Firmenportrait

40 Jahre Lang AG: Herausforderungen, Chancen & Meilensteine

Wie schafft es ein Unternehmen der AV-Branche, innerhalb von 40 Jahren von einer Garagenfirma zu einer international bedeutenden AG mit rund 250 Mitarbeitern zu wachsen, den Erfolg zu halten und vor allem nachfolgende Generationen für sich und die Präsentationstechnik zu begeistern? Firmengründer Paul Detlef Lang und der Vorstandsvorsitzende Tobias Lang nehmen zu diesen und anderen Themen Stellung.

40 Jahre Lang AG(Bild: Lang AG)

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Die Themen dieses Firmenportraits:


In der relativ jungen AV-Branche gibt es nur wenige Unternehmen, die 40 Jahre alt und dabei nicht nur kreativ, sondern auch stetig gewachsen und äußerst erfolgreich sind. Die Rede ist von der Lang AG, einem der führenden europäischen Unternehmen für die Vermietung und den Verkauf „visueller Präsentationstechnik und deren Peripherie“. Was da so bescheiden klingt, umfasst Hochleistungsprojektoren, feinst auflösende LED-Videowandsysteme, leistungsfähige Medienserver- und Videoprozessorsysteme und vor allem einen enorm großen Pool an Know-how. Es ist beeindruckend, wie die Fachleute bei Lang mit dieser komplexen Technik umgehen und erstaunliche Präsentationsergebnisse erzielen.40 Jahre Lang AG(Bild: Lang AG)

Wie schafft es ein familiengeführtes Unternehmen, kontinuierlich die Erfolgsleiter zu erklimmen, den Erfolg zu halten und vor allem nachfolgende Generationen für sich und die Präsentationstechnik zu begeistern? PROFESSIONAL SYSTEM versucht im Folgenden, das Phänomen Lang AG und dessen Erfolgskonzept zu erklären. Befragt wurden dazu der Firmengründer Paul Detlef Lang und sein Sohn Tobias Lang, der seit 2008 als Vorstandsvorsitzender der Lang AG die Geschicke des Unternehmens lenkt.

Die Anfänge

Der Start der Lang AG ist für erfolgreiche Unternehmen aus der AV-Branche nicht ganz untypisch: 1978 gründeten Paul Detlef Lang und Ehefrau Gabriele die Firma „Audiovision Paul D. Lang“ zur Vermietung von professionellen Diaprojektoren und der Erstellung von Diaschauen und Multivisionen. Geschäftsräume waren übrigens das Wohnzimmer und die angrenzende Garage in Wipperfürth. Paul Detlef Lang erinnert sich und beschreibt die damalige Marktsituation: „Es gab ja noch nicht die AV-Branche, wie sie heute existiert. Damals gab es keine Computer. Als ich angefangen habe, wurden zwar auch Veranstaltungen gemacht – es gab Briefings genauso, wie es sie heute gibt – aber die Medien waren andere.

Wir haben mit Dias angefangen.“ Natürlich war die Bearbeitung anders – Paul D. Lang erinnert sich: „… auch die Vorbereitungen waren wesentlich aufwendiger. Wenn das Dia erstellt war und der Tag der Veranstaltung gekommen war, dann konnte man da inhaltlich nichts mehr ändern. Das, was da draufstand, war das, was gezeigt werden konnte. Und bei den Shows, die mit sehr vielen Dias gemacht worden sind, waren dann schon mal 40 bis 50 Diaprojektoren beteiligt, um ein großes Bild zu erstellen. Das nannte man Multivision.“

Der Wettbewerb dafür war gering, resümiert Paul D. Lang: „Es gab einige wenige Anbieter – leistungsfähige gab es vielleicht nur drei oder vier –, die genügend Projektoren hatten, damit solche Multivisionen erstellt werden konnten. Diese Multivisionen wurden hauptsächlich für Werbezwecke in der Großindustrie eingesetzt.“

Was nach all der Zeit aber gleich geblieben ist: „Damals wie heute bleiben wir für den finalen Auftraggeber unsichtbar, denn wir arbeiten ausschließlich mit Dienstleistungsunternehmen zusammen“, fügt Tobias Lang hinzu. „Wir konzentrieren uns auf den Bereich Business-to-Business und stellen den Endkunden nicht direkt Material zur Verfügung – weder in der Vermietung, noch im Verkauf.“

