Produkt: Checkliste für Beschallungsanlagen
Checkliste für Beschallungsanlagen
Beschallungsanlage systematisch planen - die Checkliste
Audio-Streaming mit Listen EVERYWHERE

Listen EVERYWHERE: „Audio over WiFi“ trifft BYOD

Listen EVERYWHERE ist eine zeitgemäße Streaming-Lösung für Audiosignale, bei der handelsübliche Smartphones als Empfänger eingesetzt werden.

Listen EVERYWHERE Server und Smartphone mit der App(Bild: Jörg Küster)

Inhalt:

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Unter der Bezeichnung Listen EVERYWHERE hat der u.a. für Personenführungsanlagen bekannte US-Hersteller Listen Technologies eine Audio-Streaming- Lösung im Programm, die sich durch vielfältige Einsatzmöglichkeiten von der Hörunterstützung bis zur Simultanübersetzung auszeichnet und eine Alternative zu Induktionsschleifenanlagen sowie zu Drahtlossystemen mit konventioneller HF- oder Infrarottechnik darstellen kann. Chairman/CEO von Listen Technologies ist Russ Gentner, der Lesern dieses Magazins als Gründer von Gentner Communications bekannt sein dürfte.

In Deutschland werden die Systeme von Listen Technologies nach Stationen bei prody-Tel und Laauser & Vohl seit dem 1. Oktober 2019 offiziell über die Audio Pro Heilbronn Elektroakustik GmbH vertrieben. Ein kompetent besetztes Team um Christoph Keller, Vertriebsleiter SPG (System- und Projekt-Gruppe) bei Audio Pro, kümmert sich um Beratung, Service und Support.

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Barrierefreies Hören mit dem Smartphone

Listen EVERWHERE wurde der europäischen Fachwelt anlässlich der ISE 2019 in Amsterdam vorgestellt. Zur Zielsetzung des Systems befragt, verwendet Jürgen Müller (Produktmanager bei Audio Pro) den Begriff „assistives Hören“, welcher sich als Eindeutschung von „assistive listening“ zunehmend verbreitet und inzwischen oft parallel zum langjährig etablierten Terminus „Hörunterstützung“ verwendet wird.

Listen EVERWHERE kann nicht nur zur Hörunterstützung, sondern auch zur Übertragung von Simultandolmetscherkanälen herangezogen werden. Für das Streaming der Audiosignale werden von Listen Technologies konzipierte Server sowie eine vorhandene oder neu aufzubauende WLAN-Infrastruktur (2,4/ 5 GHz) benötigt.

Smartphone mit Listen EVERYWHERE App und angeschlossenen Kopfhörern
Als Empfänger dienen bei Listen EVERYWHERE handelsübliche
Smartphones – das zugehörige Akronym lautet BYOD.
(Bild: Jörg Küster)

Als Empfänger dienen handelsübliche Smartphones – das zugehörige Akronym lautet BYOD und bietet den Betreibern von „Bring your own Device“-Systemen zahlreiche, inzwischen weithin bekannte Vorteile: Auf die Anschaffung sowie die zeit- und personalintensive Ausgabe spezieller Receiver kann ebenso verzichtet werden wie auf das Einsammeln und die anschließenden Reinigungs- und Wartungsarbeiten.

Aus Endanwendersicht entfällt die Diskriminierung, welche mit der Ausgabe sowie dem Tragen besonderer Devices einhergehen kann, und auch die Platzwahl beschränkt sich nicht mehr auf einen (möglicherweise eng umrissenen) Bereich, in dem eine Versorgung per Induktionsschleifenanlage gewährleistet ist. Geht es um Neubauten, kann ein System wie Listen EVERWHERE das Verlegen von Kupfersträngen im Boden sowie den Einsatz der zugehörigen Loopdriver-Verstärker obsolet machen. In historischen Objekten, die für Menschen mit eingeschränkten Hörvermögen ertüchtigt werden sollen, mag eine Streaming-Lösung das Mittel der Wahl sein, um Baumaßnahmen im geschützten Bestand zu umgehen.

