Videokonferenzlösungen von Google

Conferencing: Online-Besprechungen mit Google Meet

Der Markt für Videokonferenzlösungen ist heftig umkämpft. Für Google Meet sprechen nicht nur die enthaltenen professionellen Funktionen, sondern auch die vielfältige Hardware, die von Herstellern wie Asus, Lenovo oder Logitech bereitgestellt wird.

Videokonferenz Asus Google Meet
Hersteller wie Asus, Logitech oder Lenovo bieten spezielle Hardware an, um Videokonferenzen in Konferenzräumen mit Google Meet zu erleichtern. (Bild: Asus)

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Inhalt dieses Features: 


Videokonferenzen über das Internet gibt es schon seit Län­gerem. Mit Beginn der Pandemie hat ihre Bedeutung aber erheblich zugenommen. Kaum ein Unternehmen kommt heute noch ohne sie aus. Mitarbeiter in Firmen jeder Größe setzen Videokonferenzen ein, um sich mit den Kollegen ohne Risiko einer Ansteckung mit dem Corona-Virus zu Online-Besprechungen in virtuellen Räumen zu treffen. Für den gelegentlichen Einsatz reichen das eigene Note­book, die Kamera im Smartphone oder eine günstige Webcam meist aus.

Google Meet Starter Kit von Asus
Google Meet Starter Kit: Bereits das Google Meet Starter-Kit von Asus enthält alles, was für Online-Besprechungen mit bis zu acht Teilnehmern in einem Raum benötigt wird. (Bild: Asus)

Anders sieht es allerdings aus, wenn sich ein Teil der Belegschaft für eine Sitzung im Konferenzraum versam­meln will, während die anderen Mitarbeiter aus der Ferne zugeschaltet werden sollen. Kaum jemand wird ihnen in der heutigen Zeit noch zumuten wollen, sich gemeinsam vor den Bildschirm und die Kamera eines Laptops zu quet­schen. Hersteller wie Asus, Lenovo oder Logitech haben daher zusammen mit Google spezialisierte Hardware ent­wickelt, die sich vor allem für den Einsatz in Konferenz­räumen anbietet.

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Online-Meetings mit Google Meet

Die angebotenen Produkte arbeiten mit der Videokonfe­renzlösung Google Meet (früher Hangouts) zusammen und nutzen teils auch einige der von Google entwickel­ten Funktionen wie die Sprachsteuerung. Aber was ist eigentlich Google Meet, und welche Vorteile bietet der Dienst gegenüber den Konkurrenten? Google bietet ihn in einer kostenlosen und in mehreren kostenpflichtigen Varianten an, die sich vom Funktionsumfang und der Zahl der möglichen Teilnehmer unterscheiden. Relativ ein­fache Videokonferenzen mit bis zu 16 Personen lassen sich kostenfrei direkt aus Gmail heraus starten.

Google Meet Hardware-Kit von Asus
Kit für mehr Teilnehmer: Besser ausgestattete Google Meet Hardware-Kits enthalten statt der Fernbedienung ein Touch-fähiges Display zur Steuerung der Meetings. (Bild: Asus)

Zahlenden Kunden von Google Workspace (früher Google Apps beziehungsweise G Suite) bietet der Kon­zern mehr Möglichkeiten. So können Abonnenten des Pakets „Business Starter“ für 5,20 Euro pro Nutzer und Monat Videokonferenzen mit bis zu 100 Teilnehmern durchführen. 10,40 Euro pro Nutzer und Monat kostet der Tarif „Business Standard“. Hier erhöht sich die Zahl der maximal erlaubten Teilnehmer auf 150. Außerdem können diese Sitzungen auch aufgezeichnet und in Google Drive ge­speichert werden. 15,60 Euro pro Nutzer und Monat berechnet der Konzern für den Tarif „Business Plus“, mit dem sich Videokonferenzen mit bis zu 500 Teilnehmern durchführen lassen. Individuell aus­gehandelt wird dagegen der „Enterprise“-Tarif. Diese Kunden können dafür dann aber auch ihre internen Ver­anstaltungen mit bis zu 100.000 Teilnehmern innerhalb der eigenen Workspace-Domain streamen.

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Funktionsübersicht

Abgesehen davon umfasst Google Meet alle wesentlichen Funktionen, die für Online-Besprechungen benötigt wer­den. So kann der Organisator zum Beispiel einzelne oder auch mehrere Teilnehmer stummschalten. Das ist etwa dann nützlich, wenn Hintergrundgeräusche oder Rück­kopplungen auftreten und die Sitzung stören. Wenn einer der Teilnehmer über kein Mikrofon an seinem PC verfügt, kann er stattdessen auch sein Smartphone verwenden.