Es hat lange gedauert bis man technisch in der Lage war, die Qualität der Diashows auch mit Videoprojektoren zu erreichen. Paul D. Lang schätzt: „Ich würde mal sagen, 30 Jahre hat das sicher gebraucht, bis wir in der Auflösung da waren, wo das Dia damals gewesen ist. Als vor zehn Jahren Tobias den Vorstand der Lang AG übernommen hat, waren wir technisch an einem Punkt, an dem man mit den Projektoren, die wir heute haben, das machen konnte, was man vor 40 Jahren mit den Dias machen konnte.“

Die Lang AG stellte sich früh allen technischen Herausforderungen und Innovationen: Als 1996 mit dem Vista-Pro von Christie die DLP-Technologie eingeführt wurde, investierte die Lang AG sofort in den 3-Chip DLP Projektor. Auch das 1997 auf den Markt gebrachte allererste Plasmadisplay PDS4201E von Fujitsu hat es unmittelbar in den Vermietpark des Unternehmens geschafft.

Herausforderungen und Chancen

Auch nach dem „Wechsel des Stabes“, also nachdem Paul D. Lang die Unternehmensführung an seinen Sohn Tobias übergeben hat, ist die Lang AG ihren Grundsätzen weiterhin treu geblieben. Tobias Lang: „Wir stellen uns den Herausforderungen des Marktes, d. h., wir stellen in allen Produktbereichen des Videos Nachforschungen an, welche Innovationen aktuell vorherrschen und was wir in der Zukunft im Markt erwarten dürfen. Daran haben wir unsere Investitionen und auch Eigenentwicklungen ausgerichtet, so dass wir dem Markt immer eine Dienstleistung der höchstmöglichen Qualität zur Verfügung stellen können. Denn Qualität ist wesentlich mit unserer Unternehmensmarke verbunden und treibt uns bei allen Entscheidungen übergreifend an.“

Für Tobias Lang ist es eine der größten Herausforderungen und zugleich eine der größten Chancen, zu verstehen, welche technologischen Innovationen den Markt antreiben, um frühzeitig in die richtigen Produkte und Technologien investieren zu können: „Für den heutigen Erfolg ist die strategische Ausrichtung der Lang AG wesentlich, die schon unter meinem Vater stattgefunden hat: Ressourcen freizustellen, um Menschen mit der Frage zu beschäftigen, welche Produkte wir morgen brauchen. Wir haben Mitarbeiter im Haus, die sich jeden Tag mit ihrem jeweiligen Produktbereich beschäftigen und sich fragen: ‚Was braucht der LED-Markt morgen?‘, oder: ‚Welche Projektoren bringen uns in Zukunft weiter?‘ Das Gleiche gilt für die Produktbereiche Displays und Image-Processing sowie auch unsere eigenen Lösungen, welche wir unter der Marke Solutions4AV vermarkten. Hier ist es natürlich eine strategische Unternehmensentscheidung zu sagen, ich nehme Menschen aus der Organisation, die keinen direkten operativen Ertrag erzielen und schaffe ihnen Freiräume dafür, dass sie die Zukunft des Unternehmens sicherstellen.“

Fachkräftemangel: Fehlanzeige

Ein derart erfolgreiches Unternehmen wie die Lang AG benötigt in der Verantwortung nicht nur kluge Köpfe mit dem „richtigen Riecher“. Auch ein gutes Team und ein spezieller „Spirit“ halten solch eine Unternehmung zusammen. In der Lang AG vereinen sich familiäre Strukturen inklusive flacher Hierarchien mit kurzen Entscheidungsprozessen. Die Organisation bietet auch jungen Menschen früh eine Karrierechance. So sind die Mitarbeiter mit Personalverantwortung im Schnitt 38,7 Jahre alt. Das durchschnittliche Gesamtalter liegt bei 35,7.

