Produkt: Professional System 07/2019
Professional System 07/2019
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Lichttechnik

Das Licht-Chamäleon: Intelligente Schienensysteme

Zweifelsohne hatten Schienen- und Seilsysteme in den 90er-Jahren einen rasanten Höhenflug vollzogen. Kaum eine Lichtsituation, ob gewerblich oder privat, kam um eine komplexe Systemlösung herum. Doch auch wenn der große Hype inzwischen abgeflacht ist, gibt es sie nach wie vor. Und sie brauchen sich nicht zu verstecken, denn durch die Integration moderner Steuer- und Lichttechniken sind diese modularen Systeme als Problemlöser eine attraktive Alternative.

Kronleuchter-artige Lichtstruktur
Mit gebogenen Schienen können Kugeln, Ovale oder Neuinterpretationen klassischer Kronleuchter entstehen (Beispiel: Freesyler sphere von Buschfeld Design GmbH). (Bild: Norbert Miguletz, buschfeld Design GmbH)

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Einige ursprüngliche 12-Volt-Halogensysteme sind inzwischen völlig vom Markt verschwunden. Entweder haben diese aufgrund der überholten Formensprache oder fehlender Umbau- bzw. Erweiterungsmöglichkeiten hinsichtlich der LED-Technik ihre Existenzberechtigung verloren. Insbesondere die ersten Generationen der sogenannten Retro fit-Leuchtmittel haben den Anwendern bei der Umrüstung mehr Probleme als Freude bereitet, was oftmals zu einem kompletten Wechsel der Lichtlösung führte.

Dabei hätte die LED-Technik aufgrund des geringen Stromverbrauchs und der relativ sorgenfreien thermischen Genügsamkeit durchaus das Potenzial gehabt, manche Beschränkungen filigraner Lichtlösungen aufzuheben. Doch vermutlich ist es das Prinzip des offenen Schienenverlaufs unter der Decke, welches für viele Anwender einfach aus der Mode gekommen ist.

Freestyler Produkte von buschfeld
Nahezu jede gerade und geschwungene geometrische Form lässt sich mit den Freestyler-Produkten von buschfeld umsetzen und ermöglicht so ganz neue Herangehensweisen an das Thema Systemtechnik. (Bild: Constantin Meyer, buschfeld Design GmbH)

Architekten und Planer benötigen für die eigene Kreativitätssteigerung ab und an neue Produkte und Herangehensweisen, um sich selbst neu zu erfinden bzw. zu realisierende Projekte immer wieder neu und vor allem individuell zu gestalten.

Doch sie sind noch da, die klassischen Schienensysteme mit der Option, für jede beliebige Stelle des Verlaufes aus einer Vielzahl an Strahlern, Pendelleuchten und dekorativen Leuchten zu wählen. Hinzu kommen enorme Leistungssteigerungen auf miniaturisiertem Raum, extrem flexible Schienenverläufe und zu guter Letzt der vielleicht sogar mitentscheidende Faktor: komplexe Steuerungsoptionen.

Nach wie vor ist das KO-Kriterium für ein Stromschienensystem die Möglichkeit, an nur einem einzigen Stromanschluss beinahe beliebig viele Lichtquellen durch einen individuellen Schienenverlauf flexibel im Raum zu platzieren und diesen dadurch sehr bedarfsgerecht ausleuchten zu können. Nicht nur Galerien und Museen machen sich diese Eigenart zu Nutze – im Ladenbau ist das Schienensystem seit jeher ein absoluter Klassiker unter den Beleuchtungslösungen.

Und für den privaten Gebrauch ermöglichen diese dem Anwender ohne spezifische Kenntnisse der Elektroinstallation eine wechselnde Positionierung einzelner Leuchten und Lichtquellen, um so die eigenen vier Wände jederzeit nach Lust und Laune (um)gestalten zu können.

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Smart Track

Formal erinnert das LED-System Smart Track von Oligo an eine verkleinerte Version der 3-Phasen Stromschiene. Mit 17 × 17 mm ist das Profil jedoch gerade mal halb so groß und dadurch für viele dekorative Anwendungen wesentlich gefälliger.

Die Schienen und das meiste Zubehör stehen in den Oberflächenfarben Weiß, Schwarz und Chrom matt zur Verfügung. Die Montage kann deckenbündig, abgehängt oder in die Decke eingelassen erfolgen, was bereits einige Anwendungsfelder abdeckt.

