Was sagt die AV-Branche zum neuen Standort?

ISE zieht 2021 in die Fira de Barcelona um

Das Spekulieren hat ein Ende: Der neue Standort der Integrated Systems Europe steht fest – die ISE wird ab 2021 in der Gran Via in der Fira de Barcelona stattfinden. Einen Termin gibt es auch schon: 2. bis 5. Februar 2021. Was sagt die AV-Branche zu dem neuen Standort? PROFESSIONAL SYSTEM hat die Branche um Meinung gebeten und höchst unterschiedliche Reaktionen erhalten …

Fira De Barcelona mit ISE Schild

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Inhaltsverzeichnis:

 

Facts zur Gran Via

Barcelona – genauer gesagt das Gran Via Messegelände in Barcelona – wird ab 2021 die künftige „Heimat“ der ISE sein. Damit enden auch die monatelangen Spekulationen um den neuen Austragungsort der ISE, in denen Barcelona eine Option war – unter anderem kursierten auch immer wieder mal die Namen einiger deutscher Messestädte.

 

Die Gran Via umfasst 8 Hallen auf rund 200.000 m² Ausstellungsfläche – das RAi Amsterdam hatte zuletzt auf 53.000 m² 80.923 Fachbesucher empfangen. Das in der Innenstadt gelegene Messegelände Gran Via soll der dauerhafte Standort der ISE sein, da er genügend Raum zur Expansion bietet. „Die RAI und Amsterdam haben einen fantastischen Standort geschaffen, waren großartige Partner und haben zum Erfolg der Messe beigetragen. Aber die Nachfrage seitens der Aussteller und die stetig steigende Teilnehmerzahl zeigen uns, dass die begrenzte Fläche die Entwicklung der Messe bremsen könnte“, erklärt Mike Blackman, Managing Director von Integrated Systems Events. Zahlen zur letzten ISE können Sie in unserem Nachbericht nachlesen.

Außerdem ist die Fira de Barcelona mit einer eigenen Bahnstation, von der aus man in 20 Minuten den Flughafen erreicht, günstig gelegen. 18 Monate soll die Suche nach dem neuen Standort gedauert haben. Hier ein paar erste Impressionen von der die Gran Via:

“Wir haben umfangreiche Aussteller- und Teilnehmerbefragungen durchgeführt und viele wichtige Messezentren in Europa besucht, bevor wir die Entscheidung getroffen haben“, erklärt Blackman. „Mit der Ankündigung unseres Umzugs zu einem der größten und renommiertesten Kongresszentren Europas können wir uns jetzt darauf konzentrieren, ein einzigartiges Erlebnis für alle zu schaffen und eine langfristige Entwicklung zu planen. Gleichzeitig werden wir sichergehen, dass die verbleibenden zwei Ausgaben der ISE im RAI Amsterdam die besten in ihrer illustren Geschichte sein werden und ein guter Weg, unsere 14-jährige Beziehung mit dem Veranstaltungsort und der Stadt zu einem Ende zu bringen.”

David Labuskes, CEO von AVIXA, kommentierte: “Unsere Entscheidung ist von unserem Wunsch geprägt, unseren Mitgliedern, Teilnehmern und Ausstellern auf der ISE einen Mehrwert zu bieten. Wir können diese Ziele an einem Standort, der mit uns weiterentwickelt werden kann, besser erreichen und den Markt widerspiegeln, in dem wir tätig sind. Der anhaltende Erfolg der ISE und das erwartete Wachstum im AV-Geschäft haben uns diese Entscheidung schon früher bewusst gemacht. Ich freue mich, dass wir diese Entscheidung jetzt getroffen haben, um die Ereignisse zu steuern und sicherzustellen, dass ein reibungsloser Übergang möglich ist.”

Weitere Details zu dem neuen Standort können Sie auf der ISE-Website www.iseurope.org nachlesen.

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Umfrage: ISE in Barcelona

Wir haben AV-Fachleute aus dem D/A/CH-Bereich gefragt, wie sie den neuen Standort beurteilen und interessante Ergebnisse erhalten. Die Mehrheit der über 300 Umfrage-Teilnehmer (55,7 %) hat als Besucher der ISE geantwortet – 41,7% als Aussteller.