Listen EVERYHERE unterstützt aktuelle Android-Smartphones sowie iPhones mit Apple iOS als Betriebssystem. Wettbewerber sind u. a. MYE Technologies („AppAudio“) und Sennheiser („MobileConnect“), wobei sich Ausrichtung und Preisgestaltung teils deutlich unterscheiden.

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Server als Audio-Transmitter

Dreh- und Angelpunkt von Listen EVERYWHERE ist ein Server, der in unterschiedlichen Ausführungen angeboten wird und je nach Variante zwei (1 × Stereo oder 2 × Mono) bis 16 Audiokanäle (8 × Stereo oder 16 × Mono) unterstützt. Die Elektronik ist in einem soliden Metallgehäuse untergebracht, welches sich auf einer HE in 19″-Racks integrieren lässt. Das kleinste Modell ist 9,5″ breit, während die größeren Ausführungen die volle 19″-Breite in Anspruch nehmen. Ist keine Rack-Montage geplant, lassen sich die mit Gummifüßen versehenen Geräte rutschsicher auf ebenen Flächen aufstellen.

Die kleinste Server-Ausführung hört auf die Bezeichnung LW-100P-02 und zeichnet sich ebenso wie die größeren Modelle durch ein aufgeräumtes Äußeres aus: Auf der schwarzen Frontplatte befinden sich lediglich ein LED-hinterleuchteter An/Aus-Taster sowie Status-LEDs, welche das Anliegen von Audiosignalen signalisieren. Die nützlichen Leuchtdioden sind keineswegs zu unterschätzen, denn mit ihrer Hilfe lässt sich auf einen Blick klären, wo es möglicherweise „klemmt“, wenn aus unerfindlichen Gründen einmal nichts zu hören sein sollte…

Kleinste Serverausführung
Die kleinste Server-Ausführung hört auf die Bezeichnung LW-100P-02 und zeichnet sich ebenso wie die größeren Modelle durch ein aufgeräumtes Äußeres aus: Auf der schwarzen Frontplatte befinden sich lediglich ein LED-hinterleuchteter An/Aus-Taster sowie Status-LEDs, welche das Anliegen von Audiosignalen signalisieren. (Bild: Jörg Küster)

Auf der Rückseite des LW-100P-02 befinden sich die Audio-Eingänge, die sowohl in Form von Cinch-Buchsen (–10 dBV) wie auch als Phoenix-Anschlüsse (+4 dBu) ausgeführt sind. Die größeren Servermodelle kommen ohne RCA-Buchsen aus; akzeptiert werden hier wie dort ausschließlich analoge Signale mit Line-Pegel.

Für anfängliche Verwirrung könnte der Umstand sorgen, dass linker und rechter Kanal (1/R und 2/L) jeweils über zwei Cinchbuchsen verfügen, die zudem noch in Rot und Weiß gekennzeichnet sind: Schließt man dort ein Stereosignal per Steckerpärchen an, wird es summiert und in Mono weiterverarbeitet. Möchte man Stereosignale übertragen, sind Eingang 1 und 2 zu belegen; darüber hinaus müssen im Cloud-Management (siehe unten) passende Einstellungen getätigt werden.

Rückseite des Servers
Auf der Rückseite des LW-100P-02 befinden sich die Audio-Eingänge, die sowohl in Form von Cinchbuchsen (–10 dBV) wie auch als Phoenix-Anschlüsse (+4 dBu) ausgeführt sind. (Bild: Jörg Küster)

Die Stromversorgung erfolgt bei allen Servermodellen über ein externes Netzteil mit Hohlstecker-Kabel und Kaltgerätenetzbuchse. Die Zuleitung lässt sich über eine Zugentlastung führen und auf diese Weise gegen ungewolltes Herausziehen sichern. Die Server kommen ohne Lüfter aus; beim Einschalten macht sich das Hochfahren des Systems jedoch kurzzeitig mit einem Geräusch (der intern verbauten Festplatte?) bemerkbar, sofern man in ruhiger Umgebung genau hinhört.

