Telefonkonferenz im Wandel

VoIP Telefonie in Telefonkonferenzen

Was ist zu beachten, wenn man als AV-Integrator IP-Telefonie in Telekonferenzen einbinden will?

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Telefonkonferenzen in Unternehmen werden zunehmend digital und IP-Telefonie, sprich „Voice over IP“, kurz VoIP, spielt eine immer größere Rolle dabei. Welche Besonderheiten von VoIP sind zu beachten, wenn man die IP-Telefonie in eine Telefonkonferenz einbinden will? Wie wirken sich dabei neue Tools wie Microsoft Lync /Skype for Business aus?

PROFESSIONAL SYSTEM hat Johannes Kampert, Regional Manager Central Europe der Firma Biamp dazu befragt. Kampert ist bei Biamp Spezialist für Konferenztechnik, Mediennetzwerke und IT.

Warum tun sich viele AV-Integratoren im DACH-Raum vergleichsweise schwer mit der Einbindung von VoIP in Telekonferenzen?

Es hat im deutschsprachigen Raum insgesamt sehr lange gedauert bis sich SIP basierte VoIP-Telefonsysteme in Unternehmen etabliert ha – ben. Oft erschienen die Vorteile von VoIP/SIP gegenüber bestehenden ISDN-Anlagen zu gering und man versuchte, die alte Technik so lange wie möglich am Leben zu halten. Für viele Systemhäuser ist die Integration von VoIP/SIP deshalb noch ein neues Thema und der Lernprozess hat eben erst richtig begonnen.

Wer bisher hauptsächlich analoge Telefonleitungen eingesetzt hat, muss umdenken. Hierzu gehört auch, dass die IT-Abteilung des Kunden zum unverzichtbaren Partner in der Systemintegration wird, denn sie ist Herr über die IP-Telefonanlage. Ohne eine gute Kooperation sind Probleme vorprogrammiert.

Das für VoIP eingesetzte SIP-Netzprotokoll ist eigentlich standardisiert, wird jedoch je nach verwendeter VoIP-Technik herstellerabhängig modifiziert. Warum ist das so und was bedeutet das für die Integration in Telefonkonferenzen?

Das SIP Protokoll (Session Initialization Protocol) definiert, wie ein Telefonanruf aufgebaut und abgewickelt wird. Von einem einheitlichen, herstellerübergreifenden SIP-Standard kann in der Praxis aber leider nicht gesprochen werden. Cisco, Avaya und Co. setzen in ihren VoIP- Systemen auf ein modifiziertes SIP-Protokoll, um weiterführende Komfortfunktionen anbieten zu können. Der Basisstandard dient nur als „kleins tes gemeinsames Vielfaches“ und wird individuell angepasst. Soll nun ein Konferenzraum für Telefonkonferenzen ausgestattet werden, ist es wichtig, dass die eingesetzte Audiokonferenztechnik über Kompatibilität mit dem VoIP-System des jeweiligen Herstellers verfügt. Eine einwandfreie Funktion kann ansonsten nicht garantiert werden.

Prinzip eines Gespräches via IP-Telefonie
Prinzip eines Gespräches via IP-Telefonie bei der möglichen Nutzung eines IP-Telefons (Bild: Tobo/Wikipedia Commons)

In der Regel wird die Kompatibilität über Zertifizierungen mit den VoIP-Herstellern nachgewiesen. Fehlende Zertifizierungen führen oft zu problematischen Installationen und zu unzuverlässigen Verbindungsaufbauten. Diese Probleme lassen sich dann auch nicht durch einfache Fehleranalyse auf der „Baustelle“ beheben, denn die Ursache liegt meist tief im „VoIP Stack“ – sozusagen der VoIP Firmware verborgen. Das sorgt für Frustrationen bei den Technikern vor Ort und bringt der VoIP-Technik den Ruf ein, sie sei komplex in der Installation. Indem man von vornherein zertifizierte Systeme einsetzt, lässt sich dieses Problem umgehen.

Mehr und mehr Unternehmen nutzen Microsoft Lync/Skype for Business in der Telekommunikation. Wie wirkt sich das auf die traditionelle Sprachtelefonie aus?