ISE Umfrage

In der Umfrage wollten wir Folgendes von der AV-Community wissen: „Was halten Sie von Barcelona als neuem ISE Standort?“ Hier konnten die Teilnehmer den neuen Austragungsort der ISE mit Sternen von 1 (schlechtester Wert) bis 5 (bester Wert) bewerten. Durchschnittlich ergab sich hier ein Wert von 2,6 von 5 möglichen Sternen.

 

Umfrageergebnis zur Frage „Was halten Sie von Barcelona als neuem ISE Standort?“ Hier konnten die Teilnehmer den Standort mit Sternen auf einer Skala von 1 bis 5 bewerten.

 

Im Ergebnis (siehe Grafik) zeigt sich, dass Barcelona als Standort (noch) eher polarisiert: 5/5 bzw. 4/5 Sterne vergaben insgesamt 34,8 % der Teilnehmer, 1/5 Sterne setzten 41,1 % der Teilnehmer. Bewertungen im Mittelfeld waren in der Minderzahl: 3/5 Sterne vergaben 13,0 %; 2/5 Sterne 10,4%.

 

Umfrageergebnis zur Frage „Was halten Sie von Barcelona als neuem ISE Standort?“ Hier konnten die Teilnehmer den Standort mit Sternen auf einer Skala von 1 bis 5 bewerten.

 

Zudem haben wir gefragt: „Welche Vor- oder Nachteile sehen Sie in dem neuen Standort?“ Auch hier gab es kaum jemanden, den der neue ISE-Standort gleichgültig lässt. Positiv zu Buche schlugen in den Antworten das zu erwartende bessere Wetter im Februar, die attraktive Stadt, aber vor allem die Größe und die bessere Infrastruktur des Gran Via Messegeländes, die mehr Wachstum und neue Austellerkonzepte ermöglichen.

Als Hauptnachteil wird vor allem die Entfernung des Messestandortes (von D/A/ CH) genannt, die z. B. zu höheren Anreisezeiten und -kosten führt und einen Tagesbesuch unmöglich macht. Neben den Flügen seien auch die Hotelkosten in Barcelona recht teuer, befürchten einige der Umfrageteilnehmer.

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Stimmen zur ISE in Barcelona

Was sagen Aussteller und Besucher? Lassen wir einige Aussteller und Besucher selber zu den Vor- und Nachteilen des Messestandorts Barcelona zu Wort kommen:

 

Ausstellerstimmen

 

Irina Neutert, COMM-TEC GmbH

„Vorteil: Viel mehr Platz für die Hersteller. Gute Location mit einer guten Verbindung zum Flughafen. Nachteile: Erstmals keine.“

 

Marc Schiedl, Leiter Business Unit Signage, COMM-TEC

„Nachteil: Kleiner Flughafen mit wenigen Verbindungen, Erreichbarkeit via LKW für Exponate. Vorteil: Modernes Messegelände, mehr Platz, attraktive Stadt, hoffentlich besseres Wetter im Februar.“

 

Helmut Barth, Helmut Barth Audiotechnik

„Ich bin alles andere als begeistert. Als kleiner Anbieter aus Deutschland empfinde ist dies unvorteilhaft. Schade, dass Frankfurt, München oder Berlin nicht zum Zuge kamen, dann wäre der Standort Deutschland wieder im Gespräch. So wird man in Barcelona vorerst mal die ,Großen‘ finden. Vielleicht tut sich nun aber wieder eine Chance für die Prolight + Sound in Frankfurt auf.“

 

Eric Hénique, VuWall

„Ich denke, ein Wechsel ist gut, und Barcelona ist ein super Standort. Es ist mit Sicherheit wärmer als in Amsterdam. Gute Infrastruktur. Nachteile: Erhöh – te Transportkosten, Anfangsschwierigkeiten, denn Organisator und RAI waren mittlerweile eingespielt.“

 

Dipl. Ing. Uwe Harder,Ingenieurbüro Media & Broadcast, Consultant

„Amsterdam kann man in vier Stunden von Hamburg mit dem Auto erreichen. Barcelona geht nur per Flug (Kostenfaktor). Nach 2019 werde ich keine ISE mehr besuchen!“

 

Max Winck, eyevis GmbH

„Barcelona ist der Standort unseres EMEA Headquarters mit Showroom. Zudem ist die Messe bedeutend weitläufiger als das mittlerweile doch sehr beengte RAI, das mit den zusätzlichen temporären Hallen doch etwas geflickschustert daher kommt. Und: Das Wetter ist besser :)“

