Dockingstation

Praxistest: One for all mit dem Logitech Logi Dock

Die eierlegende Wollmilchsau gibt es nicht? Stimmt! Aber das Logi Dock kommt dem Ganzen schon sehr nahe. Die Dockingstation ist gleichzeitig auch ein Speakerphone und soll für Ordnung am Arbeitsplatz sorgen. Was das Dock so unter der Haube hat und welche Features sonst noch auf den interessierten Nutzer warten, zeigt dieser Praxistest.

Logitech Logi Dock an Arbeitsplatz angeschlossen(Bild: Logitech)

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Inhalt dieses Praxistests:


Dockingstations überschwemmen geradezu aktuell den Markt. Es gibt nur wenige Hersteller im AV- und IT-Markt, die keine solchen im Programm haben. Doch Logitech geht die berühmte Extrameile und hat seiner Logi Dock noch ein Speakerphone spendiert, welches mit dedizierten Buttons einen schnellen Zugriff auf die wichtigsten Funktionen bietet, die man im Arbeitsalltag so braucht. Im Zusammenspiel mit der zugehörigen Software Logi Tune bleiben bei dieser Lösung kaum noch Wünsche offen. Aber der Reihe nach. Was bietet Logi Dock?

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Audio-Fakten

Sechs Mikrofone sind in der Oberseite der Logi Dock zu einem Beamforming-Array angeordnet, um auch aus jedem Winkel des Arbeitsbereichs noch einen guten Ton aufnehmen zu können. Die Anordnung der Mikrofone sollte daher auch noch ausreichen, um das Dock als Meeting Hub in einem kleinem Huddle Space mit bis zu vier Personen einwandfrei nutzen zu können.

Die Leistung des verbauten Lautsprechersystems, bestehend aus zwei 55-mm-Neodym-Lautsprechern in der Vorderseite sowie zwei passiven Spulen für eine verbesserte Tieftonwiedergabe, reichen allemal auch für eine kleine Besprechungssituation oder aber, um am Arbeitsplatz auch mal die Musik laut aufdrehen zu können. Und das sogar bis zum Maximum, ohne dass das Dock dabei gestresst klingen würde.

Damit auch das gefällige Gehäuse nicht in Stress gerät, hat Logitech hier Vibrationsdämpfer an zentralen Stellen eingefügt, die kritische Schwingungen abfedern.

Logitech Logi Dock im seinen Einzelteilen
Sound satt: Das Design der Audioeinheit wirkt in der Explosionszeichnung nicht sonderlich spektakulär, aber irgendwas muss Logitech mit der Logi Dock richtig gemacht haben, denn sie klingt ausgesprochen gut. (Bild: Logitech)

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Anschluss-Fakten

Um die nötige Peripherie am Logi Dock anzudocken, hat Logitech fast alles an Anschlüssen integriert, was benötigt wird. An der Rückseite befinden sich zwei USB-A-Ports sowie zwei USB-C-Ports nach dem Standard USB 3.1 Gen 1 (5 Gbit/s). Ein weiterer USB-C-Port sitzt im Fuß des Gerätes vorne links. Diese eignen sich zum Anschluss von Tastatur, Maus, Headset oder auch Webcam. Die USB-C-Ports sind jedoch nicht für den Anschluss von Monitoren gedacht. Hierfür bietet das Logi Dock je einen Display-1.4-Port sowie einen HDMI-2.0-Port an. Für den Anschluss eines Laptops oder eines Rechners steht ein weiterer USB-C als Upstream zu Verfügung, welcher über USB PowerDelivery (PD) 2.0 bis zu 100 W Strom liefert. Ein Kensington-Lock-Port kann zur Sicherung des Docks durch ein Schloss genutzt werden. Und natürlich darf auch der Anschluss für ein externes Netzteil nicht fehlen, denn so viel Leistung auf engem Raum braucht eine passende Stromversorgung, die beim Logi Dock sehr üppig ausfällt.

