PTZ-System

Das Videokonferenz-System von Vissonic

Die Vissonic-PTZ-Kameras sind für Videokonferenzen in praktisch jeder Größenordnung ausgelegt und erlauben dabei automatisierte Abläufe für die Bild- und Tonübertragung aus einem Videokonferenzsystem heraus.

Vissonic Cleacon-D Konferenzsystem im Stadtparlament Göteborg
Vissonic Cleacon-D Konferenzsystem mit Einbausprechstellen im Stadtparlament Göteborg (Bild: Mipro)

Inhalt dieses Features:

Anzeige


Eine typische Konferenz in einem entsprechend ausgestatteten Videokonferenzsaal mit einer Sitzplatzanzahl von beispielsweise bis zu xxx Personen: Jeder Teilnehmer hat vor sich auf dem Tisch eine Sprechstelle stehen, um aktiv an der Sitzung teilnehmen zu können. Kommt ein Teilnehmer zu Wort, soll selbstverständlich auch sein Livebild unverzüglich übertragen werden, z. B. über PTZ-Kameras (Pan-Tilt-Zoom). Darauf ist das Unternehmen Vissonic mit seinen Produkten spezialisiert. Es entwickelt und fertigt alle Produkte am Herstellerstandort in Guangzhou, China.

In Hardthausen bei Heilbronn ist Vissonic Deutschland eine „Abteilung“ der Mipro Germany GmbH, die für den Vertrieb in der DACH-Region zuständig ist. Martin Lutz ist Leiter Marketing und Vertrieb bei Mipro und berichtet, wie die Unternehmen zueinander gefunden haben: „Mipro ist als professioneller Hersteller von drahtlosen Mikrofontechnologien bekannt. Nach dem Ende unserer Beyerdynamik-Partnerschaft wollten wir als selbstständiger Anbieter die entstandene Lücke vor zwei, drei Jahren wieder schließen mit Konferenztechnik im Portfolio. Dabei waren wir auf Vissonic aufmerksam geworden und haben unter Einfluss der Pandemie dann auch den passenden Schritt getan, um das immer stärker gefragte Produktfeld abdecken zu können. Seit Juli 2020 sind wir für den Vertrieb der Vissonic-Produkte in der DACH-Region verantwortlich.“ Und das war mit heutigem Blick sicherlich der richtige Zeitpunkt, um die stetig steigende Nachfrage bei gestreamten Konferenzen und Veranstaltungen bedienen zu können.

>> zurück zur Übersicht

Mehr als 5.000 Sprechstellen gleichzeitig

„Drahtlose und drahtgebundene Sprechstellen managen wir mit einer Zentrale auch in großen Dimensionen. Aber selbstverständlich kann unser Vissonic-System auch in kleinen Meetingräumen zu Einsatz kommen“, erläutert Martin Lutz die Einsatzmöglichkeiten. Was in Szenaren für kleinere Räume und mit beispielsweise sechs Personen oder in Collaboration-Situationen unter Verwendung einer einzigen PTZ-Kamera im Nahfeld mit Weitwinkeloptiken realisiert wird, erfolgt in großen Sälen mit mehreren PTZ-Kameras in geeigneter Spezifikation. „Da setzen wir dann auf unsere Plug&play-Kameranachführung für bis zu sechs Kameras mit Audiotracking in Verbindung mit der Sprechstelle.“ Für das Audiotracking werden die gewünschten Kamerapositionen auf die einzelnen Sprechstellen programmiert, also positioniert. Wird eine Sprechstelle aktiviert, fährt die PTZ-Kamera auf die definierte Position und nimmt den Redner in geeignetem Ausschnitt ins Bild. Entsprechend wechselt das Bild auf den nächsten Redner, wenn dessen Sprechstelle aktiviert wird.

Vissonic Cleacon-D-Konferenzsystem, Demokratische Republik Kongo
Demokratische Republik Kongo – Büro des Präsidenten: Vissonic Cleacon-D-Konferenzsystem mit Einbausprechstellen inkl. Kanalwahl und Abstimmfunktion im Einsatz (Bild: Mipro)

Selbstverständlich können auch beliebige andere Positionen und Übersichten abgespeichert und aufgerufen werden. Für jede Kamera können bis zu 255 Positionen abgespeichert werden. Bei programmiertem Audiotracking werden somit feste Bildpositionen abgespeichert und in Abhängigkeit der Sprechstellenaktivierung automatisch angefahren. Das gilt auch für drahtlos angebundene Sprechstellen/Mikrofone, deren Einsatz allerdings ortsfest sein sollte, damit die Kameraposition nicht verloren geht. Das kann z. B. ein Redner/Moderator auf einer Bühne sein, dessen Bewegungsradius mit der programmierten PTZ-Kameraposition und dem Blickwinkel der Kamera definiert ist.

