Sicher ans andere Ufer

Tragseilüberwachung der Kölner Rheinseilbahn

Über eine halbe Million Fahrgäste pro Jahr schweben mit der Kölner Seilbahn in über 30 Meter Höhe über den Rhein hinweg. Für die Sicherheit der Tragseilkonstruktion setzt die Kölner Seilbahngesellschaft die Kameratechnologie Panomera von Dallmeier ein.

Gonder und Drahtseil einer Seilbahn(Bild: Dallmeier)

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Eine – nicht nur touristische – Besonderheit ist die Kölner Seilbahn, die den Rhein überquert und einen einzigartigen Blick über Köln bietet. In Gondeln schwebend erleben Besucher die Aussicht auf Köln, die Altstadt, den Rhein und die Umgebung in über 30 Meter Höhe. Seit über 60 Jahren zählt die Kölner Seilbahn zu den Attraktionen der Stadt, und mehr als eine halbe Million Fahrgäste genießen (außerhalb der Pandemie-Zeiten) jährlich die 935 Meter lange Schwebefahrt über den Rhein. Damit vom Frühjahr bis in den Herbst die 44 Wagen die Stationen in Riehl und Deutz sicher erreichen, haben sich die Betreiber für eine Tragseilüberwachung mit Videokamera-Technik entschieden, die von der VTS Video Technik Systeme GmbH errichtet wurde.

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Kölner Seilbahn

Am 21. Juli 1955 beschloss der Rat der Stadt Köln, eine viersitzige Kleinkabinenbahn über den Rhein zu errichten. Die ca. 935 lange Seilbahn wurde anlässlich der Bundesgartenschau 1957 vom ehemaligen Maschinenbau-Unternehmen und Seilbahn-Spezialisten Pohlig gebaut und am 17.04.1957 offiziell in Betrieb genommen. Sie verbindet in Höhe der Zoobrücke die beiden Ufer des Flusses in Riehl und Deutz. Betreiber ist die Kölner Seilbahn-Gesellschaft mbH, seit 1998 eine Tochter der Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB). Mit der Kölner Seilbahn entstand die erste einen Fluss überquerende Seilbahn Deutschlands.


Erste Tragseilüberwachung mit Panomera

Um die Sicherheit der Gäste jederzeit zu gewährleisten, sollen mögliche technische Probleme schnell visuell erfasst werden, vor allem an der Tragseilkonstruktion. Zu diesem Zweck werden hier Panomera-Kameralösungen vom Regensburger Hersteller Dallmeier eingesetzt. Die Kölner Seilbahn ist laut Angaben des Herstellers weltweit das erste Seilbahnüberwachungsprojekt, welche diese patentierte Kameratechnologie nutzt.

Carlos Castro, Betriebsleiter der Kölner Seilbahn, erklärt: „Neben der Einfahrt der Gondeln in die Stationen beobachten wir live das Auffahren der Gondeln auf die Tragseilstützen. In 30 Metern Höhe kann schon mal ein ordentlicher Wind die Tragseile und Stützen in Schwingung versetzen. Um Vorfälle, wie ein schräges Einlaufen der Gondeln, an diesen neuralgischen Punkten rechtzeitig zu erkennen und technischen Problemen vorzubeugen, haben wir uns für eine Videobeobachtung mit der bewährten und patentierten Kameratechnologie Panomera entschieden.“

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Lange Distanzen, wenig Installationspunkte

Über die gesamte Strecke von knapp einem Kilometer liegt das Tragseil auf insgesamt drei Stützen auf – die einzelnen Fahrdistanzen zwischen Stationen und Stützen betragen zwischen 100 Meter bis hin zu 480 Meter direkt über dem Rhein. Für eine Kameramontage standen VTS Video Technik Systeme als Errichter und Projektpartner somit nur wenige Installationspunkte zur Verfügung.

Seilbahn über den Rhein
Die einzelnen Fahrdistanzen der Kölner Seilbahn zwischen Stationen und Stützen betragen zwischen 100 Meter bis hin zu 480 Meter direkt über dem Rhein. (Bild: Dallmeier)

Zusätzlich war die Anforderung an die Bildgebung und die Auflösungsqualität enorm hoch: Die Bildaufnahme soll über eine sehr lange Distanz erfolgen, muss aber gleichzeitig hochwertiges Bildmaterial liefern. Gemeinsam mit VTS haben die Betreiber der Seilbahn Köln in der Panomera-Technologie genau die richtige Lösung gefunden. Die VTS GmbH ist bereits seit vielen Jahren Geschäftspartner von Dallmeier und bringt durch die langjährige Erfahrung die erforderliche Expertise in das Projekt mit ein.

Das Panomera Multifocal-Sensorsystem wurde speziell für die flächendeckende Videoabsicherung weitreichender Areale und langer Strecken entwickelt. Dabei kommen mehrere Sensoren unterschiedlicher Brennweiten in einem Gehäuse zum Einsatz und eine spezielle Software setzt ein hochauflösendes Gesamtbild zusammen. So können große Weiten und Flächen mit einem gleichbleibenden Auflösungsraster über den gesamten Objekt-raum in Echtzeit erfasst werden.

