Produkt: Professional System 08/2019 Digital
Professional System 08/2019 Digital
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Elektroakustische Bearbeitung der Raumakustik

Wozu dient die elektroakustische Bearbeitung der Raumakustik? Generell lässt sich zwischen zwei Hauptaufgaben dieser elektroakustischen Bearbeitung unterscheiden: Nachbesserung und Flexibilität.

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Das SoundLab bei Fohhn, Vorführort des AFC3, ist auch Entwicklungs- und Vorführumgebung für 3D-Sound (Bild: Yamaha Music Europe GmbH, Christiane Bangert)

Bei der Nachbesserung geht es um das Verbessern der raumakustischen Bedingungen in einem Raum, Saal oder einer Bühne, ohne massiv die baulichen Gegebenheiten zu ändern. Wenn z. B. die Nachhallzeit zu kurz für ein unverstärktes Sprechen ist, kann durch die Verstärkung der frühen Reflexionen von den Wänden die Situation für Vortragende, Gesprächsrunden oder Schauspieler verbessert werden.

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Flexibilität in der Raumakustik ist eigentlich ein Muss für multifunktionale Räume. Denn akustisch gesehen funktionieren sie sonst nur optimal für einen Nutzungstyp. Eine Raumakustik, die beispielsweise sowohl für Seminare und Vorträge als auch Aufführungen von einem Streichensemble oder kleinem Orchester gleichsam geeignet ist, gibt es nicht. Schon allein von der Nachhallzeit her. Im ersten Fall sollte die Nachhallzeit kurz sein und zum Beispiel in einem 2.000 m3 großen Saal im Bereich von 1,1 Sekunden liegen. Bei Musikaufführungen sind längere Nachhallzeiten besser, es dürfen je nach Musikstil ruhig 1,5 Sekunden und mehr sein.

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Das Vorführ-Rack umfasst Verstärker und Controller des 3D-Systems (IOSONO und Yamaha) mit insgesamt 18 LX-10, 24 LX-100 und vier AS-40 (Bild: Yamaha Music Europe GmbH, Christiane Bangert)

Eine Variabilität einrichtungstechnisch herzustellen ist aufwendig und erwartet im Betrieb von den Mitarbeitern, den Saal akustisch immer wieder umzurüsten. Dies setzt voraus, dass die Mitarbeiter Kenntnisse darüber haben, welche Vorhänge z. B. für welche Anwendungen gezogen oder wie die Deckensegel gestellt werden müssen. In der Praxis geht dieses Wissen manchmal verloren, so dass Räume und Säle trotz Variationsmöglichkeiten nicht auf die jeweilige Nutzung angepasst werden. Das Umstellen der Raumakustik mittels elektroakustischem System per Knopfdruck kann hier eine praktikablere Möglichkeit sein. Denn es lassen sich fachmännische Einstellungen für verschiedene Szenarien generieren, in Presets speichern und bei Bedarf abrufen. Ist der Einmessvorgang abgeschlossen, so kann auch ein elektroakustischer Laie in Abhängigkeit von der Nutzung mit der entsprechend beschrifteten Taste die Raumakustik anpassen.

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