Der auf der Rückseite anzutreffende USB-Port ist im Moment noch ohne Funktion, wird sich dem Vernehmen nach künftig jedoch nutzen lassen, um die Server über einen per USB-Kabel angeschlossenen Rechner/Laptop konfigurieren zu können. Bis es soweit ist, muss zur Programmierung die unmittelbar nebenan platzierte Netzwerkbuchse (10/100/1000 Mbit/s, mit LED) verwendet werden.

Zugang zur Programm-Cloud über einen Laptop
Wird die Netzwerkbuchse mit dem Internet verbunden, nimmt der Server Kontakt zu einer Cloud des US-Unternehmens ExXothermic Inc. auf, woraufhin sich die Konfiguration mithilfe eines übersichtlich gestalteten Software-Interfaces bewerkstelligen lässt. (Bild: Jörg Küster)

Wird Letztere mit dem Internet verbunden, nimmt der Server Kontakt zu einer Cloud des auf „Audio over Wi-Fi“ spezialisierten US-Unternehmens ExXothermic Inc. auf, woraufhin sich die Konfiguration mithilfe eines übersichtlich gestalteten Software-Interfaces bewerkstelligen lässt.

Wer beim Stichwort „Netzwerk“ unwillkürlich zusammenzuckt, kann sich entspannt zurücklehnen: Mit den angebotenen Verbindungsoptionen – DHCP, statisch, reserviert – gelangt man auch ohne profundes Network-Know-how schnell ans Ziel; ausgewiesene IT-Nerds können ihre Programmierneigungen jedoch ebenfalls ausleben. Wichtig ist, dass der freie Zugang ins Netz sichergestellt ist und nicht durch Firewalls oder andere Maßnahmen behindert wird. Sind sämtliche Einstellungen getätigt, lässt sich die Verbindung zur Cloud beenden, da die Settings lokal im Gerät gespeichert werden.

Testaufbau in einem Konferenzraum des MM-Musik-Media-Verlags – Produktmanager Jürgen Müller hatte in einem robusten Transportkoffer ein betriebsbereites System mit allem Drum und Dran mitgebracht. (Bild: Jörg Küster)

Die RJ45-Netzwerkbuchse wird nach erfolgter Cloud-Konfiguration des Servers genutzt, um mit dem lokal vorhandenen Netzwerk verbunden zu bleiben (und dessen WLAN-Infrastruktur zu nutzen) oder ein eigenständiges WLAN unter Einsatz eines Access Points (kostengünstig z. B. von D-Link) aufzuspannen. Die letztgenannte Möglichkeit kam im Dezember 2019 bei einem Testaufbau in einem Konferenzraum des MM-Musik-Media-Verlags zum Einsatz – Produktmanager Jürgen Müller hatte in einem robusten Transportkoffer ein betriebsbereites System mit allem Drum und Dran mitgebracht.

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Tech-Talk

Laut Aussage des Herstellers lassen sich mit einem Server bis zu 1.000 Devices versorgen. Sind noch größere Stückzahlen gefordert, müssen mehrere Server parallel betrieben werden. Der Bandbreitenverbrauch wird mit ca. 140 kbps pro Benutzer beziffert. Für den Server nennt Listen Technologies eine Latenzzeit von weniger als einer Millisekunde. Die Gesamtverzögerung des Systems ist von Faktoren wie der WAP-Implementierung (802.11n oder besser WMM) sowie den verwendeten Smartphone-Modellen abhängig, weshalb in der Praxis Werte zwischen 40 und 120 Millisekunden erreicht werden.

Kleiner und großer Server
Das kleinste Server-Modell ist 9,5″ breit, während die größeren Ausführungen die volle 19″-Breite in Anspruch nehmen. (Bild: Jörg Küster)

Die Zahlen legen nahe, dass das Hauptaugenmerk der Entwickler auf eine möglichst geringe Verzögerung (Stichwort: lippensynchrone Übertragung) gerichtet war – wäre die Vorgabe das Erreichen bestmöglicher Audioqualität gewesen, käme man auf gänzlich andere Zeitdimensionen (wie z. B. bei Apple AirPlay mit verlustfreier Datenkompression, aber stattlichen zwei Sekunden Latenz).

