Unified Communication

Test: Webcam Jabra Panacast 20

Laut Hersteller ist diese Kamera „entwickelt für persönliche KI-gestützte Videokonferenzen“ und soll die Arbeit im Homeoffice professionalisieren. Jabra verspricht, dass die Pana­cast 20 Plug-and-play-fähig ist und nach Installation direkt eingesetzt werden kann.

Jabra PanaCast 20 Evolve2 65 im Einsatz(Bild: Jabra)

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Inhalt dieses Tests:


Sehr handlich kommt sie daher und steckt voller Überra­schungen bei der Verwendung in Videokonferenzen. Sie verfügt über eine 4K-Auflösung mit 13 Megapixel auf ei­nem 1/3.2″-Bildsensor. Der Blickwinkel der Kamera liegt bei 90° (horizontal). Der besondere Clue ist ein „intelli­genter Zoom“, der den Videokonferenzteilnehmer stets prominent im Blick behält. Wenn die Funktion zugeschal­tet ist, verfolgt die Kamera die Bewegungen der Person und deren Abstandsveränderungen vor der Kamera. Die Arbeitsweise entspricht somit der von ePTZ-Kameras. Alle Funktionen der Kamera werden intern ausgeführt bei ei­ner Gehäusegröße von 44 Millimetern in der Breite, mit einer Höhe von 25 Millimetern und einer Tiefe von 80 Millimetern. Das Tracking des Gesichts erfolgt via Bildanalyse mit einem integrierten Prozessor in der Kamera. Für die Tonübertragung sind drei Mikrofone der Bauart MEMS (Micro Electro Mechanical System) eingebaut. Die Kamera wird über ein USB-Kabel an einen PC angeschlos­sen. Kameraseitig ist das ein USB-C-Stecker, rechnerseitig ein USB-Stecker Typ A mit der Spezifikation USB 3.0 bzw. USB 2.0 (bei ausreichender Stromversorgung). Hersteller­seitig ist die Panacast 20 für den flexiblen Einsatz im Büro, im Homeoffice oder auch unterwegs mobil vorgesehen. Dazu liefert Jabra die Kamera in einem ebenso handlichen Reiseetui aus.

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Anschließen und loslegen

Auch wenn die Panacast 20 treiberlos und unproblema­tisch in Betrieb genommen werden kann, empfiehlt sich das Aufspielen der Software „Jabra Direct“. Zum Einen lässt sich die Kamera über diese Hersteller-App schnell, in­tuitiv und individuell einrichten, und zum Anderen erkennt die Jabra-Applikation weitere angeschlossene Konferenz- Tools wie Headsets oder Konferenzlautsprecher/Mikrofon­einheiten von Jabra. Auch die besonderen Zusatzfunktio­nen der Kamera werden über Jabra Direct aufgerufen und gesteuert. Das ist in der weiteren Verwendung, auch bei laufender Videokonferenz mit beliebiger Konferenz- Software, möglich.

Webcam Panacast 20 auf Display aufgesteckt
Handlich und leistungsstark: Webcam Panacast 20 zum Aufstecken aufs Display oder zur Verwendung mit Tischstativ in 4k-Auflösung und integrierten cleveren KI-Funktionen (Bild: Jabra)

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Vorteilhaft in Bild und Ton

Für eine gelungene Videokonferenz sind eine möglichst hohe Bild- und Tonqualität unabdingbar. Zur Optimierung der Darstellung in verschiedenen Aufnahmesituationen bietet die Panacast 20 manuelle Einstellmöglichkeiten für Helligkeit, Kontrast, Farbsättigung und Farbtemperatur. Doch die eigentliche Stärke für schwierige Lichtsituatio­nen heißt „VIVID-HDR“. Jabra bezeichnet diese HDR-Funktion (High Dynamic Range) als „KI-gestützte intelli­gente Lichtoptimierung“. Und tatsächlich wirken die Live­bilder, die in kritischen Lichtsituationen entstehen, sehr deutlich verbessert. Selbst bei gegenlichtigen Schreibtischaufnahmen vor Fenstern ermöglicht diese Korrekturein­stellung akzeptable Livebilder.

