Produkt: Professional System 03/2019
Professional System 03/2019
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AV-Marktsegmente: Die Fachplaner

Alexandra Ehrlitzer vom der macom Gruppe erläutert, was einen Fachplaner ausmacht, welche Aufgaben in einem Fachplanungsunternehmen anfallen.

(Bild: Pixabay)

Inhalt dieses Artikels:

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Ein Fachplaner übersetzt die Idee des Kunden in eine technische Planung für den Systemintegrator. In der AV-Fachplanung geht es insbesondere darum, wie mit Audio- und Videotechnik Informationen transportiert werden und kollaboriert wird. Kommunikationsfähigkeit und technisches Fachwissen sind hier gefragt. Um die richtige Technologie zu finden, steht der Planer in regem Austausch mit allen Herstellern und ist immer bestens informiert. Um ein System richtig planen zu können, ist natürlich auch ein Verständnis für den Content gefragt. Der Fachplaner erstellt den Content aber nicht selbst. Um große Projekte abwickeln zu können, muss ein Fachplaner auch Projektmanagement-Fähigkeiten mitbringen. Das Dreieck aus Technik, Budget und Zeit sollte er im Blick haben und natürlich ist die Kenntnis von rechtlichen Rahmenbedingungen nötig. Den Rahmen für die Planung gibt die HOAI mit ihren Leistungsphasen vor. Von der Konzeption bis zur Bauüberwachung sind viele verschiedene Aufgabenbereiche abzuarbeiten, es wird also nie langweilig.

Die macom GmbH ist ein großes Fachplanungs- und Beratungsunternehmen. Wir managen viele große und ausgefallene Projekte. Bei solchen Projekten ist es für Kunden oft schwer, eine klare Idee davon zu bekommen, was sie möchten und benötigen, geschweige denn, wie sich das mit den aktuellen technischen Lösungen umsetzen lässt. Deshalb bieten wir zusätzlich zur reinen Planung auch Beratung und Strategieentwicklung an. Hier wird der Planung beispielsweise ein Business Case vorangestellt. Darin wird festgehalten, welche verschiedenen technologischen Umsetzungsmöglichkeiten es gibt, welche Vor- und Nachteile diese haben und was das kostet. Nur so erhält der Kunde eine Entscheidungsgrundlage. Um die verschiedenen Lösungen nicht nur auf dem Papier zeigen zu können, hat macom ein eigenes LAB, in dem die Kunden in Workshops die technischen Lösungen selbst ausprobieren können.

Aufgabenbereiche in einem Fachplanungsunternehmen

Im klassischen Planungsprozess steht am Anfang die Konzeption. Hier werden Rahmenbedingungen aufgenommen, mit den anderen Gewerken kommuniziert, z.B. Architekten und TGA, sowie erste technische Ideen recherchiert, entwickelt und erprobt. Anschließend kommt die Entwurfsplanung. In die CAD-Pläne der Architekten wird die Verortung der technischen Geräte eingezeichnet, ein Blockschaltbild wird gezeichnet, eine Kabelzugliste erstellt usw. All diese Details werden immer wieder mit den Projektbeteiligten abgestimmt.

Sobald alle Komponenten genau festgelegt und im Plan verortet sind, wird ein Leistungsverzeichnis erstellt und die Systemintegration ausgeschrieben. Unter Umständen hilft der Planer noch bei der Auswahl des passenden Integrators. In der Bauphase wird das Objekt überwacht. Dazu sind regelmäßige Ortstermine nötig. Zum Schluss erfolgt eine Abnahme.

In komplexeren Projekten können zu Anfang Kundenworkshops zur Ideenfindung nötig sein. Auch technische Probeaufbauten und sogenannte Shootouts sind hier häufiger nötig, um die richtige technische Lösung für den Kunden zu finden. Dies ist sowieso das Hauptanliegen eines guten Planers: Nicht Technik um der Technik Willen, sondern eine auf den Kunden maßgeschneiderte Lösung, die möglichst genau seine Bedürfnisse erfüllt.

Deshalb wird auch ein Beratungsprozess in der immer komplexer werdenden AV-Welt so wichtig. Hier sind die Aufgaben zum Beispiel fundierte Kenntnis über die Details der einzelnen Technologien und das Leiten von Workshops – unter anderem mit der Design Thinking-Methode – um Kunden bei der Ideenfindung zu unterstützen. Wenn es um Kollaboration und Future Workplace-Technologien geht, sind Kenntnisse in Projektmanagement-Methoden und agilen Arbeitsweisen nötig, da man Abläufe und Prozesse des Kunden verstehen muss, um richtig zu beraten.

Die wichtigsten Eigenschaften eines Planers sind Spaß an Technik, Kommunikationsfreude und Lust auf ständige Veränderung. Denn die Branche ist in Bewegung.

Berufsbilder und Tätigkeitsfelder

Ein klares Berufsbild oder eine Berufsbezeichnung „Fachplaner“ ist mir nicht bekannt. In der Branche arbeiten viele Ingenieure (inzwischen Bachelor und Master of Science und Engineering) verschiedener Fachrichtungen: Nachrichtentechnik, Medientechnik, Elektro- und Informationstechnik, Tontechnik etc. Aber es gibt auch viele andere Wege in die Branche.

Wir betreuen Kunden über den gesamten AV-Lifecycle hinweg, von der strategischen Beratung zu Technologiekonzepten, über die Fachplanung und die Projektumsetzung bis hin zum Betrieb der geplanten medientechnischen Anlagen. Da es nicht für alle diese Bereiche eine passende Ausbildung gibt, bilden wir Berufseinsteiger gezielt weiter und machen sie zu einem „Ingenieur +“, wie wir es nennen. Dafür vermitteln wir zusätzliches Wissen aus den Bereichen Arbeitsprozesse, Consulting, Informatik, Projektmanagement, UX, UI und Usability. Und wer weiß was die Zukunft bringt.

Geschäftspartner

Unsere Geschäftspartner sind Endkunden aus der Industrie und dem öffentlichen Bereich. Dazu gehören DAX-Unternehmen und führende Mittelständler sowie öffentliche Auftraggeber.


Zur Person: Alexandra Ehrlitzer

Alexandra Ehrlitzer
Alexandra Ehrlitzer (Bild: macom)

Alexandra Ehrlitzer ist studierte Diplom-Ingenieurin (FH) und verantwortlich für das Hochschulmarketing und die Nachwuchsgewinnung der macom Gruppe. Dafür pflegt sie enge Kontakte mit Universitäten und Fachhochschulen im gesamten Bundesgebiet und betreut die Praktikanten, Absolventen und Trainees an allen Standorten der macom Gruppe.

 

 

 

 

 

 


Weitere Infos zur Arbeit in der AV-Branche gibt es in unserem kostenlosen Special Working Inside AV und in unserem Themen-Feed.


(aus dem Special „Working Inside AV“)

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Produkt: Professional System 04/2019
Professional System 04/2019
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