Der Zeitfaktor, die verfügbare Bandbreite sowie die unumgängliche Kompression sind aufeinander abzustimmende Variablen – verlorene/beschädigte Datenpakete lassen sich bei für minimale Durchlaufzeiten optimierten Ansätzen aus Timing-Gründen typischerweise nicht erneut anfordern, so dass je nach Content auch bei gut konfigurierten „Audio over Wi-Fi“- Systemen hin und wieder Popp- oder Click-Geräusche zu vernehmen sein können. Für typische Anwendungsszenarien sind leichte Artefakte nicht unbedingt relevant; die Befriedigung audiophiler Klangansprüche steht bei der Hörunterstützung nicht im Fokus.

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Smartphone als Audio-Receiver

Das Konzept von Listen EVERWHERE beruht wie eingangs erwähnt auf dem Gedanken, dass Endanwender ihre eigenen Smartphones zücken, um einem wie auch immer gearteten Audiogeschehen folgen zu können. Jüngere Zeitgenossen haben heutzutage meist ohnehin Ohr- oder Kopfhörer dabei, wie ein Bummel durch jede beliebige Innenstadt oder eine Fahrt im ÖPNV belegen.

Sollte in einer mit Listen EVERWHERE ausgestatteten Location dennoch ein Gast/Kunde ohne eigene Hörer anzutreffen sein, hat Listen Technologies preisgünstige Stereo-Kopfhörer (z. B. Listen LA-165) im Programm, von denen der Betreiber eine sinnvolle Stückzahl vorhalten kann. Induktionsschlingen sind ebenfalls verfügbar (Listen LA-166 für Hörgeräte mit Induktionsspule oder das auch als Umhängeband verwendbare Modell Listen LA-430 mit zusätzlicher Kopfhörerbuchse). Personen mit stark eingeschränktem Hörvermögen verwenden ihr persönliches Hörgerät oder ihr Cochlea-Implantat.

Erwartungsgemäß muss für die Nutzung von Listen EVERWHERE zunächst eine App auf dem Smartphone installiert werden, die im konkreten Fall von ExXothermic programmiert wurde und kostenfrei sowohl für Android als auch für iOS verfügbar ist.

Was der Endanwender als Screen-Inhalt zu sehen bekommt, lässt sich vom Systembetreiber relativ frei festlegen – der Einsatz vorgefertigter Templates lenkt ausufernde Gestaltungsgelüste in geordnete Bahnen.

Auf Wunsch lassen sich Endanwender zunächst mit einem Splash-Screen/Welcome-Advertisement/Videoclip begrüßen, beispielsweise mit einer hübsch gestalteten Werbeeinblendung auf Basis von Farbhintergründen, Fotos, Videos, Hyperlinks, PDF-Dateien und/oder anderen Grafik- und Textelementen.

Willkommensbotschaft in der App
Auf Wunsch lassen sich Endanwender zunächst mit einem Welcome-Advertisement begrüßen, welches auf diesem Foto von Audio Pro stammt. (Bild: Jörg Küster)

Auch die Anzeige der anzuwählenden Streams kann mit Custom-Labels visuell ansprechend gestaltet werden. Auf einem über dem Auswahl-Menü befindlichen „Sliding Promotional Banner“ lässt sich wechselnder Content für definierbare Intervalle (auch in Abhängigkeit von Tageszeit/ Wochentag) anzeigen – das neu -deutsche Zauberwort lautet „In-App-Marketing“.

Auf Seite manches Systembetreibers mag sich die allseits grassierende Cloud-Euphorie in Grenzen halten: Wer beispielsweise als Inhaber einer Bar täglich seine aktuellen Offerten einpflegen möchte, wird sicher erfreut darüber sein, in absehbarer Zukunft nicht mehr das Cloudbasierte Management von ExXothermic bemühen zu müssen, sondern seinen Content lokal über einen an der USB-Schnittstelle angeschlossenen Laptop einspielen zu können.