Elf Strahler, zwei Raumlichter und fünf Pendelleuchten stehen als Bestückung in unterschiedlichen Designs, Oberflächen und Leistungsstärken zur Auswahl. Die Leuchten werden mittels des klein dimensionierten Adapters schnell und komfortabel an das Schienensystem angebunden. Die Montage der Leuchte und auch des Adapters erfolgen werkzeuglos.

Oligo Leuchtsystem
Der repräsentative Einsatz ist aufgrund des ansprechenden und zeitlosen Charakters der Oligo Leuchten und Lichtsysteme auch in Umgebungen wie Büro- und Verwaltungsgebäuden gut möglich. (Bild: Oligo Lichttechnik GmbH)

Das System arbeitet auf einer für LEDs optimierten 24-Volt-Basis und bietet zusätzlich einige Optionen der Lichtsteuerung, wie beispielsweise durch den nachträglich leicht zu integrierenden SMART.IQ Funkadapter, denn dieser wird einfach auf den regulären Leuchtenadapter aufgesteckt.

Bei Inbetriebnahme des Systems wird der Strahler mit dem mobilen Endgerät gekoppelt und baut eine Funkverbindung auf. So können die Leuchten in die weit verbreiteten Smart-Home-Systeme von Casambi und HomeMatic eingebunden werden.

Einzelne Strahler oder Strahlergruppen können gleichzeitig und intuitiv von einem oder mehreren mobilen Geräten aus gesteuert werden. Ebenso unkompliziert ist das Anlegen unterschiedlicher Lichtszenerien. In Verbindung mit steuerbaren Einzelleuchten ergeben sich weitere Optionen der Lichtgestaltung im Smart Home.

Der SMART.IQ Adapter für die Casambi-Lösung baut zwischen sämtlichen integrierten Systemleuchten ein geschütztes Bluetooth-Netzwerk auf. So lassen sich Systemleuchten und vordefinierte Leuchtengruppen auch in verschiedenen Räumen und auf unterschiedlichen Ebenen zentral und bequem über Smart Devices steuern.

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Sense System

Das „Sense System“ ist die digitale Erweiterung des buschfeld Schienensystems LightLight und basiert auf 48 V DC. Mit dem komplexen System hat der Hersteller die Basis für zukunftsorientierte Optionen einer intelligenten und modularen Beleuchtung geschaffen.

Das System erscheint sowohl zurücknehmend durch seine schlichte Eleganz als auch auffällig durch die resultierende Lichtwirkung. Es lassen sich unterschiedliche Lichtszenarien kreieren, einzelne Leuchten individuell ansprechen und steuern und per App komplexe Architekturen mit Licht modulieren.

Die netzwerkfähigen Leuchten sind mit besonderen Treibern ausgestattet und haben weitestgehend eine ausgesprochen kompakte Bauform. Die Steuerung erfolgt per Smartphone-App oder EnOcean- Wandschalter, und es können Gruppen und einzelne Leuchten separat geschaltet, gedimmt, frei programmiert bzw. mit anderen Leuchten des Sense System vernetzt werden.

Auch Bewegungs- oder Feuchtigkeitssensoren lassen sich mit dem Netzwerk kabellos koppeln. In Museen oder Kirchen etwa können die Sensoren zum „data hub“ mit integrierter Sensorik und Aktorik werden, Informationen über Besucheraufkommen, Energieverbrauch oder Betriebsdauer sammeln und diese an einen Rechner oder Smartphone übermitteln.

Sense System mit Lucellino Leuchten
2020 hat Buschfeld sein digitales Sense System um eine Kooperation mit dem international renommierten Hersteller Ingo Maurer erweitert: Zum ersten Mal sind Lucellino Leuchten, die mit ihren handgefertigten weißen Federflügeln an einen Vogel erinnern, mit den schmalen Stromschienen des smarten Sense System kombiniert. (Bild: buschfeld Design GmbH)

In Verbindung mit einem Gateway lassen sich die Leuchten, Sensoren und Aktoren, die mit der offenen Standard-Technologie iBeacon ausgestattet sind, auch von extern schalten, programmieren oder warten. So wird es möglich, bis zu 32.000 Leuchten/Elemente innerhalb eines Gebäudes zu vernetzen.