Asus Display
Steuerung per Touchscreen: Das bei einigen Asus Kits mitgelieferte Display zeigt, zu welchen Terminen ein Konferenzraum schon gebucht wurde und wann er noch verfügbar ist. (Bild: Asus)

Außerdem bietet Google Meet mehrere Möglichkeiten, um die Darstellung der anderen Teilnehmer anzupassen. Entweder zeigt die Anwendung bis zu 16 Personen als Kacheln an oder sie fokussiert sich auf den Sprecher. Hier lassen sich alternativ auch noch die Bilder weiterer Teilneh­mer in die Seitenleiste einblenden. Wer will, kann außer­dem eine automatische Untertitelung in den Sprachen Englisch, Deutsch oder Französisch aktivieren. Es ist sogar möglich, gleich eine Übersetzung in die genannten Spra­chen oder in Portugiesisch beziehungsweise Spanisch erle­digen zu lassen. Die Ergebnisse sind nicht perfekt, aber sie sind hilfreich, um den Inhalt zumindest grob zu verstehen.

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Datenschutz- und Sicherheitsfragen

Wenn es um Google geht, dreht sich die Diskussion meist über kurz oder lang auch um das Thema Datenschutz. So gilt der Konzern nicht ganz zu Unrecht als eine der größten Datenkraken der Welt. Google beziehungsweise Alphabet, wie sich das Unternehmen nach seiner Umbenennung im Jahre 2015 nennt, hält sich nach eigenen Angaben aber strikt an die Regelungen der Daten­schutzgrundverordnung (DS­GVO). Man erfülle bei der Da­tenverarbeitung alle dafür nöti­gen technischen und organisa­torischen Vorgaben, schreibt das Unternehmen in seinen online veröffentlichten Fragen und Antworten (FAQs). Trotz­dem speichere man einen Teil der Kundendaten auch außer­halb der Europäischen Union.

Grafik, Verkabelung der Google Meet Kits von Asus
Mögliche Verkabelung: Die Verkabelung des Google Meet Kits von Asus sieht auf den ersten Blick kompliziert aus, muss aber nur einmal erledigt werden. (Bild: Asus)

Besonderen Wert hat Google auf die Absicherung der mit Google Meet durchgeführten Videokonferenzen ge­legt. Damit ein Meeting nicht gestört wird, kann der Or­ganisator zum Beispiel kontrollieren, wer den Chat oder sein Mikrofon nutzen darf. Außerdem kann er einen Warte­raum einrichten, so dass Neuankömmlinge nicht sofort in eine bereits laufende Sitzung hineinplatzen. Wer einmal aus einem Meeting entfernt wurde, darf zudem nicht ein­fach wieder beitreten. Die Moderationsrechte lassen sich außerdem an bis zu 25 weitere Teilnehmer delegieren, so dass sich der Organisator auf andere Aspekte konzentrie­ren kann.

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Asus-Hardware für Google Meet

Google hat nicht nur die Funk­tionen ausgebaut, sondern auch früh erkannt, wie wichtig leistungsfähige Hardware ist, wenn sich die eigene Video­konferenzlösung gegenüber der Konkurrenz aus Microsoft Teams, Zoom, Cisco Webex und Konsorten behaupten soll. Daher hat der Konzern zusam­men mit mehreren Firmen an­gepasste Hardware entwickelt und für Google Meet zertifi­ziert.

Notebook angeschlossen an Display des Google Meet Kits von Asus während Konferenz
Anbindung eines Notebooks: An das Display des Google Meet Kits von Asus kann zum Beispiel auch ein Notebook angeschlossen werden, um eine Präsentation in das aktuelle Online-Meeting einzubinden. (Bild: Asus)

Der taiwanesische Technolo­giekonzern Asus war einer der ersten Hersteller, der Lösungen für Google Meet ins Programm aufgenommen hat. Die aktuel­le Palette besteht aus drei Hardware-Kits. Das kleinste Paket ist das sogenannte Starter-Kit. Es ist für kleine bis mittlere Räume mit bis zu acht Personen ausgelegt. Das Kit enthält eine Chrome­box, also einen Minirechner, der als Betriebssystem das schlanke Chrome OS von Google verwendet. Asus be­zeichnet die Box auch als „Google Meet Compute System“. Sie ist mit einem Intel-i7-8550U-Prozessor mit 1,8 GHz Leistung, 2 beziehungsweise 4 GByte DDR4-RAM sowie einer 128 GByte großen M.2-SSD ausgestattet. Auf der Rückseite befinden sich fünf Quickcharge-fähige USB-3.1-Gen1-Type-A-Anschlüsse, ein Audioausgang, ein USB-3.1-Gen1-Type-C-Anschluss, ein HDMI-Port, eine Ethernet-Buchse (10/100/1000) sowie ein DC-in-Eingang. Die Box kann Daten per WLAN und Bluetooth auch drahtlos übertra­gen. Sie ist 198 x 123 x 29,5 mm groß und wiegt 670 g.

