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Klangräume gestalten

Was ist Akusmatische Raum-Orchestrierung?

Unter Raum und Orchestrierung mag man sich ja vielleicht noch etwas vorstellen, aber Akusmatisch? Der Begriff geht auf das Acousmonium zurück, das Francois Bayle 1974 in Paris entwickelte.

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Bei der Akusmatischen Raum- Orchestrierung können ganz unterschiedliche Lautsprecher zum Einsatz kommen (Bild: Christiane Bangert)

Es ist ein Lautsprecherorchester, in dem es – wie bei den verschiedenen Instrumenten in einem Orchester – verschiedene Lautsprechertypen gibt. Diese spielen an unterschiedlichen Positionen: kleine Zweiwege-Lautsprecher an der einen Stelle, Bassboxen an der anderen, Hörner dazwischen, oder Säulen oder Kalotten oder Oberflächen mit Körperschalltreibern etc. Jeder Lautsprecher bzw. jede Lautsprechergruppe gibt ihr eigenes Signal wieder. Der Klang und seine Räumlichkeit entstehen durch das Zusammenspiel. Und wie bei einem Orchester nimmt der Zuhörer in Abhängigkeit von seiner Position das Klangerlebnis wahr, an jedem Platz ein wenig anders.

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Dieses Konzept hat Idee und Klang auf die akustische Inszenierung von Räumen übertragen. Mit dem eigens entwickelten Akusmatischen Raum-Orchestrierungs-System AROS lassen sich bis zu 128 Kanäle auf 128 Lautsprecher mischen. Dabei folgt die Mischung nicht bestimmten Mehrkanal- Formaten, sie wird vielmehr auf den spezifischen Einsatz abgestimmt. Sowohl die Eigenschaften der Lautsprecher, ihre Klangfarbe und Abstrahlcharakteristik, wie auch ihre Position sind verantwortlich für das Klangszenario.

Räumlichkeit entsteht durch das Zusammenspiel von Raum, Lautsprecherpositionen und Signalen ganz real: Die Quellen sind physisch da, wo sie wahrgenommen werden. Dies unterscheidet AROS grundlegend von anderen 3D-Systemen, die virtuelle Quellen und Räumlichkeit auf Basis einer bestimmten Lautsprecherverteilung und Signalbearbeitung schaffen. Es ist auch nicht Ziel der Akusmatischen Raum-Orchestrierung, dass möglichst alle Zuhörer die Quellen gleich wahrnehmen. Vielmehr geht es darum, mit den Quellen bestimmte Akzente zu setzen, die die Architektur, die Inszenierung oder den Raum in bestimmter Weise unterstreichen und dem Zuhörer auch klanglich unterschiedliche Perspektiven ermöglichen.

Es gibt zwar den Standard AROS II, der Lautsprecher an bestimmten Positionen und13 Signale beinhaltet. „Den Standard gibt es aber nur, damit wir akustische Skizzen erstellen können und ein Austauschformat haben, um Sessions zwischen den Studios austauschbar zu halten“, kommentierte Ramon De Marco. Im Prinzip kann der Raum völlig frei „orchestriert“ werden, so wie es für die jeweilige Anwendung sinnvoll ist. Zu diesen gehört u. a. das BMW Museum in München, in dem 600 Lautsprecher die Ausstellung klanglich in Szene setzen. Oder auch die Galerie über den ersten Weltkrieg im Imperial War Museum London, auf der unterschiedliche Bereiche Aspekte des ersten Weltkriegs darstellen und klanglich erlebbar machen. Auf der Internetseite von Idee und Klang sind weitere Einsatzbeispiele zu finden.

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Kommentar zu diesem Artikel

  1. Für eine Bühneninszenierung möchte unsere Theatergruppe gerne ein Lautsprecher-Orchester bauen. Leider haben wir keine Akustiker im Team. Weiß jemand, ob man auf jedem Lautsprecher einen eigenen Ton abspielen sollte, oder macht das keinen Unterschied?

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