Produkt: Professional System 07/2020
Professional System 07/2020
Videoconferencing-Soundbars passgenau in Medienmöbel +++ Beispiele für gutes Licht in Ausbildungsstätten +++ Auf dem Prüfstand: Monacor WALL-05DT +++ DigitalPakt Schule: zwischen Individualisierung und Standardisierung abwägen
Lautsprecher mit integriertem Mikrofonarray und steuerbarer Kamera

Trust Iris im Conferencing-Praxistest: Eines für alle

Beim niederländischen Hersteller Trust denkt man zuerst an Computer-Zubehör mit gutem Preis/Leistungs-Verhältnis. Neben Produkten im Gaming-Bereich hat sich das Unternehmen auch die (Home)-Office-Welt als interessante Zielgruppe ausgesucht. Für das Büro der Zukunft entwickelte Trust jüngst das All-In-One-Gerät Iris, einen Lautsprecher mit integriertem Mikrofonarray und steuerbarer Kamera, welches wir in diesem Praxistest eingesetzt haben.

Trust Iris(Bild: Trust)

Trust möchte das Arbeiten produktiver und komfortabler machen: Hierfür hat der Hersteller nun eine Lösung im Portfolio, die Plug&Play das Meetingerlebnis verbessern soll. Die optisch ansprechend gestaltete All-In-One-Konferenzlösung „Iris“ besitz integrierte Lautsprecher, ein Mikrofonarray, das Stimmen im Raum bestmöglich aufnehmen soll, sowie eine horizontal und vertikal neigbare Kamera mit Zoom. Fest installiert mit Wandhalterung – oder auch als flexible Lösung mit dem neigbaren Standfuß – lässt sich theoretisch jeder Raum für eine Videokonferenz mit mehreren Teilnehmern nutzen. Dabei ist das Gerät mit jedem Webkonferenz-Client auf Windows und MacOS nutzbar.

Anzeige

Trust Iris
Die Iris All-In-One-Meeting-Lösung von Trust hat ein ästhetisch ansprechendes Design und ist technisch durchdacht. Die LED-Bereiche links und rechts der Kamera zeigen den Betriebsstatus an und das Objektiv lässt sich motorisch verfahren. Als Feature kann dieses sogar automatisch den Bildausschnitt auf einen einzelnen Sprecher oder alle Personen im Raum legen. (Bild: Trust)

Video mit Iris

Wie auch andere All-In-One-Videokonferenzsysteme wird die Trust Iris via Netzteil mit Strom versorgt und per USB mit einem PC oder Laptop verbunden. Hier wird das Gerät vom System als Freisprechtelefon mit Echoausschaltung als Mono-Lautsprecher und Mikrofon sowie als Kamera erkannt und ist nach der Initialisierung durch das Betriebssystem in wenigen Augenblicken einsatzbereit. Für den Betrieb sind keine zusätzlichen Treiber notwendig. Die von Trust verbaute Sony UHD 1/2.5 Zoll CMOS 8.51 Megapixel Kamera mit sogenannter ClearView-Technologie bietet UHD-Auflösung (3840 × 2160) mit bis zu 60 Hz, HDR-Modus und 120°-Weitwinkelansicht (diagonal: 120°, horizontal: 113°, vertikal: 83°). Sie kann so auch einen breiteren Raum und Personen, die nicht direkt nebeneinander sitzen, ausreichend erfassen. Zusätzlich bietet Iris eine Tracking-Option, bei der die Kamera sich mit ihrem motorischen Schwenk- und Kippmechanismus automatisch dem aktiven Sprecher zuneigt (Pan: +/-15 Grad, Tilt: +/-10 Grad) und diesen digital mit bis zu fünffacher Vergrößerung heranzoomt. Iris kann aber auch im Gruppenmodus den Bildausschnitt automatisch so anpassen, dass alle Personen im Bild sind. Sollten Teilnehmer später dazukommen oder das Meeting früher verlassen, passt sie das Bild entsprechend an die vorhandenen Personen an. Dies kann mit der beiliegenden Fernbedienung aktiviert werden.

