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Immersive Projektion

AV Stumpfl PIXERA bespielt Prager Signal Space

In der immersiven Halle des Signal Space in Prag steuern PixelBox-Medienserver von Virtuality.one mit der Software PIXERA von AV Stumpfl 19 Panasonic-4K-Laserprojektoren an. Die größte Herausforderung waren laut Integrator nicht die rund 175 Megapixel, sondern der unebene Boden einer Markthalle aus dem Jahr 1896.

Dunkle Halle mit großflächiger Projektion auf Wand und Boden, mehrere Besucher als Silhouetten im Raum(Bild: AV Stumpfl)

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Signal Space ist laut Pressemitteilung die größte Galerie für digitale Kunst in Tschechien. Der 2.500 m² große Veranstaltungsort wurde im September 2025 in einer denkmalgeschützten Markthalle in der Prager Altstadt eröffnet. Er ist der ganzjährige Nachfolger des Signal Festivals, das die Gründer seit 2013 in der Stadt veranstalten.

Die immersive Halle ist mit rund 300 m² der größte Raum des Hauses. Ihre 19 Ausgabekanäle laufen mit 3.840 × 2.400 Pixeln bei 60 Bildern pro Sekunde im 10-Bit-4:4:4-Format. Zusammen sind das etwas mehr als 175 Millionen Pixel, die als ein durchgehendes Bild wirken müssen.

Schiefer Boden, verzerrende Optiken

Die 1896 fertiggestellte Halle aus Gusseisen, Holz und Glas wurde als Markt gebaut. Damit man den Boden abspülen konnte, wurde er bewusst mit Gefälle verlegt: Von einer Seite zur anderen fällt er um etwa 25 cm ab. Außerdem wurde der Beton nie ganz eben gegossen. Die Fläche sieht rechteckig aus, ist aber weder eben noch rechtwinklig. Hinzu kommen Ultrakurzdistanzobjektive, die selbst eine tonnenförmige Verzerrung erzeugen.

Die Kalibrierung begann mit dem kamerabasierten Autokalibriersystem von Panasonic. Seine vernetzten Kameras sind am Traversenrahmen neben den Projektoren montiert. Damit ließen sich die Wände ausrichten, der Boden aber nicht.

„Die Kameras sind nicht auf den Boden gerichtet. Und selbst wenn sie es wären, könnte die automatische Kalibrierung einen Boden nicht korrekt abbilden“, erläutert David Houžvička, CTO von Virtuality.one. An den Übergängen zu den Wänden müsse die Projektion pixelgenau sitzen, deshalb werde jede noch so kleine Abweichung zum Problem. Mit den Warping-Werkzeugen von PIXERA habe das Team schließlich eine pixelgenaue Kalibrierung erreicht.

Dunkle Halle mit großflächiger Projektion auf Wand und Boden, mehrere Besucher als Silhouetten im Raum
Die immersive Halle im Signal Space: 19 Projektoren bespielen Wände und Boden als durchgehende Fläche. Besucher sitzen direkt auf der Bodenprojektion (Bild: Kateřina Fialová)

Der Übergang zwischen Boden und Wand ist eine kritische Stelle in einem 360-Grad-Raum. Zwischen zwei Wandprojektoren gleicht eine weiche Kantenüberblendung kleine Fehlausrichtungen aus. Die harte Kante am Wandfuß dagegen gibt dem Auge eine gerade Linie vor, an der es die Projektion misst.

Cluster mit Reserveknoten

Die PixelBox-Knoten arbeiten als PIXERA-Cluster mit verteiltem Rendering, ein weiterer Knoten steht in Reserve. Jeder Server ist mit einer RTX-5000-Ada-GPU und einem Threadripper-7965WX-Prozessor ausgestattet. PIXERA unterstützt NotchLC und soll sowohl 8-Bit- als auch 10-Bit-Material direkt auf der GPU verarbeiten. Framelock und Genlock halten den Cluster auf einer gemeinsamen Zeitreferenz.

„Ohne Frame-Sync könnten wir niemals eine absolute Synchronisation im gesamten Cluster gewährleisten, und es käme zu Tearing zwischen den Servern“, betont Houžvička. Das zeige sich vor allem an den scharfen Kanten zwischen Boden und Wänden. Bei Veranstaltungen sollen zudem Kameras und Videokette vollständig synchron laufen, damit auf den Aufnahmen keine Artefakte entstehen.

Ton über Dante aus derselben Software

PIXERA spielt auch den Surround-Sound zusammen mit dem Video ab und leitet ihn über Dante an die nachgelagerte Verarbeitung weiter. Houžvička nennt dafür zwei Gründe. Content-Ersteller und Techniker arbeiten in einer einzigen Software und Pipeline. Ein separates Audiosystem bedeute zudem mehr Aufwand und mögliche Synchronisationsprobleme zwischen Audio, Video und Cues. „Bei einer Live-Veranstaltung muss man die Medien einfach auf die Zeitachse ziehen, kurz testen und die Türen öffnen“, ergänzt er.

Der Raum ist nämlich nicht nur Galerie, sondern wird auch für Events, Aufführungen und Konferenzen genutzt. Dabei wechselt das System zwischen vorproduzierten immersiven Inhalten und Live-Signalen. Grafiken von Drittanbietern kommen per SDI als Bild-im-Bild oder über NDI hinzu. Die Grenzen liegen laut Houžvička nicht bei der Software. Wenn mehr als 170 Megapixel über NDI laufen und gleichzeitig 10-Bit-Video abgespielt und per SDI aufgezeichnet wird, stößt die aktuelle GPU- und Speicherkonfiguration an ihre Grenzen. Ein geplantes Upgrade wurde verschoben, weil Komponenten nicht verfügbar waren.

Wirtschaftliche Gründe

Weil die Pixera-Software allein lizenziert wird, konnte Virtuality.one passgenaue Medienserver für das Projekt bauen und ein festes Budget einhalten. Zudem wachse durch Schulungen und Vorführungen auf dem tschechischen Markt die Zahl qualifizierter Bediener, berichtet Houžvička. PIXERA entwickle sich dort langsam zum Standard für Live-Events, und das erleichtere die Personalplanung erheblich.

Seit der Konfiguration im Spätsommer 2025 läuft das System im täglichen Galeriebetrieb und bei Live-Veranstaltungen. Laut Virtuality.one wurde es nur einmal abgeschaltet: für eine geplante Wartungswoche mit mechanischer Reinigung, Belastungstests und einem Betriebssystem-Update. „Wir hatten das ganze Jahr über kein einziges Hardware- oder Softwareproblem“, resümiert Houžvička. „Instabile Software ist die teuerste Entscheidung, die man treffen kann, selbst wenn sie kostenlos ist.“

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