Firmengründer Detlef Lang (rechts) und Tobias Lang, Vorstandsvorsitzender der Lang AG
Firmengründer Detlef Lang (rechts) und Tobias Lang, Vorstandsvorsitzender der Lang AG (Bild: Dieter Stork)

Den familiären Teamgeist spürt man besonders bei den hauseigenen Events oder den großen Messen, auf denen die Lang AG ausstellt. Hier arbeiten Veranstaltungstechniker und Produktmanager noch enger zusammen und durchlaufen Hand in Hand die verschiedenen Prozesse, um einwandfreie Ergebnisse zu erzielen. Beide haben einen abwechslungsreichen Alltag, bei dem sie viel reisen und spannende Orte kennenlernen. Die Veranstaltungstechniker unterstützen dabei die Kunden vor Ort bei der Durchführung komplexer Projekte. Das Produktmanagement arbeitet hingegen eng mit den Lieferanten zusammen und beeinflusst somit auch die Entwicklung von Produkten.

Dem allseits beklagten Fachkräftemangel begegnet die Lang AG durch eine wohl überlegte Strategie, die gute Beobachtung und Analyse der Ausbildungssituation voraussetzt. Paul D. Lang: „Während des Zeitraums, in dem ich das Unternehmen geleitet habe, war der Fachkräftemangel kein Problem. Es gab genügend Mitarbeiter, die in diese Branche hineinwollten und gut ausgebildete Techniker, die sich spezialisiert haben. Heute bilden wir in fünf verschiedenen Ausbildungsberufen aus. Dazu zählt die Fachkraft für Lagerlogistik, der Veranstaltungskaufmann, der Groß- und Außenhandelskaufmann, der Elektroniker für Geräte und Systeme sowie die Fachkraft für Veranstaltungstechnik. Somit bieten wir jedem motivierten Schulabsolventen die Möglichkeit, sich bei uns im Unternehmen zu entfalten. Wenn Abiturienten nach der Ausbildung ein Studium anschließen möchten, stehen wir ihnen nicht im Weg, ihr kaufmännisches beziehungsweise technisches Wissen mit einem Bachelor und auch Master zu untermauern. Nach dem Abschluss sind sie dann willkommen, hier zur Unternehmung zurückzukehren.“

Dies war und ist bei der Lang AG des Öfteren der Fall, so Tobias Lang. Hierfür bleibt Folgendes Voraussetzung: „Das Unternehmen muss für die jungen Leute attraktiv sein und auch eine Bindungsfähigkeit haben. So sind für die Absolventen die Möglichkeiten für einen weiteren Karriereschritt gegeben. Im besten Fall in der Unternehmung, bei der sie zuvor ihre Ausbildung gemacht haben und in der sie bereits vieles kennen. Zudem können Studenten ihre Abschlussarbeit bei uns schreiben oder neben dem Studium Werkstudententätigkeiten ausüben. In unserer neuen Studenten- WG mit vier Schlafzimmern haben sie die Möglichkeit, zu erschwinglichen Mietpreisen unterzukommen. Seit 2017 bieten wir auch ein Trainee-Programm für Hochschulabsolventen an. Selbstverständlich können bei uns auch klassische Praktika absolviert werden. All das bietet auch die Möglichkeit, mehr junge Leute an sich als Arbeitgeber zu binden.“

Paul Detlef Lang Fahrrad
Während heutzutage 40-Tonnen-Trailer, Lkw und Nutzfahrzeuge die Ware ausliefern, griff Paul Detlef Lang in den Anfängen u. a. aufs Fahrrad zurück. (Bild: Lang AG)

Um dies zu erreichen, wird die Lang AG frühzeitig aktiv: „Wir müssen die Schulen besuchen, den jungen Abiturienten oder Nah- Abiturienten nahelegen, zuerst eine Ausbildung zu machen und im Anschluss daran dann eventuell das Studium. So haben sie bereits einen Fuß im Unternehmen.“ Dies ist bei Lang gelebte Praxis, meint Tobias Lang: „Wir haben inzwischen einige Einrichtungen: Wir veranstalten bereits das siebte Bergische Career Dating, gehen auch in die verschiedenen Schulen und gerade in die Abschlussklassen und machen dort auf uns aufmerksam. So versuchen wir, die jungen Leute davon zu überzeugen, zunächst eine handfeste Ausbildung zu machen.“

