Die Technik dahinter

Datenbrillen wie Google Glass: Technik & Anwendung

Tragbare Datenverarbeitung – Wearable Computing – ist derzeit der letzte Schrei in der High-Tech-Branche. Unter der Vielzahl der Geräte stechen Datenbrillen heraus. PROFESSIONAL SYSTEM liefert Ihnen eine Übersicht über die Hersteller von Datenbrillen, die Technik dahinter und die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten.

Epson-Datenbrille
Epson-Datenbrille Moverio mit beidseitig integrierten Mikroprojektoren

So wie Apple den Handy-Markt mit der Einführung des Touchscreen-gesteuerten iPhones revolutionierte, mischt Google mit seiner Datenbrille Google Glass den Bereich der virtuellen Realität auf. Dabei ist der amerikanische Werberiese beileibe nicht der einzige Hersteller, der sich in diesem Marktsegment tummelt. Andere namhafte Produzenten haben ebenfalls begonnen, derartige Digitalbrillen zu konzipieren und zu fertigen. Die Einsatzbandbreite ist dabei riesig.

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Google mag der bekannteste Hersteller von Datenbrillen sein, ist aber beileibe nicht der einzige. Auch der Elektronikkonzern Epson hat eine „Augmented Reality“-Brille herausgebracht, das Gerät ist inzwischen bereits in zweiter Generation als Moverio BT-200 zu haben. Um keine Nischen-Existenz zu führen, läuft der Moverio Apps Market mit dem Android-Betriebssystem und bietet Benutzern Zugriff auf speziell entwickelte Applikationen. Bei denen spielt Augmented Reality (AR) eine große Rolle, sie ermöglicht eine erweiterte Wahrnehmung der Umgebung durch computergenerierte Daten in Form von Videos, Grafiken, Sound oder GPS-Daten.

Datenbrillen und Augmented Reality

Die Anwendungsmöglichkeiten von AR sind nahezu unbegrenzt. Beim Besuch einer fremden Stadt können beispielsweise Wegbeschreibungen und Übersetzungen für fremdsprachige Schilder direkt vor den Augen des Benutzers erscheinen. Das kann zum Beispiel auch den Unterricht in der Schule und an anderen Orten erleichtern.

Situationsbezogenes Lernen mit AR befreit Schüler von den Beschränkungen eines Klassenzimmers. Mit der Moverio-Datenbrille kann etwa eine virtuelle Klaviertastatur vor den Brillenträger projiziert werden. Die hat dann auch gleich den Vorteil, dass das Üben der Läufe nicht mehr die Nerven der Nachbarn angreift.

https://www.youtube.com/watch?v=AoXxyX0PN-0

Sicherheit am Geldautomaten

Informatiker der Universität des Saarlandes haben ein Verfahren entwickelt, das Google Glass mit Verschlüsselungsverfahren und Bildanalyse kombiniert und so zum Beispiel Transaktionen am Bankautomaten sicherer macht. Diese Anwendung als Prototyp wurde erstmals auf der diesjährigen CeBit demonstriert. Ein Team um den Juniorprofessor für Kryptographische Algorithmen an der Universität des Saarlandes Dominique Schröder kombinierte die Datenbrille mit kryptografischen Verfahren und Techniken aus der automatischen Bildanalyse zu dem Softwaresystem „Ubic“. Das Abheben an einem Bankautomaten ändert sich dadurch wie folgt: Der Kunde identifiziert sich gegenüber dem jeweiligen Automaten eindeutig. Der Automat fordert dann den öffentlichen Schlüssel des Kunden von einer vertrauenswürdigen Instanz an.

Damit verschlüsselt er eine nur einmal benutzbare Persönliche Identifikationsnummer (PIN) und versiegelt diese zusätzlich mit einer „Digitalen Signatur“, dem digitalen Gegenstück zur herkömmlichen Unterschrift. Das Ergebnis zeigt er als schwarz-weißes Code-Quadrat (QR-Code) auf seinem Bildschirm an. Die darunter verborgene PIN kann jetzt nur der zuvor identifizierte Brillenträger sehen.

Google Glass blendet sie ihm in sein Blickfeld. „Obwohl sich der Vorgang in der Öffentlichkeit abspielt, kann so niemand die PIN ausspähen“, erklärt Schröder. Bei der Übertragung auf das Smartphone sei dies nicht der Fall. Auch das Mitlesen der Eingabe sei zwecklos, da die PIN jedes Mal neu generiert würde. Ohne Chance bleibt auch eine Person, die selber eine Google Glass trägt. Die digitale Signatur stellt sicher, dass sich kein Angreifer zwischen Automat und Kunde drängen und sich wie beim „Skimming“ als der jeweils andere ausgeben kann.

Datenbrillen können jedoch nicht nur in Schulen oder an Geldautomaten zur Anwendung kommen – auch in Unternehmen, in der Notaufnahme und sogar bei der US-Lufwaffe macht ihr Einsatz Sinn. In dem 6-seitigen Artikel von PROFESSIONAL SYSTEM erfahren Sie alles über die Praxis von Datenbrillen!

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