Conferencing: Natürlich klar!

Praxistest der Bose Videobar VB1

Mit der Videobar VB1 hat Bose seine erste All-In-One-Lösung für den Konferenzraum im Programm. Bei der dezenten Form- und Farbgestaltung rücken die Stärken des Geräts leicht in den Hintergrund, denn die VB1 ist ein echter Bose-Lautsprecher, der klanglich überragend ist. Aber auch die Kameratechnik ist absolut sehenswert, und das Mikrofonarray macht einen hervorragenden Job. PROFFESSIONAL SYSTEM zeigt in diesem Praxistest, was die Videobar noch zu bieten hat.

Bose Videobar VB1
Technischer Aufbau: Ein Blick ins Innere der Bose Videobar VB1 zeigt den Aufbau mit den Stereo-Lautsprechern links und rechts außen, dem Mikrofonarray links und rechts innen sowie der Kamera in der Mitte. (Bild: Bose)

Inhalt dieses Praxistests:

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Die Redaktion von PROFESSIONAL SYSTEM hatte in den letzten Monaten schon einige Videobars verschiedener Hersteller zum Praxistest in ihren Räumlichkeiten oder dem Homeoffice. Aber kaum ein Gerät wurde schon so früh angekündigt – und dann im Release öfter verschoben. Bereits auf der Infocomm 2019 in Orlando begann die große Kampagne rund um das neue Bose-Work-Portfolio, das sich speziell um die New-Work-Themen kümmern sollte. Mit der Videobar VB1 wurde auch eine Version der Bose-Headphones 700UC speziell für Webkonferenzen angekündigt. Ergänzt wird das Bose Work Portfolio um die Audioprozessoren der ControlSpace EX-Serie. Mit der Ceiling Audio Solution ES-1 gibt es zudem ein vollständig integriertes Konferenzsystem für Besprechungsräume, bei dem man mit Sennheiser kooperiert und deren TeamConnect Ceiling 2 Deckenmikrofon im Set mit Bose-DSP, Verstärker und Lautsprechern anbietet.

Doch an dieser Stelle soll es um die Bose Videobar VB1 gehen, die für hybrides Arbeiten in kleinen bis mittleren Besprechungsräumen entwickelt wurde. Mitarbeiter, die remote zu einer Besprechung vor Ort zugeschaltet werden, sollen für eine erfolgreiche Zusammenarbeit keine Nachteile haben. Bose wollte mit der All-In-One-Lösung dafür sorgen, dass man im Besprechungsraum bestmöglich zu verstehen ist und andersherum auch die Personen im Besprechungsraum am anderen Ende der Leitung gut zu hören und zu sehen sind, sich also im Prinzip alle im selben Raum befinden. Und Bose wäre nicht Bose, wenn ein Bose-Lautsprecher nicht auch noch eine vernünftige Musikwiedergabe hinbekäme.

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Einrichtung und Teams-Integration

Im Prinzip ist die Videobar out-of-the-box sofort Plug&Play spielfertig: Stromzufuhr herstellen, USB-Kabel anstecken, und schon kann es losgehen. Die VB1 wird von den gängigen Betriebssystemen ohne Weiteres erkannt und kann als Kamera sowie Freisprechtelefon mit Echoausschaltung in den Videokonferenz-Client eingebunden werden. Über die beiliegende Fernbedienung lassen sich dann die Position des Bildausschnitts und der Zoom einstellen sowie zwei Presets speichern.

Kamera der Bose Videobar VB1
Kamera: Die 4K-Kamera sitzt im Zentrum der Videobar und kann über ein intelligentes Autoframing den passenden Bildausschnitt wählen. Der Status der Stummschaltung und der Bluetooth-Verbindung lässt sich an leuchtenden Symbolen erkennen und unter der Kamera befindet sich eine mehrfarbige Lichtleiste, die weitere Informationen vermittelt. (Bild: Bose)

Die Videobar ist für Microsoft Teams sowie Microsoft Teams Rooms zertifiziert und kann in diesen Umgebungen nativ arbeiten. Heißt, es werden spezielle Settings automatisch mit der Teams-Umgebung abgerufen, und z. B. die Mute-Taste sowie -LED sind an die Mute-Funktion von Teams gekoppelt. Eine Zoom- sowie Google Meet-Zertifizierung soll in Kürze abgeschlossen sein.

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Audio mit optimiertem AEC

Bose nutzt sechs Richtmikrofone, die als Mikrofon-Array ein Beam-Steering vornehmen, um die Stimmen im Raum einzufangen. Ein intelligenter Automatikmixer analysiert dabei das aufgenommene Signal, blendet Hintergrundgeräusche aus und hebt Stimmen aktiv hervor. Automatisch sollen so das Klangerlebnis optimiert und natürliche Gespräche ermöglicht werden. Außerdem wird eine interne akustische Echokompensation (AEC) vorgenommen, die gegenüber der AEC des Unified-Communications-Clients bevorzugt wird.

Die VB1 bietet Stereoklang für einen natürlichen, raumfüllenden Klang. Per Bluetooth lassen sich auch drahtlose Geräte mit der Videobar verbinden, allerdings dann nur für die Audiofunktionen, denn für Video reicht die Bandbreite nicht.