Die PTZ-Kameras von Vissonic sind wahlweise mit 20- oder 30-fachem Zoom ausgestattet und ermöglichen so optimierte Bildausschnitte bei einer hochwertigen Full HD-Übertragung bis 1.080p 60 Hz. Zum System gehören auch programmierbare Video-Switche, die zwischen den verschiedenen angebundenen PTZ-Kameras hin und her schalten können. So lassen sich auch komplexere Szenarien, die sich möglicherweise über mehrere Räume bei einer Konferenz oder Veranstaltung erstrecken, vorprogrammiert und dramaturgisch sinnvoll abbilden.

>> zurück zur Übersicht

System als Baukasten

Die Hardware arbeitet IP-basiert mit festen Adressen und wird entweder über das vorhandene Netzwerk oder ein eigenständiges Netzwerk verbunden. Beim Neubau einer Installation „werden die Anlagen inklusive Netzwerkverkabelung gerne aus einer Hand genommen. Im Bestand klärt man erst penibel ab, was vor Ort an Kabeln liegt. Die Spezifikation wird vom Integrator/Installateur entschieden“, erläutert Martin Lutz. Es kommt also eher darauf an, dass in der Vorbereitung richtig geplant und passend spezifiziert sowie in der Umsetzung nach Standard verlegt wird. Der Aufbau im System erfolgt von einer „Steuerzentrale“ aus über LAN verkabelt mit PoE (Power over Ethernet) und angebunden an die PTZ-Kameras und die einzelnen Sprechstellen. Je nach Reichweite kommen sogenannte „Konferenz-Erweiterungs-Einheiten“ dazwischen. Diese fungieren auch als Strangverteiler, um weitere Sprechstellen anzubinden. So kann die Anzahl der Sprechstellen fast beliebig skaliert werden. Alle Komponenten sind Teil des Vissonic-Systems. Über die Netzwerkanschlüsse der PTZ-Kameras werden auch die Kamerastromversorgung, die Kamerasteuerung und das Livestreaming des Videosignals ermöglicht. Über Netzwerk kann das Vissonic-System auch über DANTE (Digital Audio Network Through Ethernet) angebunden werden.

>> zurück zur Übersicht

Die Vissonic PTZ-Kameras

Die Vissonic-Kamera, wahlweise mit 20-fach oder 30-fach-Optik, wird als „Open Source 1080p 60 Broadcast PTZ Kamera; lichtstark und mit großem Dynamikumfang“ beschrieben und gibt ihr Videosignal via 1.080p 3G-SDI-, HDMI- und IP Streaming sowie über Composite Output (576i/480i) aus. Die PTZ-Kamera streamt mit einer Auflösung von bis zu 1.080p 60. Bei gleichzeitiger Verwendung aller „Hauptausgänge“ können SDI und HDMI je ein 1.080p-60-Signal liefern und das parallele Streaming mit maximal 1.080p 30. Alternativ kann das Streaming mit 1.080p 60 erfolgen, dann sind aber SDI und HDMI auf 1.080p 30 limitiert. Das Streaming erfolgt via RTMP (Real Time Messaging Protocol) oder RTSP (Real-Time Streaming Protocol). Mit der NDI-Option können die Vissonic PTZ-Kameras unter NDI-HX-Standard (Network Device Interface) arbeiten: über GBit-Netzwerk unkomprimiert mit geringer Latenz, PoE, Rotlichtsteuerung und PTZ-Kamerasteuerung.

Frontansicht VIS-CDC-30-S PTZ-Kamera
Frontansicht VIS-CDC-30-S PTZ-Kamera: PTZ Kamera mit 30-fach Zoom (Bild: Mipro)
Rückansicht VIS-CDC-30-S PTZ-Kamera
Rückansicht VIS-CDC-30-S PTZ-Kamera: Auf der Rückseite befinden sich u. a. die
Anschlüsse für HDMI, LAN und SDI.
(Bild: Mipro)

Über den 3,5-mm-Audio-Eingang kann ein Audiosignal in das IP-Ausgangssignal (RTSP, NDI) eingebettet werden, für das Streaming in Bild und Ton. Über den USB-Anschluss kann bei geringen Distanzen der Stream direkt abgegriffen werden, z. B. zur Anbindung an ein Videokonferenz-Tool. Zur Steuerung der Kamera kann, wie beschrieben, die LAN-Anbindung dienen oder alternativ eine serielle Steuerung über RS 232 oder RS 485.