Dass es im Bereich der Videotechnik noch keinen Ausbildungsberuf gibt, begründet Tobias Lang mit der hohen Innovationsgeschwindigkeit der Videotechnik: „Lehrinhalte festzuschreiben, die länger als drei Jahre gültig sind, ist schwierig, und daran scheitert in meinen Augen – neben der Lobbyarbeit – dieser Prozess auch. Das ist sicher eine der Hauptherausforderungen in unserer Branche für die Zukunft.“ Diese Hürde nimmt man bei Lang auf eigene Weise. Tobias Lang: „Wir schaffen diese Inhalte selber, d. h., die Lang AG sucht nicht im AV-Markt nach Personal, sondern bildet selber aus, bietet Praxissemester, Bachelorund Master-Arbeiten an, um sich entsprechend strategisch personell aufzustellen. Das Ganze hat einen längeren Vorlauf – ein Mensch muss zwei bis drei Jahre hier sein, bevor er eine entsprechende Aufgabe übernehmen kann. Aber es ist deutlich nachhaltiger, weil wir nicht nur in der Ausbildung die Inhalte viel besser definieren, sondern auch die Unternehmensphilosophie viel besser transportieren können.

Lang Forum
Das Lang Forum verfügt neben Einrichtungen zur interdisziplinären Forschung auch über technische Features, welche die Lang-Spezialisten bei der Entwicklung und Produktion neuer Technologien (hier: Touchtechnologien) unterstützen. (Bild: Dieter Stork)

Wenn man in seinem Leben in einem Unternehmen in einer Branche gearbeitet hat, kann man die Philosophie dieses Unternehmens innerhalb dieser Branche viel besser leben, als wenn man ein Insel-Hopper ist und bei vielen Unternehmen jener Branche war.“ Jeder dritte Mitarbeiter in dem technischen Unternehmen Lang AG ist eine Frau. Neben dem Einkauf, verantwortet von Anne Linder, und dem Marketing, verantwortet von Melanie Schobel, gibt es auch rein technische Bereiche, die komplett in weiblichen Händen sind: Anika Lauth leitet das Produktmanagement für Projektoren – eine Position, die der heutige Vorstand Peter Mathia neun Jahre innehatte. Er wurde am 19. Juni 2018 vom Aufsichtsrat der Unternehmung zum Vorstand der AG der berufen.Lang AG(Bild: Dieter Stork)

Forschung und Weiterbildung bei Lang

Darüber hinaus unterstützt die Lang AG Forschung und Lehre im Hochschulbereich und bietet zum Beispiel Studierenden der Technischen Hochschule Köln und der Fachhochschule Düsseldorf die Möglichkeit, ihre Bachelor- beziehungsweise Master-Arbeiten im firmeneigenen „Lang Forum“ zu schreiben – einer Einrichtung für interdisziplinäre Forschung und Entwicklung auf dem Firmengelände. Tobias Lang sieht darin eine Win-Win-Situation: „Grundsätzlich ist die Lang AG natürlich daran interessiert, sich zu verstärken und mehr Wissen selber aufzubauen.

Testen der Präsentationstechnik
Zu den täglichen Arbeiten der Techniker gehört auch das Testen der Präsentationstechnik.

Die Zusammenarbeit mit Hochschulen bietet dafür die nötigen Synergien. Natürlich ist es so ausgerichtet, dass die Hochschule und auch die Studierenden davon einen Vorteil ziehen, aber am Ende ist ein Unternehmen natürlich auf den eigenen Erfolg aus – sowohl auf die Forschungsergebnisse als auch darauf, dass wir vielleicht qualifizierte, neue Kollegen finden. Denn viele ehemalige Bachelor-Arbeiten sind in einer Mitarbeit bei der Lang AG resultiert.“ Eine gewisse Risikofreudigkeit ist hierbei laut Tobias Lang allerdings erforderlich: „Wenn man a priori immer hinterfragt, welchen wirtschaftlichen Nutzen das am Ende haben könnte, lähmt einen das. Man muss daran glauben, dass es in der Summe so ist, und an Wissen interessiert sein. Dann erreicht man entweder inhaltlich vernünftige Ergebnisse oder – wenn diese nicht brauchbar sind – einen gewissen Skill durch neues Personal, der dann wiederum in der Zukunft Früchte trägt.“

