LG CineBeam HU80KS Presto im Test

Der CineBeam HU80KS „Presto“, LGs neuester Laser-4K-Beamer, kommt als portables Gerät im „Tarnanzug“ daher…LG CineBeam HU80SK Presto(Bild: Sven Schuhen)

Am 17.04.2018 hat LG Electronics im Pressezentrum der Eintracht in der Commerzbank- Arena den neuen portablen Projektor Presto vorgestellt. Presto ist ein standalone 4K-Laser-Beamer mit integriertem, aufrollbarem Netzkabel und der erste vertikal stehende Beamer mit variablem Spiegel – und der erste Projektor mit integrierter 4K-Streaming-Möglichkeit.

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Die HDR-Unterstützung ist da nur noch obligatorisch. Den mit dem reddot Design Award prämierten Presto gibt es in zwei Varianten: mit integrierter Multimedia-Oberfläche namens WebOS 3.5 mit weißem Gehäuse und silbernem Griff unter der Typenbezeichnung HU80KSW sowie mit einem Media-Player ohne zusätzliche Download-Möglichkeit von Apps in Schwarz mit schwarzem Griff unter der Bezeichnung HU80KG. Der Projektor ist mit 6,7 kg nicht nur für den Rental-Bereich interessant, sondern auch für die Adhoc-Anwendung in Bildungseinrichtungen, Konferenzzentren, Hotels u. v. m. – hinstellen, einstecken, ausrichten, fertig.

Projektor im Tarnsuit

Im Grunde sieht das Gerät erst einmal gar nicht aus wie ein Projektor, sondern wie ein Quader mit Griff. Wenn man den Deckel öffnet, kommen die Linse und ein Spiegel zum Vorschein. Letzterer stellt sich je nach Winkel des Deckels stets richtig ein und macht es dadurch dem Nutzer sehr einfach, das Bild an die gewünschte Position zu projizieren: noch kurz am seitlich platzierten Rädchen für Zoom und Focus das Bild justieren und schon kann‘s losgehen. Vom Prinzip her ist der Presto einem guten alten Overhead-Projektor ganz ähnlich und nahezu genauso einfach zu bedienen – nur ist der Presto nicht ganz so sperrig und hat dank Laserlichtquelle auch eine längere Lebenserwartung.

Der Clou des variablen Spiegels liegt darin, dass der Beamer den Winkel erkennt und automatisch eine Trapezkorrektur vornimmt. Da man den Projektor auch stehend oder liegend mit umgeklapptem Deckel und somit ohne Spiegel betreiben kann, funktioniert die Automatik auch in diesem Fall. Hierfür finden sich als Zubehör zu dem Gerät vier schraubbare Füße, die für den liegenden Betrieb montiert werden können – ansonsten würde der umgeklappte Deckel stören. Die Füße im stehenden Betrieb auf der Unterseite können bei Bodenunebenheiten nivelliert werden. Im Betrieb mit Spiegel ersetzt dieser den vorher oft nur eingeschränkt zu Verfügung stehenden vertikalen Lens-Shift. Allerdings wirklich nur auf vertikaler Linie. Der Projektor muss schon in der Mitte der Leinwand stehen.

Eine seitliche Echtzeit-Korrektur würde nach Herstelleraussage bei 4K-Inhalten zu viel Rechenleistung benötigen. Diese Einschränkung umfasst ebenfalls eine manuelle Vier-Ecken- Korrektur. Das Objektiv hat im liegenden Betrieb einen Offset, bei dem die Oberkante des Gerätes die Bildoberkante festlegt. Zudem erfolgt im liegenden Betrieb eine automatische Drehung um 180°, sobald der Projektor auf dem Rücken liegt. Der Zoomfaktor beträgt nur 1,2, was die Flexibilität des gewünschten Standortes leider etwas einschränkt.

