Digital Signage und digitale Strukturen setzen sich mehr und mehr durch

ISE 2019: Die Welt wird immer digitaler

Es ist ein stetiger Trend zu beobachten, der sowohl für das Leben außerhalb des RAI in Amsterdam gilt, wo gerade wieder Europas Leitmesse für Systemintegration stattfindet, als auch für das geschäftige Treiben innerhalb der Ausstellung: Alles wird digitaler! 

Ob es sich nun um Audio, um Signalverarbeitung oder auch um das Ansprechen von Menschen im öffentlichen Raum dreht, die Systeme werden immer leistungsfähiger, der Funktionsumfang umfangreicher und auch die Vernetzung spielt eine immer größere Rolle.

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Es finden sich zum Beispiel voll digitale Bushaltestellen am Stand von LG, die einen nicht nur über die klassischen Billboards, die in Deutschland größtenteils noch mit recht analogen Citylight-Plakaten behangen werden, ausgestattet sind, sondern darüber hinaus einen voll digitalen Fahrplan bieten mit der Möglichkeit interaktiv weitere Informationen zu erlangen. Dazu darf ein weiterer doppelseitiger Monitor mit den aktuellen Linieninformationen natürlich nicht fehlen.

Digitale Bushaltestelle am Stand von LG (Bild: Sven Schuhen)

Im Bereich von Konferenz- und sonstigen buch- / reservierbaren Räumen finden sich immer mehr voll-integrierte Lösungen, die eine Verwaltung dieser Räumlichkeiten übernehmen, die Reservierung der Räume über Outlook oder gar per Smartphone zulassen und entsprechend jeden über die Verfügbarkeit des Raumes informieren oder in einigen Fällen gar direkt eine Buchung über das entsprechende Informationsdisplay ermöglichen oder Hinweise zu weiteren Räumen im Gebäude oder an anderen ans System angebundene Standorte geben. Andere Hersteller wie Sony beispielsweise setzen mit ihren Lösungen sogar noch früher an und erlauben auch die Registrierung von Besuchern schon an der Information und teilen im Anschluss dem entsprechenden Mitarbeiter per SMS oder sonstiger Nachricht mit, dass der Besuch am Empfang eingetroffen ist.

Displays für Raumbuchungslösungein werden in vielen verschiedenen Größen und Technologien angeboten. Teilweise PoE-gespeist, teilweise aber auch über Akku.
Lösung von Sony um bei nicht besetztem Empfang eine Registrierung von Besuchern zu ermöglichen.
Teilweise werden solche Informationsdisplays über die eInk-Technologie realisiert, wie es zum Beispiel Sharp zeigt. Dies ist in etwa vergleichbar mit eBook-Readern. Wie auch dort haben diese Systeme einen extrem niedrigen Stromverbrauch und können laut Aussagen einiger Hersteller so teilweise über 12 Monate mit einer Akkuladung betrieben werden. Als reine Anzeige-Technologie können diese allerdings nicht mit Touchfunktion versehen werden. Allerdings nutzen manche Hersteller eInk für die Beschriftung von Tastenfeldern und erzeugen so eine Interaktivität mit der Anzeige.

eInk Technologie für Digital Signage bei Sharp (Bild: Sven Schuhen)

Damit Bildschirme in Konferenzräumen vor Beginn einer Präsentation nicht nur ein schwarzes Rechteck zeigen, lassen sich die Anbieter von Collaboration-Lösungen immer mehr einfallen. Angefangen von einfach zu personalisierenden Hintergründen bis zu ausgefallenen Informationssystemen, die mit Newsticker, Twitter Feed und vielen anderen Details gefüttert werden können. Konferenzräume, ausgestattet mit Sensoren oder Kameras, die bereits intelligent genug sind um eine Bewegung im Raum auch einem Menschen zuzuweisen, erkennen ob ein Raum in Benutzung ist, wie oft er durch wie viele Personen frequentiert wird und liefert so dem Betreiber wertvolle Informationen zur Auslastung und kann auch dem Raumbuchungssystem mitteilen, das der Raum belegt ist oder eben doch nicht und entsprechend die Buchung vornehmen oder wieder freigeben. Auch Automatismen zur Steuerung von Beleuchtung und Raumklima können mittlerweile über Sensoren erfolgen und in Buchungs- und Steuerungssysteme integriert werden.

