Markt – Neuausrichtung Holzmedia

Holzmedia wird zum strategischen Konzeptanbieter

Holzmedia hat in diesem Jahr nicht nur seine Möbelkonzepte erweitert, sondern auch die strategische Ausrichtung des Unternehmens überdacht. PROFESSIONAL SYSTEM sprach mit den beiden Geschäftsführern und Gesellschaftern Manuel Holz und Peter Möller über die Neuausrichtung von Holzmedia und deren Zielsetzung.Holzmedia(Bild: Holzmedia)

Nach der erfolgreichen Einführung des Medienmöbel- Konzeptes „Elements“ im Jahr 2017 haben Sie Anfang 2018 Ihr Konzept „Tables“ sowie eine Fokussierung Ihrer Geschäftsbereiche angekündigt. Was war der Hintergrund hierfür?

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Peter Möller: Der jüngste Hintergrund für diese Entscheidung war der durchschlagende und nachhaltige Erfolg von Elements. Aber zum Verstehen der vorgelagerten Entwicklung müssen wir einige Jahre zurückgehen, d. h., zur ursprünglichen Ausrichtung von Holzmedia sowie meinem Einstieg als Gesellschafter vor gut vier Jahren.

Und das bedeutet?

Manuel Holz: Holzmedia wurde von mir 2002 als „Newcomer“ der Büromöbelbranche gegründet – und wir haben uns dann mit dem Aufkommen erster medientechnischer Komponenten, wie Tischanschlussfeldern, Spiegelprojektionen und Leinwänden, überaus innovativ etabliert. Unsere Spezialität dabei war der kaum sichtbare Einbau dieser Technik in hochwertige Möbellösungen, die meist individuell und „maßgeschneidert“ umgesetzt wurden. Und da unser Hauptvertriebsweg seinerzeit der projektorientierte Büromöbelhändler war, haben wir für diesen dann auch die meist anspruchsvolle und komplexe Technikintegration beim Endkunden durchgeführt. Gemeinsame Projekte mit Medientechnikern waren in dieser Zeit eher die Ausnahme.

Inwieweit hat Ihr Einstieg, Herr Möller, hier zu einer Veränderung geführt?

Peter Möller: Nun, relativ einfach. Ich kam 2014 aus einer ganz anderen Branche zu Holzmedia. Begeistert von dem, was Holzmedia in puncto Innovation und Excellence – auch heute noch – auszeichnet, aber ohne konkrete Technik- oder Möbel-Expertise. Und ohne Erfahrungen im Projektgeschäft. Dafür brachte ich den Blickwinkel und Erfahrungshorizont aus meiner international ausgerichteten Tätigkeit im Marketing und Vertrieb verschiedener Markenartikler der Serienindustrie mit. In diesem Kontext erschien mir unser Geschäftsmodell sehr komplex und insbesondere international kaum multiplizierbar. Hinzu kamen wertvolle Kundengespräche, die uns aufzeigten, dass wir von den Medientechnikern und Integratoren – im Nachhinein völlig klar und verständlich – als Wettbewerber gesehen wurden.

Welche Konsequenz haben Sie daraus gezogen?

Peter Möller: Wir haben die Eindrücke und Erkenntnisse aus unser beider Perspektiven wirken lassen. Intern haben wir uns dann sehr intensiv mit den Konsequenzen sowie dem Pro und Kontra einer möglichen Neuausrichtung beschäftigt – um dann gemeinsam eine konsequente Entscheidung zur weiteren strategischen Ausrichtung von Holzmedia zu treffen.

Und wie genau sieht diese strategische Neuausrichtung aus?

Manuel Holz: Der erste Punkt ist, dass wir zukünftig keine Möbel mit integrierter Technik mehr bauen, sondern wir werden – mit all unserer Expertise – Spezial- beziehungsweise Medienmöbel zur „freien Technikintegration“ anbieten. Der zweite wichtige Punkt ist, dass wir die Medientechniker und AV-Integratoren in diesem Zusammenhang als strategische Vertriebspartner sehen und für unser Zusammenwirken gewinnen wollen. Und eine weitere wichtige Änderung ist, dass wir auch für den Büromöbelhandel nicht weiter als „medientechnischer Systemanbieter“ agieren und somit unser „Plug & Play“-Konzept nicht weiterverfolgen.