>> zurück zur Übersicht

Die Vissonic Steuerzentrale

VIS-DCP2000-D ist die „Steuerzentrale für digitale drahtgebundene Sprechstellen“. Sie kann pro CAT5e-Netzwerkkabel bis zu 64 Audiokanäle mit zusätzlichen Steuerinformationen übertragen. Mittels „Audio-Link Ringnetzwerktechnik“ kann die Ausfallsicherheit erhöht werden, z. B. bei Defekt einer Sprechstelle. Mit zusätzlichen Erweiterungs-Signalverteilern erhöht sich die Anzahl der maximal verwendbaren Sprechstellen auf bis zu 5.200. Das System erkennt automatisch alle verbundenen Sprechstellen und vergibt eigenständig jeder Sprechstelle eine individuelle Adresse (ID) zur Vermeidung von Netzwerkkonflikten.

Front- u. Rückansicht VIS-DCP2000-W Steuerzentrale
Front- u. Rückansicht VIS-DCP2000-W Steuerzentrale: Vissonic DCP-2000-W-Steuerzentrale für drahtgebundene und drahtlose Konferenzsprechstellen (Bild: Mipro)

Dabei ist das System Hot-plug-fähig. Sollten zur drahtgebundenen Anwendung zusätzlich noch drahtlose Sprechstellen zum Einsatz kommen, wird auf die VISDCP2000-W umgestiegen. Hier können dann über 5 GHz Accesspoints (AP) bis zu 160 weitere Funksprechstellen mit eingebunden werden (40 Sprechstellen pro AP bei max. vier AP). Zur Anbindung an ein Computernetzwerk oder einen PC steht ein Ethernet TCP/IP Netzwerk-Interface zur Verfügung. Direkt über die Zentrale, also ohne Einsatz eines PCs können die Konferenzeinrichtung und der Konferenzbetrieb gehandhabt werden, sowie die Regelung der Mikrofonempfindlichkeiten und eines integrierten 8-Band-Equalizers. Externe Audioeingangssignale (XLR/Chinch) und auch die Audioausgabe via XLR, Chinch und Phönix sind an der Steuerzentrale möglich. Mit dem Audioausgang kann eine Zonenbeschallung für bis zu acht verschiedene Zonen realisiert werden. Auch eine direkte Aufzeichnung des Audiosignals ist via angeschlossenem USB-Stick vorgesehen.

>> zurück zur Übersicht

Wie sich Mipro und Vissonic ergänzen

Für Martin Lutz schließt sich der Kreis mit der vorteilhaften Kombination des Vissonic-Konferenzsystems mit der Mikrofontechnik von Mipro: „Mit unserem Portfolio können weitere Anwendungen angebunden werden, z. B. mit abgesetzten Spots, die mit Drahtlosmikrofon-Technik abgedeckt werden sollen.“ Auch hier greifen die Systeme ineinander, indem das Einschalten eines Funkmikros beispielsweise die programmierte PTZ-Kamerapositionierung auslösen kann.

Schematisches Beispiel Konferenzanlage
Schematisches Beispiel Konferenzanlage: Beispiel eines Vissonic Konferenzaufbaus mit drahtlosen und drahtgebundenen Sprechstellen inkl. Kameranachführung (Bild: Mipro)

Eine weitere Anwendung, in der sich beide Marken Mipro und Vissonic ergänzen, wäre die Zuschaltung von eingeplanten Interessensgruppen zu einer Konferenz/ Sitzung in einem externen Bereich, z. B. Presseraum, Zuschauerraum etc. Hier kann das Audiosignal über die Zonenbeschallung auf eine Führungsanlage (Mipro MTG-100) weitergegeben werden, welche dieses wiederum drahtlos zur Verfügung stellt. Die Zuschauer erhalten dementsprechend einen Taschenempfänger und Kopfhörer und können der Konferenz/Sitzung extern beiwohnen. Das schafft auch die Möglichkeit, Personengruppen mit Hörunterstützung per Induktionsschleife einfach einzubinden. Die Technik ist nicht ausschließlich für den Installationsbereich vorgesehen: „Wir bedienen beide Welten, Installation und Event“, betont Matin Lutz. Und dazu verfügt Mipro, für seine Produkte und die von Vissonic, über eine Vielzahl von „Systempartnern“ und auch „Verleihpartnern“.

>> zurück zur Übersicht


// [14857]

Anzeige

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.