Minirechner von Asus unter einem Tisch angebracht
Flexible Anbringung: Die Minirechner von Asus und Lenovo, die zu den jeweiligen Google Meet Hardware-Kits gehören, lassen sich platzsparend unter dem Tisch anbringen. (Bild: Asus)

Zusätzlich umfasst das Starter-Kit eine UHD-fä­hige Kamera (Ultra High Definition, 3.840 × 2.160 Pixel), ein sogenanntes Speakermic sowie eine Fernbedienung. Letztere kann per USB-Dongle mit der Chromebox verbun­den werden. Das Spea­kermic ist für den Betrieb auf einem Tisch gedacht. Das kleine Kästchen ent­hält sowohl Mikrofone für Aufnahmen im 360-Grad-Radius sowie Lautsprecher, die laut Asus auch noch in 7 Meter Entfernung gut zu verstehen sind. Außer­dem kann das Gerät Hintergrundgeräusche und Echos aktiv unterdrücken. Die Stromversorgung erfolgt über USB-C, also zum Beispiel über die mitgelieferte Chrome­box.

Fernbedienung von Asus
Mini-Tastatur: Die Fernbedienung von Asus kann dank der integrierten Tastatur auch zur Eingabe kurzer Texte verwendet werden. (Bild: Asus)

Das Small-/Medium Room Kit ist statt der Fernbedie­nung mit einem Touch-fähigen Display ausgestattet. Es ist ebenso wie das Starter-Kit für bis zu acht Teilnehmer in einem eher kleinen Raum ausgelegt. Der 10,1 Zoll große Bildschirm kann mit einem Notebook verbunden werden, um etwa eine Präsentation einzuspielen. Außerdem ent­spricht dieses Set weitgehend dem Starter-Kit. Es enthält daher auch die bereits genannte Chromebox, die UHD-Kamera und das Speakermic.

Asus ergänzt die bei­den Sets mit dem Large Room Kit, das auf Sitzun­gen mit bis zu 20 Teilneh­mern ausgelegt ist. Die Ausstattung entspricht dem Small-/Medium Room Kit. Nur die UHD-Kamera ersetzt der Her­steller hier mit einer PTZ-Pro2-Kamera, die von Lo­gitech beigesteuert wird. Die Full-HD-fähige Kame­ra kann entweder Weit­winkelaufnahmen erzeu­gen oder mit ihrem 10×- Zoom-Objektiv einzelne Sprecher in den Fokus nehmen. Sie ist außerdem mit einer eigenen Infrarot-Fernbedienung ausgestattet, über die sie aus der Ferne gesteuert werden kann.

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Hardware-Lösungen von Logitech

Der Schweizer Hersteller Logitech hat nicht nur die mit Google Meet einsetzbare Kamera entwickelt, sondern selbst rund fünf Hardware-Kits für die Videokonferenzlösung im Portfolio. Sie sind vor allem für die Wandmontage unter einem großen Bildschirm vorgesehen. Die Lösungen MeetUp und Rally Bar Mini sind für kleine Räume mit we­nigen Teilnehmern ausgelegt. Rally Bar und Rally sind für mittelgroße Räume mit bis zu acht Teilnehmern gedacht, während Rally Plus für große Konferenzzimmer mit mehr Personen und wahlweise auch mehreren Bildschirmen ge­eignet ist. Die in allen Systemen integrierten Kameras sind Zoom-fähig (bis zu 5-fach optisch und 3-fach digital). Dazu kommen ein bis mehrere enthaltene Mikrofone, die sich noch um zusätzliche mobile Mikrofone ergänzen lassen. Logitech nennt sie Mic-Pods. Eine RightSense-KI (Künstliche Intelligenz) soll für bessere Ergebnisse sorgen. So optimiert die Komponente RightSound die Stimmübertragung, filtert störende Nebengeräusche aus und sorgt damit für besser verständliche Gespräche. RightSight bewegt die Kamera automatisch und passt die Zoom-Einstellung etwa so an, dass alle Personen im Bild zu sehen sind. Ergänzt werden diese Techniken durch RightLight, das Lichtbalance und Farbdarstellung optimiert und unter anderem die Farbsättigung an den Hautton des Sprechers anpasst.

