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Case Study Finlandia Hall

Genelec und Matrox vernetzen die Finlandia-Halle

Bei der Sanierung der Finlandia-Halle in Helsinki setzte das Haus konsequent auf Netzwerktechnik. Matrox lieferte eine AV-over-IP-Videoinfrastruktur auf Basis von IPMX. Und in der neuen Ausstellung zum Architekten Alvar Aalto sorgen 54 Smart-IP-Lautsprecher von Genelec für den Klang.

Großer Konzertsaal mit dunklen Sitzreihen, weißen Balkonbrüstungen und violett beleuchteter Rückwand, an der Decke Lichttraversen(Bild: Jani Lappalainen – Inspiroiva Creative))

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Die von Alvar Aalto entworfene Finlandia-Halle ist seit über fünf Jahrzehnten Helsinkis Konzert- und Kongresshaus. Zwischen 2022 und 2025 wurde die Gebäudetechnik umfassend saniert. Das Haus vereint Konzertsäle, Tagungsräume und Eventflächen, die sich teilen oder zusammenlegen lassen. Regelmäßig arbeiten Rental- und Produktionsfirmen sowie Broadcaster im Haus. Entsprechend schnell muss sich die Technik an wechselnde Formate anpassen lassen.

IPMX über 1 GbE

Im Zuge der Sanierung sollten Teile der klassischen SDI- und HDMI-Punkt-zu-Punkt-Infrastruktur durch ein IP-basiertes System ersetzt werden. Die Anforderungen waren hoch: sehr geringe Latenz, Betrieb über das vorhandene 1-GbE-Netz, Unterstützung für HDMI-, SDI- und Mac-Quellen sowie die Anbindung an Steuerungen von Drittanbietern. Gleichzeitig wollte das Haus sich nicht an ein proprietäres Ökosystem binden.

Geprüft wurden laut Matrox mehrere AV-over-IP-Technologien. Proprietäre Lösungen widersprachen dem Wunsch nach Offenheit. SDVoE bot zwar die gewünschte niedrige Latenz, hätte aber ein 10-GbE-Netz erfordert. Die Wahl fiel schließlich auf IPMX mit den Encodern/Decodern ConvertIP DRH und dem Media Routing Appliance ConductIP von Matrox. Die Geräte unterstützen auch JPEG XS und SMPTE ST 2110, was eine spätere Anbindung an Broadcast-Umgebungen offenhalten soll.

Routing nach Raumkonfiguration

Statt an feste Signalwege gebunden zu sein, routet das Technikteam Video jetzt über das Netzwerk, je nachdem, wie die Räume gerade aufgeteilt sind. ConductIP soll dabei die Einrichtung und Verwaltung der Workflows vereinfachen.

„In der Finlandia-Halle sind Flexibilität und Skalierbarkeit entscheidend, weil wir viele unterschiedliche Veranstaltungen in mehreren Sälen betreuen“, erläutert Ilari Suonpää, Leiter der Technikabteilung. Die Lösungen von Matrox hätten eine Videoinfrastruktur ermöglicht, die sich schnell an neue Anforderungen anpasst. Bereiche mit älterer AV-Technik sollen in künftigen Sanierungsabschnitten auf das neue System umgestellt werden.

Smart-IP-Lautsprecher in der Aalto-Ausstellung

Auch beim Audio setzt das Haus auf das Netzwerk. Die neue Ausstellung „Visions of Alvar Aalto“ soll Einheimischen und Touristen einen neuen Anlass geben, die Halle zu besuchen. Der finnische Integrator 4Business Oy hat dafür 47 Genelec 4430 und sieben Pendellautsprecher 4436 installiert.

Dunkler Ausstellungsraum mit Säulen aus Birkenrinde, Hockern aus Baumstümpfen und grün beleuchteten Blätterdächern an der Decke
Die Ausstellung „Visions of Alvar Aalto“ in der Finlandia-Halle (Bild: Genelec)

(Bild: Genelec)

Die Lautsprecher erhalten Audio, Strom und Steuerung über ein einziges Netzwerkkabel. Das war entscheidend, weil das Ausstellungslayout bei der Sanierung der Räume noch nicht feststand, berichtet Nathan Hayward, Projektmanager bei 4Business. So ließen sich die Lautsprecher leicht platzieren und umbauen, während sich das Konzept weiterentwickelte.

Klangzonen in RAL-Farben

Die 4430 sind in RAL-Sonderfarben lackiert und fügen sich in die einzelnen Zonen ein. Im Bereich „Prelude“ geben fünf kobaltblaue 4430 (RAL 5013) Sibelius’ „Finlandia“ wieder. Neun Lautsprecher in Planengrau (RAL 7010) gestalten mit Bachrauschen und Waldgeräuschen den Übergang zum „Land of Forests“, wo elf schwarze 4430 eine Waldklanglandschaft erzeugen.

In der Zone „Together“ geben 18 Lautsprecher in Verkehrsgrau (RAL 7042) Geräuschen vom Bleistiftzeichnen, entferntes Klavierspiel und Umgebungsgeräusche wieder. Im Abschnitt „My Aalto“ kommen vier weiße 4430 zum Einsatz.

Im Raum „Power of Light“ ahmen Klavierakkorde tanzende Lichtstrahlen nach. Hier hängen die sieben 4436 von der Decke und strahlen nach unten auf die Besucher ab. Das Sounddesign stammt von Aki Päivärinne vom OiOi Collective. Es soll den Klang ähnlich im Raum wie Aaltos Lichtkonzepte.

Weißes, kantiges Gebäude mit Marmorfassade unter bewölktem Himmel
Die Finlandia-Halle wurde zwischen 2022 und 2025 saniert (Bild: Matrox Video)
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