FTAPI positioniert sich für souveränen Datenaustausch
von Redaktion,
Der Münchner Anbieter FTAPI richtet sich neu aus: als souveräne Infrastruktur für den Austausch sensibler Daten über Unternehmensgrenzen hinweg. Unter dem Begriff „System of Exchange“ sollen Organisationen sehen, steuern und belegen können, welche Daten ihr Haus verlassen.
FTAPI hat Ende Oktober auf der it-sa 2026 sein neues Konzept für den souveränen Datenaustausch vorgestellt (Bild: FTAPI)
Mit „System of Exchange“ meint FTAPI die Gesamtheit aus Tools, Workflows, Protokollen und Gewohnheiten, über die Daten eine Organisation verlassen. In Sicherheit haben Unternehmen bisher vor allem dort investiert, wo Daten liegen: in Perimeter, Endgeräte, Identitäten und Speicher. Der Weg nach draußen ist laut FTAPI dagegen oft organisch gewachsen, aus E-Mail, File-Transfer, Portalen und Cloud-Diensten.
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Kontrolle wichtig, Nachweis selten
Wie groß die Lücke ist, zeigt der aktuelle Secure Data Report von FTAPI und techconsult. Danach halten 85 Prozent der befragten IT- und Sicherheitsverantwortlichen die Kontrolle über ihre Datenflüsse für wichtig. Technisch überwacht wird der Datenaustausch aber nur bei 15 Prozent, einen automatisierten revisionssicheren Nachweis führen lediglich 2 Prozent. In den meisten Organisationen entscheidet damit der Absender selbst, ob ein Austausch sicher und regelkonform ist.
Gleichzeitig steigen die Anforderungen. Regelwerke wie NIS-2 und DORA verlangen belegte Kontrolle. Auditoren, Versicherer und Ausschreibungen fragen nach entsprechenden Nachweisen. Hinzu kommen KI-Agenten, die Daten zunehmend selbstständig und ohne Kontrollinstanz bewegen.
Souveränität übers Rechenzentrum hinaus
FTAPI betreibt seine Infrastruktur nach eigenen Angaben ausschließlich in deutschen Rechenzentren. Souverän sei eine Organisation aber erst, wenn sie auch bestimmt, welche Daten das Haus verlassen, an wen und nach welchen Regeln.
„Sobald Daten die Organisation verlassen, schaut oft niemand hin. Genau dort sitzt das Risiko, und mit jedem KI-Agenten wächst es“, erläutert FTAPI-CEO Ari Albertini. Ein souveränes Rechenzentrum mit einem unkontrollierten Weg nach draußen sei keine Souveränität. Organisationen sollen ihr System of Exchange künftig so führen können wie ihr System of Record, betont Albertini: mit klaren Regeln, nachvollziehbar und jederzeit belegbar.
Drei Funktionen in einer Plattform
FTAPI bündelt den kritischen Datenaustausch in einer Infrastruktur mit drei Funktionen. Sie soll das Nebeneinander einzelner Werkzeuge schrittweise ersetzen. Beim Datenaustausch legen Richtlinien fest, wie ein externer Transfer abgesichert wird. Die Entscheidung liegt damit nicht mehr beim einzelnen Mitarbeiter.
Die Orchestrierung verbindet die Kernsysteme der Organisation und lässt wiederkehrende sensible Abläufe automatisch laufen, bei Bedarf mit menschlicher Freigabe. Über die Governance-Funktion werden Austauschprozesse sichtbar, und Nachweise lassen sich für Prüfer exportieren.