Gerade oder gebogene Elemente des Schienensystems lassen sich zu großformatigen Strukturen zusammenfügen, was der Hersteller unter dem Oberbegriff „Freestyler“ zusammenfasst. Die so entstandenen Elemente werden zum Leuchtkörper für die Strahler und Spots, die auf dem digitalen Sense System beruhen.

Das Konzept ist modular gedacht, und es ermöglicht, Lichtkörper nach individuellen Wünschen maßgeschneidert zu gestalten. Es sind vielfältige Konfigurationen und Formen für leichte Lichtobjekte realisierbar, und so werden gerade Schienen zu dreidimensionalen kubischen Strukturen oder zu sternartigen Geflechten. Mit gebogenen Schienen können Kugeln, Ovale oder Neuinterpretationen klassischer Kronleuchter entstehen.

Es sind geflechtartige Sternstrukturen von bis zu 50 m2, Kugelskulpturen von bis zu 4 Metern oder Ringleuchten von bis zu 12 Metern Durchmesser umsetzbar. Das Sense System mit 48 V beruht auf den Komponenten des klassischen LightLight Systems von buschfeld, sodass die gesamte Produkttypologie ohne optische Veränderungen erhalten bleibt und sogar formal zu kombinieren ist.

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3-Phasen-Stromschiene

Die 3-Phasen-Stromschiene ist der Klassiker unter den modularen Systemlösungen und hat nach wie vor in der gewerblichen Anwendung ihren Schwerpunkt. Die Langlebigkeit, der störungsfreie Einsatz und, dies mag der wichtigste Punkt sein, die uneingeschränkte Kompatibilität mit unzähligen und von unterschiedlichen Herstellern angebotenen Leuchten sind gewiss das Geheimnis des anhaltenden Erfolgs.

Selbst bei einem grundlegenden Nutzungswechsel in einem Einzelhandelsgeschäft werden meist nur die Leuchten an sich, aber doch eher selten das vorhandene System aktualisiert. Die drei zur Verfügung stehenden Schaltkreise ermöglichen ohne Steuerungstechnik bereits eine individuelle Nutzung des Systems und bieten so wenigstens drei unterschiedliche Lichtszenarien per Knopfdruck. Optionale Steuerleitungen in dem Schienenprofil erweitern dieses auf ein Dali-konformes System, das die individuelle Ansprache einzelner Leuchten oder Gruppen eröffnet.

3-Phasen-Stromschiene
Die klassische 3-Phasen-Stromschiene ist aus dem Ladenbau beinahe nicht mehr wegzudenken, und sie gewinnt aufgrund optionaler Erweiterungen hinsichtlich der Lichtsteuerung an neuer Beliebtheit. (Bild: Alexander Schwarz, lichtbasis GmbH)

Voraussetzung dafür ist die Erweiterung der jeweiligen Leuchten um einen entsprechenden Controller bzw. der Austausch gegen eine integrierte Lösung. Doch der Raum der Schienenadapter kann auch Funkempfänger/Sender aufnehmen, so dass die eigentliche Schiene nicht ausgetauscht bzw. besondere Merkmale aufweisen muss, um einzelne Elemente des Systems in ein Netzwerk zu integrieren.

Des Weiteren können sogenannte Steuereinheiten, etwa EnOcean-Empfänger, installiert werden, die per Funk und über den daran angeschlossenen Datenbus bis zu 15 Geräte/Leuchten ansprechen können.

Durch diese optionalen Erweiterungen ist das Lebensende des Schienenklassikers in weite Ferne gerückt, denn die technischen Möglichkeiten und Optionen trösten leicht über das etwas angestaubte Image dieser robusten Lichtlösung hinweg.

So werden die filigranen Lichtlösungen, wie sie hier beispielhaft von Oligo und buschfeld vorgestellt werden, den Klassiker nicht unbedingt vertreiben – sie bieten allerdings von der Formsprache her eine attraktive und zeitgemäße Alternative für private und gewerbliche Projekte an, bei denen auch das Schienendesign eine Rolle spielt, ohne auf technische Raffinessen verzichten zu müssen.

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Produkt: Professional System 04/2020
Professional System 04/2020
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