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Drei große Hardware-Trends

Digital-Signage-Markt 2022: LED, Education und Analytics weiter auf Kurs

Mike Finckh, Gründer und Geschäftsführer von Concept International, schaut durch die Brille des Value Added Distributors in die Glaskugel. Für 2022 sieht er vor allem drei große Hardware-Trends: LED-Wände, eine zunehmende Digitalisierung im Education-Bereich sowie KI-basierte Analyseanwendungen.

Mike Finckh Portrait
Mike Finckh, Gründer und Geschäftsführer von Concept International (Bild: Concept International)

LED-Walls so einfach kaufen wie einen Fernseher

Im Jahr 2021 schlossen wir unsere ersten Projekte mit großformatigen LED-Walls ab, bei denen wir dem Systemintegrator die gewohnte Beschaffungssituation von normalen LCD-Large-Format-Displays angeboten haben: Einfach gewünschte Größe und Format benennen und los geht’s – wie beim Kauf eines Fernsehers.

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Neu dabei ist, dass auf Quadratmeter-Preise, Anschaffungsredundanzen und Wartungseinsatzberechnungen verzichtet wird. Diese Erleichterung wird von Systemintegratoren, die Flughäfen sowie den Retail- und Hotellerie-Bereich beliefern, gut angenommen. Auch aus dem Sektor Kontrollräume, etwa für Energieversorger, bekommen wir Interesse. Technologisch sind vor allem Pixel-Pitches um 1,2 bis 2,4 Millimeter gefragt. Wir bekommen auch immer mehr Nachfrage nach Freiformen, beispielsweise als Säulen- und Fassadenverkleidung, hier beflügeln die neuen LED-Gestaltungsmöglichkeiten den Markt.

Education: DigitalPakt Schule schlägt in den Markt durch

Im Education-Bereich beginnt der DigitalPakt Schule endlich zu greifen. Geförderte Projekte werden ausgeschrieben und unsere Partner gewinnen laufend Ausschreibungen. Der Umsatz mit Mini-PCs auf Windows-Basis hat deswegen bereits im Jahr 2021 deutlich angezogen. OPS-Modul-PCs wie der Giada PC610 nutzen Schulen vor allem in digitalen Whiteboards: großformatige interaktive Displays, die mehr und mehr Einzug in die Klassenzimmer halten. Ich gehe davon aus, dass sich dieser Trend im nächsten Jahr fortsetzt, sodass sich Schulen endlich fürs digitale Lernen ausrüsten können. Und auch Unternehmen werden pandemiebedingt mehr hybride Meeting-Möglichkeiten für ihre Mitarbeiter schaffen.

Intelligente Ausspielungen: Analytics-PCs legen weiter langsam, aber stetig zu

KI-basierte Analysetechnologien sind in manchen Digital-Signage-Installationen, etwa in Banken und Supermärkten, mittlerweile ein fester Bestandteil – getrieben auch durch eine Halbierung des Preises für PCs, die solchen Installationen zugrunde liegen. Das System erfasst über hochauflösende Kameras Variablen wie Körperhaltung, Alter, Geschlecht und Verweildauer. Eine KI-gestützte Software findet Korrelationen selbstständig und optimiert laufend eine individuelle Ausspielung von Werbeinhalten.

Ich sehe KI-basierte Ausspielszenarien als Wachstumsfaktor für 2022. Diese Technologien bieten besonders feingranulare Möglichkeiten, Werbung auf bestimmte Zielgruppen zu optimieren.

Bei den zugrunde liegenden PCs werden wir steigende Stückzahlen sehen. Allerdings sind Datenschutzbedenken, die bei der Verwendung von Kameras immer auftauchen, sowie immer noch knapp verfügbare Chip- und Bauteil-Komponenten, auch bei so simplen Zubehörteilen wie Blech für das Gehäuse, der allgegenwärtige Bremsschuh.

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