Transparenz für Herrchen und Frauchen

Instore Signage beim Tierfutterhersteller

Rund 30 Millionen Haustiere gibt es in Deutschland – Tendenz: wachsend. Und immer mehr Tierhalter wollen ihre Lieblinge möglichst gut und artgerecht ernähren. In Anbetracht des immensen Tierfutterangebotes setzt die Dogma Tiernahrung GmbH daher auf Überzeugen durch Aufklärung und zeigt in ihrem Abholmarkt eigens produzierte Filme über die Futterherstellung – mittels LED-Projektoren.

Instore Signage beim Tierfutterhersteller
(Bild: Dogma Tiernahrung GmbH)

Tierfuttermärkte sind meist Orte, in denen Digital Signage, wenn überhaupt, als Werbung auf relativ kleinformatigen Flachbildschirmen abläuft. Im Abholmarkt der Dogma Tiernahrung GmbH ist das anders: Hier können die Kunden Wissenswertes über das selbst produzierte Tierfutter des Unternehmens in Filmen erfahren, die über die gesamte Breite der langgestreckten und abgewinkelten Theke projiziert werden. Die Montage und Installation der Projektionssysteme oblag dem Dresdner Systemintegrator Mediatronic. Die Betreuung des Projektes erfolgt durch die VST GmbH in Saalfeld. VST unterstützt die Dogma GmbH auch durch das Erstellen von Digital-Signage-Layouts für unterschiedliche zielgruppenspezifische Werbebotschaften für Aquarianer und den Abholmarkt. Die Inhalte dafür können dann von der Dogma GmbH einfach gestaltet werden.

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Vorzeigeprojekt

Antrieb für das Projekt ist der Wunsch des Futterherstellers, seine Kunden von der Qualität seiner Produkte zu überzeugen. So erklärt die Geschäftsleitung von Dogma auf die Frage nach der Motivation zu diesem Projekt, dass das gesamte Konzept des Unternehmens und insbesondere die Art und Weise der Tiernahrungsproduktion ein Vorzeigeprojekt des Veterinäramtes sei. Das Unternehmen als solches diene damit auch als Vorzeigebetrieb im Sinne eines Hygienebetriebs nach HACCP-Konzept (Hazard Analysis and Critical Control Points- Konzept – also die Gefahrenanalyse kritischer Lenkungspunkte zur Vermeidung von Gefahren im Zusammenhang mit Lebensmitteln).

Normalerweise sind die Produktions- und Verpackungsräume aus Hygienegründen nicht zugänglich für Endverbraucher. Daher möchte man mit der Visualisierung Transparenz schaffen und Einblicke in das Produktions- und Herstellungsverfahren und damit in die Umsetzung des Hygieneanspruches geben. Die Visualisierung soll nachweisen, dass dem Vierbeiner sauberes, frisches und sicheres Futter zur Verfügung gestellt wird. Zudem will man bei Dogma „für die Kunden eines Abholmarktes ein Einkaufserlebnis für alle Altersstufen schaffen.“

Großbildprojektion über der Verkaufstheke

Die Inhalte werden auf einer 17 m breiten und 1,10 m hohen Betonverkleidung über der Verkaufstheke dargestellt, die der L-förmigen Theke als gekrümmte Fläche folgt. Zur Wiedergabe der Bilder waren daher Projektoren vorzuziehen, da der Einsatz von entsprechend geeigneten Projektormodellen ein nahtloses, homogenes und gerade an Stirnseiten rundes Gesamtbild erlaubt. Denn es sollte ein „fließender“ Gesamteindruck entstehen, was mit starren Displays nicht möglich gewesen wäre. Zudem gab es einen weiteren „gewichtigen“ Grund, der für den Einsatz von Projektoren sprach: Als Projektionsfläche dient nämlich eine Betonglocke über einem 35.000-l-Aquarium, die als Absaugvorrichtung für die Luftfeuchtigkeit dient. Hier hätte die Anbringung von Displays und deren Halterungen zu statischen Problemen mit dem Gesamtgewicht geführt. Die Wiedergabe der Inhalte erfolgt als Panoramaprojektion über neun DLP-Projektoren vom Typ LP-WU3500 von Hitachi in WUXGA-Auflösung mit LED-Lichtquelle.

