Display-Videowände

Barco UniSee LCD-Displaymodule

Schmale Stege und Rahmen sind bei hochwertigen Videowänden gefragt. Barco will mit den UniSee LCD-Displaymodulen dabei den Rekord brechen.

Barco UniSee
(Bild: Barco)

Seit Jahren wetteifern bekannte Displayhersteller um den schmalsten Rahmen bei LCD-Displays. Derzeit könnte Barco diesbezüglich die Nase vorne haben. So stellte der Hersteller bereits Ende Oktober 2017 einem kleinen Kreis von Fachplanern in Karlsruhe und kürzlich vor großem Fachpublikum auf der ISE in Amsterdam eine wirklich rahmenfreie LCD-Wand vor.

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Denn um Installationen von steglosen LCD-Videowänden mit Frontglas neben Frontglas zu verwirklichen, braucht es mehr als nur rahmenlose Monitore. Dies hat Barco in einem Konzept berücksichtigt, das aus Software, Installationshardware und Support- Service besteht. Bei der Entwicklung und Konstruktion dieses Konzepts haben Techniker und Entwickler von Barco, deren Wurzeln in der Veranstaltungstechnik liegen, ihre Erfahrungen aus dieser Branche mit einfließen lassen. Das Ergebnis dieser Entwicklung ist ein Rundumpaket namens UniSee.

Erfahrung aus Cube-Produktion

UniSee ermöglicht es erstmals, die Lücken zwischen den einzelnen Monitoren in einer Wand praktisch verschwinden zu lassen, so dass Inhalte über mehrere Display-Module ohne störende Unterbrechungen über die gesamte Displaywand-Fläche verteilt werden können. Mit den 55″-FHD-Displays der Serie wurde eine „NoGap“-Anordnung erreicht, die den bisher kleinsten Pixel-zu-Pixel-Abstand zwischen den Displays in einer Wand realisiert. Man beachte: Hier wird mit 1 mm nicht der Abstand von Dis- play zu Display angegeben, sondern der Abstand von einem sichtbaren Pixel zum nächsten sichtbaren Pixel des benachbarten Displays!

Die LCD-Module wurden von Barco eigens entwickelt und werden im eigenen Werk produziert. Besondere Schwierigkeit ist hierbei die Befestigung des Frontglases ohne Rahmenfassung. Hier nutzte der Hersteller seine Erfahrung aus der Rückprojektionscube-Produktion und wendete eine ähnliche Technik bei den LC-Modulen an. Dabei wird das Frontglas an den Kanten um 45° angeschnitten und somit erreicht, dass der sichtbare Bereich genau bis zum Glasrand geht.

4x4 UniSee-Wand
Die 4×4 UniSee-Wand war ein besonderes Highlight auf dem ISE-Stand des Barco-Vertriebs Comm-Tec. (Bild: Comm-Tec)

Auch die Performance des Panels ist eine Besonderheit: Es weist 95% Uniformity auf, die laut Hersteller vor der Auslieferung an 23 Punkten auf dem Panel gemessen und kalibriert wird. Zudem lassen sich mit den 800 cd/m2 hellen Displays auch Monitorwände in Hellraumumgebung umsetzen. Die Entwickler erhöhten dabei den Wirkungsgrad des Panels – es verbraucht bei dieser Helligkeit nur 143 W. Möglich macht das unter anderem eine neue LED-Backlight-Technologie, die eine um 67% verlängerte Laufzeit der Module garantieren soll und mit 100.000 Stunden spezifiziert ist. Die Module besitzen ein lüfterloses Kühlsystem und sind damit fast geräuschlos im Betrieb, zudem sind sie mit nur 17 kg Gewicht inklusive der Halterung verhältnismäßig leicht zu handhaben.

Bruchgefahr vermieden

Aber auch aus einem anderen Grund ist die Handhabung der UniSee- Module einfacher: Denn jeder Installationstechniker kennt die Problematik der Bruchgefahr bei der Handhabung von fast rahmenlosen Displays – rohe Eier sind leichter zu stapeln als steglose Monitore zu kaskadieren. Doch auch hierfür hat Barco eine spezielle Lösung entwickelt: Alle Monitore werden beim Einsetzen in die Halterung über den Multistecker mit allen erforderlichen Signalen und Spannungen versorgt – somit entfällt eine aufwendige Verkabelung der einzelnen Module. Zudem wird Technikern eine innovative Befestigungskonstruktion zur Verfügung gestellt, um die lückenlose Anordnung der Monitore ohne jegliche Beschädigung der Displaykanten zu gewährleisten.

Diese ermöglicht es, die Displays wie von Geisterhand geführt gegeneinander auszurichten. Jedes Displays verfügt über IR-Sensoren in den Ecken, mit deren Hilfe die Module mechanisch justiert und automatisch Glas an Glas zusammengesetzt werden. Im Service-Mode fahren die Module wieder ebenso auseinander. Sind sie auseinander gedriftet, kippt man die Halterung des gewünschten Monitors nach vorne und hängt ihn einfach ohne Verkabelung aus – Schrauben ist nicht erforderlich.

UniSee Eckenjustage, UniSee Montage
UniSee Eckenjustage, UniSee Montage: Mithilfe von IR-Sensoren in den Ecken jedes Displays werden die Module mechanisch justiert und automatisch Glas an Glas zusammengesetzt. (Bild: Achim Hannemann)

Perfekte Farbgleichkeit

Höchsten Anspruch auf Farbuniformität verspricht Barco mit „Sense X“. Mit diesem automatischen, unterbrechungsfreien Echtzeit-Kalibrierungssystem für Farbe und Helligkeit soll ein homogenes, perfekt ausgeglichenes Bild über die gesamte Wand jederzeit garantiert sein. Zudem hat man das Bild-Ausleseverfahren (reverse line scanning) geändert, um dem normalerweise gegebenen Helligkeitsunterschied von der Mitte zum Rand des Displays entgegenzuwirken.

Da solche Videowände häufig als Bestandteil einer geschäftskritischen Anwendung genutzt werden, z. B. zur Visualisierung von Fertigungsprozessen, muss ein allzeit optimaler Betrieb gewährleistet sein. Dazu bietet Barco auch die Softwareplattform UniSee Connect, mit der die Wand leicht diagnostiziert und gewartet werden kann. UniSee Connect dient zum Management der gesamten Wand, ordnet die Displays automatisch zu und kalibriert diese. Zudem erfolgen die Ferndiagnose und Fernsteuerung über diese Software.

UniSee Service-Mode
Für den Service-Mode lassen sich die Module wieder auseinanderfahren. Dann kippt man die Halterung des gewünschten Moduls nach vorne und hängt es einfach ohne Verkabelung aus. (Bild: Achim Hannemann)

Durchdachtes Konzept

Mit UniSee hat Barco ein Produkt auf den Markt gebracht, das nicht nur aus einem innovativ konstruierten Display besteht, sondern als ganzheitlich durchdachtes Konzept zu sehen ist: rahmenlose Monitore mit automatischer Befestigungsmontage/-justage, eine integrierte unterbrechungsfreie Kalibrierung der Module sowie auf der Homepage ein Download-Angebot vieler spezieller Berechnungs- und Planungstools für Medienplaner und Architekten, die die Wartungs- und Diagnose- Software noch ergänzen werden.

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