 

Udo Borgmann, CEO Pan Acoustics GmbH

„Schlechte Wahl! Organisation und Messebau wird dort problematisch bleiben. Ein Standort in Deutschland, dem größten EU-Binnenmarkt auch in diesem Bereich, wäre deutlich besser gewesen. Es werden spürbar weniger Besucher aus Deutschland teilnehmen.“

 

Wolfgang Waldeyer, CEO Videlco Europe Limited

„Barcelona ist eine der am häufigsten besuchten Städte Europas. In Zukunft addieren sich zu der Zahl noch die Besucher der ISE. Auf der anderen Seite lohnt sich ein Besuch in Barcelona immer. Mir wäre eine Location im Bereich Deutschland lieber gewesen.“

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Besucherstimmen

 

Andreas Gebert, Gebert Medientechnik GmbH

„Barcelona ist weit entfernt – Flüge und Hotels sind schon außerhalb von Messezeiten sehr teuer. Es gäbe doch auch zentral in Europa große und gut erreichbare Messegelände. Frankfurt, Hannover, Paris …“

 

Mike Rauchfleisch, Audio Studio Nord

„Ich denke, das wird Frankfurt dann wieder Aufwind geben. Der räumliche Unterscheid ist dann gut, und ein früherer Termin für die Prolight + Sound wäre dann wünschenswert.“

 

Dirk Gabriel, BTL Veranstaltungstechnik GmbH

„Vorteil: Vermutlich gutes Wetter. Nachteil: Sehr große Entfernung“

 

Franz-Josef Donner, Relens GmbH

„Sowohl für Aussteller als auch besonders für Besucher aus dem Benelux, Deutschland, Polen, Tschechien und Österreich, die bisher mit dem PKW anreisen konnten, werden Tagesbesuche unmöglich. Erheblicher Besucherrückgang wird erwartet. Die zentralen europäischen Wirtschaftszonen liegen fernab vom neuen Messestandort. Deshalb sehe ich erhebliche negative Auswirkungen auf die Anzahl der Aussteller, besonders aber auf die Anzahl der Fachbesucher. Und wenn bis dahin die Katalanen nicht mehr in der EU sind!?“

 

Christoph Wegner, Amptown System Company

„Nach vielen Jahren in Amsterdam zur ISE, die dort aus allen Nähten platzt, haben wir als System-Integrator einen guten Grund, 2021 nach Barcelona zu fahren, um neue Technologien und Produkte zu entdecken. Dort ist Platz genug, um Neues zu schaffen.“

 

Björn Müller, Kuchem Konferenz Technik

„Leider zu weit weg von unserem Standort und den großen Märkten in Europa. International macht das natürlich keinen Unterschied, daher ist der Schritt nachvollziehbar.“

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Besucher & Aussteller

Axel Fischer, Senior Management Ehrgeiz Lichttechnik GmbH

„Vorteil: Es ist eindeutig wärmer als in Amsterdam zu dieser Jahreszeit. Nachteile: Problematische Infrastruktur von Barcelona, Logistik – aufwand wird um einiges höher sein als nach NL. Anreise für viele dann nur noch per Airplane möglich.“

 

Christian Carrero, ProdyTel Distribution GmbH

„Negativ: Es gibt keinen großen Airport/HUB wie Amsterdam und nicht ganz so zentral. Aus deutscher Sicht fallen sicherlich einige Besucher aus dem Nordwesten Deutschlands weg. Positiv sind das größere Messegelände, eine bessere Infrastruktur und ein besseres Klima im Februar.“

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Kommentare zu diesem Artikel

  1. Damit hat sich die ISE keinen Gefallen getan, die Besucherzahlen werden sinken, gerade die der deutschen Besucher!

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  2. Wenn ich für die Messe Frankfurt arbeiten würde, hätte ich Grund mich zu freuen – das könnte medientechnisch endlich wieder eine Aufwertung der Prolight & Sound bedeuten, um die deutschen Kunden zu erreichen, die den Weg nach Spanien scheuen. Für diejenigen die sowieso per Flugzeug anreisen dürfte es möglicherweise egal sein, ob sie nach Amsterdam oder Barcelona fliegen (abgesehen vom vermutlich besseren Wetter). Mal abwarten wie sich die Aussteller verhalten…

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