Collaboration

Videokonferenzen in hybriden Arbeitswelten: Warum Dual-Display?

Die Videokonferenz ist inzwischen ein flächendeckendes Werkzeug. Doch wie sollte das richtige Videokonferenzsystem in einer hybriden Arbeitswelt aussehen? Lösungen mit zwei Displays sowie mit Kameras mit aktiver Sprechererfassung schaffen den Brückenschlag und Ausgleich zwischen Präsenz-Gruppen in Meetingräumen und einzelnen Personen im Homeoffice.

Zgoll Dual-Display(Bild: Zgoll)

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Inhalt dieses Grundlagen-Artikels:


Die Homeoffices haben sich in den letzten zwei Jahren bei vielen von uns zu perfekten kleinen Videostudios entwickelt. Mit Liebe zum Detail wurden aus Schlafzimmern, Dach­böden und Kellern individuelle Arbeitswelten. Wo nicht schon durch den Arbeitgeber gestellt, haben Mitarbeiter:innen durch eigene Initiative Headsets und Kameras aufgerüstet. Und auch die Hintergründe bei den Kolleg:innen in der Webexsession sind häufig ähnlich aufwendig ausgewählt und gestaltet wie manches Social-Media-Profil.

100% Zusammenarbeit in Präsenz konnten wir immer schon, 100% Zusammenarbeit remote mussten wir in den letzten zwei Jahren gezwungenermaßen lernen – und es hat gar nicht wehgetan!

Endlich haben wir wieder die Wahl: Arbeite ich heute von zu Hause aus, oder treffe ich die Kolleg:innen im Büro? Nehme ich montags morgens am Joure Fix per Video teil und fahre erst da­nach ins Büro, wenn der Verkehr lichter ist? Diese Freiheiten sind Teil der neuen, hybriden Arbeitswelt.

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Rückkehr ins Büro

Für unsere Büros und Besprechungsräu­me bedeutet das aber, dass nun die Mitarbeiter:innen mit einem völlig anderen Erfahrungsschatz, neuen Arbeitsgewohn­heiten und auch Erwartungen zurückkeh­ren. Die Videokonferenzen im Unterneh­men sollten nicht qualitativ schlechter oder komplizierter sein als von zu Hause aus. Für die Unternehmen besteht drin­gender Nachholbedarf, damit die Rück­kehr ins Büro nicht zu einer kalten Dusche wird.

Zgoll Dual-Display frontal
Room75 Dual: Das All-in-one-Device soll als Herzstück eines hochwertigen Videokonferenzraums fungieren. Ausgestattet mit blendfreien 75″-4K-Displays wird es durch den Einbau eines Cisco Room Kit Pro mit Quadcam oder Webexboard Pro 75″ zur Premium Video–Collaboration-Lösung. Auf Wunsch können sowohl das Frontplate als auch die Stoffcover farblich an das Raumdesign angepasst werden. (Bild: Zgoll)

Dabei geht es aber nicht nur um ent­sprechende Audio- und Videoqualität sowie einfache Bedienung, die im Idealfall identisch funk­tioniert wie zu Hause. Es geht auch um das richtige Raum­design mit Tischformen, Hintergründen, Akustik und Be­leuchtung, was im Besprechungsraum nochmals wichti­ger und zeitgleich schwieriger ist als im Homeoffice mit Headset und Schreibtischlampe. Und es geht um ein technisches Layout, das nicht nur Remotemeetings, son­dern vor allem hybride Meetings unterstützt. Meetings also, an denen sowohl Einzelpersonen aus dem Homeoffice, Kolleg:innen in Präsenz mit im Raum als auch andere Gruppen von Menschen aus anderen Standorten teilnehmen. Videokonferenzsysteme mit zwei Displays (Dual Monitoring) unterstützen dabei, dass solche hybri­den Treffen in einem ausgeglichenen Verhältnis stattfin­den können.