Für Endanwender ist die Bedienung von Listen EVERYWHERE über die berührungsempfindliche Smartphone- Oberfläche selbsterklärend, zumal sich die Einstellmöglichkeiten auf das Wesentliche beschränken. Die App samt eines Demo-Parts zum Ausprobieren ist bei Google Play oder im Apple App Store als Download verfügbar.

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Aufklärungsarbeit

Jürgen Müller ist vom hierzulande bevorstehenden Erfolg des „Audio over Wi-Fi“-Konzepts überzeugt und berichtet erfreut über das große den Produkten entgegengebrachte Interesse sowie kreative Einsatzideen, welche von potenziellen Anwendern an ihn herangetragen werden – auf eine weitere Erhöhung des Bekanntheitsgrades in den deutschsprachigen Ländern wird der Produktmanager im Jahr 2020 allerdings wohl dennoch ein gewisses Maß an Energie verwenden müssen. Unterstützt wird Müllers engagierte „Aufklärungsarbeit“ durch informative Kurzvideos, die u. a. auf der Website von Audio Pro zu finden sind.

Jürgen Müller
Jürgen Müller ist Produktmanager bei Audio Pro (Bild: Jörg Küster)

Dass sich vorrangig jüngere Menschen mit dem „assistiven Hören“ unter Einsatz des eigenen Smartphones anfreunden können, hält Jürgen Müller nicht für zutreffend – auch bei älteren Semestern sind die smarten Mobilgeräte nach seinen Beobachtungen inzwischen weit verbreitet und werden rege genutzt.

„Über das Generationenthema sind wir beim Einsatz von Smart Devices schon lange hinweg!“, meint Müller. „Erst neulich wurde mir von einem Pfarrer berichtet, dass in seiner Gemeinde die vorhandenen Infrarotempfänger eher selten genutzt werden, da sich viele Gottesdienstbesucher aus Eitelkeit kein entsprechendes Gerät umhängen möchten – die Verwendung des eigenen Smartphones sollte derlei soziale Befindlichkeiten elegant umgehen.“

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Listen EVERWHERE

(unverbindliche Preisempfehlungen)

LISTEN LW-100P-02-03, CA. 1.182 EURO (02 KANÄLE)
LISTEN LW-200P-04-03, CA. 2.363 EURO (04 KANÄLE)
LISTEN LW-200P-08-03, CA. 3.414 EURO (08 KANÄLE)
LISTEN LW-200P-12-03, CA. 4.465 EURO (12 KANÄLE)
LISTEN LW-200P-16-03, CA. 5.516 EURO (16 KANÄLE)
LISTEN LA-504-03, CA. 79 EURO (NETZTEIL FÜR SERVER)


ÜBERALL hören

Als mögliche Einsatzorte für Listen EVERYWHERE bieten sich Museen, Brandworlds, Attraktionen in Themenparks, Kirchen, Wartezimmer (in Arztpraxen), Fitnessstudios, Wettbüros, Sportbars, Restaurants, Kasinos und Konferenzräume an; die Aufzählung lässt sich fraglos erweitern. Wer öfter Zeit in Wartebereichen von Flughäfen verbringen muss, würde sich vermutlich freuen, wenn die dort oft auf Screens zu sehenden Nachrichtensender von einer Tonwiedergabe begleitet wären – der Einsatz von Listen EVERYWHERE nebst entsprechendem Hinweis (z. B. Poster/Aufkleber/ Tischaufsteller mit QR-Code) nahe der Bildschirme könnte sich in diesem Kontext anbieten.

Als Simultandolmetscherlösung befindet sich Listen EVERYWHERE laut Jürgen Müller hierzulande bereits in einer Moschee im Einsatz, in der arabische und türkische Sprache zu übertragen sind. Zusammenfassend präsentiert sich Listen EVERYWHERE als zeitgemäßes „Audio over Wi-Fi“-Konzept mit zahlreichen Einsatzmöglichkeiten, einer übersichtlichen Parametrisierung und guter Handhabbarkeit. Der finanzielle Aufwand bei der Einrichtung eines Systems bewegt sich in einem überschaubaren Rahmen und gewinnt zusätzlich an Attraktivität, wenn die Alternative in der Verlegung von Induktionsschleifen respektive dem Aufbau einer induktiven Höranlage bestehen würde. Die Vorteile einer vielkanaligen Auslegung liegen je nach Projekt auf der Hand.