Peter Mathia Lang AG
Ein hervorragendes Beispiel für die Karrieremöglichkeiten innerhalb des Betriebes ist Peter Mathia, der seit dem 1. Juli 2018 gemeinsam mit Tobias Lang die Position des Vorstandes verantwortet. (Bild: Lang AG)

Auch eigene Lösungen werden im Forum entwickelt – es geht hierbei prinzipiell um dienstleistungsspezifische und nicht endkundenspezifische Lösungen. Die Lang AG sieht sich hier als Schnittstelle zwischen den Herstellern und dem AV-Markt. So entstehen gelegentlich individuelle Innovationen wie der radarTouch, einem auf IR-Laser-Touch Technologie basierenden Touch-System. Laut Tobias Lang sind sie dem Umstand geschuldet, dass der Markt nach einer Lösung für eine bestimmte Herausforderung sucht, welche von etablierten Herstellern nicht angeboten wird.

Allgemein gesehen ist für ihn die Entscheidung für Produkte und die Veredelung dieser vor allem vom inhaltlichen Fundament getrieben: „Unser Produktmanagement gibt eine Empfehlung dafür ab, in welche Produkte wir investieren sollten, und dann wird auf kaufmännischer Basis eine entsprechende Entscheidung aus den Vertriebsabteilungen dazu getroffen. Betrachten wir zum Beispiel einen Hersteller von Projektoren, so möchte er natürlich das Produkt möglichst oft weltweit verkaufen, d. h., er möchte es möglichst allgemein halten. Wir hingegen haben einen gewissen Markt als Zielsegment und versuchen, das Produkt, das wir kaufen, möglichst gut auf diesen Markt auszurichten. Im Beispiel des Projektors bedeutet das, dass wir nicht nur einen Flugrahmen und ein Case entsprechend in der Mietausstattung dazu addieren, sondern auch das komplette Zubehör und die Beschreibung und Bedienung gegenüber dem Fabrikzustand des Herstellers ändern. Das steht aber nicht im Konflikt zueinander, sondern in dem natürlichen Weg der Ausrichtung am eigenen Markt.“

Lang AG Räume
Die Lang Academy bietet auf einer Fläche von 1.200 m² eine offen gestaltete Empfangshalle von 300 m², zwei große Seminarräume und eine riesige Veranstaltungshalle für Ausstellungen, Events und Weiterbildungskurse. (Bild: Dieter Stork)

Neben Forschungen in Sachen AV im Lang Forum bietet die Lang AG eine weitere außergewöhnliche Einrichtung, in der es vornehmlich um Weiterbildung geht: die Lang Academy. In dem eleganten, ca. 1.200 m2 großen Bau mit Seminarräumen und einer riesigen Veranstaltungshalle, die auch für Demos, Testaufbauten und Events genutzt wird, veranstaltet und entwickelt das Unternehmen Schulungen, um dem erhöhten Bedarf an Weiterbildung für die Branche gerecht zu werden. Inhaltlich geht es um Schulungen der komplexen Videotechnik, also neben Hochleistungsprojektoren, Videodisplays und LED-Wänden auch zum Beispiel um Videoprozessor- oder Medienserversysteme. Darüber hinaus werden Thementage zu aktuellen Technologien angeboten.

Gerade in diesem Bereich zeigt sich deutlich, wie die Lang AG mit der Digitalisierung der Technologien und im Zuge dessen auch mit der Herausforderung umgeht, dass große IT-Firmen mit Collaboration-Lösungen auf dem AV-Markt auftauchen. Tobias Lang: „Grundsätzlich ist es so, dass das Feld an Systemintegratoren dadurch weiter geworden ist und dass mehr Systemintegratoren AV-Installationen vornehmen, die alle unterschiedliche Anforderungen haben. Für uns heißt das in der Beratung – denn sie sind ja alle im Kundenkreis der Lang AG –, dass wir an unterschiedlichen Stellen ausholen müssen. Denn Unternehmen, die einen IT-Background haben, brauchen eine andere Beratung als klassische AV-Unternehmen, die vielleicht im IT-Segment Schwächen haben, aber durch die Erfahrung im AV-Segment sich schon sehr gut auskennen.

