genf wurden unter anderem zwei Gateways des japanischen Technologieunternehmens Macnica zertifiziert, jeweils in Sender- und in Empfängerkonfiguration. Administriert wird das Programm von AIMS, die EBU fungiert als unabhängige Zertifizierungsstelle.

Arbeitsplatz mit drei Monitoren zur Überwachung und Verwaltung vernetzter AV-Systeme über eine Weboberfläche(Bild: Macnica)

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IPMX ist eine Sammlung offener Standards und Spezifikationen für Transport und Steuerung professioneller Medien über IP-Netzwerke. Zertifiziert werden dabei ausdrücklich vollständige Produkte und nicht einzelne Komponenten. Der Nachweis bezieht sich also darauf, dass eine Implementierung innerhalb eines fertigen Hardwaredesigns und im Rahmen der geltenden Spezifikationen funktioniert.

Bei Macnica betraf die Zertifizierung das ME10 Gateway Kit sowie das Gateway MEG1. Beide basieren auf dem System-on-Chip ME10. Das Gateway Kit richtet sich an Gerätehersteller und stellt Hardware, Firmware und Designunterlagen bereit, um von der Evaluierung in die Serienfertigung zu kommen. Nach Angaben des Unternehmens sind Transport- und Steuerungsfunktionen bereits eingebettet, die Hersteller sonst selbst entwickeln und validieren müssten.

Was zertifizierte IPMX-Endpunkte leisten

Aufschlussreich für Planer sind die Eckdaten des zertifizierten Endpunktdesigns. Es lässt sich als IPMX-Sender oder -Empfänger konfigurieren und unterstützt HDMI-2.0-Video bis 4K60p, Kompression nach JPEG XS, Latenzen unterhalb eines Frames sowie HDCP 2.3 mit HKEP. Für Steuerung und Auffindbarkeit sind die NMOS-Spezifikationen IS-04, IS-05 und IS-11 implementiert. Hinzu kommen eingebettetes und analoges Audio sowie USB-Konnektivität für KVM-Anwendungen.

Der Betrieb erfolgt über handelsübliches Gigabit Ethernet, die Stromversorgung kann per PoE+ erfolgen. Damit lassen sich laut Macnica kompakte Geräte für Präsentationsräume, Kontrollräume, Displaynetzwerke und andere professionelle AV-Umgebungen umsetzen.

„Offene Standards entfalten ihren größten Wert, wenn Hersteller daraus praxistaugliche, interoperable Produkte machen können, ohne unnötige Entwicklungszeit und Komplexität in Kauf zu nehmen”, erläutert Nestor Amaya, VP of Engineering bei Macnica Americas. Hersteller wollten sich über eigene Bedienkonzepte, Steuerung und Anwendungsdesign abheben, statt ein Jahr lang die darunterliegende Medientransportschicht nachzubauen. Die Zertifizierung zeige, wie sich eine solche Grundlage in einem marktreifen Produkt bewähre.

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