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Noch mehr Listen…

Neben Listen EVERYWHERE hat Listen Technologies auch die Produktlinien ListenIR und ListenTALK im Programm.

Bei ListenIR handelt es sich um ein einfach zu bedienendes Infrarot-Audio-Übertragungssystem, das zur Hörunterstützung oder für die Übertragung von Simultandolmetscherkanälen eingesetzt werden kann. Außergewöhnlich kompakte Empfänger sind in Ausführungen für ein- oder mehrkanalige Anwendungen verfügbar, und der Hersteller hat attraktive Sets geschnürt, die alle für die Versorgung kleiner bis mittelgroßer Veranstaltungsorte benötigten Komponenten beinhalten. Bei einem kurzen Probeaufbau in einem Konferenzraum des MM-Musik-Media-Verlags funktionierte der IR-Empfang auch unter erschwerten Bedingungen bei schlechter Sichtverbindung erstaunlich gut, was die Leistungsstärke des Systems unterstreicht.

ListenTALK ist eine Personenführungsanlage auf DECT-Basis, die auch zur Übertragung von Dolmetscherkanälen oder als Hörunterstützung herangezogen werden kann. Verfügbar sind unter anderem kompakte Transceiver (Listen LK-1-E0), welche sowohl Empfangs- als auch Sendefunktionen (Talkback-Mic) wahrnehmen können.

Empfänger ohne Bidirektionalität werden ebenfalls angeboten und sind mit Display plus NFC-Chip (Listen LKR-11-E0) oder als simpler Receiver (Listen LKR-12-E0) ohne Komfortfunktionen erhältlich.

Die NFC-Ausstattung ist nützlich, wenn auf einem Rundgang unerwartet ein weiterer Teilnehmer zur Gruppe stößt und sein Empfänger schnell und einfach synchronisiert werden soll. Im Normalfall erfolgt die Gruppenzuordnung in einer speziellen Ladestation, in welche die Geräte mitsamt ihrer Akkus eingesetzt werden. Alternativ zu den Akkupacks ist der Betrieb mit AAA-Batterien möglich, sofern der Batteriefachadapter Listen LA-435 verwendet wird.


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Kommentar zu diesem Artikel

  1. Die WLAN-Streamer-Technik ist mir schon seit Jahren bekannt, ich hatte auf der internationalen Fachkonferenz “Future Loops” Berlin 2017 ausgiebig die Möglichkeit, diese Technik in der Praxis auszutesten und mich mit dem Projektverantworlichen auszutauschen. Vorweg: der WLAN-Streamer ist für Schwerhörige absolut untauglich, schon damals galt er folglich als technische Totgeburt.

    1. angebliche Barrierefreiheit:
    Unmissverständlich muss hier klar gestellt werden:
    Es stimmt nicht, mit dem WLAN-Streamer sei ein barriefreies Hören möglich. §4 Behindertengleichstellungsgesetz besagt:

    “Barrierefrei sind bauliche und sonstige Anlagen, Verkehrsmittel, technische Gebrauchsgegenstände, Systeme der Informationsverarbeitung, akustische und visuelle Informationsquellen und Kommunikationseinrichtungen
    sowie andere gestaltete Lebensbereiche, wenn sie für Menschen mit Behinderungen in der allgemein üblichen Weise, ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe auffindbar, zugänglich und nutzbar
    sind. Hierbei ist die Nutzung behinderungsbedingt notwendiger Hilfsmittel zulässig.”