Jabra PanaCast 20 Evolve2 30 im Einsatz
Rundumpaket: Passend zur Kamera können die Anwender auf Headsets und Video-Konferenz-Lautsprecher aus dem Jabra-Portfolio zurückgreifen. (Bild: Jabra)

Wie oft bleibt hybrid arbeitenden Mitarbeitern nichts anders übrig, als in unzureichenden Lichtsituationen zu arbeiten? Auch ist es selten möglich, die Beleuchtungssituation sichtbar zu verbessern, oder gar passende Video­beleuchtung mit sich zu führen. In diesen Aufnahmesituationen realisiert die Panacast 20 deutlich verbesserte Er­gebnisse.

Wem darüber hinaus ein konzentriertes Gespräch mit möglichst abgeschirmtem Ton wichtig ist, der kann bei­spielsweise mit den Headsets der Evolve-Serie (z. B. Evolve2 75, wurde im Test eingesetzt) das integrierte aktive Noise Cancelling verwenden.

Wer Speakerphones ohne den Einsatz eines Headsets bevorzugt, kann beispielsweise auf Jabra Speak 750 zu­rückgreifen. Mit diesem Device können insbesondere Dia­loge sehr angenehm und gleichberechtigt geführt wer­den. Das Device verfügt zusätzlich über die Microsoft-Teams-Taste.

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Richtig in Szene setzen

Der intelligente Zoom sorgt für den passenden Bildaus­schnitt und hält die Person sehr gut im Bildmittelpunkt. Insbesondere für Videokonferenz-Teilnehmer an Steh- und Rednerpulten ist die automatische Nachführ- und Zoom-Funktion sehr hilfreich und vergrößert den Aktions­radius der sprechenden Person.

Zwei Presets in Jabra Direct erlauben es den Videokonferenzteilnehmern im vor­dergründig angeordneten, und damit akti­ven, Dialogfenster, im „Camera controller“ Bildausschnitte zu definieren und beliebig aufzurufen. Dazu befinden sich Buttons zum Abspeichern oder Löschen direkt un­ter dem ePTZ-Positionier-Bedienfeld.

Jabra-Direct-Software-Screenshot
Schnell vorbereitet: In der Software „Jabra Direct“ werden die angeschlossenen Hardware-Komponenten konfiguriert und überwacht. (Bild: Dominik Roenneke)

Die Funktion „Picture-in-Picture“ ermög­licht Kamera-intern gesteuert eine Bildauf­teilung unabhängig von der verwendeten Videokonferenz-Software und kann eben­falls beliebig hinzu gewählt werden. So könnten sich Teilnehmer einen definierten Hintergrund innerhalb des Kamerablick­winkels ihrer Umgebung per Preset abspei­chern. Das kann beispielsweise ein Flip­chart oder ein anderes wichtiges Bildele­ment sein, das in der Folge jederzeit groß im Videobild gezeigt werden kann. Wäh­renddessen wird die teilnehmende Person klein mit der Bild in Bild-Funktion unten rechts im Livebild dargestellt.

Die minimalistischen Maße der Kamera dienen noch einem weiteren Zweck: Wie oft wird es als störend emp­funden, wenn Personen in Videokonferenzen bei aufge­setzter Webcam ständig den Blick auf das darunter be­findliche Display gesenkt haben und der (scheinbare) di­rekte Blickkontakt nicht zustande kommt. Die kleine Kamera kann durchaus mit einem Miniaturstativ direkt vor dem Display angeordnet werden. Das ermöglicht, wie bei einem Teleprompter, den direkten Kamerablick bei gleichzeitiger Bildschirmbetrachtung.

All diese Möglichkeiten, die in die Jabra Panacast 20 in­tegriert sind, schaffen für den Anwender ein verbessertes „Video-Erlebnis“ und erhöhen die Qualität einer Konfe­renz auf Distanz.

Jabra-Direct-Software-Screenshot, Camera Controller
Camera Controller: Alle Bildeinstellungsmöglichkeiten der Panacast 20 lassen sich leicht vornehmen, auch während der Video-Konferenz. (Bild: Dominik Roenneke)

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