BMW Welt reloaded

AV-Technik in der BMW Welt München

BMW Welt
(Bild: Jörg Küster )

Die BMW Welt ist das Auslieferungs- und Erlebniszentrum der BMW Group. Die Markenerlebniswelt wurde im Oktober 2007 offiziell eröffnet und befindet sich in unmittelbarer Nähe zum BMW Stammwerk sowie direkt gegenüber des Münchner Olympiastadions. Seit ihrer Einweihung hat sich die BMW Welt als eine der deutschen Top-Adressen für Marken- und Kundenveranstaltungen etabliert – zwischen Premiumautomobilen und dem allerorts präsenten weiß-blauen Propellerlogo finden jedes Jahr mehr als 400 Events statt.

Darüber hinaus hat sich die mittlerweile vielfach ausgezeichnete Markenerlebniswelt zu den meistbesuchten Touristenattraktionen in Bayern entwickelt. Gerade auch mit Gedanken an diese exponierte Rolle, welche die BMW Welt inzwischen als weltweit bekanntes Münchner Markenzeichen einnimmt, und vor dem Hintergrund der im praktischen Betrieb gewonnenen Erkenntnisse wurde 2013 unter Federführung von Denis Hocke, zuständig für die IT in der BMW Welt, eine medientechnische Bestandsanalyse durchgeführt, welche Handlungsbedarf bezüglich der in die Jahre gekommenen, rund um die Uhr beanspruchten Medientechnik signalisierte.

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Die BMW Welt hat sich in den vergangenen Jahren zum Münchner Markenzeichen entwickelt – die Brücke verbindet sie mit dem BMW Museum.
Die BMW Welt hat sich in den vergangenen Jahren zum Münchner Markenzeichen entwickelt – die Brücke verbindet sie mit dem BMW Museum. (Bild: Jörg Küster )

Nicht zuletzt im Hinblick auf das 100-jährige Firmenjubiläum 2016 – der 7. März 1916 gilt als offizielles Gründungsdatum der Bayerischen Flugzeugwerke, die 1922 in Bayerische Motorenwerke umbenannt wurden – reifte schnell der Plan, das Auslieferungs- und Erlebniszentrum als repräsentatives Aushängeschild des Automobilherstellers spätestens anlässlich des Jubiläums medientechnisch in neuem Glanz erstrahlen zu lassen.

Rundum-Refresh

mit macom Für Konzeption und Planung des Refreshs wurde eine produktneutral arbeitende Ingenieurgesellschaft gesucht, die in einem klassischen Auswahlverfahren durch den BMW Einkauf zu bestimmen war – der Einsatz proprietärer Lösungen und die damit verbundenen Abhängigkeiten sollten bewusst vermieden werden.

Die Entscheidung fiel letztlich auf die Stuttgarter macom GmbH, welche zunächst damit beauftragt wurde, sich intensiv mit den Event-Verantwortlichen in der BMW Welt zu unterhalten und deren Bedürfnisse und Wünsche bezüglich der Medien- und Veranstaltungstechnik zu eruieren – befragt wurden Mitarbeiter vom Event-Manager bis zum Haustechniker.

Der Doppelkegel besitzt eine besondere Atmosphäre und ist in jeder Hinsicht absolut gelungen
Der Doppelkegel besitzt eine besondere Atmosphäre und ist in jeder Hinsicht absolut gelungen (Bild: Jörg Küster )

Weiterhin wurde das weitläufige Gebäude für die Bestandsaufnahme der Medientechnik bis in den letzten Winkel erkundet, es wurden Inventarlisten erstellt und mit vorhandenen Dokumentationen abgeglichen. „Die ursprünglich in der BMW Welt eingesetzte Medientechnik wurde vor mehr als zehn Jahren geplant und es war einfach der Punkt gekommen, an dem ein Refresh erforderlich war“, erklärt Michael Kottke, Head of A/V-Consulting bei macom. „Im laufenden Betrieb kam es zunehmend zu Ausfällen einzelner Komponenten und BMW wünschte sich ein Rundum-Sorglos-Paket sowie einen Partner, der das ambitionierte Vorhaben von Beginn an verantwortungsvoll begleitet.“

Jubiläumspaket“ mit Extras

Auf Basis einer mehrmonatigen Analyse wurden drei Konzepte entwickelt, die sich bezüglich des technischen Aufwands sowie natürlich der Kosten unterschieden – von Must-have über Nice-to-have bis Optimum. Zur Freude aller Beteiligten konnte sich das für Premiumansprüche geschnürte „Maximum-Jubiläumswunschpaket“ durchsetzen, für dessen Umsetzung die Kraftwerk Living Technologies GmbH aus dem österreichischen Wels den Zuschlag erhielt.