    Das heißt eindeutig, dass für Schwerhörige einzig und allein das Hörgerät (mit Induktionsspule) ausreichend sein muss, jedwedes Zusatzgerät wie ein Smartphone oder Tablet etc. ist im gesetzlichen Sinne der Barriefreiheit nicht zulässig, denn es ist kein behinderungsbedingtes Hilfsmittel. BYOD ist per Definition also nicht barriefrei. Barriefreiheit hat der Betreiber zu gewährleisten, nicht der Nutzer. Oder was würde es für einen Rollstuhlfahrer bedeuten, wenn es hieße: “Bringe deine Rampe selbst mit, wir zeigen dir, wo du sie anlegen kannst”.

    Auf eine schwerhörige 80 Jahre alte Dame gemünzt: Diese Dame soll damit zurecht kommen, ohne fremde Hilfe auf dem Smartphone die richtige App zu installieren, das richtige WLAN zu konfigurieren, andere notwendige Maßnahmen zu treffen, die App zu starten und dann das Smartphone mit ihrem Hörgerät zu koppeln? Um wieviel einfacher ist die Nutzung einer induktiven Höranlage: am Hörgerät zweimal eine Taste drücken oder auf der Fernsteuerung eine Taste mit dem Buchstaben “T” drücken – fertig. Das gelingt immer auch bei Sehbehinderung und meist auch noch mit Multipler Sklerose. So etwas ist Barriefreiheit. In diesem Sinne sind auch Funk- und Infrarot-Höranlagen nicht barrierefrei, einzig und allein bisher die induktive Höranlage.

    2. Technische Basis:
    Software-technisch gesehen ist der WLAN-Streamer einfach nur ein etwas umprogrammiertes Web-Radio, Basissoftware im Internet kostenlos downloadbar. würde mich nicht wundern, wenn es eines nicht allzu fernen Tages die Software für den Rasperry Pi zum Download gibt.

    3. Latenzzeit:
    Es wird von der sagenhaft kurzen Latenzzeit von nur 1ms des Servers gesprochen, nur um kurz später zu erfahren, dass bis zum Hören dann doch insgesamt 40 bis 120ms zustande kommen. Dies liegt klar im Bereich von Hall bis zu Echo, die Lippensynchronität ist nach etwa 50ms verloren. Diese Werte werden aber nur bei den aktuellen Smartphones erreicht, Android-Geräte liegen gegenüber iOS-Geräten immer aus systemtechnischen Gründen auf der schlechteren Seite.

    Schwerhörigkeit ist vor allem im Alter ein Problem. Gemeinhin ist bekannt, dass bei Smartphones die Erbfolge umgekehrt ist, Eltern und Großeltern erben die abgelegten Geräte der Kinder und Enkel. Entsprechend schwachbrüstig sind diese Geräte. Also sind gerade die altersbegleitend Schwerhörige von hoher bis sehr hoher Latenzzeit betroffen.

    Eine Latenzzeit von mehr als 20-30ms reduziert die Sprachverständlichkeit in jedem Fall und höhere Werte machen ein Verstehen sogar schier unmöglich, nicht umsonst gibt es ja die Verzögerungsschaltungen in unseren DSP’s für die hinteren Lautsprecher. Gerade bei einseitiger oder offener Hörgeräteversorgung wird zuerst der Direktschall, der Schall über die Beschallungsanlage, der Diffusschall und zuletzt das Signal über den Streamer gehört. Dazu kommt, dass die Lippensynchronität nicht mehr gegeben ist. Ein Zuhören ist also mit enormer Konzentration verbunden, ein Verstehen kaum mehr möglich. Eine Stunde so zuhören und verstehen zu müssen oder wollen, ist schon im Alter ab 50 Jahren kaum mehr möglich.