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Autoframing-Video

Mit einer 4K-Kamera ausgestattet liefert die Videobar hochauflösende Bilder. Eine Autoframing-Funktion, bei der die Kamera sich automatisch den richtigen Bildausschnitt sucht, sorgt dafür, dass immer alle Personen im Sichtfeld der Kamera bestmöglich erfasst werden. Das Autoframing kann mit der beiliegenden Fernbedienung (de-)aktiviert werden, falls man einen manuellen Bildausschnitt anpassen will, um etwa noch ein Whiteboard oder eine Flipchart mit einzufangen.

Rückseite der Bose Videobar VB1
Konnektivität: Die Rückseite zeigt die Montage-Scharniere sowie alle Anschlussmöglichkeiten. Besonderheiten sind hier die HDMI-Schnittstelle, mit der die Videobar als externe Grafikkarte über DisplayLink über die USB-Verbindung genutzt werden kann, sowie der Ctrl-Input, mit der z. B. bei einer Alarmsituation die Audioausgabe stummgeschaltet werden kann. (Bild: Bose)

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Weitere Features vom Dübel bis zu Ports

Über einen Ethernet-Port oder WiFi kann die Videobar ins Netzwerk eingebunden werden. Eine Weboberfläche erlaubt im Admin-Modus detailliertere Einstellungen im Audio- und Videobereich sowie für das System an sich. Wahlweise kann auch das Bose Work Configuration Tool (für Mac und Windows) oder die Bose Work App (iOS und Android) benutzt werden. Wenn viele Einheiten im Unternehmen genutzt werden, können alle zusammen über das Bose Work Management Tool (Windows) verwaltet und überwacht werden, was die Fehlersuche deutlich beschleunigt. Einstellungen oder Updates können für einzelne Geräte individuell oder auch für alle zusammen aus der Ferne vorgenommen werden. Das vereinfacht die Konfiguration und das Verwalten vieler Geräte erheblich.

In Verbindung mit drahtlosen Konferenzsystemen wie Barco Clickshare CX oder Mersive Solstice Conference kann die Bose Videobar VB1 auch direkt mit dem System verbunden werden und ist dann drahtlos über die entsprechenden Dongles oder Systemanwendungen am eigenen Endgerät nutzbar.

Seitenansicht der Bose Videobar VB1
Seitliche Bedienung: An der Seite befinden sich eine Mute-Taste sowie eine Taste für das Aktivieren bzw. Trennen der Bluetooth-Verbindung. (Bild: Bose)

Die Videobar besitzt einen HDMI-Port zum Anschluss an ein Display und kann über einen Display-Link-Treiber als externe Grafikkarte genutzt werden. So muss ein entsprechendes Display im Raum nicht separat angeschlossen werden, eine einzige Verbindung per USB mit der Bose VB1 ist ausreichend.

Im Lieferumfang sind ein Tischstativ sowie eine Wandhalterung für eine einfache Montage der VB1, ebenfalls sind alle nötigen Dübel und Schrauben beigelegt. Außerdem befinden sich ein Netzkabel samt Netzteil, ein USB-C-Kabel sowie ein HDMI-Kabel in der Verpackung. Nutzer von Geräten ohne USB-C-Port freut ein beiliegender Adapter von USB-C zu USB-A. Für sensible Umgebungen liegt eine Abdeckblende für die Kamera bei, die bei Bedarf aufgesteckt werden kann, ohne die restlichen Anzeigen und die LED-Leiste zu verdecken.

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Optionale Montage

Separat erhältlich ist ein VESA-Wandmontage-Set. Darüber hinaus ist ein Bose Videobar VB1 Display-Montageset erhältlich, das zwischen Display-Halterung und Display montiert werden kann. Hierbei ist sowohl eine Montage der Videobar über als auch unter dem Display möglich und sorgt somit für eine aufgeräumte Optik. Als weiteres Zubehör ist ein 2 m langes USB-3.1-Kabel mit abgewinkeltem USB-C-Stecker erhältlich, um die VB1 sehr nah an der Wand positionieren zu können.

Fernbedienung der Bose Videobar VB1
Fernbedienung: Die Fernbedienung bietet übersichtlich Zugriff auf alle wichtigen Funktionen und ermöglicht das Speichern von zwei Presets für die Wahl des Bildausschnitts. (Bild: Sven Schuhen)

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Fazit

Wie bereits angedeutet, handelt es sich bei der Videobar VB1 um eine Audiolösung, wie man sie von Bose erwarten würde: Klanglich rund und ausgewogen, Videokonferenzen klingen natürlich, und entfernte Teilnehmer sind gut zu verstehen.

Das Mikrofon-Array arbeitet sauber und bringt die Stimmen klar zur Gegenstelle. Die Bedienung der Videobar ist intuitiv und wird dem Nutzer sofort klar. Das Autoframing funktioniert problemlos. Die dezente Bauform fügt sich optisch ansprechend in jede Umgebung ein. Bose liefert mit der VB1 somit eine rundum gelungene Lösung für den kleinen und mittleren Besprechungsraum, aber auch für das gehobene Homeoffice ist das Gerät eine interessante Lösung, die für 1.199 € netto UVP erhältlich ist.

Web-Links

pro.bose.com

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