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Ein Display

Je nach Videokonferenzdienst stehen auch am Laptop bereits unterschiedliche Bildlayouts zur Verfügung, bei denen die geteilten Inhalte oder der aktive Sprecher im Fokus stehen und sich alle anderen Teilnehmer in unter­schiedlichen Stilen darum herum verteilen können oder aber alle Standorte gleich groß als Mosaik aus Einzelbil­dern zu sehen sind – unabhängig davon, ob es sich um eine Einzelperson oder einen Raum handelt.

Microsoft Front Row
Microsoft Front Row: Um die Kluft zwischen digitalen und physischen Arbeitsräumen zu überbrücken, gibt es nun ein neues Meeting-Layout für Teams Rooms: Front Row. Es wurde speziell für hybride Meetings entwickelt und bringt die Videogalerie auf Augenhöhe am unteren Rand des Bildschirms, so dass die Teilnehmer vor Ort ihre entfernten Kolleg:innen in einer natürlicheren Interaktion von Angesicht zu Angesicht sehen können – ähnlich, als ob sie sich im selben Raum befänden. (Bild: Microsoft)

Dienste wie Cisco Webex oder Microsoft Teams sind in der Lage, eine intelligente Bildsortierung und auch einen automatisierten Zuschnitt der Einzelbilder herbeizuführen, wodurch zum Beispiel Besprechungsräume als breites Pa­norama dargestellt werden, um ein Gleichgewicht zu den Einzelpersonen zu ermöglichen. Spätestens aber bei ge­teilten Bildinhalten kommen die Lösungen am Laptop oder im Besprechungsraum mit nur einem Monitor an ihre Grenzen. Die geteilte Präsentation nimmt nur noch einen Teil der Monitorgröße ein, wodurch die Bildgröße nicht mehr ausreicht für die hinteren Teilnehmer im Be­sprechungsraum und auch nur noch ein Teil der Bild­schirmauflösung verwendet werden kann. Einfach, weil oberhalb, unterhalb oder seitlich Platz geschaffen wird zur Darstellung der Gegenstellen.

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Zwei Displays

Videosysteme mit Dual Display bieten in diesen Fällen eine deutlich größere Aus­wahl an Layoutmöglichkeiten. Bei geteil­ten Bildinhalten sind die Präsentationen immer als Vollbild und mit voller Auflö­sung auf einem der beiden Displays zu sehen, während zeitgleich der aktive Sprecher und die Übersicht über alle Teilnehmer auf dem zweiten Monitor zu sehen sind.

Auch bei einer Besprechung ohne ge­teilte Bildinhalte kann ein Dual-Display-System das Meeting deutlich bereichern, in dem der aktive Sprecher bzw. der Raum, in dem der aktive Sprecher sitzt, automatisiert als Vollbild auf dem einen Monitor zu sehen ist, während die Grid View (Die Übersicht über alle anderen Teilnehmer als kleines Mosaik) auf dem zweiten Display dargestellt wird.

Im Zusammenspiel mit intelligenten Kamerasystemen in den Besprechungsräumen, die automatisch die sprechende Person in den Fokus rücken, wird das Gleichgewicht in hybriden Meetings vollständig hergestellt. Die Sprecherin oder der Sprecher ist nicht nur immer auf einem der bei­den Displays im Vollbild, sondern wird auch durch die Ka­mera im eigenen Raum aus der Gruppe hervorgehoben. Somit ist es nahezu unerheblich, ob ich von zu Hause mit dem Laptop an einem Meeting teilnehme oder aber als Teil einer Gruppe im Unternehmen.

Selbst in einer Videokonferenz zwischen nur drei Standorten spielen Dual-Display-Systeme bereits ihre Vorteile aus und op­timieren das Erlebnis im Raum: Der eine Standort oder Kollege/Kollegin ist auf dem linken Monitor dabei und auch von links zu hö­ren, der oder die andere auf dem rechten Display.