    4. Hörartefakte
    So nebenbei wird angemerkt, dass es systembedingt Hörartefakte gibt, das klingt nach “Kleingedrucktem”. Den Konstrukteuren ist wohl nicht klar, dass gerade bei hochgradig Schwerhörigen jedes Nebengeräusch ziemlich schnell zum K.O. für ein Verstehen führt. Hochgradig Schwerhörige vebinden noch Gehörtes mit Gesehenem (Mundabsehen) und erschließen aus dem Zusammenhang, um dann zum Verstehen zu kommen.
    Knackser und Aussetzer sind natürlich um so häufiger, je älter bzw. schwachbrüstiger das “geerbte” Smartphone ist und ob noch Hintergrundprogramme laufen, die nicht zuvor gekillt wurden. Und die Aussetzer gehen auf 100% hoch, wenn der altersschwache Akku bei WLAN und Bluetooth-Belastung schlapp macht. Bei einem normalen Hörgerät sind die Batterien nach weniger als einer Minute ausgewechselt und schon ist man wieder dabei.

    5. Datenschutz/Datensicherheit
    Entweder muss das WLAN offen sein oder das entsprechende Passwort offen gelegt sein. Damit ist es möglich, dass Hacker Zugriff auf angemeldete Smartphones und Tablets erlangen und das beste Paradies für ihre Missetaten vorfinden, vor allem deshalb, weil die meisten Smartphones älter sein werden und keine Sicherheits-Updates mehr erhalten. Es muss also AGB’s mit Haftungsausschluss geben. Bei Konferenzsystemen ist das noch möglich, aber bei öffentlichen Räumen wie Theater oder gar Kirchen ist das ein no-go. Trotzdem ist Ärger und manch juristische Auseinadersetzung vorprogrammiert.

    FAZIT:
    Offensichtlich ist also, dass der WLAN-Streamer untauglich für Kirchen ist. Auch ein Praxistest an der Uni-Stuttgart endete im Chaos.
    Die einzige barrierefreie Alternative für Schwerhörige ist nach wie vor die induktive Höranlage. Es gibt kaum eine Technik, über die soviel technische Lügen verbreitet werden als über die Induktionstechnik. Für eine Induktionsschleife müssen keineswegs “Kupferstränge” im Boden verlegt werden. Bleiben wir bei bei den Tatsachen: in der Regel reicht ein oberirdisch an der Wand entlang verlegtes 1,5 qmm-Kabel aus. Bei weitaus mehr als 150 Beratungen über Höranlagen in Kirchen gab es höchstens eine handvoll Kirchen, in denen eine einfache Induktionsanlage nicht möglich war. Und die Induktionstechnik beschränkt sich auch nicht – wie suggeriert – auf einen eng umgrenzten Bereich, sondern kann problemlos große Flächen versorgen. Ein Blick auf die eigene Homepage von AudioPro: Dort werden Induktionsverstärker angeboten, die weit über 700qm versorgen können.

    Zu den anderen genannten Einsatz-Fällen: Ständig höre ich von manchen Elektroakustikern – auch schon hier in Professional-System – dass unsere heutigen DSP-Beschallungsanlagen so gut seien, dass eine induktive Höranlage für Schwerhörige nicht mehr nötig sei. Für Schwerhörige ist das grober Unfug oder Unwissenheit, aber für Guthörende lass ich dieses Argument gelten. Aber wozu wird dann trotz ohnehin vorhandener perfekter Beschallungsanlage ein solcher WLAN-Streamer in Theater/Konzertsälen etc. überhaupt noch benötigt? Oder soll etwa die Beschallungsanlage ersetzt werden durch WLAN-Streamer und Smartphone => Hörbarrieren einbauen für alle?

    Als einzigen Einsatzzweck kann ich da lediglich die Konferenztechnik für Simultan- und Konsekutiv-Dolmetschen erkennen. Aber dafür gibt es bessere Alternativen, die auch mobil genutzt werden können.

    Der WLAN-Streamer war also schon vor drei Jahren eine Totgeburt.

    Noch eine kleine Anmerkung zum Pfarrer mit der IR-Anlage: Das Problem ist allgemein bekannt, weil eben jedes benötigte Zusatzgerät die Barrierefreiheit torpediert, auch das Smartphone ist ein Zusatzgerät und kann vergessen werden oder einen leeren Akku haben, schon ist die Hörbarriere unüberwindbar. Der Pfarrer sollte einmal nach “Standardwerk Höranlagen” googeln. Dort findet er einen Ratgeber für sein Problem.

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