Jürgen Vahlenkamp, Geschäftsführer der VTS GmbH führt weiter aus: „Dieser technische Vorteil hat uns bei der vorgegebenen Infrastruktur den ausschlaggebenden Vorteil verschafft. Für eine Videobeobachtung mit der Panomera sind wir mit der geringen Anzahl an vorhandenen Installationspunkten bestens ausgekommen. Durch das besondere Objektiv- und Sensor-Konzept unterschreiten wir die spezifizierte Auflösung auch in den entfernteren Bildbereichen nicht. Die ideale Voraussetzung für eine Beobachtung über sehr lange Distanzen!“ Die Rollen selbst werden ergänzend mit Dallmeier IR Boxkameras überwacht.

Panomera Kamera auf einem Träger(Bild: Dallmeier)

Der Operator kontrolliert live in hochauflösenden Videobildern die Gesamtsituation über die gesamte Seillänge zwischen den Trägern. In potenziellen Gefahrensituationen kann er in einem separaten Zoombild Details erkennen, ohne das Gesamtgeschehen aus den Augen zu verlieren. Theoretisch könnten so beliebig viele Operatoren gleichzeitig unterschiedlichste Bildbereiche erfassen.

Laut Jürgen Vahlenkamp wird dem Operator im Falle der Kölner Seilbahn eine lückenlose Gesamtansicht auf die Tragseile und Stützen ermöglicht, während er gleichzeitig eine Detailaufnahme eines bestimmten Bereichs im Bedarfsfall analysieren kann.

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Herausforderung Wind

Der Wind, der in 30 Meter Höhe auf die Masten und Tragseile einwirkt und diese zum Schwingen bringt, birgt nicht nur für den Gondelbetrieb, sondern auch für die Kameramontage gewisse Herausforderungen. Damit die über zehn Kilo schweren Kamerasysteme keinen Schaden nehmen oder es zu Gefährdungen kommt, wurden die Kameras mit Spezialplatten an den Trägern befestigt. Die Objektive selbst sind im Kameragehäuse fest verbaut, und für die Bildaufnahme stellen die Schwankungen kein Problem dar.

Panomera Kamera auf einem Träger
Die Panomera-Kameras sind windsicher mit Spezialplatten an den Trägern befestigt. (Bild: Dallmeier)

Aufgrund der besonderen Anforderung dieses Projekts hat das 3D-Planungsteam von Dallmeier zunächst einen digitalen Zwilling der gesamten Umgebung nachgebaut. Mit dieser Vorgehensweise will der Hersteller dafür sorgen, dass Planung und reale Umsetzung optimal aufeinander abgestimmt sind und kundenseitig höchste Planungs- und Investitionssicherheit vorliegt.

Der Aufbau und das Testen des fertigen Systems, bestehend aus Kameras und einer leistungsfähigen Aufzeichnungs- Appliance, war der nächste Schritt in der Projektabwicklung. Im Dallmeier eigenen „Factory Acceptance Test (FAT)“-Centre in Regensburg wurden die Systeme nach Kundevorgabe voreingestellt. Der sogenannte „FAT-Probelauf“ soll im Anschluss für eine reibungslose und schnelle Montage und Inbetriebnahme der vorkonfigurierten Anlage durch Projektpartner VTS sorgen.

Carlos Castro resümiert: „Wir sind begeistert. Endlich sind wir in der Lage, die komplette Strecke von 930 Meter während des Betriebes zu überwachen. Die zur Verfügung gestellten Bilder sind von einer überragenden Qualität. Mit diesem System haben wir ein gutes, zusätzliches Werkzeug an die Hand bekommen, um die bereits vorhanden zuverlässigen technischen Überwachungs- und Steuerungssysteme durch ein visualisierendes System zu ergänzen.“

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Datensicherheit und Zukunftsfähigkeit

Im öffentlichen Bereich ist Datenschutz und DSGVO ein wichtiges Thema. Und so betont der Hersteller, dass die Dallmeier Technologie alle erforderlichen Kriterien für Datenschutz und Datensicherheit auch bei der Anwendung im öffentlichen Bereich erfüllt.

Panomera Kamera
Das Panomera Multifocal-Sensorsystem wurde speziell
für die flächendeckende Videoabsicherung weitreichender
Areale und langer Strecken entwickelt.
(Bild: Dallmeier)

Zudem wurden auch künftige Ergänzungen und Erneuerungen im Hinblick auf die Investitionssicherheit bedacht. So betont Roland Deja, Operations Manager Sales Backoffice bei Dallmeier, dass der ganzheitliche Ansatz der Dallmeier-Lösungen sowohl Kamera- als auch Softwarenachrüstungen (z. B. KI-basierte Assistenzsysteme) auch zu einem späteren Zeitpunkt erlaube.

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