Hochregallager mit vollautomatisiertem Lagersystem
2003 wurde das erste Hochregallager mit vollautomatisiertem Lagersystem eingeweiht. (Bild: Lang AG)

Das Resultat bleibt das gleiche.“ Und das wirkt sich natürlich auch auf die Schulungsinhalte der Lang Academy aus. Tobias Lang: „Die Schulungsinhalte der Lang Academy werden immer dem notwendigen Maß des Marktes angepasst, d. h., wir versuchen, aus der Academy heraus zusammen mit den Produktmanagern – den entsprechenden Trainern – zu reflektieren, welche Inhalte für welche Zielgruppen interessant sind. Wir unterscheiden bei den Schulungen im Programm zwischen Technikern, Disponenten und Menschen, die planen müssen. In dieser Segmentierung wird ganz genau auf die Notwendigkeiten der verschiedenen Gruppen geschult. Ein Systemintegrator braucht natürlich eine andere Schulung als ein AV-Techniker, der das Material auf einem Job installiert.“(Bild: Dieter Stork)

Wohin geht die Reise?

In Anbetracht dieser Aktivitäten liegt die Frage nach der Zukunft nahe, die wir dann auch an Paul D. Lang und Tobias Lang gerichtet haben: „Wo sehen Sie die Lang AG in zehn Jahren?“ Tobias Lang äußert sich dazu eher vorsichtig: „Wir hätten diese Frage schon viermal beantworten können in der Unternehmensgeschichte, weil wir ja 40 werden. Und wir hätten sie viermal falsch beantwortet, weil zehn Jahre einfach eine sehr, sehr lange Zeit ist. Wir haben versucht, zwischendurch für uns in späten Stunden diese Frage mal zu stellen und zu beantworten, das hilft auch, um die Innovationskraft für die Zukunft richtig zu schnüren. Aber man darf dabei nicht unrealistisch werden, denn die Zukunft können wir nicht voraussagen. Wir sind sehr motiviert und optimistisch, dass wir einen spannenden Weg gehen können, aber wo der in zehn Jahren Halt macht, das vermag ich heute nicht zu sagen.“

Firmengelände enthält auch Annehmlichkeiten für Mitarbeiter und Gäste
Das Firmengelände enthält auch Annehmlichkeiten für Mitarbeiter und Gäste, z. B. ein Bistro im originalen Doppelwaggon der Wuppertaler Schwebebahn oder E-Tankplätze. (Bild: Dieter Stork)

Paul D. Lang ergänzt: „Das kann übrigens keiner in der Branche vorhersagen. Möglicherweise gibt es Leute, die auf diese Frage eine Einschätzung versuchen, aber die Zukunftsfragen richtig zu beantworten … Wenn Sie vor zehn Jahren einmal in die Zukunft geschaut hätten, wären Sie auch nicht auf das gekommen, was heute im LED-Bereich, im Projektoren-Bereich und im gesamten Beyond-Display-Bereich möglich ist, und was sich da geändert hat. Die Geschwindigkeit ist riesig groß.“

2006 auf der ISE in Brüssel
2006 auf der ISE in Brüssel (Bild: Lang AG)

Es sind wohl die schnellen Entwicklungszyklen vor allem in der visuellen Präsentationstechnik, die einen Blick in die fernere Zukunft schwierig machen. Tobias Lang erklärt: „Wir versuchen auch nicht, zehn Jahre zu reflektieren. Wenn wir uns mit realistischen Fragestellungen auseinandersetzen wollen, dann müssen wir fragen, was in drei Jahren in der AV-Branche eine Rolle spielen wird, und das reflektieren wir sehr wohl. Im Projektionsbereich kennen wir die Rolle der RGB-Laserprojektion beispielsweise noch nicht, weil wir noch nicht wissen, inwiefern diese grundsätzlich in der Technologie einen Mehrwert bieten kann und inwiefern sie in der Lage ist, in das klassische Vermietgeschäft der AV-Branche einzusteigen.