Die Umstellung auf VoIP hat in Deutschland gerade erst richtig begonnen, doch schon zeichnet sich ein erneuter Wandel ab. Microsoft drückt als neuer Key-Player mit aller Macht in den Markt und beginnt klassische IPTelefonanlagen zu verdrängen. Den meisten Anwendern wird Lync oder Skype nur als Videokonferenz- und Chat-Anwendung bekannt sein. Der eigentliche Funktionsumfang geht jedoch weit darüber hinaus. So ist die Software mit „Lync Enterprise Voice“ in der Lage, eine komplette IP-Telefonanlage zu ersetzen und Telefonkommunikation zu managen.

Microsoft setzt dabei auf eine abgewandelte, erweiterte Version des SIP-Standards (MS-SIP). Endpunkte und Telefone, die mit dem Standard kompatibel sind, lassen sich direkt in Lync einbinden. Klassische SIP VoIP-Systeme werden dabei vollständig ersetzt.

SIP
SIP (Session Initialization Protocol) im TCP/IP-Protokollstapel (Bild: Wikipedia)

Welche Konsequenzen hat dies für Telekonferenzen in Meetingräumen, die mit Medientechnik ausgestattet sind?

Die Umstellung auf Lync/Skype for Business passiert gerade hundertfach in deutschen Unternehmen. Gerade für große Enterprise Accounts, die ohnehin im Unternehmen Lync im Einsatz haben, ist diese Lö- sung extrem wirtschaftlich und bietet eine einheitliche Plattform für die Kommunikation. Die Modifizierung des SIP- Protokolls in MS-SIP ist noch umfangreicher als bei den traditionellen VoIP-Herstellern. Gravierende Anpassungen im Protokoll sind erforderlich, um eine Funktion zu gewährleisten. In der Konsequenz müssen in der Medientechnik zwingend spezielle, kompatible Geräte eingesetzt werden.

Welchen Support – also Produkte und Dienstleistungen – bietet insbesondere Biamp als Lösung für Telekonferenzen mit VoIP- bzw. Skype-for-Business Teilnehmern an?

Biamp hat bereits sieben Jahre Erfahrung in der Implementierung von SIP basierten VoIP-Systemen. Unsere Tesira-Plattform ist zertifiziert zur Verwendung mit den Anlagen der Marktführer Cisco, Avaya, Shortel und Mitel. Tesira verwaltet als Signalprozessor alle Mikrofone und Audiosignale im Raum, entfernt störende Echos und ermöglicht die direkte Konferenzraumanbindung an die Telefonanlage. Seit Oktober wird nun auch „Lync Enterprise Voice“ bzw. „Skype for Business“ nativ unterstützt.

Via Firmware Upgrade kann die Funktion dann auch in bereits installierten Anlagen genutzt werden (TesiraFORTE VI, Tesira SVC-2 Card). Unser Applications-Engineering- Team hat jahrelange Erfahrung im Support von VoIPSystemen und bietet rund um die Uhr optimale Unterstützung bei der Installation von Systemen. Das ist gerade dann wichtig, wenn mal nicht alles nach Plan läuft!

Herr Kampert, danke für das Gespräch.

Johannes Kampert
Johannes Kampert, Regional Manager Central Europe und Spezialist für Konferenztechnik, Mediennetzwerke und IT bei Biamp (Bild: Biamp)

 

ONLINE SCHULUNGEN ZU VOIP

Rund um das Thema VoIP bietet die Firma Biamp auch kostenlose Online-Schulungen an. Die Inhalte reichen von Grundlagen bis hin zu komplexem, technischem Trouble – shooting. Das Training soll in dieser Form in der Industrie einzigartig sein. Die Anmeldung erfolgt über die Web-Page www.biamp.com in der Rubrik „Self-PacedTraining“ / Selbststudium.

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Kommentare zu diesem Artikel

  1. Vielen Dank für die Erläuterung der Bedeutung von Telefonkonferenzen in Unternehmen. Mein Bruder ist dabei, ein Unternehmen zu gründen. Ich werde ihm sagen, er soll für sein Unternehmen ein Telefonsystem mit Telefonkonferenzen installieren.

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