Die Umrüstung erfolgte im laufenden Betrieb, was erwartungsgemäß einen erheblichen logistischen Aufwand mit sich brachte. „Der Roll-out war eine große Herausforderung“, erinnert sich Michael Kottke. „Insbesondere Räumlichkeiten wie der Doppelkegel sind für Veranstaltungen quasi durchgehend gebucht und lassen sich somit nicht einfach ein paar Wochen wegen der Installation von Technik sperren.“

Am Gehäuse der blank polierten DS-Stele spiegelt sich die Umgebung. Immer ein Eyecatcher ist die aus 144 Panels bestehende, gekrümmte Videowand mit eigens für sie produzierten 4K-Inhalten.
Am Gehäuse der blank polierten DS-Stele spiegelt sich die Umgebung. Immer ein Eyecatcher ist die aus 144 Panels bestehende, gekrümmte Videowand mit eigens für sie produzierten 4K-Inhalten. (Bild: Jörg Küster )

Für Kraftwerk LT war die Implementierung der Medientechnik in der BMW Welt einer der umfangreichsten Aufträge in der mehr als 20-jährigen Firmengeschichte: „Die Größenordnung und der Zeitrahmen stellten definitiv Herausforderungen dar, welche mich ehrlich gesagt zu Beginn schon zweifeln ließen“, sagt AV Systems Engineer Mario Kastl, der Teil des Kraftwerk LT-Projektteams für den Refresh war.

„Letztlich hat sich das aber als Ansporn entpuppt, denn eigentlich ist doch nichts langweiliger, als immer wieder die gleichen Aufgaben gestellt zu bekommen. Mit seiner Komplexität passte das Projekt perfekt zu Kraftwerk LT und insbesondere unser technischer Geschäftsführer Christian Hofer hat sich mit zahlreichen Ideen engagiert eingebracht.“

IT trifft Medientechnik

Teil der Gespräche waren beispielsweise die erforderliche Anbindung an das Corporate-Network, z. B. zur Übernahme von Produktionsdaten für das so genannte „Produkt Info Center“ (PIC) und der Auslieferungsinformationen für Fahrzeuge, sowie die damit verbundenen Sicherheitsaspekte. Die Medientechnik verwendet ein eigenständiges Netzwerk bestehend aus: 6-mal VLAN für Steuerung, Digital Signage, Meyer Sound RMS, Dante Audioover-Ethernet, Videokonferenz und Barco LED-Management.

Es wurde im Rahmen der Umstrukturierung in Teilen erneuert und beinhaltet sowohl Kupferstrecken als auch Glasfaserleitungen. Der Zugang in das Corporate-Network wird über gespiegelte Firewalls gesichert, die sich gegenseitig überwachen. „Das medientechnische Netzwerk wurde strikt gemäß bestehender BMW Standards aufgebaut“, berichtet Michael Kottke. Komponenten wie etwa die Switches waren somit vorgegeben.

Nicht ganz unerwartet spielte die maximal mögliche Datenverfügbarkeit eine besonders wichtige Rolle, und Denis Hocke erwähnt die sprichwörtlichen „99,9 Prozent“, die sowohl für den Bau von Automobilen als auch für die Medientechnik in der BMW Welt gefordert sind. Zur Sicherstellung eines reibungslosen Betriebs wurden Best-Practice-Vorschläge aus der IT Infrastructure Library (ITIL) übernommen, und in der BMW Welt kommt heute der in der IT-Welt übliche dreistufige technische Support zum Zuge: Ein Team von fünf bis sechs Personen beispielsweise kümmert sich täglich um die Medientechnik sowie die zahlreichen festen und temporären Exponate. Den Third-Level-Support übernimmt mit Hagen Liebich ein ausgewiesener Fachmann, der als bei Kraftwerk LT festangestellter Service Engineer mit allen Details der Installation vertraut ist.