Logitech Logi Dock Rücjseite mit Sicht auf Anschlüsse
Anschlüsse satt: Alles, was ein moderner Arbeitsplatz braucht. Nur fehlt leider der Netzwerk-Port. Logitech will aber zukünftig einen USB-LAN-Adapter beilegen. (Bild: Logitech)

Der USB-C-Anschluss für den Upstream verwendet für die Videosignale den DisplayPort-Alt-Modus als natives Protokoll und benötigt so, wie zum Beispiel bei Docks, die auf Displaylink setzen, keine zusätzlichen Treiber. Dual-Display ist bereits in DisplayPort integriert. Hierfür muss das angeschlossene Endgerät jedoch auch DisplayPort über USB-C unterstützen. Es werden am Logi Dock ein oder zwei Bildschirm mit bis zu 4K (3.840 × 2.160) bei 60 Hz unterstützt. Das Dock kann auch über den Upstream-Port an einem Thunderbolt USB-C-Port angeschlossen werden, die Funktionalität des Docks wird dann über den USB-Alt-Mode des Thunderbolt-Ports sichergestellt. Die USB-C-Ports des Logi Dock bieten dann aber leider keine weiteren Thunderbolt-Features.

Des Weiteren befindet auf der Rückseite noch eine Taste, um Bluetooth zu aktivieren und die Kopplung zu starten, um das Dock zum Beispiel auch als Freisprecheinrichtung für ein Mobiltelefon nutzen zu können.

Was man leider am Logi Dock vergeblich sucht, ist ein Ethernet-Port für die Netzwerkkonnektivität. Diese kann dann nur über das Endgerät selbst erfolgen; also per WLAN oder einem vorhandenen Ethernet-Port. Dann ist aber der One(-Cable)-for-all-Ansatz des Logi Dock wieder hinfällig.

Just im Laufe des Tests kam noch ein neues Firmware Upgrade für das Dock herein, das nun auch die native Verbindung von Logitech ZoneWireless Headsets direkt mit dem Logi Dock zulässt, ohne zusätzliche Dongle zu benötigen. Eine Konnektivität zu weiteren Headsets soll mit zukünftigen Updates folgen. Mit der Funktion AudioSwitch soll es nun möglich sein, einfach zwischen der Audioausgabe des Logi Dock und dem Headset zu wechseln.

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UC-Funktionalität

Da Logitechs Logi Dock ja auch ein Speakerphone ist, welches für MS Teams (Teams Version) sowie Google Meet, Google Voice, Tencent Meeting, Lark, DingTalk und Zoom (UC Version) zertifiziert ist, hat man dem Gerät auch gleich passende Tasten und LED-Signale spendiert, welche die Bedienung sehr einfach machen. Auf der Front befinden sich neben einem Mute-Button zur Stummschaltung des Mikrofons, einem Join-Button in Form eines Kreises zur Teilnahme an einem bzw. Beenden eines Meetings oder zur Annahme bzw. Abweisen eines Calls, einem Kamera-Button zur (De-)Aktivierung der Kamera auch Leiser-Lauter-Buttons für die Lautsprecherlautstärke. In diesem Test wurde nur das Zusammenspiel mit MS Teams geprüft, was einwandfrei funktionierte.

Die Mute-Taste am Gerät synchronisiert sich mit dem Mute-Button in Teams, außerdem zeigt zusätzlich eine LED, die von Blau nach Rot wechselt, wenn Mute aktiviert wurde. Gleiches gilt für das Ein- und Ausschalten der Kamera. Auch ein akustisches Feedback wird eingespielt, wenn eine der beiden Tasten gedrückt wurde. Außerhalb eines Calls sind die LEDs ausgeschaltet. Um auch im dunklen Raum treffsicher die Taster am Logi Dock zu finden, wurden hier noch zusätzliche LEDs unterhalb dieser angebracht. Auch sie wechseln in einem aktiven Call von Weiß auf Rot, sobald sie gedrückt wurden. Nur die LED unter dem runden Join-Button bleibt immer weiß und erlischt dann, wie alle anderen LEDs, wenn ein Call beendet wurde.

In der speziellen Teams-Hardware-Version ist der Join-Button ein Teams-Button, mit dem Teams jederzeit geöffnet oder in den Vordergrund gebracht werden kann. In Calls ist er auch zusätzlich noch ein Interaktions-Button, mit dem die Hand gehoben werden kann. Weitere Aktionen können unter bestimmten Bedingungen mit dem Teams-Button ausgeführt werden.

Eine Zertifizierung für den Videoconferencing-Dienst Tencent Meeting soll in Kürze erfolgen.