Nahezu transparente OLED-Displays ermöglichen die Kombination von Schaufenster-Ausstellungen mit digitalen Inhalten, die vorgelagert werden. Das erlaubt neben einer kreativen Gestaltung der Auslage ganze neue Möglichkeiten Kunden auf seine Produkte aufmerksam zu machen. Entsprechende Beispiele zeigt LG an mehreren unterschiedlichen Stellen auf seinem Stand. Darüber hinaus geht Epson einen ähnlichen, wenn auch technisch sehr unterschiedlichen Weg. Hier wird mit einer Ultra-Kurzdistanz-Projektion von innen auf die zuerst nahezu durchsichtige Schaufensterscheibe projiziert. Sobald die Projektion startet, wird die Scheibe jedoch milchig und dient somit als Rückprojektionsfläche. Im Beispiel von Epson lassen sich drei Teilbereiche des Schaufensters unterschiedlich bespielen und machen damit deutlich, was für Möglichkeiten ein entsprechendes Mapping auf unterschiedliche Flächen bietet, da die auf die Scheiben aufgebrachten aktiven Folien natürlich nicht vollflächig und vor allem auch nicht rechteckig sein müssen.

Transparenter OLED Screen für die Überlagerung einer Auslage im Schaufenster am Stand von LG
Transparenter OLED Screen für die Überlagerung einer Auslage im Schaufenster am Stand von LG
Schaufensteranwendung mit Digital Signage mit einer Projektion bei Epson. Erst beim Start der Projektion wird die Scheibe...
...milchig und dient damit als Rückprojektionsfläche.
Durch die Nutzung von Mapping-Software, lassen sich auch nur einzelne Bereiche des Schaufensters als Projektionsfläche nutzen und bieten damit viele kreative Möglichkeiten.
Durch das Mapping wird der Kunde beim Blick durch das Schaufenster auch bei laufender Projektion nicht geblendet.
Ein anderer Trend ist auf der ISE ebenfalls zu beobachten: Akkubetriebene Displaylösungen in verschiedensten Größen sind scheinbar gefragt und werden teilweise über rollbare oder aber über feststehende, aber dafür leicht tragbare Lösungen realisiert. Für das beliebte Samsung Flip Smartboard hat die Lang AG hier eine Design-Studie vorgestellt, bei dem das rotierbare Display in einem schlichten rollbaren Edelstahlrahmen sitzt und in seinem Fuß einen Akku beinhaltet, der dem smarten Bildschirm etwa sechs Stunden Strom liefert. Auch kleinere rollbare, akkubetriebene Signage Displays sind über den Stand verteilt und weisen den Weg zum nächsten Food Corner.

Die Lang AG hat in einer Design-Studie dem Samsung Flip Smartboard einen stylischen, rollbaren Fuß verpasst, der auch noch einen Akku beinhaltet um das Smartboard für etwas 6 Stunden mit Strom zu versorgen.
Mit dem Troll-E hat die Lang AG ein kleines, rollbares und akkubetriebenes Digital Signage Display gebaut, dass mit integriertem Media-Player sehr flexibel einsetzbar ist.
Mit dem Troll-E hat die Lang AG ein kleines, rollbares und akkubetriebenes Digital Signage Display gebaut, dass mit integriertem Media-Player sehr flexibel einsetzbar ist.
Es bleibt spannend, was sich die Hersteller und krativen Köpfe der Branche bis zum nächsten Jahr wieder einfallen lassen, um unsere Welt wieder ein Stück digitaler werden zu lassen.

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