Produkt: Checkliste für Beschallungsanlagen
Checkliste für Beschallungsanlagen
Beschallungsanlage systematisch planen - die Checkliste
Systeme für Hörgeschädigte

Univox im Brandenburger Landtag

2013 wurden im Neubau des Parlamentsgebäudes des Brandenburgischen Landtags in Potsdam der neue Plenarsaal sowie insgesamt 11 Sitzungssäle mit einer Fläche von bis zu 220 m² aufgrund der geforderten Barrierefreiheit mit induktiven Höranlagen von Univox ausgestattet.

Univox_Systeme für Hörgeschädigte_01
(Bild: Univox/Audio pro Heilbronn)

In Ausgabe 5.2015 hat PROFESSIONAL SYSTEM seine Leser über Grundlagen und Lösungen für Hörhilfe-Anlagen im öffentlichen Raum informiert. War jener Bericht als Überblick über die zahlreichen zu beachtenden Vorschriften und die unterschiedlichen Arten von Anlagen für hörgeschädigte Menschen angelegt, so möchten wir nun als ein spezielles Projekt die induktiven Höranlagen für den Brandenburger Landtag vorstellen.

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Herausforderung Plenarsaal

Der Plenarsaal und insgesamt 11 Sitzungssäle mit einer Fläche von bis zu 220 m² wurden mit induktiven Höranlagen von Univox ausgestattet. Insbesondere der Plenarsaal des Landtages stellte die Planer von Graner+Partner Ingenieure sowie die ausführende Firma Elektroakustik Neuenhagen GmbH vor eine gewisse Herausforderung: Aufgrund des hier vorhandenen halbrunden ansteigenden Metallpodestes war das Loopdesign, also die Ausführung der Induktionsschleife, nicht gerade trivial. Insbesondere mussten Feldverluste aufgrund der Metallunterkonstruktion berücksichtigt und kompensiert werden, gleichzeitig aber eine möglichst konstante Feldstärke über den gesamten Hörbereich hinweg garantiert werden.

Doch auch die Sitzungssäle waren nicht ohne Herausforderungen: Mehrere Räume liegen direkt nebeneinander, so dass auch hier ein sorgfältiges Loopdesign absolut notwendig war, um ein Übersprechen von einem Raum in einen anderen unbedingt zu vermeiden. In diesen Fällen wurden die Induktionsschliefen im Vorfeld nicht nur berechnet und simuliert, sondern es wurden auch Testschleifen verlegt, so dass bereits ex ante konkrete Messungen gemacht werden konnten. Und auch im Saal für die Landespressekonferenz wurde eine Induktionsanlage vorgesehen.

Univox_Systeme für Hörgeschädigte_02
(Bild: Univox/Audio pro Heilbronn)

Univox

Aufgrund der geschilderten Voraussetzungen entschied man sich, Induktionssysteme aus dem Hause Univox (Vertrieb: Audio pro Heilbronn) zu verwenden. Univox wurde bereits 1965 von Bo Edin in Stockholm gegründet, verfügt also über jahrzehntelange Erfahrung, wenn es um Induktive Höranlagen geht. Zum Einsatz kamen letztlich Systeme der SLS Serie, da diese nicht nur für eine hohe Sprachverständlichkeit stehen, sondern auch genug Leistung zur Verfügung stellen, um etwa den Plenarsaal flächendeckend zu versorgen. Andererseits ermöglichen sie aber auch ein Loopdesign, das hilft, ein Übersprechen über mehrere Räume hinweg zu vermeiden. So wurden im Plenarsaal je ein SLS-700 (Bereich Abgeordnete), ein SLS-100 (Bereich Präsidium) sowie ein PLS-100 (Besucher Tribüne) verbaut. Zusätzlich wurde hier ein zusätzlicher SLS-700 Ringschleifenverstärker für den Havariefall installiert. In den Sitzungssälen kommen insgesamt 14 SLS-100 Systeme zum Einsatz und in der Landespressekonferenz vier SLS-100.

Installation

Die Firma Elektroakustik Neuenhagen GmbH kümmerte sich im Auftrag der Pro Video Handelsgesellschaft mbH Berlin um Installation, Inbetriebnahme sowie natürlich auch um das finale Einmessen der Systeme, wobei penibel darauf geachtet wurde, alle relevanten Normen einzuhalten. So wurden etwa alle geforderten Betriebsparameter gemäß der Funktionsnorm DIN EN 60118-4 durchgängig erreicht. Eine Besonderheit bietet die Anlage im Plenarsaal: hier wurde zusätzlich eine Havarie-Umschaltung installiert. Das Signal wird hier jeweils vor und nach jedem Schleifenverstärker (Präsidium, Abgeordnete, Besucher) gemessen und überprüft. Tritt eine definierte zu hohe Pegeldifferenz auf, wird über Relais automatisch der Havarie-Verstärker in den Signalweg geschaltet.

 

BETEILIGTE UNTERNEHMEN:

Generalunternehmer: BAM Deutschland AG

Planung Medientechnik: Graner+Partner Ingenieure

Installation: Elektroakustik Neuenhagen GmbH

 

Diagramm
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