Innere Werte

Die Lichtleistung der Laser- Engine strahlt brutto mit 2.500 Lumen. Ein DLP-XPR2 Chip mit 0,47“ erzeugt das 4KBild bis zu einer Leinwandbreite von 3 m. Hierbei beträgt der Projektionsabstand minimal 101,1 cm bei 123 cm Bildbreite und 203,2 cm bei 246 cm Bildbreite. Gegenüber vielen Mitbewerbern seiner Preisklasse verfügt der Presto über eine anpassbare Zwischenbildberechnung, in der Bildfluss und Blur jeweils zwischen Null und Zehn eingestellt werden können. Diese funktioniert auch mit HDR-Inhalten bis 10Bit.

Das 8-Segment-Farbrad ist unterteilt in die Farben Rot, Grün, Gelb und Transparent für das blaue Laser-Phosphor-Licht. In dieser Kombination deckt der Projektor den sRGB-Farbraum ab, was Rec.709 entspricht. Mit 25 dB im Eco- und 32 dB im Normal-Modus ist das Gerät ziemlich leise und eignet sich daher auch zum Betrieb in lautstärkekritischen Umgebungen.

LG CineBeam HU80SK Presto
Der Spiegel nimmt immer den richtigen Winkel an. Der Projektor stellt die Trapezkorrektur automatisch ein. (Bild: Sven Schuhen)

Zur Bedienung des WebOS 3.5 wird der Presto mit der Magic-Remote geliefert, mit der das Menü ähnlich einem Laserpointer bedient wird. Drauf zeigen, klicken, fertig. Über das WebOS hat man Zugriff auf den LG Content-Store und kann sich zusätzliche Anwendungen herunterladen. Hier könnte zum Beispiel beim Einsatz in Schulen der Zugriff auf YouTube interessant sein.

Mit dem Netzwerk kann der Beamer dabei über einen Gigabit-LAN-Anschluss oder per WiFi verbunden werden. Zwei HDMI 2.0 Eingänge, zwei USB-Ports (davon einer 3.0), eine Mini-Klinken-Buchse für Audio in/out und ein Optical Digital out runden die Anschlussmöglichkeiten ab.

LG CineBeam HU80SK Presto
Hands-on in der Spielerkabine: starkes Bild und einfache Einrichtung (Bild: Sven Schuhen)

Der Projektor hat zudem Bluetooth integriert und kann so beispielsweise den Ton an verbundene Bluetooth-Lautsprecher streamen. Dennoch hat das Gerät zwei integrierte Lautsprecher, die für einfache Anwendungen völlig ausreichend sind. Inhalte können auch von Mobilgeräten über Miracast oder WiDi gestreamt werden. Über eine Remote-App lassen sich viele Funktionen auch per Smartphone oder Tablet anstatt der Magic-Remote steuern.

Performance

Nach der Pressekonferenz konnte der neue Projektor in der Spielerkabine der Eintracht begutachtet und ausgiebig getestet werden. Durch die Pixelshift-Technologie bei 4K-Inhalten war keine Pixelstruktur mit dem Auge direkt an der Leinwand erkennbar – das Bild war gestochen scharf und wirkte plastisch. In einer ersten Demo wurden Inhalte vom internen Medienplayer wiedergegeben. Auch das Upscaling von HD-Inhalten nahm der Projektor annehmbar vor, wobei man aber doch lieber 4K-Inhalte sehen möchte.

Da die Zwischenbildberechnung immer Geschmackssache ist, konnte man seine persönliche Konfiguration nach Belieben einstellen. Diese wird jeweils für jede Eingangsquelle und jeden Bildmodus separat gespeichert. Das WebOS lief in der Demonstration äußerst flüssig und schnell. Wie es für moderne Benutzerflächen üblich ist, läuft das Bild im Hintergrund stets weiter und Änderungen der Einstellungen können direkt begutachtet werden. Der Presto soll zum nächsten Jahreswechsel noch Zuwachs durch eine Kurzdistanz-Variante erhalten.

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