Am Kopfende des Boardrooms ist im Business Center eine Barco LED-Wand installiert.
Am Kopfende des Boardrooms ist im Business Center eine Barco LED-Wand installiert. (Bild: Jörg Küster )

Markentrip im Doppelkegel Als Autor eines Fachmagazins ist man zu einer ausgewogenen Berichterstattung verpflichtet, doch in besonderen Fällen dürfen die Dinge sicher auch einmal klar benannt werden: Der Doppelkegel der BMW Welt ist ein multisensorisches Erlebnis, das Besucher auf einen Markenerlebnistrip mitnimmt und sie in einen Rausch aus Bild, Licht, Ton und Architektur versetzt – der Genius Loci war früher schon einzigartig und konnte mit der neuen Medientechnikausstattung noch einmal deutlich intensiviert werden.

Die große gerundete LED-Bildwand ist mit eigens für sie produzierten 4K-Inhalten ein visueller Hochgenuss, der von einem LED-Streifen entlang des spindelförmigen Aufgangs schwungvoll fortgeführt wird. Der hypnotische Ambient-Sound ist umhüllend und trotz vieler schallharter Flächen ist zugespielte Sprache gut verständlich. Durch die Fenster wird der Blick auf den BMW Vierzylinder mit seinem hinterleuchteten XXL-Propellerlogo frei und auf der anderen Seite erhebt sich im Gegenlicht majestätisch die prägnante Dachsilhouette des Münchner Olympiastadions.

Kurz: Der Doppelkegel mit seiner lichten Raumhöhe von 13 Metern besitzt eine besondere Atmosphäre und ist in jeder Hinsicht gelungen. Das architektonische Superzeichen der BMW Welt stellt auf einer Fläche von 450 m2 ein tolles Ambiente für Sonderausstellungen und kleinere Veranstaltungen bereit. Eine drehbare Bühne rückt bei Bedarf Exponate in den Fokus, wird aber auch im Event-Kontext gerne genutzt. Das Untergeschoss des Kegels besitzt auf 420 m2 eine Lounge-Anmutung und bietet Gelegenheit zum Entspannen oder zur Vertiefung der jeweiligen Ausstel – lungsthemen.

Neue Technik macht’s möglich

Die Erlebnis-Wirkung im Doppelkegel wurde durch die neuen medientechnischen Komponenten noch einmal gesteigert. Im Detail bedeutet das: Der gekrümmte Aufbau der großen 4K-Bildwand (3.840 × 2.216 Pixel) führt dazu, dass die Dioden an den Kanten der aneinandergrenzenden Tiles (240 × 270 Pixel) einen geringeren Abstand zueinander aufweisen als ihre weiter mittig befindlichen Pendants. Die jeweils äußeren drei Pixelreihen wurden daher per Weißabgleich angepasst, so dass ein homogener Bildeindruck entsteht.

Ohne diese Maßnahme wären an den Stoßkanten feine Linien erkennbar. Möglich wurde die Anpassung nach dem Aufspielen der neuesten Barco Firmware im September 2016. Insgesamt wurden für die Bildwand 144 Panels mit einer Leuchtkraft von jeweils 1.000 Nit verbaut. Die Helligkeit lässt sich während des Betriebs nachregeln, so dass dem stark variierenden Tageslichteinfall Rechnung getragen werden kann.