Aber haben Sie damit nicht mehr als ein Jahrzehnt Erfahrung über Bord geworfen?

Peter Möller: Das mag zunächst so scheinen, trifft aber nicht zu! Vielmehr macht uns die Expertise der jahrelangen Technikintegration als „Möbelbauer“ zum echten Spezialisten, dem man die Details und Grundanforderungen eines guten Medienmöbels nicht erklären muss. Hier liegt dann auch der zentrale Vorteil unserer skalierbaren Konzepte „Elements“ und „Tables“, in die all unsere Erfahrungen eingeflossen sind. Und dieser Benefit greift sowohl für die Büromöbelhändler als auch insbesondere für die Medientechniker und AV-Planer, die mit uns zusammenarbeiten, beziehungsweise unsere durchdachten Produkte und Lösungen in ihre Projekte einbinden.

Erkennen die Medientechniker diesen Vorteil auch?

Manuel Holz: Ein Großteil der führenden AVIntegratoren, die uns teilweise natürlich auch getestet haben, hat das sehr schnell erkannt, und sie erleben es in jedem Projekt aufs Neue positiv. Aber natürlich gibt es auch Medientechniker, die aufgrund der vergangenen Wettbewerbssituation skeptisch und zurückhaltend sind. Und es gibt diejenigen, die eine eigene Schreinerei haben oder auch gerne mit ihrem Schreiner eigene Lösungen entwickeln.

Holzmedia-Geschäftsführer Manuel Holz (links) und Peter Möller bei der Preisverleihung des German Brand Awards 2018
Die beiden Holzmedia-Geschäftsführer Manuel Holz (links) und Peter Möller bei der Preisverleihung des German Brand Awards 2018. (Bild: German Brand Award)

Wie begegnen Sie dieser Zurückhaltung?

Peter Möller: Ganz offen, positiv und entspannt. Zum einen, weil wir uns mit den Partnern, die bereits mit uns aktiv sind, sehr erfolgreich entwickeln. Und zum anderen, weil wir sehr zuversichtlich sind, dass sich die Planungssicherheit und Ertragsfähigkeit, die wir unseren Vertriebspartnern bieten, nachhaltig durchsetzen wird.

Und wie wirkt sich die Neuausrichtung und Fokussierung auf Ihren Geschäftsbereich „Smart Planning“ bezüglich der Zusammenarbeit mit anderen Gewerken beziehungsweise der AV-Branche aus?

Manuel Holz: So wie im Grundsatz beschrieben, d. h., wir verstehen die ästhetischen Anforderungen der Architekten und Innenarchitekten in „maßgeschneiderten“ Konferenzräumen unverändert. Und wir realisieren auch nach wie vor anspruchsvolle und hochwertige Individuallösungen im Einklang mit der – möglichst unsichtbaren – Technikintegration. Aber dies geschieht eben nicht mehr, indem wir die Technik mit anbieten und selber integrieren, sondern immer im Zusammenwirken mit einem professionellen AV-Integrator.

Im Sommer wurde Holzmedia mit dem German Brand Award 2018 ausgezeichnet. Betrachten Sie dies als eine Bestätigung Ihrer Strategie?

Peter Möller: Zunächst war der Gewinn des German Brand Awards für uns und unser Team auch emotional eine wunderbare Sache – zumal man sich für den German Brand Award nicht bewerben kann, sondern nominiert wird. Gleichzeitig bestätigt diese Auszeichnung für uns inhaltlich zwei Dinge: zum einen unsere von jeher konsequent auf Innovation, Nachhaltigkeit und Excellence ausgerichtete Markenführung – mit Produkten und Lösungen, die durch Design, Funktionalität und Premiumqualität bestechen. Zum anderen unterstreicht sie auch unseren Mut zur Neuausrichtung im Hinblick auf eine nachhaltige Vertriebs- und Wachstumsstrategie als Nischen- Spezialist.

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