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Kompatibilität mit Logi Tune-Software

Die Software Logi Tune verwaltet Logitech-Geräte wie das Logi Dock. Man kann Logi Tune mit seinem Outlook-Kalender synchronisieren, um mit der UC-Version des Docks die One-Click-Join-Funktionalität mit den Join-Button zu erhalten. Logi Tune erinnert den Nutzer dann zu den im Outlook Kalender definierten Erinnerungszeiten an das kurz bevorstehende nächste Meeting, in dem es einerseits eine Push-Up-Benachrichtigung im Nachrichtenbereich des Bildschirms ausgibt und andererseits mit den LEDs am Logi Dock lila blinkt, bis entweder das Meeting angenommen bzw. abgewiesen wurde oder aber das Meeting laut Zeitplan vorbei ist.

Logitech Logi Tune Screenshots
Logi Tune: Die zugehörige Software Logi Tune lässt sich mit dem Outlook Kalender synchronisieren, so dass das Logi Dock auch optisch über seine LEDs an bevorstehende Termine erinnert oder bei einem Call blinkt. Über Logi Tune lassen sich einige Einstellungen machen und das Gerät updaten oder zurücksetzen. (Bild: Sven Schuhen)

In Logi Tune kann das Dock aber auch weiter eingestellt werden. Neben Firmware-Updates und dem Verbinden von drahtlosen Logitech-Headsets bietet die Software einen fünfbändigen Equalizer für die Einstellung des Lautsprecher-Sounds, mit einigen auswählbaren Presets, sowie speicherbaren Custom-Presets. Weiter lässt sich die Empfindlichkeit des Mikrofon-Arrays einstellen, das Gerät benennen, falls mehrere genutzt werden, und die Alarmfunktion für bevorstehende Meeting deaktivieren. Sollte es zu Problemen mit der Bildwiederholrate der angeschlossenen Bildschirme kommen, lässt sich über Logi Tune noch die Datenrate der USB-Ports von USB 3.0 auf USB 2.0 verringern. Schließlich bietet die Software noch eine Diagnose der Audiofunktionen, um zu checken, ob Probleme am Gerät oder anderen Stellen des Systems vorliegen.

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Fazit und Ausblick

Das Logi Dock von Logitech vereint wirklich fast alles, was am Arbeitsplatz oder für ein Huddle benötigt wird. Nur noch einen Bildschirm anschließen, eine Kamera dazu und das Endgerät via USB-C verbunden, dann kann es losgehen. Wenn Maus und Tastatur dazu noch drahtlos sind, hat man keine Kabel mehr sichtbar auf dem Tisch. Einziger Wehrmutstropen ist aber der fehlende LAN-Port. Nicht in jeder Arbeitsplatzumgebung kann, darf oder will man eine WLAN-Verbindung nutzen. Da im Testsetup mehr Geräte verbunden werden mussten, als Anschlüsse am Dock vorhanden sind, habe ich mir mit einem USB-3.0-Hub weitergeholfen, an dem ich dann auch einen USB-Ethernet-Adapter angeschlossen habe. Letzteren will Logitech wohl zukünftig dem Logi Dock beilegen.

Im Vergleich mit anderen Speakerphones und auch Videobars habe ich in letzter Zeit immer wieder dem Dock von Logitech den Vorzug gegeben. Es klingt mit den Standardeinstellungen so rund und voll, dass es in meinem Setup zum liebsten Alltagsgerät geworden ist. Mit den Tasten habe ich alle wichtigen Funktionen für Meetings im schnellen Zugriff. Und ehrlich gesagt bevorzuge ich die Join-Taste der UC-Version der Teams-Taste an der Teams-Version. Das One-Click-To-Join-Feature ist praktisch, und innerhalb eines Meetings bin ich eh mit hundert Dingen beschäftigt, wo ich meist die Hand auf der Maus habe, da kann ich auch mit jener die Hand heben oder Emojis senden.

Logitech will in naher Zukunft auch die Integration der Logi Dock über seine Management-Plattform Logitech Sync ausbauen, damit sie unternehmensweit verwaltet werden kann. Auch weitere Features sollen noch folgen. Die Logitech Logi Dock ist zu einer UVP von 499 € brutto im Fachhandel erhältlich.

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