Für den Business Club wurde von Kraftwerk eine formschöne Sonderhalterung gefertigt, mit deren Hilfe die berührungsempfindliche Oberfläche des Crestron Touchpanels ergonomisch angenehm auf dem Konferenztisch aufgestellt ist
Für den Business Club wurde von Kraftwerk eine formschöne Sonderhalterung gefertigt, mit deren Hilfe die berührungsempfindliche Oberfläche des Crestron Touchpanels ergonomisch angenehm auf dem Konferenztisch aufgestellt ist. (Bild: Jörg Küster )

Auch im Bereich der umlaufenden Bespielung der Spindel gibt es Neuerungen: Früher wurde diese mit einem Band aus 60 Plasmamonitoren mit Diagonalen von 42″ realisiert, die von rund 50 separaten Zuspielern adressiert wurden. Neben dem massiven Hardware-Einsatz war somit die Produktion einer Vielzahl von Filmen erforderlich, die aufwendig nach einem gegebenen Muster hergestellt werden mussten.

Dieses Verfahren war ebenso komplex wie kostenintensiv und brachte eine entsprechend lange Lead-Time mit sich. In Summe führte Letzteres dazu, dass die Bespielungsmöglichkeiten der Spindel wenig genutzt und die Anlage nach einigen Ausfällen abgeschaltet wurde. Inzwischen wird die Zuspielung mit wenigen Full-HD-Filmen realisiert und die Phalanx aus Plasmadisplays wurde von einem durchgängigen LED-Band (16.560 × 288 Pixel) aus Barco X2-Tiles abgelöst.

Weniger Aufwand, mehr Brillanz

Wenn Kunden heute bei einer Veranstaltung beispielsweise ihr Logo entlang der Spindel wandern lassen wollen, ist selbiges mit deutlich weniger Aufwand als früher möglich. Inhalte für die Spindel sind auf einem Wings Stage/Install Quad-Mediaserver hinterlegt: pro Inhalt vier Segmente mit je 1.920 × 1.088 Pixeln. Die Segmentfilme wiederum sind in jeweils drei Streifen unterteilt, die in der richtigen Anordnung wiedergegeben in einem Bild mit 16.560 × 288 Pixel auf 2 × 115 Panels resultieren.

Die Differenz von 3 × 288 (864 Pixel) und 1.080 Pixel ergibt sich aus der Schrägstellung des Inhalts zum realen Installationswinkel. Links und rechts der großen Bildwand werden Line-Arrays von L-Acoustics geflogen, die ausschließlich bei Veranstaltungen zum Einsatz kommen. Die im Normalbetrieb zu vernehmende Surround-Beschallung wird von Lautsprechern aus dem Portfolio von Meyer Sound wiedergegeben.

Der gute Klang in der akustisch herausfordernden Umgebung dürfte nicht zuletzt einer massiven Signalmanipulation mithilfe eines Biamp Systems Tesira-Servers zu verdanken sein. Ein Blick in den zum Doppelkegel gehörenden Technikraum zeigt die üblichen 19″- Schränke, in denen neben farbig codierten Patchfeldern auch die Medientechnikkomponenten untergebracht sind. Sofort springen die markanten Frontplatten der Wings Stage/ Install Quad-Mediaserver ins Auge: Ein Rechner ist der großen 4K-Bildwand zugewiesen, während ein weiteres Modell das LED-Band versorgt.

An den Aufzügen wird an schlanken Stelen auf drei Bildschirmen ein Lageplan angezeigt sowie auf aktuelle Veranstaltungen hingewiesen. Allerorts zu sehen ist ein Willkommensgruß an die Besucher.
An den Aufzügen wird an schlanken Stelen auf drei Bildschirmen ein Lageplan angezeigt sowie auf aktuelle Veranstaltungen hingewiesen. Allerorts zu sehen ist ein Willkommensgruß an die Besucher. (Bild: Jörg Küster )

Vier weitere Engines sind Monitoren im 1. UG zugeordnet. Die von den Wings-Servern an Bildwand und Spindelmodule gelieferten Signale bestehen aus vier Full-HD-Segmenten, welche über Barco-Bildprozessoren an die LED-Panels weitergegeben werden. Die Mediaserver sind mit einer HDMI-Eingangskarte versehen, welche Signale aus einer Crestron Digital-Media-Matrix erhält.

Neben dem Content aus den dezidierten Mediaservern stehen somit auch Quellen aus Steckfeldern zur Verfügung. DS-Signale sowie Signale aus der gebäudeweit vorhandenen LWL-Videoinfrastruktur werden ebenfalls entgegengenommen. Fernüberwachungs- und -steuerungsaufgaben übernimmt in der BMW Welt ein Crestron Fusion-System.