Dogma-Abholmarkt
Gut sortiert inklusive Frischfleisch-Theke: der Dogma-Abholmarkt (Bild: Dogma Tiernahrung GmbH)

Auf jedem Schenkel der L-förmigen Projektionswand plante Mediatronic vier Projektoren ein; der neunte Beamer ist im Wesentlichen für die Bespielung der Rundung zuständig. Die Gesamtprojektion besteht dabei aus den Teilbildern der einzelnen Beamer, die per Softedge-Blending zu einem Panoramabild verbunden werden. Dabei war auf eine definierte Befestigung und Orientierung der Projektoren sowie auf einen exakten Farbabgleich der Beamer untereinander zu achten. Da die Projektion „ums Eck“ geht, mussten zudem geometrische Verzerrungen mittels „Warping“ ausgeglichen werden. Ein- und ausgeschaltet werden die Projektoren durch die Hitachi Projector Management Software.


LED-Projektor Hitachi LP-WU3500

Der Hitachi LP-WU3500 ist ein DLP-Projektor mit 3.500 Lumen Helligkeit, der als Lichtquelle LEDs verwendet. Der Hersteller setzt zudem die sogenannte HLD (High Lumen Density)-Technologie ein, bei der blaues LED-Licht in einem Leuchtstoffstab in Grün gewandelt wird. Rot und Blau werden durch seperate rote beziehungsweise blaue LEDs erzeugt. Dies verspricht Bilder mit hoher Farbgenauigkeit und ein Kontrastverhältnis von 20.000:1. Die Lebensdauer wird mit bis zu 20.000 Stunden angegeben. Zudem bietet der Projektor neben Warping und Edge-Blending auch HDBaseT-Konnektivität und lässt sich in jedem Winkel montieren.

LED-PROJEKTOR HITACHI LP-WU3500
(Bild: Hitachi)

Einsatz von LED-Projektoren

In Anbetracht einer durchschnittlichen Wochenlaufzeit der Projektoren von circa 50 Stunden fiel die Entscheidung auf die flexibel montierbaren LP-WU3500 LED-Projektoren von Hitachi, da sie sehr leise sind und natürlich wirkende Bilder mit hohem Kontrast darstellen. Das ist aufgrund der in den Verkaufsräumen vorherrschenden Umgebungsbeleuchtung erforderlich. Zudem wurde das Lichtkonzept in Absprache mit dem Elektroplanungsbüro so gewählt, dass kein direktes Licht auf die Projektionsfläche fällt. Daneben konnte der LPWU3500 auch die für die Realisierung erforderlichen Features wie Edge Blending und Warping bieten.

Auch ökologische beziehungsweise ökonomische Aspekte haben laut Angaben des Betreibers zur Entscheidung für den Hitachi- Projektor beigetragen: Es sollten bewusst keine Projektoren mit Quecksilberlampen zum Einsatz kommen. Außerdem ist der Einsatz alternativer Lichtquellen in Anbetracht der bereits erwähnten hohen Betriebszeit der Projektoren sinnvoll. Wichtig für die Betriebssicherheit sei auch, dass Hitachi fünf Jahre Garantie gewährt, egal, ob es sich dabei um die Lichtquelle oder das Gerät handelt.

Projektion auf einer 17 m breiten und 1,10 m hohen Betonverkleidung
Die Projektion wird auf einer 17 m breiten und 1,10 m hohen Betonverkleidung über der Verkaufstheke dargestellt, die der L-förmigen Theke als gekrümmte Fläche folgt. (Bild: Dogma Tiernahrung GmbH)

Projektion auf Beton

Bei der Planung hat Mediatronic ebenfalls auf die Beschaffenheit der Projektionsfläche geachtet: „Es war sehr wichtig, dass die gesamte Projektionsfläche, vor allem die Rundung, sehr feinkörnig gespachtelt und absolut plan abgeschliffen werden musste“, meint Jens Andreas, Geschäftsführer der Mediatronic GmbH. Als Abschluss wählte Mediatronic eine Kombination von proFLEXX Projektionsfarben, um die Projektionsfläche final zu bearbeiten. Jens Andreas bemerkt dazu begeistert: „Das Ergebnis war eine sehr homogene gesamte Projektionsfläche mit brillanter Farbtonwiedergabe und hohem Kontrast.“