Logitech Videokonferenz mit Google Meet
Montage unter einem Bildschirm: Die Logitech-Varianten sind in einem schlanken Gehäuse untergebracht, das direkt unter einem großen Bildschirm an einer Wand befestigt werden kann. (Bild: Logitech)

Darüber hinaus bietet der Hersteller mit Logitech Tap ein zusätzliches Touch-fähiges Display an, mit dem sich Mee­tings steuern lassen. Das Gerät verfügt über einen Bewe­gungssensor, der Teilnehmer automatisch erkennt. Diese können sich dann per Touch anmelden und auf den integrierten Kalender zugreifen. Alternativ lässt sich Tap auch als Scheduler nutzen, um etwa freie Slots für den aktuellen Raum zu finden und dann für ein Meeting zu buchen.

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Hardware-Kits von Lenovo

Der dritte im Bunde der Hersteller von Google-Meet-tauglicher Hardware ist Lenovo. Das Unternehmen hat unter der Marke Series One ebenfalls drei Room-Kits ent­wickelt, die von Small über Medium bis zu Large reichen. Das Kit für kleine Räume besteht aus einer Full-HD-fähigen Smart-Kamera mit 12-Megapixel-Sensor, einer Smart-Audio-Bar mit Laut­sprechern und Mikrofon, ei­nem Mini-Computer, der ähnlich ausgestattet ist wie das Modell von Asus sowie einer Fernbedienung. Das Kit für mittelgroße Räume verzichtet ebenfalls auf den Remote-Controller, enthält dafür aber wieder ein Touch-Display. Dazu kommt ein Mic-Pod, der kreisförmig mit acht Mikro­fonen ausgestattet ist.

Lenovo Series One-Kameras für Google Meet
Große Kamera-Auswahl: Lenovo bietet für seine Google Meet Hardware-Kits der Series One vier unterschiedliche Kameras an. (Bild: Lenovo)

Das Kit für große Räume enthält eine Smart-Camera-XL mit einem 20-Megapixel-Sensor, zusätzlich zur normalen Smart-Audio-Bar noch eine weitere Audio-Bar, zwei Mic-Pods sowie den Minicomputer und das Touch-Display. In Deutschland sind die Room-Kits derzeit aber nicht über Lenovo, sondern nur vereinzelt über den Fachhandel und die Distributoren Tech Data oder Exertis ProAV verfügbar, da der Hersteller nach eigenen Angaben mit Lieferschwie­rigkeiten kämpft.

Minirechner von Lenovo für Google Meet
Viele Anschlussmöglichkeiten: Der Minirechner von Lenovo verfügt auf der Rückseite über zahlreiche Schnittstellen zum Anschluss weiterer Hardware. (Bild: Lenovo)
Google Meet Large-Room-Kit von Lenovo
Ausstattung für große Räume: Das Google Meet Large-Room-Kit von Lenovo ist mit zwei Audio-Bars, einer Kamera, einem Minirechner, einem Touch-Display und zwei Mic-Pods üppig ausgestattet. (Bild: Lenovo)

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Fazit

Auch wenn nach und nach viele Mitarbeiter wieder ins Office zurückkehren, bleiben Videokonferenzen aller Voraussicht nach auch in Zukunft ein wichtiger Bestand­teil der Business-Kommunikation. Für den direkten Aus­tausch zwischen zwei oder sehr wenigen Personen rei­chen oft einfachste Lösungen aus. Sobald aber Konferenz­räume und mehr Teilnehmer mit ins Spiel kommen, be­nötigen Firmen professionelle Lösungen wie sie Google zusammen mit Asus, Logitech oder Lenovo entwickelt hat.

Die Kosten für die Kits sind in der Regel überschau­bar. So liegt der empfohlene Verkaufspreis für die kleinste hier vorgestellte Lösung MeetUp von Logitech bei etwas über 600 Euro. Die Kits von Asus und Lenovo sind teurer; hier beginnen die Paketpreise bei etwa 3.000 Euro inklusive Mehr­wertsteuer. Nicht vergessen werden dürfen dabei aller­dings auch die Kosten für Google Meet, das im Unter­nehmenseinsatz nicht kos­tenlos zu haben ist.

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