Highlights von MINI bis Rolls-Royce

Im frei zugänglichen Bereich der BMW Welt, in dem auch die Marken MINI, Rolls-Royce und BMW Motorrad entlang der zentralen Plaza vertreten sind, werden Besucher aktiv mit einer zeitgemäßen Social-Media-Wall (Highlight-Wand Süd) adressiert – Postings bei Twitter, Instagram oder Facebook werden neben weiteren Informationen auf der weithin auch bei hellem Tageslicht sehr gut sichtbaren, 6,4 × 3,6 Meter großen LED-Wand angezeigt.

Für gestochen scharfe Bilder sorgen 16 × 8 leistungsstarke X1.6-Module von Barco. Technisch betrachtet ist die LED-Wand wie ihr Konterpart im Doppelkegel in vier Segmente aufgeteilt. Inhalte werden in hoher Auflösung über eine Playout-Lösung auf Basis von AV Stumpfl Wings Platinum zugespielt. Der Social-Media-Content stammt von einer durch eine externe Agentur programmierten Website, die auf einem Mini-PC gespeichert ist.

Der Business Club verfügt über eine Barco LED-Wall, deren Panels sich für Servicezwecke mithilfe eines Magneten wie von Geisterhand nach vorne ausfahren lassen.
Der Business Club verfügt über eine Barco LED-Wall, deren Panels sich für Servicezwecke mithilfe eines Magneten wie von Geisterhand nach vorne ausfahren lassen. (Bild: Jörg Küster )

Über die Aktivitäten in sozialen Medien hinaus wird die Highlight-Wand Süd auch zur Wiedergabe von Image-Filmen ein gesetzt, welche in regelmäßigen Intervallen abgespielt werden. Gleich groß wie die Social-Media-Wall ist die „Highlight-Wand Rolls-Royce“, welche den Hintergrund des gleich namigen Markenareals bildet. Zum Einsatz kommen hier Barco X2-Tiles mit 2,7 mm Pixelabstand; die Bildgröße beträgt 6.395 × 3.597 mm bei einer Auflösung von 2.304 × 1.296 Pixel.

 

Klanghafte Audiowelt

Die BMW Welt wird inzwischen größtenteils mit Lautsprechern aus dem Portfolio von Meyer Sound beschallt. Die Speaker sind meist unsichtbar in die Architektur integriert und lassen sich aus der Ferne über das Meyer Sound RMS Remote Monitoring System kontrollieren. Die Drahtlostechnik stammt von Sennheiser, was gleichermaßen für die Personenführungsanlage gilt.

Das im Gebäude verfügbare Audionetzwerk setzt auf Tesira-Server von Biamp Systems – entsprechende 19″- Geräte sind in insgesamt 13 Technikzentralen zu finden. Audioprotokoll der Wahl ist Dante. Die unterschiedlichen Gebäudeteile der BMW Welt sind via Glasfaser vernetzt, so dass sich Inhalte prinzipiell an beliebigen Positionen ausspielen lassen. Video-Content wird über die Lichtwellenleiter in Full-HD übertragen; die Kupferstrecken sind für 4K-Inhalte ausgelegt.

Business Center voller Technik

Hinter der Bezeichnung Business Center verbirgt sich der auf Ebene E2 beheimatete Konferenzbereich der BMW Welt. Zur Verfügung stehen zwei abgetrennte Räume (160 m2 und 120 m2 ), die sich bei Bedarf in jeweils zwei Segmente unterteilen lassen und für Tagungen, Konferenzen, Schulungen oder Produktpräsentationen genutzt werden. Zur Ausstattung gehören leistungsstarke 3-Chip-DLP-Projektoren, Digitalpulte von Yamaha und Funkstrecken von Sennheiser.

