Produkt: Bose F1 Model 812 im Test
Bose F1 Model 812 im Test
Die passiven Lautsprecher Bose F1 Model 812 im Test!
Akustik-Neuheiten bei Bose

Beam-Steering und PhaseGuides: Bose-Neuentwicklungen für 2018

Insbesondere für Installationsanwendungen bietet Bose zum Jahreswechsel 2017/2018 mehrere akustische Neuheiten, die sowohl die Integration der Hardware in architektonisch anspruchsvolle Umgebungen als auch die Umsetzung an sich erleichtern

Bose EdgeMax
Die EdgeMax-Modelle strahlen gerichtet schräg in den Raum ab, der Hochtontreiber (links unter der Wölbung strahlt über den Fächer schräg aus dem Modul heraus (Bild: Detlef Hoepfner)

Mit einer ganzen Reihe von Neuheiten möchte Bose zum Jahreswechsel 2017/2018 den Planern von Audiolösungen weitere Produkte und Hilfsmittel zur Hand geben. Hervorstechend dabei sind die neuen Deckeneinbaulautsprecher der EdgeMax-Serie und Zeilenlautsprecher mit Beam-Steering auf Basis der MSA12.

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Bose-Deckenlautsprecher
Typische Einbausituation eines Bose EdgeMax neben der Projektionsfläche (Bild: Detlef Hoepfner)

Der EdgeMax ist nicht einfach ein weiterer Deckeneinbaulautsprecher, das Prädikat „Premium“ spiegelt sich auch im Preis (650,- Euro netto VK) wider. Dafür wird aber fast schon eine Art neuer Klasse von Deckenlautsprechern eingeführt, denn die EdgeMax-Modelle strahlen gerichtet schräg in den Raum ab. Damit sollen sie einige Grundprobleme vieler Planer lösen helfen: Je nach Situation und gestellter Aufgabe sind eigentlich oft Aufbausysteme ratsam, die mit einer gerichteten Abstrahlung eine definierte Hörfläche bedienen und einen Richtungsbezug ermöglichen, von Business-Music-Systemen bis zur Videokonferenz. Die typischen Kundenrückfragen gegenüber solchen Konzepten sind aber in der Regel spontan immer gleich: „Kann man die Boxen nicht verstecken“ und „geht das auch kleiner“? Um den Lautsprecher nun in der Decke verschwinden lassen zu können, wurde eine neue Art der Hochtonrichtung entwickelt: Der „Phase-Guide“ (analog zum „Wave-Guide“) besteht aus einem fächerförmigen Vorsatz vor einem waagerecht montierten 1,4″-Treiber. In diesen Fächer sind viele definierte Austrittsöffnungen und eine akustisch durchlässige Gaze eingearbeitet, sodass der Schallaustritt an mehreren Punkten zeitlich verzögert stattfindet.

Bose „Phase-Guide“ am Hochtontreiber zu Demonstrationszwecken (Bild: Detlef Hoepfner)

In der Summe ergibt sich eine Beam-Formung schräg nach unten in den zu beschallenden Raum mit ca. 75° Öffnungswinkel, beginnend ca. 15° Grad unter der Raumdecke. Horizontal strahlt das System mit 90 oder 180° ab. Für die nötige Tieftonenergie sorgt ein 8″-Chassis. In dieser Kombination wird z. B. eine Einheit rechts und links der Projektionsfläche in einem Konferenzraum in die Decke versenkt. Die Ankopplung Decke/Wand sorgt zusätzlich für das gewünschte Tieftonfundament, durch die Positionierung neben der Projektionsfläche erhält man einen sehr angenehmen Richtungsbezug zum Bild. In der praktischen Vorführung in einem typischen Konferenzraum konnte die Lösung sowohl mit einer nachvollziehbaren Richtwirkung als auch einem angenehm runden Sound überzeugen. Je nach Situation sind unterschiedlichste Konzepte denkbar, in denen die 90- und 180-Grad-Versionen kombiniert werden – hier sollte aber mit der gleichen Sorgfalt geplant und ggf. eingemessen werden, wie man dies auch mit „normalen“ hochwertigen Aufbaulautsprechern umsetzen würde. Denkbar wäre auch ein Einsatz als Under-Balcony-Strahler, der weniger in andere Zonen überspricht (wichtig für das Delay-Timing). Serienmäßig sind die EdgeMax mit Anschlüssen für den niederohmigen oder Hochvolt-Betrieb versehen.