Cisco Webex Room Panorama in Konferenzraum
Cisco Webex Room Panorama: Das Webex Room Panorama bietet ein hochwertiges Videoerlebnis bei Webex und anderen Cloud-Meeting-Diensten, eine umfassende Freigabe von Inhalten sowie die Möglichkeit zur gemeinsamen Erstellung von Inhalten. Diese vollständig integrierten Systeme vereinen ansprechendes Design und leistungsstarke Funktionen zu einer Komplettlösung für mittlere bis große Besprechungsräume und Konferenzsäle. Bei Verbindung zweier Panorama-Räume entsteht der Eindruck, dass die virtuellen Teilnehmer am gleichen, verlängerten Konferenztisch sitzen. (Bild: Cisco)

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Sinnvolle Ergänzungen

Dual-Display-Lösungen eröffnen ein zu­sätzliches Potenzial, wenn das eine der beiden Displays ein interaktives White­board ist. Damit wird der Videoraum zum perfekten Ort für einen kreativen Aus­tausch und zu einem definitiven Mehr­wert im Vergleich zum Homeoffice. Ein Beispiel dafür wäre die Room75 Dual, die als All-in-one-Videodevice in zwei ver­schiedenen Ausführungen erhältlich ist: Als Videocentric Lösung mit zwei passiven 75″-Displays und einer SpeakerTrack-Kamera mit vier Optiken oder in einer interaktiven Variante, wobei eine Kamera mit Sprecher­fassung und zwei Optiken oberhalb eines interaktiven Displays verbaut ist.

Getoppt werden die Dual-Display-Videokonferenzen durch spezielle Softwarelayouts, wie zum Beispiel in Zu­kunft mit Microsoft Teams FrontRow, wo ein:e aktive:r Sprecher:in, geteilte Daten und die Übersicht über alle anderen Standorte sinnvoll über beide Displays verteilt werden, sogar mit der Einbindung des Chats.

Oder mit der Cisco Room Panorama als immersives Videodevice mit drei Displays. Dabei werden in einer nor­malen Mehrpunktkonferenz in Webex, Microsoft Teams, Zoom oder Google Meet die Standorte immer sinnvoll und in unterschiedlichen Layouts auf die beiden 82″-Displays verteilt, während die geteilten PC-Daten auf dem dritten Display oberhalb in 65″ erscheinen.

Und sobald zwei Cisco Panorama-Räume miteinander verbunden werden, verwandelt sich das System von einer Mehrpunktkonferenzanlage mit drei Screens in einen Panoramablick direkt in den anderen Raum. Das Bild der Gegenstelle ist über beide Monitore gestreckt, die Tische hier und dort werden zu einer einzigen Tafel, an der die Kolleg:innen in Lebensgröße gefühlt am gleichen Tisch sitzen.

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Tägliches Werkzeug

Die Welt hat sich in den letzten zwei Jahren merklich ge­wandelt. Virtuelle Meetings haben uns in der Extremsitua­tion der Pandemie geholfen. Wir haben gelernt, dass Video­konferenzen auch unabhängig von Lockdown ein tägliches Werkzeug sein können, was Zeit spart, Reisen reduziert und Ressourcen schont.

Sicher nicht für jedes Meeting! Aber das ist doch das Schöne an einer hybriden Welt: Wir haben die Wahl. Und mit Dual-Video-Systemen auch die richtigen Tools, um den Erwartungen und Bedürfnissen der Kolleg:innen bei der Rückkehr ins Büro gerecht zu werden.

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Michael Zgoll

Als Gastautoren konnte PROFESSIONAL SYSTEM für diesen Artikel Michael Zgoll gewinnen. Michael hat an der Uni Essen ein Studium der Kom­munikationswissenschaften absolviert und war an­schließend zwei Jahr lang für das Ingenieurbüro für Kommunikations­systeme S.W. Hirz GmbH mit Sitz in Köln für den Ver­trieb von Medien­technik zuständig. Von 2003 bis 2010 leitete Michael die Medientechnik in der merTens AG in Neuss, bevor er 2010 die zgoll: GmbH gründete, mit der er Konzeption, Planung und Gestaltung von Videokonferenz- und Be­sprechungsräumen vornimmt. Er möchte Räume, Möbel und Technik sinnvoll miteinander verbinden, sodass sie einfach nutzbar werden und eine kollaborative Arbeits­weise optimal ermöglichen.

Porträt von Michael Zgoll
Michael Zgoll (Bild: Michael Zgoll)

>> www.zgoll.eu

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