Herzstück der Videoübertragungsanlage ist eine Crestron DM-MD32x32-RPS Matrix, die Digital-Media-Signale – also Bilder mit einer Auflösung von bis zu 4K – von den Bodentanks entgegennimmt und auf die Projektoren schaltet. Die Anbindung der Projektoren erfolgt mit einem Crestron 4K HDMI-Empfänger. Alle Projektoren sind mit einem LWL-Empfänger ausgestattet, so dass Signale direkt aus der BMW Welt auf die einzelnen Projektoren geroutet werden können. In den Teilräumen sind jeweils vier Bodentanks mit Crestron DM-Einspeisemodulen ausgestattet.

Gruppenbild mit Dame – von links: Martin Wagner (macom), Michael Kottke (macom), Jennifer Zika (Kraftwerk), Denis Hocke (BMW Welt) und Mario Kastl (Kraftwerk)
Gruppenbild mit Dame – von links: Martin Wagner (macom), Michael Kottke (macom), Jennifer Zika (Kraftwerk), Denis Hocke (BMW Welt) und Mario Kastl (Kraftwerk) (Bild: Jörg Küster )

Für jeden Teilraum ist ein mobiler 2:1-HDMI-Umschalter vorgesehen, der ei – nem Bodentank vorgeschaltet werden kann. Die Steuerung der Anlage übernimmt hier wie andernorts eine Crestron CP3 Mediensteuerung, welche in jedem Teilraum über ein drahtloses Crestron TST-902 Touchpanel bedient wird. Zusätzlich nimmt die Mediensteuerung eventuelle Fehlermeldungen des Meyer Sound RMS, das für die Überwachung der im Business Center installierten Aktivlautsprecher zuständig ist, entgegen und leitet diese an ein Crestron Fusion-System weiter. In jedem der vier Teilräume ist ein mobiles Technikrack zu finden, in dem ein Yamaha TF-1 die Audiozentrale bildet. Digitale Audiosignale aus der BMW Welt können über Dante eingespielt und verarbeitet werden.

Business Club

Ein besonders hochwertiger Konferenzraum auf Ebene E3 ist Teil des exklusiven Business Clubs. Die am Kopfende des Boardrooms installierte Barco LED-Wand weist eine Größe von 3,2 × 1,8 Meter auf und hat die vormals dort anzutreffende 4:3-Projektion samt DLPBeamer abgelöst. Gezeigt werden 16:9-Inhalte in Full-HD – die umgebende Steinwand muss – te im Rahmen des Refreshs an die neue Dimension der Anzeige angepasst werden.

Für die LED-Wall im Business Club wurde ein wartungsfreundlicher Front-Access eingerichtet: Die Panels lassen sich für Servicezwecke mithilfe eines Magneten wie von Geisterhand nach vorne ausfahren – im Hintergrund arbeitet das Barco X-series Motorized Front Access Kit, dessen Einsatz im konkreten Kontext aufgrund der geringen vorhandenen Einbautiefe sinnvoll ist. Eine Crestron DM-MD16x16-RPS Videomatrix ist in der zugehörigen Technikzentrale untergebracht und nimmt über Digital-Media Bildsignale mit einer Auflösung von bis zu 4K entgegen.

Im Konferenztisch sind Anschlussfelder mit vier 4K-fähigen Crestron DM-Einspeisemodulen sowie konventionellen Input-Modulen untergebracht. Die Beschallung mit Lautsprechern von Meyer Sound erfolgt in Surroundsound, während eine Videokonferenzanlage von Cisco die Ausstattung im Business Club komplettiert. Eine zweite Telekonferenzanlage mit Monitor befindet sich auf einem Rollwagen und kann mobil eingesetzt werden. Die Bedienung erfolgt im Business Club entweder über ein Crestron Touchpanel oder eine mobile, kabelgebundene Cisco Touch Remote.

The Next 100 Years

Auch weitere Bereiche der BMW Welt wurden medientechnisch umgestaltet und aktuellen Erfordernissen angepasst – zu viele, um sie im Rahmen dieses Artikels einzeln aufzuführen. Ausgeklammert von den Neuerungen rund um das unter dem Motto „The Next 100 Years“ stehende Jubiläum blieb lediglich das Auditorium – die zusätzliche Ausstattung dieses Veranstaltungsbereichs hätte den Projektumfang schlichtweg gesprengt. Aber man darf gespannt sein, was die Zukunft diesbezüglich bringt.

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