Produkt: Professional System 07/2019 Digital
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Verzögerung bei der Übertragung von Audiosignalen über Netzwerke

Latenzen und ihre Folgen bei ip-basiertem AV-Signalprocessing

Latenzen sind diejenigen Zeiten, um die ein Audiosignal systembedingt bei der Übertragung verzögert wird. Bei den auf die Audioübertragung spezialisierten Netzwerken sind die Latenzen definiert. Aber wie verhält es sich mit IP-basierten Signal Processing Systemen ohne zusätzliche Technologien?

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Bei den für die Audioübertragung konzipierten IP-basierten Audionetzwerken wie z. B. Ravenna, QLan oder Dante sorgen spezielle Technologien dafür, dass die zeitkritische Audioübertagung mit geringer und garantierter Latenz arbeitet. Hier ist vielmehr von (Audio-)Systemen die Rede, die einfach in ein Netzwerk eingebunden werden und sich damit zeitlich so verhalten wie andere Teilnehmer im Netzwerk auch: Die Daten kommen an, aber nicht mit einer garantierten zeitlichen Verzögerung und nicht bei allen Geräten gleichzeitig.

Das Signal Processing ist bei der Übertragung eines Signals von einem Raum in den anderen kein Problem, wenn z. B. ein Lautsprecher lokal gespeist wird. Verzögerungen von einer Sekunde dürften dabei noch nicht mal als solche beim Hörer auffallen. Es können aber bereits Verzögerungen von über zehn Millisekunden problematisch sein, wenn ein Sprecher sich um diese kurze Zeitspanne verzögert aus einem Lautsprecher hört. Bei längeren Verzögerungen kann es den Sprecher soweit irritieren, dass er nicht mehr klar „normal“ weitersprechen kann – und dies kann sich wie „Lallen“ anhören.

Wenn zwei Lautsprecher über unterschiedliche Netzwerkstrecken gespeist werden und ihre Signale im gleichen Raum zu unterschiedlichen Zeiten erhalten, kann das ebenfalls zu hörbaren Veränderungen des Signals führen. Deshalb kann ein reines IP-System bei einer räumlichen Trennung der Wiedergabelautsprecher durchaus eine Lösung sein, jedoch insbesondere bei Sprechern und Wiedergabe in einem Raum können Probleme auftauchen.

Diese müssen noch nicht mal sofort offensichtlich sein. Denn die Schnelligkeit der Weiterleitung hängt natürlich von der Netzauslastung ab. Vielleicht „lallt“ der Mitarbeiter an der Rezeption nur bei einer Durchsage, wenn ein Kollege zum Beispiel gerade ein großes Datenpaket an den Netzwerk-Drucker geschickt hat. Durch die hohe Auslastung des Netzes wird das Signal zum Lautsprecher mehr als sonst üblich verzögert. Dieser zeitliche Versatz zwischen eigenem Sprechen und Hören des Gesagten kann so irritierend sein, dass eine klare Artikulation nicht möglich ist.

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