Endlich: Bose Beam-Steering

Dass ein Unternehmen wie Bose, das eher für aufeinander abgestimmte, aber auch relativ geschlossene Lösungen bekannt ist, bereits so konsequent auf ein „Fremdprotokoll“ wie Dante eingestiegen ist, hat damals sicher einige überrascht. Etwas länger gedauert hat es, dass Bose nun auch in das Beam-Steering einsteigt: Mit dem MSA12X ist nun eine weitere Variante der bereits eingeführten Zeile lieferbar, deren Abstrahlung in der Vertikalen elektronisch veränderbar ist. Bisher musste man die Zielen ja optimal platzieren und womöglich mechanisch winkeln können, damit ihr Beam gut die Zuhörer erreicht. Zum Neigen der Abstrahlung werden nun die zwölf verbauten (und für 160° horizontale Coverage leicht gegeneinander gewinkelten) Breitbandchassis je einzeln DSP-seitig angesteuert und das via Dante (oder analog) zugeführte Audiosignal so bearbeitet, dass einer von drei Abstrahltypen entstehen: Für ebene Zuschauerflächen, für ansteigende Zuschauerflächen und ein zweigeteilter Beam. Die Einstellungen sind in zehn Presets speicherbar, beim Umschalten entsteht eine nur kurze Signalpause – im Installationseinsatz wird man sich aber ja vermutlich eh für eine Einstellung entscheiden.

Beam-Steering-Demo bei Bose
Kunst am Bau: Mit zwei waagerrecht montierten Bose MSA12X und Bodenmarkierungen lassen sich die verschiedenen Beams der Zeile einfach demonstrieren und hören (Bild: Detlef Hoepfner)

Die Planung und Einrichtung der MSA12X, von denen bis zu drei Exemplare übereinander betrieben werden können, erfolgen über die Bose-Modeler- und ControlSpace-Software. Zwei weitere Details erscheinen noch interessant: Mit ca. 3290,– Euro (netto VK) ist diese Beam-Steering-Säule günstiger als andere, aufwändigere Produkte und zudem im normalen Standardsortiment lieferbar, also keine Sonderanfertigung. Lieferbar: Ab Januar 2018.

Bose-Subwoofer MB210

Weniger spektakulär, aber ebenfalls eine Nachfrage treffend ist der neue Subwoofer Bose MB210: Bisher gab es einen Bass in diesem Format nur für mobile Anwendungen, den F1. Die Installationsoptionen von Bose waren entweder deutlich größer oder schwächer. Der neue MB210 vereint nun sehr kompakte Abmessungen und ebenfalls die Bestückung 2 × 10”. Das Anschlussfeld ist so dimensioniert, dass ein Speakon dort praktisch verschwindet, für noch dichtere Wandmontage (ein Bügel befindet sich im Lieferumfang) kann der Euroblock genutzt werden. Für die Bose-Verstärker gibt es passende Limiter-Setups.

Bose-Subwoofer
Der Bose-Subwoofer MB210 vereint kraftvollen Output bei kompakten Maßen (Bild: Detlef Hoepfner)

Zukunftsmarkt: Audio-/Videoconferencing

Schließlich engagiert sich Bose auch sehr deutlich im Audiokonferenz-Markt: Der ControlSpace EX dient als Dante-Audioprozessor, an den diverse Untertisch-Endpunkte via Dante angebunden werden. Zu den 12 × 8 Ein-/Ausgängen gehören zwölf AECs für ein Echo-Canceling. Die Untertisch-Endpunkte bieten acht oder vier Mikrofoneingänge incl. Phantomspeisung, Logic In/out und LED-Power. Ein weiteres Modul dient dem Anschluss von BYOD-Endgeräten, diese können via USB bzw. 3,5-mm-Klinke eingebunden werden. Mit dem ControlSpace EX kommt Bose nicht zuletzt einem Trend vieler Planer entgegen: Viele Räume können so bereits vorausschauend und einfach auf ein Audioconferencing vorbereitet werden – das dann früher oder später sowieso nachzurüsten ist.

Bose ControlSpace EX
Mit dem ControlSpace EX kommt Bose nicht zuletzt einem Trend vieler Planer entgegen: Viele Räume können so bereits vorausschauend und einfach auf ein Audioconferencing via Dante vorbereitet werden (Bild: Bose)

 

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Bose F1 Model 812 im Test
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