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Video, Intercom, Steuerung und I/O

Friedrichstadt-Palast modernisiert Backstage-Produktionsinfrastruktur mit Riedel

Der Friedrichstadt-Palast in Berlin hat seine Backstage-Produktionsinfrastruktur erneuert und setzt dabei durchgängig auf Technik von Riedel Communications. Die Installation deckt Video, Intercom, Steuerung und I/O im gesamten Haus ab und wurde gemeinsam mit dem Systemintegrator Protones umgesetzt.

Beleuchtete Fassade des Friedrichstadt-Palasts bei Dämmerung(Bild: Riedel Communications GmbH)

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Das 1984 erbaute Haus zählt zu den bekanntesten Kulturstätten der Hauptstadt und verfügt nach eigenen Angaben über die größte Theaterbühne der Welt. Seine „Grand Shows” entwickelt das Theater eigenständig und bringt alle zwei Jahre eine neue Produktion heraus, bei sieben bis acht Vorstellungen pro Woche. Rund 300 Mitarbeiter sind beschäftigt, darunter knapp 100 technische Fachkräfte.

Den Kern der neuen Infrastruktur bildet ein hybrider Layer aus MediorNet-TDM und IP-Video, ergänzt um ein Intercom-Ökosystem auf Artist-Basis sowie das Steuerungssystem hi human interface.

Videoverteilung für Bühnenleitung und Dirigenten

Im täglichen Betrieb übernimmt MediorNet die Signalverteilung und die Multiviewer-Workflows für Bühnenleitung, Bühnentechnik und Dirigenten. Zur Videoinfrastruktur gehören MediorNet HorizoN, fünf MicroN UHD, ein MediorMind-Cluster und zehn IP-Gateways vom Typ FusioN 6B. Über Riedel SmartPanels und die 1200 Series Control Panel App greifen die Produktionsteams direkt auf zentrale Steuerungsfunktionen zu, einschließlich der Auslösung von PTZ-Kamera-Presets. Mehrere Kamerabilder lassen sich individuell auf Monitoren zusammenstellen.

Bei der aktuellen Show ist die Band an vier verschiedenen Positionen platziert, sodass nicht alle Musiker den Dirigenten sehen können. Das Dirigentenbild verteilt MediorNet laut Hersteller ohne spürbare Latenz an alle erforderlichen Positionen.

Techniker an einem Inspizientenpult vor mehreren Monitoren
Vom Inspizientenpult aus behalten die Teams die Bühne über mehrere Kamerabilder im Blick, die MediorNet an die jeweiligen Positionen verteilt (Bild: Riedel Communications GmbH)

Eine zentrale Rolle spielt das System auch beim Betrieb der drei neu installierten Inspizientenpulte, die im Inspizientenbereich im dritten Stock, im Bühnenbereich und als mobile Konsole für den Showaufbau eingerichtet wurden. Die mobile Konsole kombiniert MediorNet HorizoN mit FusioN-IP-Konvertern und zeigt vier Kamerabilder dort an, wo sie gebraucht werden.

Die über Glasfaser angebundenen FusioN-Geräte lassen sich je nach Anwendung mit unterschiedlichen Karten bestücken. Drei StageLink NSA-002A liefern analoge Ein- und Ausgänge, ein StageLink NSA-010C stellt netzwerkbasierte GPIO-Konnektivität bereit und unterstützt die Anbindung von Drittsystemen über NMOS IS-07. Die Schnittstellen übernehmen zudem die Timecode-Verteilung an die SmartPanels im gesamten Haus.

Bauliche Vorgaben prägten Funkplanung

Die Dimensionen des Gebäudes stellten eigene Anforderungen: Der Saal fasst rund 1.900 Personen, misst von links nach rechts etwa 50 Meter, hat eine Proszeniumbreite von 23 Metern und erreicht eine Gesamthöhe von 32 Metern. Wegen der dicken Wände sowie der Stahl- und Betonkonstruktion waren zuverlässige Signalabdeckung und Verkabelung zentrale Themen der Umsetzung. Rund 40 Bolero-Antennen sichern die drahtlose Kommunikation am FOH, auf der Bühne und hinter der Bühne.

Die Kommunikationsebene verbindet die Abteilungen Ton, Licht, Video, Bühne und Bühnenleitung über eine Artist-1024-Intercom-Matrix mit mehr als 30 SmartPanels und knapp 80 Bolero Beltpacks. Am FOH verfügen Licht, Ton und die Show-Caller-Position jeweils über eigene SmartPanel-Stationen.

Zuschauerraum mit Publikum und beleuchteter Bühne
Der Saal fasst rund 1.900 Personen und misst von links nach rechts etwa 50 Meter, entsprechend aufwendig fiel die Funkplanung für die Bolero-Antennen aus (Bild: Riedel Communications GmbH)

„In einem Veranstaltungsort dieser Größenordnung muss die Signal- und Kommunikationsinfrastruktur hinter den Kulissen einwandfrei funktionieren”, erläutert Thomas Milde, Leiter Tontechnik am Friedrichstadt-Palast. An Tagen mit zwei Vorstellungen bleibe nur eine Stunde, bevor das Publikum wieder Einlass erhalte, Zeit für die Behebung technischer Probleme gebe es dann nicht. Das neue System verschaffe den Teams die Flexibilität, Kamerabilder und wichtige Produktionssignale genau dorthin zu senden, wo sie benötigt würden, und zugleich alle Abteilungen während der Vorstellung eng zu koordinieren.

„Seit Jahrzehnten steht der Friedrichstadt-Palast für Theaterproduktionen auf höchstem Niveau, und das stellt ebenso hohe Anforderungen an die Infrastruktur hinter den Kulissen”, betont Bernhard Bauer, Vertriebsleiter Venue & Global Sales Maritime bei Riedel Communications. Gemeinsam mit Protones und dem Team vor Ort habe man eine IP-zentrierte Lösung entwickelt, die der Komplexität des täglichen Produktionsalltags gerecht werde und dem Haus die Flexibilität für künftige Shows biete.

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