Schon im Vorfeld wurde die genaue Kabelverlegung mit der vor Ort tätigen Elektrofirma abgestimmt. Es sei dringend erforderlich gewesen, dass sich jeder Netzwerk- und Stromanschluss direkt hinter den Projektoren befindet, um eine minimal sichtbare Verkabelung zu gewährleisten, erklärt Jens Andreas. Die komplette Decke wurde in schwarz gehalten. Um den Bedürfnissen einer möglichst unsichtbaren Installation gerecht zu werden, wurden sowohl Halterungen als auch Kabel im Deckenbereich in schwarz ausgeführt. Als Befestigungslösung kamen RPMEU-Halterungen von Chief zum Einsatz, da diese laut Integrator sehr robust seien und die Projektor-Positionierung sowie die Installation durch die MicroZone- Einstellungen vereinfacht werde. Ebenfalls wichtig sei das exakte Halten der eingestellten Position: „Einmal eingestellt, bleiben die Projektoren zuverlässig an den gewünschten Positionen“, sagt Jens Andreas. Die Positionierung der Projektoren erfolgte mit ca. 10 % Überlappung der Bilder, um Edge-Blending und Warping sowie mögliche Geometriekorrekturen im runden Bereich der Projektionsfläche zu ermöglichen.

Dr.-Ing. Jan Röder, einer der Geschäftsführer der VST GmbH
Dr.-Ing. Jan Röder, einer der Geschäftsführer der VST GmbH (Bild: VST GmbH)

Zuspielung

Die neun Projektoren erhalten ihre Bildsignale von einem zentralen Medienserver (Picturall Quadro Mark II) mit drei 4K-Ausgängen, woraus dann neun HD-Signale generiert werden. Drei Videowall-Controller vom Typ Datapath FX4/H verteilen diese Videosignale auf die Projektoren – die Signalübertragung erfolgt hierbei über HDBase-T mittels neun Signalübertragern von TVOne. Dank der Möglichkeit zu geometrischer Korrektur ist der Server in der Lage, jeden Ausgang auf die vorhandenen Gegebenheiten abzustimmen. Da Videoaufnahmen und Werbeeinblendungen im Wechsel abgespielt werden, lassen sich diese durch den Medienserver völlig frei in beliebigen Zeitabständen, Längen und Layouts auswählen. Der Serverstandort befindet sich in einem Nebenraum. Die Netzwerkkabel sind jeweils über knapp 50 m zu diesem Standort verlegt worden. Hier befindet sich auch ein Bediener- PC, der mit dem Server per Netzwerk verbunden ist. Über eine gesicherte VPN-Verbindung ist es möglich, den Kunden von der Ferne über eine RDP (Remote Desktop Protocoll)-Sitzung zu unterstützen.

Jens Andreas, Geschäftsführer der Mediatronic GmbH
Jens Andreas, Geschäftsführer der Mediatronic GmbH (Bild: Mediatronic GmbH)

Ausblick

Damit die Kunden im Abholmarkt auch künftig abwechslungsreich unterhalten werden, sind bereits weitere Schritte geplant. Da neben dem Verkauf von Tierfrischnahrung auch eine Aquaristik-Abteilung als zweites Standbein existiert, sollen in Zukunft zusätzlich Inhalte aus diesem Bereich gezeigt werden. So will man mit wechselnden Darstellungen zielgenau auf die jeweils im Markt befindliche Zielgruppe reagieren und diese zeitnah bewerben können. In einem der nächsten Schritte sollen Live-Videos mit Unterwasserbildern aus dem 35.000-Liter- Aquarium über der Theke erstellt und im Wechsel mit den anderen Inhalten ausgespielt werden. Zudem ist die Erstellung weiterer professioneller Video aufnahmen, ebenfalls mit der Unterstützung von VST, zum Beispiel bei neuen Produktvorstellungen mit passender Sound-Untermalung geplant.


Infos zu den beteiligten Unternehmen

Die Mediatronic GmbH errichtet als AV/SAA-Systemhaus seit ca. 25 Jahren Projekte in den Bereichen Medientechnik und Sprachalarmierung. Mediatronic ist Mitglied der AV-Solution Partner, einer Kooperation unabhängiger AV-Systemhäuser und Systemintegratoren im deutschsprachigen Raum.

www.mediatronic.eu

Die VST (VideoSystemTechnik) GmbH, AV-Systemhaus aus Saalfeld, rüstet seit über 26 Jahren ihre Kunden mit maßgeschneiderten technischen Lösungen aus. Die VST setzt auf namhafte Markenhersteller und entwickelt darüber hinaus kontinuierlich eigene Lösungen. VST ist ebenfalls Mitglied der AV-Solution Partner.

www.vst-pro.de

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