Remote
Zugriff auf die umfangreichen Features der Trust Iris (Bild: Trust)

Fernbedienung für Mutes und Tracking

Die Fernbedienung bietet einen recht umfangreichen Funktionsumfang. Neben der Steuerung der Neigung der Kamera und des Zooms können diese Werte in zwei Presets gespeichert werden. Sehr nützlich ist auch das Kamera-Mute, bei dem das Videobild geschwärzt wird. Außerdem lassen sich der Dynamik-Modus umschalten, ein Anruf annehmen oder beenden, das Mikrofon und der Lautsprecher stummschalten sowie die Lautstärke regeln. Für das Verhalten der Kamera-Technologie gibt es weitere Tasten am unteren Ende der Fernbedienung. Hier lässt sich der gewünschte Tracking-Modus auswählen, bei dem man eine Person möglichst formatfüllend oder alle Personen im Bild sehen möchte. Die Kamera sucht sich dann den passenden Bildausschnitt automatisch heraus. Aber auch ein manueller Modus ist aktivierbar, bei dem man eine feste Perspektive auswählt. Eine weitere Taste dient der Spiegelung der Kamerabilds. Bluetooth kann ebenfalls über die Fernbedienung (de-)aktiviert werden.

Trust Iris Extended Microphone
Das Trust Iris Extended Microphone erweitert die Verständlichkeit tiefer in den Raum (Bild: Trust)

Audio mit Iris

Die Trust Iris nutzt eine Bluetooth-5.0-Verbindung für Mobilgeräte, um den Lautsprecher und das Mikrofon auch mit diesen nutzen zu können. Die Audio-Funktionalität von Iris nennt Trust „ClearSound-Technologie“. Hierzu soll nach Angaben des Herstellers ein hochwertiger, auf Sprachwiedergabe ausgelegter Lautsprecher verbaut sein. Im Praxistest machte dieser bei mittlerer Lautstärke bei Youtube-Videos und Musikstücken aber ebenfalls eine gute Figur. Laut Trust werden Töne automatisch von allen Schwingungen befreit, um Resonanzen zu vermeiden und ein optimales Hörerlebnis zu liefern.

Das Mikrofonarray von Iris soll den Halbraum vor sich bis zu 5 m weit gut erfassen können. Das Array aus vier einzelnen Mikrofonen wird dabei durch einen Algorithmus unterstützt, der sicherstellen soll, dass jeder Teilnehmer im Raum deutlich zu hören ist. Zusätzlich soll die Geräuschunterdrückung dafür sorgen, dass auf der anderen Seite des Gesprächs keine störenden Umgebungsgeräusche ankommen. Trust gibt an, bis zu acht Teilnehmer im Raum gut abdecken zu können.

Wie bei nahezu allen Geräten dieser Art befinden sich der Lautsprecher rechts und das Mikrofonarray links, was insofern schade ist, da sich die Form der Iris ja prima für Stereo-Sound anbieten und sie damit auch fürs gehobene Homeoffice zusätzlich attraktiv würde. In Besprechungsräumen dagegen reicht normalerweise natürlich Mono-Sound völlig aus, schon weil ein Stereobild bei einem Lautsprecherabstand von knapp 30 cm zueinander bereits nach kurzer Distanz nicht mehr hörbar wäre.

Eingabe-Signalisierung und weitere Features

Links und rechts neben der Kamera sind zwei LED-Elemente integriert, die dem Nutzer den Zustand anzeigen. Wenn die LED-Anzeige weiß leuchtet, bedeutet dies, dass Video und Audio übertragen werden. Bei Betätigung einer Taste der Fernbedienung erlöschen die LEDs kurz, um die Eingabe zu bestätigen. Wenn Trust Iris gerade nicht aktiv verwendet wird, leuchtet nichts und die Bestätigung erfolgt durch ein kurzes weißes Aufblinken der LEDs somit genau umgekehrt. Beim Mikrofon-Mute leuchten diese rot und bei Nutzung der Bluetooth-Funktion blau.

Im Lieferumfang ist ein 3 m langes Kabel USB 3 auf USB-C enthalten, dass für die meisten Anwendungen absolut ausreichend sein sollte. Für die Sicherung gegen Diebstahl besitzt das Gehäuse einen Kensington-Sicherheitsschloss-Zugang.