ISE 2018 in Amsterdam
ISE 2018 in Amsterdam: Die Lang AG
hat die Nase vorn in Sachen visueller Präsentionstechnik.
(Bild: Lang AG)

Wir sind ziemlich zuversichtlich, dass im LED-Bereich Micro-LED ein ganz starkes Thema wird innerhalb der nächsten drei Jahre. Das ist aber in meinen Augen eine dieser Nischen, die vorübergehend in der AV-Welt leben, denn fünf Jahre weiter ist das vielleicht ein Consumer- Thema nach heutigem Stand. Wir glauben zum Beispiel auch, dass die Signalübertragung stärker zum Netzwerkkabel hingeht – über ein Internetprotokoll werden in Zukunft mehr und mehr Videosignale übertragen werden. Das ist ein Umbruch, der schon in diesem Jahr beginnt. Aber dies sind Dinge, die in zehn Jahren keinen mehr interessieren …“

Meilensteine der Lang AG

1978 gründen Paul Detlef und Gabriele Lang die „Audiovision Paul D. Lang“ für die Vermietung von professionellen Diaprojektoren sowie Erstellung von Diaschauen und Multivisionen.

1987: In den stetig wachsenden Vermietpark wird auch der erste Kamerazug BTS LDK-90 aufgenommen, der in jenem Jahr auf den Markt kommt.

1989: Personelle Unterstützung für Paul D. Lang: Aufgrund der wachsenden Auftragslage kommt ein Techniker hinzu. Bald darauf werden weitere Mitarbeiter eingestellt, die das Unternehmen bis heute begleiten.

1994: 16 Jahre nach der Gründung wird der Name von „Audiovision Paul D. Lang“ zu „Lang Audiovision GmbH“ umfirmiert.

1996: Christie stellt mit dem Electrohome VistaPro den ersten 3-Chip DLP-Projektor vor, der die Diatechnik ablöst und in den Vermietpark Einzug hält.

1997: Die nächste Technikneuheit im Vermietpark steht an: das 1997 auf dem Markt eingeführte Plasmadisplay PDS4201E von Fujitsu, einer der ersten Flachbildschirme seiner Art.

1998: Umzug des Unternehmens nach Lindlar in ein 1.000 m2 großes Firmengebäude im Industriepark Klause. Paul D. und Gabriele Lang werden inzwischen von zehn Mitarbeitern unterstützt.

1999: Der erste Auszubildende wird eingestellt. Bis 2018 folgen 85 weitere. Zum 01.01.1999 wird die Firmierung in „Lang Audiovision AG“ geändert.

2000: Die „Expo 2000“ bringt dem Unternehmen eine hohe Auftragsrate. Um dem erhöhten Auftragsaufkommen gerecht zu werden, wird im Vorfeld in viele Geräte investiert. Ebenfalls im Expo-Jahr wird das neue Hauptgebäude fertiggestellt.

2003: Einweihung des ersten Hochregallagers. Das vollautomatisierte Lagersystem ermöglicht eine genaue Verwaltung des Vermietparks und eine zeit- und platzsparende Lagerung der Geräte – inklusive schnellem Zugriff.

2006: Erster internationaler Auftritt auf der ISE in Brüssel.

2008: Paul Detlef Lang wechselt als Vorsitzender in den Aufsichtsrat der Lang AG und übergibt die Führung an seinen Sohn Tobias.

2010: Eröffnung der Lang Academy

2011: Der 100. Mitarbeiter wird eingestellt. Zudem wird das Lager um ein weiteres Hochregallager erweitert. Wenig später folgen das LED-Gebäude und der neue Wareneingang.

2013: Auszeichnung als Top-Innovator im Rahmen eines Projekts der Süddeutschen Zeitung – die Lang AG zählt mittlerweile ein 130 Mitarbeiter starkes Team. Im gleichen Jahr erhält das Unternehmen die Auszeichnung „Großer Preis des Mittelstandes“ der Oskar Patzelt Stiftung.

2015: Eröffnung des Lang Forum für interdisziplinäre Forschung, die Entwicklung innovativer Ideen und deren Umsetzung. Gleichzeitig wird das neue LED-Lager eingeweiht.

2017: Zwei neue eigenständige Unternehmen bereichern die Lang- Familie: die Lang-Baranday AG für den Schweizer AV-Markt und Lang UK in London. Das Unternehmen wächst auf insgesamt 200 Mitarbeiter.

2018: Im Jubiläumsjahr zum 40-jährigen Firmenbestehen vergrößert sich der Vorstand: Der Aufsichtsrat hat Peter Mathia in den Vorstand bestellt.


(Aus Professional System 06/2018)

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