Trust Iris
Aufnahme für ein Kensington-Schloss, Buchse für die Stromversorgung, USB-C-Port für den Anschluss des Rechners sowie USB-A für die Verbindung des optionalen Tischmikrofons. Der Standfuß bietet eine sichere Aufstellung der Trust Iris und kann an der beiliegenden Wandhalterung eingehangen werden. (Bild: Trust)

Optionales Zubehör

Als optionales Zubehör gibt es ein Iris Extended Microphone, also ein zusätzliches Tischmikrofon, dass mit Iris verbunden werden kann. Dies kann die Aufnahmereichweite des Mikrofons über 5 m hinaus ermöglichen. Das Tischmikrofon ist seinerseits auch wiederum für die Aufnahme von bis zu acht Sprechern ausgelegt. Es wird mit einem 10-m-Verbindungskabel geliefert und besitzt einen großen Mute-Button auf der Oberseite, der ebenfalls von einer LED-Anzeige umgeben ist, welche den Betriebszustand des Mikros anzeigt.

Wem das 3 m lange USB 3.2 Gen 1 Kabel, dass Iris beiliegt, zu kurz ist, hat die Möglichkeit, bei Trust ein passendes Kabel mit 10 m Länge zu erhalten. Dieses besitzt eine aktive Signalverstärkung, um die volle Auflösung der Kamera auch über diese längere Entfernung nutzen zu können.

Neben der beiliegenden Befestigung zur Wandmontage ist optional ein Iris-TV-Mount bei Trust erhältlich, um Iris über oder unter einem Display zu montieren. Der Hersteller gibt an, dass die Halterung mit nahezu allen Displays bis zu 88 Zoll kompatibel ist und über den VESA-Standard befestigt wird.

Test-Fazit Trust Iris

Mit der All-In-One-Meeting-Lösung „Iris“ hat Trust ein technisch durchdachtes und ästhetisch ansprechendes Gerät zum fairen Preis entwickelt. Dem Anspruch einer Plug&Play-Lösung wird der Hersteller hier definitiv gerecht. Das Auspacken der Iris dauert länger als das Aufbauen und Anschließen. Sobald sie mit USB verbunden und mit Strom versorgt ist, ist sie nach wenigen Sekunden einsatzbereit. Das bekommen auch technisch nicht versierte Nutzer problemlos hin. Dank der Mobilität lässt sie sich äußerst flexibel auch in unterschiedlichen Räumen einsetzen.

Durch die mit Stoff bespannte ovale Front wirkt sie etwas wertiger als z. B. die technisch sehr ähnliche Logitech MeetUp. Iris ist jedoch deutlich größer und bietet über die Fernbedienung zusätzliche Features. Technisch sollten sich beide Geräte kaum unterscheiden, wobei subjektiv betrachtet die Kameraqualität nicht ganz so gut ist wie bei der MeetUp. Doch diese ist völlig in Ordnung, vor allem wenn auf einen zu großen Zoom verzichtet wird (der ja rein digital erfolgt). Die Trackingfunktion ist super umgesetzt: Sowohl der Modus für einzelne Sprecher als auch der Modus für Gruppen funktionierte im Praxistest zuverlässig. Der Lautsprecher hat genug Leistung, um einen kleinen Besprechungsraum nicht nur mit Stimmen, sondern auch mit Musik aus einer Präsentation oder Ähnlichem zu beschallen. Natürlich darf man nicht mit HiFi-Qualität rechnen, doch der Klang wirkte voller, als angesichts der Baugröße erwartet.

Zwar kann die Videoübertragung über die Fernbedienung ausgeschaltet werden und auch die LEDs zeigen an, sobald auf die Kamera durch irgendwas zugegriffen wird. In manchen Besprechungen wünschen sich Teilnehmer jedoch für den absoluten Schutz eine manuelle Möglichkeit zur Abdeckung der Kamera. Hier würden ein physischer Shutter oder ein manueller Aufsatz für die Linse helfen, eine als besonders sicher empfundene Privatsphäre herzustellen. Dies fehlt jedoch vielen All-In-One-Geräten dieser Art.

Trust Iris kann über Ingram Micro bzw. den regulären Fachhandel zur unverbindlichen Preisempfehlung von 799 € brutto bezogen werden. Das optionale Zubehör, das in Kürze erhältlich sein soll, wird zu diesen Kosten angeboten: Iris Extended Microphone 129,99 €, 10 m USB 3.2 Gen 1 Kabel 249,99 € und Iris TV-Mount 69,99 €.

Produkt: Professional System 07/2020
Professional System 07/2020
Videoconferencing-Soundbars passgenau in Medienmöbel +++ Beispiele für gutes Licht in Ausbildungsstätten +++ Auf dem Prüfstand: Monacor WALL-05DT +++ DigitalPakt Schule: zwischen Individualisierung und Standardisierung abwägen
Anzeige

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.